In Anlehnung an das Seminar „Alexander der Große“ steht im Mittelpunkt der zu schreibenden Hausarbeit der Aufstand Thebens – als eine der ersten militärischen Herausforderung Alexanders. Nachdem sich der junge Alexander bereits im Inneren des makedonischen Königreichs als neuer Thronfolger im Jahr 336 durchsetzte, musste er sich nun den von außen drohenden Gefahren in Südgriechenland stellen.
Es soll im Folgenden aufgezeigt werden, warum der Aufstand in Theben ausbrach und wie der junge Makedonenkönig im Einzelnen der griechischen Abfallbewegung begegnete. Dafür werden zunächst die Gründe für den Ausbruch des Aufstandes erörtert sowie der tatsächliche Auslöser der Aufruhr dargestellt. Daran anschließend werden nähere Ausführungen zum Verlauf der Auseinandersetzung gemacht. Interessant ist hierbei, wie und mit welchen Maßnahmen sich Alexander durchsetzte. Abschließend werden die Folgen sowohl für Theben als auch für andere griechische Abgefallene näher beleuchtet. In diesem Abschnitt gilt insbesondere zu klären, welche Bedeutung die Niederschlagung des Aufstandes für Alexander hatte.
Zur Literatur- und Quellenlage ist anzumerken, dass ich mich größtenteils auf die Ausführungen von Arrian stützen werde. Er gibt als einziger Autor, eine detaillierte Darstellung wie der Aufstand im Einzelnen verlief. Auf eine Einordnung der Quelle soll bewusst verzichtet werden, da im Rahmen des Seminars des Öfteren darauf eingegangen wurde. +++ Um die Gründe für den Aufstand in Theben näher zu er- und begründen, muss zunächst das Verhältnis zwischen Theben und Makedonien erläutert werden. Ausgangspunkt stellt die Entscheidungsschlacht in Chaironea im Frühjahr 338 dar, die für alle griechischen Stadtstaaten eine grundlegende Veränderung mit sich brachte.
Nach dem Sieg über die Griechen, war Philipps primäres Ziel, die makedonische Hegemonie in Griechenland auszubauen. Seine neu gewonnene Machtstellung wurde institutionell durch die Gründung des Korinthischen Bundes im Jahr 337 abgesichert. Dieser mit den griechischen Staaten beschlossene Bundesvertrag beruhte auf den Prinzipien der Koiné eiréne. Ziel dieser griechischen Vereinigung war, die Erhaltung bzw. Herstellung des Friedens auf der Basis der Polisautonomie. Daneben hatte der Makedonenkönig Philipp weitere grundsätzliche Neuordnungen wie beispielsweise die Auflösung des athenischen Seebundes oder auch territoriale Veränderungen auf der Peloponnes vorgenommen. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass ich im Folgenden nicht alle ergriffenen Maßnahmen durch Philipp in Griechenland darstelle, sondern nur die in Theben durchgeführten Bestimmungen aufzeige.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Gründe für den Abfall Thebens
1.1. Das Verhältnis zwischen Theben und Makedonien
1.2. Der Auslöser des Aufstandes
2. Der Verlauf des thebanischen Aufstandes
3. Die Niederschlagung des Aufstandes
3.1. Folgen für Theben
3.2. Die Folgen für die anderen Abgefallenen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstand von Theben im Jahr 335 v. Chr. als eine der zentralen frühen militärischen Herausforderungen für Alexander den Großen zu Beginn seiner Herrschaft und analysiert, wie er diesen Widerstand nutzte, um seine makedonische Hegemonie in Griechenland nachhaltig zu sichern.
- Die politischen Rahmenbedingungen und das Verhältnis zwischen Theben und Makedonien nach der Schlacht von Chaironea.
- Die Ursachen und der konkrete Auslöser des thebanischen Aufstandes während Alexanders Abwesenheit.
- Die Strategie Alexanders bei der Niederschlagung der Revolte und die Rolle des Korinthischen Bundes als Machtinstrument.
- Die drastischen Konsequenzen für Theben sowie die differenzierte Behandlung anderer griechischer Abgefallener durch Alexander.
- Die Bedeutung dieses Sieges als Voraussetzung für den Beginn des Perserkrieges.
Auszug aus dem Buch
3. Der Verlauf des thebanischen Aufstandes
Nachdem Alexander die Nachricht über den Aufstand in Theben erreichte, zog er vorzeitig aus Illyrien ab. Das heißt, Alexander erkannte die Gefahr einer Ausbreitung des Aufstandes und das damit die makedonischen Herrschaft in Griechenland zusammen brechen könnte. Arrians Ausführungen machen dies wie folgt deutlich: „Alexander, der dies erfuhr, glaubte die Ereignisse in Theben keineswegs auf die leichte Schulter nehmen zu dürfen. Seit geraumer Zeit schon hatte er nämlich die Stadt Athen in ähnlichem Verdacht und unterschätzte die thebanische Tollkühnheit keineswegs, vor allem, wenn erst einmal die Lakedaimonier bei der Sache mitmachen würden, die ja seit langem eine ablehnende Haltung einnahmen, und sich andere peloponnessische Staaten sowie die nie ganz unzuverlässigen Aetolier der thebanischen Abfallsbewegung anschlössen.“
Um der Ausweitung des Aufstandes entgegen zu wirken, marschierte Alexander mit seiner Armee in Eilmarschen, innerhalb von 13 Tagen, nach Böotien. Die Kontingente der kleineren griechischen Staaten, soweit sie dem Korinthischen Bund angehörten, wurden ebenfalls mobil gemacht. Von Illyrien durch die Landschaften Eodäa und Eymiotis an den parauischen Bergen vorbei nach Pelinna, stationierte er seine Truppen in Onchestos. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass seine Marschleistungen beträchtlich gewesen waren. Sein schnelles Erscheinen hatte den Vorteil, dass Alexander Theben geographisch gesehen, völlig isolierte. Selbst die Arkadier und andere Hilfsvölker, die Truppen entsandten, blieben - als sie von Alexanders Armee hörten, am Istmós stehen. Die Athener, die den Thebanern ebenfalls Unterstützung versicherten, schickten genauso wenig Truppen los.
Wie Alexander im Einzelnen vorging, wird bei Arrian mit aller Ausführlichkeit dargestellt, allerdings muss auch an dieser Stelle eingegrenzt werden. Es wird daher ein Augenmerk auf seine Vorgehensweise gelegt und weniger wie die Schlacht militärisch im Detail verlief. Zunächst ist bezeichnend, dass Alexander auf ein thebanisches Friedensgesuch gewartet hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Gründe für den Abfall Thebens: Dieses Kapitel erläutert die belastete Beziehung zwischen Theben und Makedonien nach der Schlacht von Chaironea sowie die auslösenden Gerüchte über den Tod Alexanders, die den Aufstand in Gang setzten.
2. Der Verlauf des thebanischen Aufstandes: Hier wird der schnelle Marsch Alexanders nach Böotien analysiert, der die Stadt isolierte und den Widerstand der anderen griechischen Staaten bereits im Keim erstickte.
3. Die Niederschlagung des Aufstandes: Der Fokus liegt auf der harten Zerstörung Thebens als Exempel sowie der diplomatischen Nachgiebigkeit gegenüber anderen Städten wie Athen, um die Stabilität für den kommenden Perserkrieg zu gewährleisten.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Alexander durch die konsequente Niederschlagung des Aufstandes den griechischen Widerstand brach, seine Autorität als junger König festigte und sich somit auf den Perserkrieg konzentrieren konnte.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Theben, Makedonien, Korinthischer Bund, Aufstand, Hegemonie, Arrian, Koiné eiréne, Schlacht von Chaironea, Polisautonomie, Perserkrieg, Machtpolitik, Perdikkas, Demosthenes, Kadmeia.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Aufstand von Theben im Jahr 335 v. Chr. als eine der ersten bedeutenden militärischen Herausforderungen, denen sich Alexander der Große zu Beginn seiner Regentschaft stellen musste.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die politischen Spannungen zwischen den griechischen Poleis und Makedonien, die Ursachen für die Rebellion, der taktische Verlauf der militärischen Auseinandersetzung sowie die anschließende politische Instrumentalisierung des Sieges durch Alexander.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum der Aufstand ausbrach, wie Alexander darauf reagierte und welche strategische Bedeutung die Niederschlagung für die Konsolidierung seiner Macht in Griechenland sowie den nachfolgenden Perserkrieg hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Der Autor stützt sich vor allem auf den Bericht des antiken Autors Arrian, ergänzt durch Vergleiche mit anderen Quellen wie Plutarch, um ein realistisches Bild der Ereignisse zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Vorgeschichte (Verhältnis Theben-Makedonien), den Auslöser der Revolte, den militärischen Verlauf der Niederschlagung durch Alexander sowie die unterschiedlichen Konsequenzen für Theben und andere beteiligte griechische Stadtstaaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Alexander der Große, Hegemonie, Korinthischer Bund, Koiné eiréne, die Zerstörung Thebens und die politische Konsolidierung vor dem Feldzug gegen Persien.
Warum wurde Theben von Alexander so hart bestraft, während Athen geschont wurde?
Das Urteil über Theben wurde formal durch den Korinthischen Bund gefällt, um Alexander vor der Rolle des reinen Unterdrückers zu bewahren. Athen hingegen wurde geschont, da Alexander das Bündnis mit der Stadt, insbesondere deren Flotte für den Perserkrieg, als strategisch notwendig erachtete.
Welche Rolle spielte der Korinthische Bund bei der Niederschlagung des Aufstandes?
Der Korinthische Bund diente Alexander als wirkungsvolles politisches Machtinstrument. Er ermöglichte es ihm, die Zerstörung Thebens nicht als einseitigen Akt makedonischer Willkür, sondern als Urteil der griechischen Bundesgenossen zu legitimieren.
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- Janine Bormann (Author), 2006, Der Aufstand Thebens – eine der ersten militärischen Herausforderungen Alexanders des Großen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90969