Während sich diese Arbeit zunächst mehr der Funktionsweise und einigen möglichst divers gestalteten Anwendungsbeispielen von Smart Contracts widmet, damit Wirkung und Nutzen dem Leser möglichst klar werden, beschäftigt sich der gewichtigere Teil dieser Arbeit mit den Problemen und Möglichkeiten einer Umsetzung von Smart Contracts. Vor allem bei der näheren Betrachtung der Anwendungsfelder zeigen sich nämlich Probleme, die zurzeit nicht lösbar sind.
Diese Probleme können sowohl gesellschaftlicher, als auch technologischer Natur sein, wie zum Beispiel die Ethik, aber auch die zurzeit noch unzureichende Komplexität der Programme. Auch das deutsche Recht stellt hierbei eine Hürde dar. Es hält die Idee des Smart Contracts und die Umsetzung nämlich bisher in gesetzlichen Grenzen, die in den dazugehörigen Teilen dieser Arbeit beispielhaft dargestellt werden sollen.
Demnach stellt sich die berechtigte Frage nach der Zukunft von Smart Contracts und durch was genau diese beeinflusst werden könnte. Auch ob die Frage nach einer Zukunft von Smart Contracts überhaupt realistisch ist, wird vor allem in gesellschaftlichen Hinsicht betrachtet werden. Als Ausblick ist es natürlich noch wichtig die potentielle Zukunft mit Smart Contracts zu beleuchten. Die Fragen nach Veränderung und eventuell auch Verbesserung des gesellschaftlichen aber auch geschäftlichen Lebens sind bei diesem Thema wohl kaum außer Acht zu lassen.
Durch die Frage nach zum Beispiel der rechtlichen Einordnung von Smart Contracts wird dem sich damit Befassenden sehr deutlich, wie viele Anpassungen des deutschen Rechts für eine fortlaufende Digitalisierung notwendig sind und auch in Zukunft sein werden und das nicht nur in Bezug auf die Smart Contracts. Somit stellen Smart Contracts ein perfektes Beispiel für die Möglichkeiten der Digitalisierung dar, machen allerdings auch deutlich, dass nicht jede Idee oder jedes Konzept einfach umzusetzen ist und dass es mit fortlaufender Zeit nicht nur Änderungen in der menschlichen Denkweise, sondern auch Änderungen im Gesetz und in der Anpassung an Neues bedarf, um unser gesellschaftliches Zusammenleben weiterentwickeln zu können. Es stellt sich also die Frage, ob eine verbreitete Nutzung von Smart Contracts mit all ihren Möglichkeiten in Deutschland realisierbar ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktionsweise
2.1 Was sind Smart Contracts?
2.2 Was ist die Blockchain?
2.3 Wie sicher sind Smart Contracts?
3. Anwendungsgebiete
3.1 Wie sind Smart Contracts einsetzbar?
3.1.1 Im Alltagsleben
3.1.2 Im Geschäftsleben
3.2 Wie werden Smart Contracts bereits eingesetzt?
4. Smart Contracts in Deutschland
4.1 Welche Probleme birgt der Einsatz von Smart Contracts?
4.1.1 Ethik
4.1.2 Komplexität
4.1.3 Vertrauen
4.2 Sind Smart Contracts mit dem deutschen Recht vereinbar?
4.3 Kann der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet werden?
5. Die Zukunft von Smart Contracts
5.1 Gibt es eine Zukunft für Smart Contracts?
5.2 Wie würden Smart Contracts unser Leben beeinflussen?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Realisierbarkeit von Smart Contracts im deutschen Kontext, wobei der Fokus auf den technologischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen liegt, die einer breiten Anwendung entgegenstehen.
- Funktionsweise und technische Grundlagen von Smart Contracts
- Anwendungsbereiche in Wirtschaft und Alltag
- Rechtliche Vereinbarkeit mit dem deutschen Rechtssystem
- Ethische Implikationen und Datenschutzaspekte
- Zukunftsperspektiven und gesellschaftliche Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Komplexität
Vor allem dieser Punkt stellt eine Barrikade in der Umsetzung der Smart Contracts dar. Am Beispiel der Rechtsprechung kann dieses Problem sehr deutlich gemacht werden. Das Rechtssystem kann man als sehr agil bezeichnen, da sich jeder Fall vor Gericht von einem ähnlichen, vorhergehenden Fall unterscheidet. Angenommen selbst wenn bei zwei Fällen die gleiche Straftat begangen wurde, ist das Motiv vielleicht ein anderes oder es treten moralische Zwickmühlen auf, die ein Smart Contract, wie bereits beim Problem der Ethik angesprochen, nicht registrieren kann, solange er nicht über eine gewisse Intelligenz verfügt. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn das Gericht eine Entscheidung zu einer bestimmten Frist oder ähnlichem bestimmen müsste.
Dies wäre eine Aufgabe, die dem Smart Contract recht schwer fallen würde, da die Programmierung bzw. der Code nicht in der Lage ist abzuschätzen, welche Zeitdauer in einem bestimmten Fall angemessen wäre, solange keine Orientierung an einem vorhergehenden Fall möglich ist. Auch ständige Änderungen im Rechtssystem stellen eine Hürde für den Smart Contract dar, da einmal einprogrammierte Gesetze, nicht mehr zu verändern sind. Die Unveränderbarkeit der Blockchain führt dazu, dass der Smart Contract nicht im Nachhinein auf rechtliche Änderungen reagieren kann. Der Smart Contract ist zu starr, um sich der Komplexität des Rechts anzupassen.
Außerdem ist ein wichtiger Teil von Gerichtsprozessen die Beweisaufnahme und das Auswerten von Hinweisen und Indizien. Ohne den Mensch als Mittler, könnte ein Smart Contract diese Auswertung nicht durchführen. Das System des Smart Contracts müsste komplexer sein, als es zurzeit ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit von Prozessanpassungen durch Digitalisierung und führt in das Konzept der Smart Contracts als Mittel zur Effizienzsteigerung ein.
2. Funktionsweise: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen, insbesondere die Blockchain-Technologie, und erklärt Smart Contracts als automatisierte, auf Wenn-Dann-Regeln basierende Programme.
3. Anwendungsgebiete: Es werden diverse Einsatzmöglichkeiten von Smart Contracts im Alltag und im Geschäftsleben, etwa in der Logistik oder bei Versicherungen, dargestellt.
4. Smart Contracts in Deutschland: Der Kernteil analysiert kritisch die Probleme bezüglich Ethik, Komplexität, Vertrauen, Datenschutz und die Vereinbarkeit mit dem deutschen Gesetz.
5. Die Zukunft von Smart Contracts: Hier wird diskutiert, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen Smart Contracts in der Zukunft an Bedeutung gewinnen könnten.
6. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine generelle Umsetzung in Deutschland derzeit aufgrund technischer und rechtlicher Hürden noch nicht möglich ist.
Schlüsselwörter
Smart Contracts, Blockchain, Deutschland, Digitalisierung, Rechtssicherheit, Automatisierung, Datenschutz, Ethereum, Dezentralisierung, Ethik, Vertragsfreiheit, Kryptowährung, Prozessbeschleunigung, Informatik, Effizienzsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Smart Contracts in Deutschland realisierbar sind, wobei insbesondere auf die rechtlichen und praktischen Barrieren eingegangen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Funktionsweise der Blockchain-Technologie, die rechtliche Einordnung von Smart Contracts, ethische Fragen sowie die Auswirkungen auf das gesellschaftliche und geschäftliche Leben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein realistisches Gesamtbild der Möglichkeiten und Hindernisse beim Einsatz von Smart Contracts in Deutschland zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung von Fachliteratur, Internetquellen und Expertenmeinungen zur technologischen und rechtlichen Einordnung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den ethischen Problemen, der Komplexität rechtlicher Prozesse, der Vertrauensfrage bei dezentralen Systemen und der Vereinbarkeit mit der Datenschutz-Grundverordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Smart Contracts, Blockchain, Rechtssicherheit, Dezentralisierung und Digitalisierung geprägt.
Warum ist das deutsche Rechtssystem laut der Autorin eine Barrikade für Smart Contracts?
Das Rechtssystem ist zu agil und komplex für die starre Unveränderbarkeit von Smart Contracts, da Gesetze und Einzelfallentscheidungen menschliche Wertungen und Anpassungen erfordern.
Welche Rolle spielt die Unveränderbarkeit der Blockchain für den Datenschutz?
Die Unveränderbarkeit steht im Konflikt mit der DSGVO, da eine notwendige Widerrufbarkeit von Einwilligungen oder die Löschung von Daten auf einer unveränderbaren Kette technisch nicht ohne Weiteres möglich ist.
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- Anonym (Author), 2020, Sind Smart Contracts in Deutschland realisierbar? Ein Überblick über Funktionsweise, Anwendungsgebiete und den aktuellen Stand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/910970