Was ist Schönheit im 21. Jahrhundert? Kulturanthropologische Betrachtung am Beispiel Instagram


Hausarbeit, 2018

10 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Methode der Bild-/Fotoanalyse

3. Entwicklung des Schönheitsideals (18. Jahrhundert bis Heute)

4. Körperkult im 21. Jahrhundert
4.1 Fitness
4.2 Jugendlichkeit
4.3 Schlankheit

5. Instagram

6. Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Jahrhunderte diente Körperfett als Instrument sozialer Distinktion der Oberschicht. Ebenso galt Körperfett als äußeres Erkennungszeichen für starke Abwehrkräfte. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts verkehrte sich dieses Bild aufgrund der Sicherung der Nahrungsmittelversor­gung und erweiterten medizinischen sowie ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen (vgl. Merta 2008, 364). Heute1 haben Schönheit und Schlankheit Hochkonjunktur (vgl. Posch 2009, 19).

Im Rahmen des Seminars „Medialität der Kultur“ beschäftigten wir uns mit Sport und Körper im Alltag. Hierbei kam, insbesondere auf das Seminar „Zwischen Schönheit und Schönheits­wahn“ bezugnehmend, die Diskussion auf, was Schönheit eigentlich sei. An dieser Stelle fie­len Begrifflichkeiten wie „Schönheitsideal“, „Körperkult“ und „Körperideal“. Stichworte der heutigen Zeit sind insbesondere Schlankheit, Jugendlichkeit und Fitness (vgl. Posch 2009, 85). Seit den 1920er Jahren ist die Sorge um einen schlanken Körper zu einem Massenphänomen aufgestiegen. Schlankheit wurde zum Kulturphänomen und gewann als Körperschönheitsideal an Bedeutung (vgl. Merta 2008, 382). Auch Sport und Sportlichkeit sind in den letzten Jahr­zehnten zu einem festen Bestandteil der gegenwärtigen Alltagskultur geworden (vgl. Schnei- der/Berger 2006, 145).

Das 21. Jahrhundert ist durch Individualisierungstendenzen gekennzeichnet, welche auch Ein­fluss auf unser Schönheitsideal und Körperideal nehmen. Eine zentrale Vorstellung der heuti­gen Zeit ist die des Individuums und der ganzheitlichen Einzigartigkeit. Der Körper wird zum Gegenstand der bewussten Gestaltung (vgl. Posch 2009, 46).

„Hinsichtlich des Körpers und der Kleidung ist der Zeitgenosse des 21. Jahrhunderts entschiedener als je zuvor zu einem Unternehmer geworden, der sein Selbst in jeder Lebenslage gestaltet. Über die Körperlichkeit drückt er seine Persönlichkeit aus (Rein- acher 2010, 43).“

Diese „Persönlichkeitsgestaltung“ geschieht anhand äußerlicher Veränderungen. Leitbild hierbei ist ein fitter, jugendlicher und schlanker Körper (vgl. Posch 2009, 85).

In der nachfolgenden Arbeit soll der Frage nach dem heutigen Körperideal nachgegangen wer­den. Hierbei wird eine Darstellung des heutigen Körperkultes, anhand der Kategorien Fitness, Jugendlichkeit und Schlankheit, vorgenommen. Zuvor wird ein kurzer Überblick über die Ent­wicklung des Schönheitsideals seit dem 18. Jahrhundert gegeben sowie eine Einführung in die Methode der Bildanalyse. Dies ist notwendig, um im Anschluss einen Bezug zu erfolgreichen, ausgewählten Instagram Veröffentlichungen herzustellen. Hengartner weist darauf hin, dass „Medialität [...] eine kulturelle Tat-Sache (Hengartner 2009, 13)“ und eine „zentrale

Bezugsgröße für volkskundlich-alltagskulturwissenschaftliches Arbeiten (Hengartner 2009, 13)“ sei. Somit soll nachfolgend zunächst aufgezeigt werden, was laut Literatur das Körper­ideal in der heutigen Zeit prägt und anschließend werden diese Aspekte an einem Beispiel angewandt.

2. Die Methode der Bild-/Fotoanalyse

Bilder bieten, insbesondere aus kulturanthropologischer Perspektive, ein großflächiges Unter­suchungsfeld. Zunächst gibt es zwei Möglichkeiten mit beziehungsweise über Bilder zu for­schen. Das ist zum einen das eigene herstellen von Bildern zu Forschungszwecken und zum anderen die Analyse bereits bestehender Bilder (vgl. Falk 2014, 212). Je nach Erkenntnisinte­resse wird ein Fokus auf die Bildproduktion, die materielle, historische und ästhetische Di­mension eines Bildes oder auf die Rezeption sowie den Gebrauch von Bildern gelegt (vgl. Falk 2014, 213). Folgende Fragestellungen sind bei der konkreten Bildanalyse durch einen Kulturanthropologen denkbar:

„Wer produziert die Bilder, wann, für wen und mit welcher Absicht?

Welche ästhetischen Programme werden dabei verwendet?

Wie, wann und von wem werden die Bilder gesehen?

Wofür sind die Bilder gedacht und auf welche Weisen werden sie tatsächlich benutzt? Welche nicht intendierten Sichtweisen ermöglicht das Bild?

Welchen Einfluss hat die Medialität der Bilder - ob es sich beispielsweise um ein Ge­mälde an der Wand oder ein digitales Computerbild handelt - bei deren Produktion und Rezeption? (Falk 2014, 213)“.

Bilder können sowohl einzeln, als auch in Serien untersucht werden. Dies richtet sich jeweils nach dem Untersuchungsgegenstand. Zudem kann man sowohl einen qualitativen als auch einen quantitativen Zugang wählen. Aus der kulturwissenschaftlichen Perspektive heraus, bie­tet sich meist ein pluraler Zugang zur Analyse von Bildmaterialien an, um sich dem Erkennt­nisinteresse bestmöglich anzunähern. Zudem ist es wichtig, das Zusammenwirken von mate­riellen und mentalen sowie sprachlichen und optischen Bildern, zu reflektieren (vgl. Falk 2014, 212).

Eine wichtige Methode der Bildanalyse ist die Ikonografie, welche analysiert was auf welche Weise gezeigt und inszeniert wird. Die Ikonologie hingegen versucht die symbolische Bedeu­tung einer Darstellung herauszustellen. Hierbei stellt sich die Frage, mit welchem Erkenntnis­interesse und vor welchem Hintergrund Bilder verglichen werden (vgl. Falk 2014, 213f). Des Weiteren können Fotografien eine Situation sowohl dokumentieren als auch fiktionalisieren, indem Perspektive, Ausschnitt und Zeitpunkt frei gewählt werden können (vgl. Mathys 2014, 224).

Eine wichtige Analysemethode ist zudem Roland Barthes Analyse der Botschaft der Fotogra­fie. Die Methodik basiert auf der Semiotik und dient dazu, einzelne Elemente des Fotografie­rens und des Präsentierens herauszustellen.

Nach Roland Barthes gibt es denotative und konnotative Botschaften in der Fotografie:

„[...] eine denotative, die eine buchstäbliche ist und die Analogie zur Welt portiert, und eine konnotative, die begleitende, zusätzliche (emotionale, expressive, stilistische) Vor­stellungen beinhaltet. Die denotativen Zeichen verweisen auf die Verbindung der Auf­nahme mit der materiellen Welt, denn ein Fotoapparat kann nur abbilden, was einmal vor seiner Linse war. Die konnotierte Botschaft hingegen bringt das jeweilige gesell­schaftliche Verständnis und den Zugang der Gesellschaft zur Fotografie zum Ausdruck (Mathys 2014, 227)“.

Besonders wichtig für die Fotoanalyse in das Zusammenspiel aus Posen, Gesten und Darstel­lungen. Das Verhalten bei der Fotografie ist ein kulturell kodierter Vorgang, bei dem Selbst- und Wunschbild sowie Wunsch- und Fremdbild miteinander verschmelzen (vgl. Mathys 2014, 234). Fotografien weisen zudem häufig symbolische Kodes auf, anhand derer man das Foto analysieren kann. Mögliche Kodes sind der Gesichtsausdruck, Blicke, Gesten und Posen, ab­gebildete Objekte, Haltungen und räumliche Körperanordnungen (vgl. Mathys 2014, 235).

Die oben genannten Herangehensweisen lassen sich sowohl auf analoge als auch digitale Bil­der anwenden. Die digitale Bildforschung unterliegt einer qualitativen als auch quantitativen Veränderung des Forschungsgegenstandes. Dies ist der raschen Verbreitung digitaler Medien geschuldet.

3. Entwicklung des Schönheitsideals (18. Jahrhundert bis Heute)

Im späten 18. Jahrhundert vollzogen sich außergewöhnliche soziale Umwälzungen im Fami­lienleben, der Arbeitswelt und in der Politik. In dieser Zeit entstanden erste Monographien zur Fettleibigkeit als „Wohlstandskrankheit“. Durch die Verwissenschaftlichung der Medizin tra­ten erste Ernährungsratgeber in Erscheinung, darunter Publikationen zur Kalorienlehre und Gewichtsbestimmung (vgl. Merta 2008, 363f). Durch die Diagnostizierung der Fettleibigkeit als Krankheit beziehungsweise gesundheitlichen Nachteil, gab es einen Wandel der Gesund­heitsvorstellungen. Bis zum 17. Jahrhundert, in der Mangelgesellschaft, galt Fettleibigkeit als Statussymbol für Luxus und Macht. Durch die bessere Nahrungsmittelversorgung Ende des 18. Jahrhunderts, konnte sich die Oberschicht nicht mehr klar von der Mittelschicht differen­zieren. Körperfett wurde fortan als Unterschichtsstigma sowie Ungebildetenstigma tabuisiert (vgl. Merta 2008, 364). Körperfett wurde bis Ende des 18. Jahrhunderts mit gesundheitlicher Abwehrkraft assoziiert, dies änderte sich jedoch mit fortlaufenden medizinischen Erkenntnis­sen. Von da an wurde Schlanksein mit Gesundsein gleichgesetzt (vgl. Merta 2008, 364). Im späten 19. Jahrhundert Mitteleuropas setzte sich das Bild der fleißigen, aufstrebenden Bürger­schicht durch. Bei dieser galt Arbeit als Tugend und Prassen als Sünde. Schlankheit war Zei­chen von Mäßigkeit und Beherrschtheit. Fettleibigkeit wurde von Medizinern als Gesundheits­risiko erkannt, weshalb diese das sogenannte „Normgewicht“ einführten. Anschließend folg­ten das „Normalgewicht“ und schlussendlich das „Idealgewicht“. Es kam zur Ausbildung ei­nes neuen Körperbewusstseins. Eine maßgebliche Beteiligung daran hatten die Lebensreform­bewegung, die Nachtkultur, die Kleiderreform sowie Gymnastik, Tanz, Sport und emanzipa­torische Bestrebungen. Der Körper des einzelnen rückte ins Zentrum der Anschauung (vgl. Merta 2008, 379). Ziel war es, dem Körper ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit zu entlocken. Die Reformer waren der Ansicht, dass ein Mensch, welcher seinen Körper mit Hilfe von Wil­lenskraft formte, auch Fähigkeiten wie Tatkraft, Zielbewusstsein und Energie besitze. Die Ka­schierung der Körper durch Mieder war vorüber und Diäten verbreiteten sich. In den 1960er und 1970er Jahren verbreitete sich das bisher extremste Schlankheitsideal. Das Schlankheits­ideal seit 1980 liegt über dem der 1960er Jahre, jedoch immer noch an der unteren Grenze des Idealgewichts (Merta 2008, 380f).

4. Körperkult im 21. Jahrhundert

Für die eigene Identität ist es sehr wichtig, im Besitz des „richtigen“ Körpers zu sein. Es wird eine Körpernorm initiiert, die klare Vorgaben vorbringt: jugendlich, schlank, fit und authen­tisch. Durch diese neue Köpernorm wird dem Körper ein entscheidender sozialer Wert zuge­schrieben und die körperliche Perfektion repräsentiert somit innere Werte (vgl. Posch 2009, 85f). Auf diese Weise findet eine systematische Ausgrenzung derer statt, die nicht der Kör­pernorm entsprechen. Hierzu zählen beispielsweise Menschen mit einer körperlichen Behin­derung und Übergewichtige. Diese systematische Ausgrenzung lässt sich auch anhand der ökonomischen Theorie erklären. Das angestrebte Ideal ist ein knappes Gut, welches einen ho­hen Nachfragewert besitzt. Sobald viele Menschen die Möglichkeit haben, auf das Gut zuzu­greifen, verliert es an Wert. Aus diesem Grund ändern sich Ideale meist dann, wenn zu viele Menschen die Möglichkeit haben es zu erreichen (vgl. Posch 2009, 25). Zudem können sozial anerkannte Schönheitsideale als Sicherheit und Orientierungshilfe dienen, insbesondere in in­stabilen und unsicheren Zeiten (vgl. Posch 2009, 28)

4.1 Fitness

Fitness ist ein „weiches“, nicht exakt messbares Credo der Körperidealität. Zudem kann dem Begriff Fitness zum einen eine sportive Seite zugeschrieben werden und zum anderen eine geistige Seite. Fitness ist somit nicht nur auf die körperliche Verfassung bezogen, sondern auch auf eine geistige Flexibilität und Wandelbarkeit, die Fähigkeit auf Veränderungen zu reagieren und sich diesen anpassen zu können (vgl. Posch 2009, 125). Die Zuwendung zu körperlicher Betätigung in der Freizeit lässt sich durch die wechselnden Lebensumstände be­ziehungsweise Erwerbszustände erklären. Körperliche Betätigungen haben im Erwerbsar­beitsleben abgenommen und sind in den Hintergrund geraten. Das ganze Berufsleben hat sich insofern gewandelt, dass es durch die fortschreitende Technisierung weniger Berufe mit ho­hem körperlichen Einsatz gibt. Selbst „körperliche“ Berufe, wie zum Beispiel Landwirt oder Bauarbeiter, arbeiten aufgrund der Technisierung heutzutage mit weniger Anstrengung als früher (vgl. Posch 2009, 125f). Die fortschreitende Technisierung hat in sämtlichen Lebens­bereichen Einzug gehalten. Menschen bewegen sich unentwegt mit Hilfe von Transportmit­teln, wie dem Auto, der Bahn oder dem Bus, fort. Im Haushalt wird der Mensch durch die Technologie bei beinahe sämtlichen Arbeiten unterstützt, die zum Teil noch vor Jahrzehnten einen großen Aufwand bedeuteten. Zudem sind die Menschen durch die modernen Kommu­nikationstechnologien stets erreichbar und es wird eine physisch unabhängige Kommunika­tion ermöglicht (vgl. Posch 2009, 126). Im gleichen Maße, in dem den Menschen körperliche Arbeit abgenommen wird, entstehen körperliche Freizeitangebote. Es ist eine Expansion kom­merzieller Sportangebote zu beobachten, „die Menschen ihre Körper wieder spüren lassen und den gesellschaftlich, beruflich und technisch bedingten Bedeutungsverlust von Körperlichkeit gewissermaßen rehabilitieren (vgl. Posch 2009, 126)“. Fitness ist mehr als das Resultat regel­mäßiger sportlicher Betätigung. Es symbolisiert auch die Fähigkeit, sich in dieser Gesellschaft durchsetzen zu können und wendig, flexibel, leistungsfähig und dynamisch zu sein (vgl. Posch 2009, 127).

4.2 Jugendlichkeit

Die Jugend ist ein Gut, anders als Schlankheit und Fitness, das eine natürliche, unumkehrliche Begrenzung erfährt. Selbst bei optimalen genetischen Voraussetzungen unterliegt der Körper Alterungsprozessen, die nur mit sehr viel Aufwand verlangsamt werden können. Durch diese schwere dauerhafte Erreichbarkeit entsteht eine gewisse Exklusivität (vgl. Posch 2009, 25). Die Alterspyramide verschiebt sich demographisch, die älteren Menschen sind den Jungen zahlenmäßig überlegen. Nichtsdestotrotz wird in Filmen, Fernsehen, Zeitschriften und der sonstigen Werbebranche fast ausschließlich mit jungen, fitten Menschen geworben.

„Das Ideal, das die Werbung veranschaulicht, ist das einer sicher stets neu entwerfenden, operativ veränderlichen, ewig jungen und fitten körperlichen Identität - das Stichwort lautet no aging. Es ist das Ideal eines im Präsens genießenden Leibes, dem vor allem eines fehlt: das Altern (Gross 1994, 15).“

Es lässt sich die These formulieren, dass beim Drang nach Jugendlichkeit eine Identitätsstabi­lisierung gesucht wird. Der Wunsch nach einer Flucht vor den normalen Alterungsprozessen beziehungsweise Lebensprozessen ist geschichtlich nicht neu, denke man nur an den Jung­brunnen (vgl. Posch 2009, 109). Neu ist jedoch, dass die Menschen heute sehr viel älter wer­den und gleichzeitig einen langsameren und angenehmeren Alterungsprozess durchleben (vgl. Posch 2009, 110). Hinzu kommt, dass Menschen vor dem Hintergrund von Modernisierung nach dem gesellschaftlichen Prinzip agieren, das Leben selbst bestimmten zu wollen und in der Hand zu haben. Sie wollen es, gleich einem Projekt, selbst gestalten und eigenverantwort­lich sein. Dieser Lebenszugang hat auch Einfluss auf das Körperideal bezüglich der Jungend­lichkeit. Im Alter wird nach Aktivität und Selbstverantwortung gesucht, Jugendlichkeit bein­haltet diesbezüglich sowohl die innere als auch äußere Dimension (vgl. Posch 2009, 112). Ein Merkmal unserer Zeit ist die Aufspaltung des Selbst in unterschiedliche Lebensalter und somit eine Aufsplittung in zwei parallele Alter (vgl. Posch 2009, 113f).

4.3 Schlankheit

Das Ideal der Schlankheit im Western trat in einer Zeit ein, in der die Mehrzahl der westlichen Länder genügend Nahrung hatten. In Ländern, in denen mit Hunger gekämpft wird, ist Dick­sein ein Statussymbol. Das schwer Erreichbare ist somit meist das Schönheitsideal. In den westlichen Industrieländern hungern Menschen, meist Frauen, um das Ziel einer schlanken Linie zu erfüllen (vgl. Posch 2009, 102f). Im derzeitigen gesellschaftlichen Diskurs wird deut­lich, dass bei der Rede von Schlankheit nicht lediglich ein Mensch mit bestimmten Körper­maßen gemeint ist. Der Begriff lässt sich vielmehr metaphorisch deuten und als gesellschaft­licher Schlüsselbegriff sehen (vgl. Thoms 2000, 286). 90-60-90 lauten die allseits verbreiteten Traummaße für die Frau. Somit entspricht die ideale Frauentaille der eines viereinhalbjährigen Kindes. Die Maßtabelle für Kleinkinderkleidung gibt eine Taillenweite von 59 Zentimetern für Vierjährige vor und 61 Zentimeter für Fünfjäh­rige (vgl. Posch 2009, 86). Hinzu kommt, dass die Menschen heutzutage größer und schwerer sind, als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Folgen hieraus sind, dass zahlreiche Menschen Probleme haben, passende Kleidung zu finden und das Körperideal und die Körperrealität immer weiter auseinander gehen (vgl. Posch 2009, 88).

[...]


1 Wenn im nachfolgenden von der „heutigen" Zeit gesprochen wird, so ist stets das 21. Jahrhundert als Be­zugspunkt gemeint.

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Details

Titel
Was ist Schönheit im 21. Jahrhundert? Kulturanthropologische Betrachtung am Beispiel Instagram
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V910227
ISBN (eBook)
9783346250056
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schönheit, 21. Jahrhundert, Körperkult, Kulturwissenschaftliche Schönheit
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Was ist Schönheit im 21. Jahrhundert? Kulturanthropologische Betrachtung am Beispiel Instagram, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/910227

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