Untersuchung des Paktes / der Wette zwischen Mephisto und Faust


Seminararbeit, 2007
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aktanalyse
2.1 Der Akt „Prolog im Himmel“ in Goethes „Faust I“
2.1.1 Der Vergleich zur Wette im Buch Hiob
2.2 Einleitung zum Akt „Das Studierzimmer“ in Goethes „Faust I“
2.2.1 Der Akt „Studierzimmer II“ in Goethes „Faust I“

3. Schluss

4. Quellenverzeichnis

5. Aufsätze

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Tragödie „Faust. Der Tragödie erster Teil“, kurz „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe wurde 1808 veröffentlicht und gehört nach wie vor zu den bedeutendsten Werken der deutschen Literatur.

Grund zur Diskussion bot vor allem der Pakt bzw. die Wette zwischen Mephisto und Faust, die seither von vielen Rezensenten und Kritikern zu den verschiedensten Deutungsmustern geführt hat.[1] So stritten sich die Experten über die Jahre, ob die beiden Protagonisten nun einen Pakt geschlossen haben oder eine Wette und ob Faust die Wette (oder den Pakt?) gewonnen oder doch verloren hat.[2] Das Hauptanliegen der vorliegenden Hausarbeit wird darin bestehen, Probleme und eben jene Ungereimtheiten des gewählten Themenschwerpunktes zu benennen und mit Hilfe einiger ausgewählter Literatur zu deuten. Daraus ergibt sich in der Folge das Thema der Hausarbeit, welche den Titel „Untersuchung des Paktes/der Wette zwischen Mephisto und Faust“ tragen wird.

Einleitend zur benannten Thematik wird das Kapitel „Prolog im Himmel“ dienen, welches aufgrund einer weiteren Wette zwischen dem Herrn und Mephisto als maßgebliche Grundlage der besagten zweiten Wette zu werten ist und daher eine ebenso bedeutende Rolle bei der Untersuchung spielen wird.

Des Weiteren lässt sich zum „Prolog im Himmel“ ein Vergleich zur Wette im Buch Hiob aus dem alten Testament anstellen, die starke Parallelen zur Wette zwischen dem Herrn und Mephisto im „Faust I“ aufweist.

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der Akt „Studierzimmer II“ zur Untersuchung herangezogen werden. Als die wohl bedeutendste Grundlage im „Faust I“, um die Wette zwischen Faust und Mephisto analysieren zu können, nimmt dieser Akt die bedeutendste Rolle der vorliegenden Hausarbeit ein.

2. Aktanalyse

2.1 Der Akt „Prolog im Himmel“ in Goethes „Faust I“

Der Akt „Prolog im Himmel“ ist der Vorläufer der nachfolgenden Geschehnisse, die im weiteren Verlauf um den Protagonisten Heinrich Faust gestrickt werden. Die Unterredung zwischen Gott, der im Text durchgehend als „Der Herr“ auftritt und Mephisto bilden die überirdische Umrahmung der Tragödie, von der letztendlich alle folgenden Ereignisse ausgehen.

Zu Beginn des Aktes preisen die drei Erzengel Raphael, Gabriel und Michael die Schöpfung des Herrn.

Und alle deine hohen Werke

Sind herrlich wie am ersten Tag“[3]

Doch Mephisto, der, wie auch der Herr, zugegen ist, gibt auf der Stelle seine Meinung kund, indem er den Engeln eine relativ lange Rede entgegnet, die den Lobhuldigungen der Drei überaus konträr gegenüber steht. Dass dem Menschen ein ständiges innerliches Streben dazu veranlasst, nach Zufriedenheit und Vollkommenheit zu suchen, scheint er nicht erkennen zu können, er weiß von „Sonn’ und Welten…nichts zu sagen“[4], spricht dem Herrn deren Ordnung aber zumindest nicht ab. Sein Hauptanliegen ist das menschliche Geschlecht, welches seiner Meinung nach einen Fehlschlag der Schöpfung darstellt.[5] So will er erkennen können, dass „sich die Menschen plagen“[6]. Das Grundübel macht Mephisto in der Vernunft des Menschen aus, die ihn eigentlich vom Tier unterscheidet.[7] Doch auf eben diese Lebewesen beschränkt sich der Teufel, wenn er die Menschheit mit den Tieren gleichsetzt. Genauer gesagt vergleicht er den Menschen mit einer Zikade.

„Er scheint mir, mit Verlaub von Euer Gnaden,

Wie eine der langbeinigen Zikaden,

Die immer fliegt und fliegend springt

Und gleich im Gras ihr Liedchen singt;

Und läg er nur noch immer in dem Grase!

In jeden Quark begräbt er seine Nase.“[8]

Das Leben der Menschen sieht Mephisto eintönig und immer gleich. Diese Meinung lässt sich wohl auf die beschränkte Sicht des Teufels zurückführen, der mit der Schöpfung des Herrn wenig anzufangen weiß. Ein höheres Streben, welches der Mensch an den Tag legt und weshalb ihn Mephisto auch spöttisch den „kleinen Gott der Welt“[9] nennt, kann er nicht nachvollziehen. Die Anklagen von Mephistopheles veranlassen den Herrn schließlich die Person des Fausts heranzuziehen, mit der er beweisen will, dass die harsche Kritik von Mephisto bezüglich der Menschheit als die „Krone der Schöpfung“[10] unberechtigt ist. Nun lässt sich darüber spekulieren, was den Herrn dazu veranlasst hat, einen seiner, wie er selbst sagt „Knechte“[11], in die Auseinandersetzung mit hineinzuziehen. War es eine voreilige Rechtfertigung, des in die Enge getriebenen Herrn, der dem Teufel etwas entgegenzubringen versuchte oder das bloße Gefühl der Überlegenheit, da er wusste, dass Faust der Beweis dafür ist, dass sich der Teufel in seiner kritischen Auffassung gegenüber den Menschen irrt? Das letztere dürfte der Fall sein, da sich der Herr überaus sicher ist, dass ihn Faust nicht enttäuschen wird.

„Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient;

So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.

Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,

Dass Blüt und Frucht die künft’gen Jahre zieren.“[12]

Der Herr lässt keinen Zweifel daran, dass er Faust vertraut. Er sieht in ihm etwas blühen und schließt darauf auf die erfolgreiche Ernte.

[...]


[1] Vgl. EIBL, Karl: Zur Wette im Faust (20.02.2004). In: Goethezeitportal. URL: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/faust_eibl.pdf, S.1.

[2] BRANDES, Peter: Goethes Faust, München 2003. S. 199.

[3] GOETHE, Johann Wolfgang: Faust. Der Tragödie erster Teil, Stuttgart 2000. S. 10, Z. 269f.

[4] Ebd., S. 10, Z. 279.

[5] EIBL, Karl: Zur Wette im Faust, S. 2.

[6] GOETHE, Johann Wolfgang: Faust. Der Tragödie erster Teil, S. 10, Z. 280.

[7] Ebd., S. 10, Z. 285f.

[8] GOETHE, Johann Wolfgang: Faust. Der Tragödie erster Teil., S. 10, Z. 286ff.

[9] Ebd., S. 10, Z. 281.

[10] EIBL, Karl: Zur Wette im Faust, S. 3.

[11] GOETHE, Johann Wolfgang: Faust. Der Tragödie erster Teil, S. 11, Z. 298.

[12] Ebd., S. 11, Z. 308ff.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Untersuchung des Paktes / der Wette zwischen Mephisto und Faust
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V91081
ISBN (eBook)
9783638048750
ISBN (Buch)
9783638942683
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inhaltlich sehr gute Seminararbeit! Stilistisch gut geschrieben, wenige Fehler
Schlagworte
Untersuchung, Paktes, Wette, Mephisto, Faust, Goethe, Pudels Kern, Pakt, Teufel, Johann Wolfgang Goethe, Literatur, Tragödie, Analyse
Arbeit zitieren
Tobias Bunse (Autor), 2007, Untersuchung des Paktes / der Wette zwischen Mephisto und Faust, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91081

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