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Sozialisationsinstanz Schule bei Emile Durkheim und Talcott Parsons

Title: Sozialisationsinstanz Schule bei Emile Durkheim und Talcott Parsons

Seminar Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christine Cornelius (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Sozialisationsprozesse laufen in der arbeitsteiligen Gesellschaft zumeist in Institutionen ab. Eine zentrale Sozialisationsinstanz neben der Familie ist die Schule, die jeder Mensch einige Jahre durchlaufen muss und die ihn auf bestimmte Weise prägt. Die Soziologen Emile Durkheim (1858-1917) und Talcott Parsons (1902-1979) haben sich zeit ihres Lebens intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und die unterschiedlichen Funktionen der Schule für die Gesellschaft und die Entwicklung des Individuums beleuchtet. Parsons' Sozialisationstheorie wurde von den Arbeiten Durkheims stark beeinflusst. In der vorliegenden Arbeit soll die Bedeutung aufgezeigt werden, die Durkheim und Parsons der Schule als Sozialisationsinstanz zuschreiben.
Zunächst wird eine allgemeine Einführung in die Sozialisationstheorie der beiden Soziologen gegeben, wobei auffällige Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden sollen. Ein längerer Abschnitt beschäftigt sich mit den Grundzügen von Parsons' Systemtheorie, die ein Verständnis seiner Gedanken zum Sozialisationsprozess erleichtert. Der Hauptteil der Arbeit behandelt die sozialisierende Funktion von Schule, wobei wieder die Annahmen von Parsons und Durkheim miteinander kontrastiert werden sollen. Unter anderem geht es um die Unterschiede zwischen Familie und Schule sowie um die Funktion des Lehrers und seinen Einfluss auf die Schüler.
Die Soziologen setzen in ihren Arbeiten unterschiedliche Schwerpunkte, auf die jeweils detailliert eingegangen wird. Für Parsons spielt die Selektions- und Allokationsfunktion der Schule eine entscheidende Rolle, wohingegen Durkheim eher den erzieherischen Charakter der Institution in den Vordergrund stellt. Grundlegend für die Betrachtung ist zunächst Durkheims bekannte Vorlesung "Erziehung, Moral und Gesellschaft", die der französische Soziologe im Semester 1902/1903 an der Pariser Sorbonne hielt. Zudem bildet Parsons' berühmter Aufsatz "Die Schulklasse als soziales System: Einige ihrer Funktionen in der amerikanischen Gesellschaft" aus dem Jahr 1968 eine wichtige Grundlage der vorliegenden Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Sozialisationsbegriff bei Durkheim und Parsons

2.1 Emile Durkheim: Sozialisation als verinnerlichte Moral

2.2 Der Sozialisationsbegriff bei Talcott Parsons

2.2.1 Bezug zur strukturfunktionalen Systemtheorie

2.2.2 Sozialisation als Identifikation mit sozialen Rollen

3 Schulische Sozialisation bei Emile Durkheim

3.1 Erziehung, Moralität und Schuldisziplin

3.2 Die Rolle des Lehrers

3.3 Familiale versus schulische Sozialisation

4 Schulische Sozialisation bei Talcott Parsons

4.1 Der Unterschied zwischen Familie und Schule

4.2 Die Schulklasse als soziales System

4.3 Die Rolle des Lehrers

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Schule als zentrale Sozialisationsinstanz im Vergleich der theoretischen Ansätze von Emile Durkheim und Talcott Parsons. Das primäre Ziel ist es, die unterschiedlichen Funktionen der Schule für die Gesellschaft und das Individuum zu kontrastieren, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und die Rolle der Lehrer sowie den Übergang von familialer zu schulischer Sozialisation zu beleuchten.

  • Vergleich der Sozialisationstheorien von Durkheim und Parsons
  • Die Funktion von Disziplin und Moral in der schulischen Erziehung
  • Die Schule als soziales System und Selektionsinstanz
  • Unterschiede zwischen familialer und schulischer Rollenübernahme

Auszug aus dem Buch

3.1 Erziehung, Moralität und Schuldisziplin

Zeit seines Lebens interessiert sich Durkheim stark für Fragen der Erziehung respektive Pädagogik, was neben theoretisch-systematischen vor allem biografische Gründe hat: Der französische Soziologe unterrichtet ab 1887 Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Universität Bordeaux, wo er 1896 einen Lehrstuhl für diese beiden Fächer erhält. 1906 beruft ihn die Pariser Sorbonne zum Ordinarius für Pädagogik und Soziologie (vgl. Baumgart 2004: 32).

In der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft müssen nach Durkheim Erziehungseinrichtungen entstehen, welche den Heranwachsenden die kollektiven Praktiken, Vorstellungsweisen und Gefühle nahe bringen, deren Vermittlung durch die Heterogenisierung der normativen Strukturen nicht mehr problemlos zu bewerkstelligen sei. Die Hauptaufgabe der Schule sieht der französische Soziologe in der Vermittlung eben dieser kollektiven Werte, da ihre Verinnerlichung für ihn eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Integration in die und Rückbindung an die Gesellschaft bedeutet. Dabei werde allerdings nicht nur die einfache Befolgung der sozialen Regeln angestrebt, sondern die kritische Einsicht in deren Notwendigkeit (vgl. Veith 1996: 121 ff.). Diese Einsicht stellt für Durkheim eines der drei Grundelemente der Moralität dar: die „Autonomie des Willens“ (Durkheim 1984: 143).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Schule als Sozialisationsinstanz und Einführung in die Ansätze von Durkheim und Parsons.

2 Der Sozialisationsbegriff bei Durkheim und Parsons: Theoretische Grundlegung der Sozialisationsbegriffe beider Soziologen unter Berücksichtigung von Moral und Systemtheorie.

3 Schulische Sozialisation bei Emile Durkheim: Analyse der Schule als Ort der Disziplinierung und Wertevermittlung, die den Übergang zur Gesellschaft ermöglicht.

4 Schulische Sozialisation bei Talcott Parsons: Untersuchung der Schule als Selektions- und Allokationssystem, das Schüler auf Rollen in der modernen Gesellschaft vorbereitet.

5 Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Positionen und kritische Reflexion ihrer heutigen Gültigkeit.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Schule, Emile Durkheim, Talcott Parsons, Erziehung, Moral, Schuldisziplin, Systemtheorie, Rollenerwartungen, Soziale Integration, Selektion, Allokation, Leistungsprinzip, Individuum, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologische Bedeutung der Schule als Sozialisationsinstanz im Vergleich zwischen Emile Durkheim und Talcott Parsons.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Erziehungstheorien, die Vermittlung von moralischen Werten, die Struktur der Schulklasse als soziales System und der Einfluss von Lehrern auf Schüler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Annahmen beider Autoren zu vergleichen und aufzuzeigen, welche Rolle die Schule bei der Vorbereitung von Individuen auf die Gesellschaft spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-vergleichende Literaturarbeit, die zentrale Primärwerke der Soziologie kontrastiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen zu Durkheim (Moral und Disziplin) und Parsons (Strukturfunktionalismus und Selektion) sowie den Vergleich zwischen Familie und Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sozialisation, Moralität, Rollenidentifikation, Disziplin, Selektion und Systemstabilität.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Lehrers bei Durkheim und Parsons?

Während Durkheim den Lehrer als autoritäres Vorbild und Interpreten gesellschaftlicher Moral sieht, begreift Parsons den Lehrer primär als neutralen Rollenträger in einem funktionalen System.

Welche Rolle spielt das Konzept der "kleinen Gesellschaft" bei beiden Autoren?

Sowohl Durkheim als auch Parsons nutzen diesen Vergleich, um zu verdeutlichen, dass die Schulklasse bereits die Mechanismen und Regeln des späteren gesellschaftlichen Zusammenlebens einübt.

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Details

Title
Sozialisationsinstanz Schule bei Emile Durkheim und Talcott Parsons
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Sozialisationstheorien
Grade
2,0
Author
Christine Cornelius (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V91063
ISBN (eBook)
9783638055673
ISBN (Book)
9783656659440
Language
German
Tags
Sozialisationsinstanz Schule Emile Durkheim Talcott Parsons Sozialisationstheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Cornelius (Author), 2007, Sozialisationsinstanz Schule bei Emile Durkheim und Talcott Parsons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91063
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