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Was ist Gewalt? Der Skopus der Gewalt in Jacques Derridas "Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion"

Título: Was ist Gewalt? Der Skopus der Gewalt in Jacques Derridas  "Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion"

Trabajo Escrito , 2020 , 22 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Sarah Fechler (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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In Derridas Text "Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion", dem Nachwort zu seinem Buch "Limited Inc" beschäftigt sich der Philosoph unter anderem auch mit der Gewalt und wie diese das Miteinander in Politik und Wissenschaft, aber im Grunde auch in jeder Form der Unterhaltung und Kommunikation beeinflusst. Diese Seminararbeit soll sich damit beschäftigten wie in dem Text "Gewalt" und "gewalttätig" verwendet werden, was der Skopus des Gewaltbegriffs dort ist und welche Formen die Gewalt dort annimmt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewalt

3. Formen von Gewalt

3.1 Aufrichtige Form oder guten Gewissens

3.2 Scheinheilige Form oder schlechten Gewissens

3.3 Offensichtliche Form

3.4 Verschleierte Form

3.5 Institutionelle Form

3.5.1 Polizei

3.5.2 Kontext

3.5.3 Gewalt und Institutionen

3.6 Individuelle Form

3.7 Wörtliche Form

3.8 Metaphorische Form

4. Gewaltlose Kommunikation

5. Wie sollte kommuniziert werden?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verständnis von Gewalt in Jacques Derridas Text „Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Gewalt definiert wird, welche verschiedenen Formen sie in der Kommunikation annimmt und ob ein gewaltfreier Diskurs innerhalb der Wissenschaft und Gesellschaft überhaupt möglich ist.

  • Etymologische und philosophische Herleitung des Gewaltbegriffs
  • Analyse der verschiedenen Erscheinungsformen von Gewalt (aufrichtig, scheinheilig, institutionell, wörtlich etc.)
  • Die Rolle der Sprache als performatives Instrument der Gewalt
  • Das Verhältnis von Institutionen, Polizei und Diskursstrukturen
  • Strategien zur Minimierung von Gewalt in der akademischen Diskussion

Auszug aus dem Buch

3.1 Aufrichtige Form oder guten Gewissens

Dafür halte ich mich im Folgenden nicht ganz an die Reihenfolge von Derridas Aufzählung. Stattdessen wird zunächst mit der aufrichtigen Form begonnen, in der sich die Gewalt zeigen kann. Denn genau um diese Form geht es Derrida in dem Absatz, in welchem das Zitat zu finden ist.

‚Aufrichtige Gewalt‘ mag zunächst etwas fragwürdig anmuten. Ist das überhaupt möglich, aufrichtig Gewalt ausüben? Mit vollem Wissen oder gar (guten) Gewissens? Derrida geht es hierbei wohl nicht darum, mit Absicht Gewalt, egal ob physikalisch oder symbolisch, auszuüben. Vielmehr gilt es für ihn zu erkennen, dass auch akademische Kurse gewaltvoll sind. Wie man an folgendem Zitat erkennen kann: „Man muß die Gewalt, sei sie politischer oder anderer Art, eingestehen, die in den akademischen oder intellektuellen Diskussionen im allgemeinen [sic] am Werk ist.“ Und gleich im nächsten Satz nimmt Derrida vom reinen Akzeptieren, also dem unreflektierten Hinnehmen der Gewalt wieder Abstand: „Indem ich das sage, befürworte ich nicht die Entfesselung oder das einfache Akzeptieren dieser Gewalt.“ Zunächst geht es also vor allem erst einmal darum, die Gewalt als solche zu erkennen, anzuerkennen und sichtbar zu machen. Denn erst, wenn man die Gewalt sieht und ihre Existenz und Strukturen anerkennt, kann begonnen werden über eine Verminderung eben dieser nachzudenken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des Gewaltbegriffs ein und verknüpft die theoretischen Ansätze von Adorno und Derrida mit der Zielsetzung, Gewaltmuster in der Kommunikation aufzudecken.

2. Gewalt: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs Gewalt und zeigt auf, dass der deutsche Sprachgebrauch sowohl physische als auch institutionelle Machtaspekte vereint, was eine präzise Begriffsbestimmung erschwert.

3. Formen von Gewalt: Hier werden anhand einer von Derrida aufgestellten Liste fünf „und“-Konstellationen analysiert, um die performative Natur von Gewalt in akademischen und sozialen Diskursen zu systematisieren.

3.1 Aufrichtige Form oder guten Gewissens: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit, Gewalt im akademischen Austausch einzugestehen, anstatt sie durch Unreflektiertheit zu verharmlosen oder zu legitimieren.

3.2 Scheinheilige Form oder schlechten Gewissens: Der Fokus liegt auf dem Herunterspielen und Leugnen von Gewalt, wobei die manipulative Rhetorik als Gegenentwurf zum aufrichtigen Diskurs untersucht wird.

3.3 Offensichtliche Form: Dieses Kapitel behandelt direkte Formen der Kommunikation, bei denen Gewalt etwa durch Beleidigungen oder Diffamierungen in verbaler und schriftlicher Form explizit auftritt.

3.4 Verschleierte Form: Hier wird analysiert, wie verborgene Gewalt durch Ironie, Mobbing oder indirekte Anspielungen ausgeübt wird, was die Identifikation des Gewaltaktes erschwert.

3.5 Institutionelle Form: Das Kapitel untersucht die strukturelle Verfügungsgewalt innerhalb des „Standart-Diskurses“, der durch Institutionen und Gesetze reguliert wird.

3.5.1 Polizei: Die Rolle der Polizei als exekutives Organ, das die Einhaltung von Regeln und Gesetzen – auch im akademischen Kontext – sicherstellt, wird hier kritisch hinterfragt.

3.5.2 Kontext: Dieses Kapitel erläutert, dass der Kontext niemals wertfrei oder neutral ist, da jede Interpretation bereits eine politische Bewertung beinhaltet.

3.5.3 Gewalt und Institutionen: Hier wird die Verknüpfung von Diskursen, Medien und polizeilicher Überwachung im Kontext der akademischen Freiheit und Machtinstrumentalisierung betrachtet.

3.6 Individuelle Form: Dieses Kapitel unterscheidet die individuelle Gewaltausübung von institutionellen Strukturen und verdeutlicht, dass konkrete Personen für bestimmte polemische Handlungen verantwortlich sind.

3.7 Wörtliche Form: Der Schwerpunkt liegt auf der Sprache als direktem Mittel der Gewaltanwendung, etwa in Form von Beschimpfungen in wissenschaftlichen Rezensionen.

3.8 Metaphorische Form: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Gesten, Schweigen und Handlungen auch ohne Worte eine gewaltvolle Wirkung erzielen können, was als Gewalt durch Unterlassen gedeutet wird.

4. Gewaltlose Kommunikation: Es wird diskutiert, ob eine vollständig gewaltfreie Kommunikation möglich ist, wobei Derrida eher eine Minimierung und Analyse von Gewalt als Ziel postuliert.

5. Wie sollte kommuniziert werden?: Abschließend wird Derridas Aufruf zu einem „freundschaftlichen Vertrag“ und einer offenen Einladung zur Diskussion als ethischer Gegenentwurf zur gewaltvollen Polemik herausgearbeitet.

Schlüsselwörter

Gewalt, Sprache, Derrida, Kommunikation, Performative Gewalt, Standart-Diskurs, Institutionen, Polizei, Kontext, Dekonstruktion, Aufrichtigkeit, Scheinheiligkeit, Ethik, Diskurs, Macht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Gewalt in Jacques Derridas Text „Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion“ und analysiert, wie diese in der akademischen und gesellschaftlichen Kommunikation auftritt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die performative Kraft der Sprache, die Struktur von Macht und Institutionen sowie die ethische Frage, wie man Gewalt in Diskursen erkennen und mindern kann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die vielschichtigen Formen von Gewalt im Text zu identifizieren und zu systematisieren, um ein tieferes Verständnis für eine ethische Kommunikation zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen Analyse von Derridas Nachwort zu „Limited Inc“ in Kombination mit weiterführenden literaturwissenschaftlichen Perspektiven auf sprachliche Gewalt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Gewaltformen – von aufrichtigen und scheinheiligen über wörtliche und metaphorische bis hin zu institutionellen – detailliert nach dem Modell von Derrida analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie „performative Gewalt“, „Standart-Diskurs“, „Dekonstruktion“ und „ethische Kommunikation“ beschreiben.

Inwiefern unterscheidet Derrida zwischen aufrichtiger und scheinheiliger Gewalt?

Die aufrichtige Form erkennt die existierende Gewalt an, während die scheinheilige Form diese leugnet, herunterspielt oder in manipulativer Weise als neutrale Kommunikation tarnt.

Warum betrachtet Derrida Institutionen wie Universitäten als „Polizei“?

Derrida bezeichnet Institutionen als Polizei, weil sie Regeln und Normen für den „Standart-Diskurs“ setzen und durch Machtausübung sicherstellen, dass Abweichungen oder „Parasiten“ sanktioniert werden.

Ist laut der Arbeit eine komplett gewaltfreie Kommunikation möglich?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass absolute Gewaltfreiheit kaum erreichbar ist. Derrida plädiert stattdessen dafür, die Bedingungen der Gewalt zu analysieren und sie nach Möglichkeit zu minimieren.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Was ist Gewalt? Der Skopus der Gewalt in Jacques Derridas "Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion"
Universidad
LMU Munich
Curso
Jacques Derrida: Geschlecht III. „Sexe“, „race“, „nation“, „humanité“
Calificación
2,0
Autor
Sarah Fechler (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
22
No. de catálogo
V910229
ISBN (Ebook)
9783346230010
ISBN (Libro)
9783346230027
Idioma
Alemán
Etiqueta
Derrida Philosophie close reading
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sarah Fechler (Autor), 2020, Was ist Gewalt? Der Skopus der Gewalt in Jacques Derridas "Unterwegs zu einer Ethik der Diskussion", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/910229
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