Die vorliegende Arbeit soll das Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten aus strategischer
Sicht beleuchten. Dabei wird der Fokus auf deutsche Universalbanken gerichtet.
Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung folgender Fragen:
1. Welche konzeptionellen Grundlagen stellt das strategische Management zur
Verfügung?
2. Welche Vorgehensweise ermöglicht eine Analyse des zu untersuchenden Wertpapiergeschäfts
von Kreditinstituten?
3. Welche Wettbewerbsstrategien können von den Kreditinstituten verfolgt werden?
4. Wie können die gewählten Strategien umgesetzt werden?
In diesem Zusammenhang sollen ausgewählte strategische Aspekte aufgegriffen und auf ihre Umsetzbarkeit im Wertpapiergeschäft hin untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
1.1. Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
1.3. Definitorische Grundlagen
1.3.1. Zum Strategiebegriff
1.3.2. Begriffsbestimmung „Strategisches Management“
1.3.3. Begriffsbestimmung, Wesen und Systematisierung von Kreditinstituten
1.3.4. Begriffsbestimmung „Wertpapiergeschäft“
1.4. Geschichtliche Entwicklung des strategischen Managements
1.5. Entwicklung der Theorie des strategischen Managements
2 Strategische Analyse des Wertpapiergeschäfts von Kreditinstituten
2.1. Die Analyse der Umwelt von Kreditinstituten
2.1.1. Die Analyse der globalen Umwelt
2.1.2. Die Analyse der Branchenstruktur
2.1.3. Die Analyse der Branchendynamik
2.1.4. Die Analyse der strategischen Gruppen
2.1.5. Die Konkurrenzanalyse
2.2. Die Analyse der Ressourcen von Kreditinstituten
2.2.1. Der ressourcenorientierte Ansatz
2.2.2. Die Kernkompetenzenperspektive
2.2.3. Die Metakompetenzenperspektive
2.2.4. Die Wertkette nach Porter
2.2.5. Gegenüberstellung und Verknüpfung des Porterschen Ansatzes und des resource-based view
3 Strategiefindung und -bewertung im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten
3.1. Strategische Optionen im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten
3.1.1. Die Strategie der Kostenführerschaft
3.1.2. Die Strategie der Differenzierung
3.1.3. Die Strategie der Nischenbildung
3.1.4. Mischstrategien im Wertpapiergeschäft
3.2. Bewertung und Auswahl von Strategien im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten
3.2.1. Grundkonzept der Strategiebewertung und -auswahl
3.2.2. Methoden und Modelle der Strategiebewertung
4 Strategieimplementierung im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten
4.1. Grundprinzipien der Strategieimplementierung
4.2. Umsetzung strategischer Maßnahmen im Rahmen der Strategieimplementierung
4.3. Durchsetzung strategischer Maßnahmen im Rahmen der Strategieimplementierung
4.4. Die Balanced Scorecard als Instrument zur Ableitung von Maßnahmen
5 Handlungsempfehlungen für Kreditinstitute
6 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, deutsche Universalbanken im sich verschärfenden Wettbewerb des Wertpapiergeschäfts durch die Anwendung strategischer Managementkonzepte bei der Marktpositionierung zu unterstützen. Dabei liegt der Fokus auf der Beantwortung der Frage, inwieweit moderne strategische Ansätze zur Sicherung und zum Ausbau der Marktposition in diesem speziellen Geschäftsfeld beitragen können.
- Grundlagen des strategischen Managements und Begriffsdefinitionen
- Strategische Analyse von Umweltfaktoren und internen Ressourcen
- Entwicklung und Bewertung wettbewerbsstrategischer Optionen
- Methoden zur Strategieimplementierung und Erfolgsmessung
- Ableitung praxisorientierter Handlungsempfehlungen für Kreditinstitute
Auszug aus dem Buch
1.3.1. Zum Strategiebegriff
In der Literatur wird der Strategiebegriff nicht einheitlich charakterisiert. Die verschiedenen Systematisierungen sind auf die unterschiedlichen Vorstellungen der einzelnen Verfasser zurückzuführen. Seinen etymologischen Ursprung leitet der Begriff „Strategie“ von dem altgriechischen Wort „Strataegeo“ ab, welches sich aus den Begrifflichkeiten „Stratos“ (Das Heer) und „Agein“ (Führen) zusammensetzt. Das Wort „Strategos“ stand zunächst für die Funktion des Generals in der griechischen Armee und wurde erst im Zeitverlauf inhaltlich erweitert. Gleiches galt auch für den deutschen Sprachraum, wo der Strategiebegriff auch im Militärwesen, insbesondere von Clausewitz, verwendet wurde. Er beschrieb eine Strategie als „den Gebrauch des Gefechts zum Zweck des Krieges“.
Ausgehend von der militärischen Verwendung des Strategiebegriffs fand dieser, begünstigt durch die Spieltheorie, Eingang in die Wirtschaftswissenschaften. Dort wird eine Strategie als ein vollständiger Plan verstanden, wobei jede Aktion hinsichtlich der eigenen und fremden Spielzüge durchdacht wird. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen fand zunächst eine betriebswirtschaftliche Verbreitung an den amerikanischen Hochschulen, vor allem der Harvard Business School, statt. Erste nennenswerte Forschungen erfolgten in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts unter Chandler (1962), Ansoff (1965) und Andrews (1971).
Hinsichtlich des Strategiebegriffs kann zwischen dem klassischen Strategieverständnis und der Gegenströmung in der Schule um Mintzberg unterschieden werden. Die Verfechter der erstgenannten Position definieren Strategie „als ein geplantes Maßnahmenbündel der Unternehmung zur Erreichung ihrer langfristigen Ziele.“ Dieses Verständnis wird durch folgende Merkmale charakterisiert:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen des strategischen Managements, definiert zentrale Begriffe und skizziert die geschichtliche Entwicklung sowie die Relevanz des Wertpapiergeschäfts für Universalbanken.
2 Strategische Analyse des Wertpapiergeschäfts von Kreditinstituten: Hier werden mittels markt- und ressourcenorientierter Ansätze die Umweltfaktoren, Branchenstrukturen, strategischen Gruppen und internen Kompetenzen analysiert, um Stärken und Schwächen der Institute zu identifizieren.
3 Strategiefindung und -bewertung im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten: Das Kapitel befasst sich mit der Identifikation strategischer Optionen, der Bewertung von Kostenführerschaft, Differenzierung und Nischenbildung sowie der Anwendung spezifischer Bewertungsmodelle.
4 Strategieimplementierung im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten: Es werden grundlegende Prinzipien für die Umsetzung strategischer Maßnahmen behandelt, inklusive der Rollen von Unternehmenskultur und Management-Tools wie der Balanced Scorecard.
5 Handlungsempfehlungen für Kreditinstitute: Basierend auf der vorangegangenen Analyse werden praxisorientierte Empfehlungen für eine kontinuierliche strategische Steuerung abgeleitet.
6 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst ihre Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, strategische Prozesse in Banken strukturiert und systemorientiert zu gestalten.
Schlüsselwörter
Strategisches Management, Wertpapiergeschäft, Universalbanken, Wettbewerbsstrategien, Branchenstrukturanalyse, Ressourcenorientierter Ansatz, Kernkompetenzen, Strategieimplementierung, Balanced Scorecard, Wettbewerbsvorteil, Finanzdienstleistungen, Marktpositionierung, Kostenführerschaft, Differenzierung, Marktdynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Universalbanken das strategische Management nutzen können, um ihre Marktposition im Wertpapiergeschäft nachhaltig zu sichern und auszubauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Strategieentwicklung, die Analyse der Wettbewerbsumwelt, die Ausgestaltung von Wettbewerbsstrategien sowie deren praktische Umsetzung und Implementierung im Bankensektor ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Methoden des strategischen Managements einen effektiven Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von Banken im provisionsabhängigen Wertpapiergeschäft leisten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen modelltheoretischen Ansatz, der marktbasierte Konzepte (wie das 5-Forces-Modell nach Porter) mit ressourcenorientierten Sichtweisen (Resource-based View und Kernkompetenzansatz) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die externe Umwelt und interne Ressourcen analysiert, gefolgt von einer Darstellung strategischer Optionen (z. B. Kostenführerschaft vs. Differenzierung) und deren konkreter Bewertung und Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Strategisches Management, Wertpapiergeschäft, Wettbewerbsvorteil, Kernkompetenzen, Marktanalyse und Strategieimplementierung.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „Balanced Scorecard“?
Die Arbeit stellt die Balanced Scorecard als ein effektives Instrument dar, das dabei hilft, Strategien deduktiv in messbare operative Ziele über die vier Perspektiven Finanzen, Kunden, Prozesse und Innovation zu überführen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Kostenführerschaft und Differenzierung eine Rolle?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie unterschiedliche Anforderungen an Ressourcen, Unternehmenskultur und Vertriebswege stellt, was für Universalbanken bei der Wahl ihres Geschäftsmodells im Wertpapiergeschäft essenziell ist.
- Quote paper
- Andreas Pönisch (Author), 2007, Strategien im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91001