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„Gleich einem Guckkasten ...“ - Die Darstellung der Jungfrau in den zeitgenössischen Flugblättern zur Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg 1631

Title: „Gleich einem Guckkasten ...“ - Die Darstellung der Jungfrau in den zeitgenössischen Flugblättern zur Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg 1631

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dargleff Jahnke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Bei der Betrachtung der Flugblätter, die nach der Zerstörung Magdeburgs 1631 entstanden sind, fällt insbesondere die immer wieder auftauchende Darstellung der Jungfrau auf. Dabei stehen den wenigen prokatholischen Flugblättern eine Vielzahl proevangelischer gegenüber. Bei einem Vergleich zweier Flugblätter soll es darum gehen die spezifischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, und zwar nicht nur in den Äußerlichkeiten, sondern bezüglich der Wahrnehmungswelt der zeitgenössischen Betrachter und Leser – also der Nutzer. Diese Arbeit soll einen kleinen Einblick geben in die historische Medienforschung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Einführung in das Thema

Kurze Definition und Einführung in die Geschichte des Flugblattes

Von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg

Das Flugblatt im Dreißigjährigen Krieg

Die Beschreibung und Analyse der Flugblätter

„Abbildung. Was gestalt Herr Graf von Tilly R. Kais. Mays. General, bey den Magdenburger gehalten frey shiessen den 20. May 1631. das böste gewohnen.“

“MAGDEBURGICA PUELLA DORMIENS. Nicht Todes sondern schlaffendes Magdeburgisch Mägdelein.“

Vergleich der beiden Flugblätter

Zusammenfassung und Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Verwendung der Jungfrau-Allegorie in zeitgenössischen Flugblättern, die nach der Zerstörung Magdeburgs im Jahr 1631 entstanden sind, um konfessionelle Wahrnehmungsunterschiede und die propagandistische Instrumentalisierung dieses Ereignisses zu beleuchten.

  • Historische Medienforschung und Quellenwert illustrierter Flugblätter
  • Konfessionelle Gegensätze im Kontext der Zerstörung Magdeburgs
  • Ikonographische und ikonologische Analyse der Flugblatt-Allegorien
  • Die Rolle der Jungfrau als Symbol für das Luthertum versus Gegenreformation

Auszug aus dem Buch

Die Beschreibung und Analyse der Flugblätter

Das Hauptthema des Flugblattes ist die Eroberung Magdeburgs, allegorisch verpackt in ein Schützenfest, zu dem die Stadt Madeburg geladen hatte, „die Statt ain freyes Schiessen hallten“. In der Illustration bildet das Schützenfest die Hauptszene, mit dem Schießen der Kanonen auf die Schießscheibe, auf der das Wappen Magdeburgs zu erkennen ist. Das Datum der Eroberung Magdeburgs fällt auch genau in die Zeit, in der traditionell die Schützenfeste stattfanden.

Die konfessionellen Feinde Tillys sind komplett dem Bereich des Schützenwesens entnommen. Zum „Prichsenmeister“ wurde der „Schwedisch Marschalck“ Oberst Dietrich von Falckenberg ernannt; die „Predicanten vir Schizenknecht“. Zum Gelingen des Schützenfestes wurde der Schwede, Gustav Adolf, „vir Schizenmaister ernannt“; dazu der Administrator für die Bistümer Halberstadt und Magdeburg – gemeint ist Christian Wilhelm von Brandenburg – zum „Ziller“.

Das Verhalten der Feinde wird mit viel Spott beschrieben. Im Text fliehen sie, als Tilly mit seinem Schiessen beginnt. Der Zieler war verantwortlich die Treffer zu erkennen und aufzuschreiben. Er „kunt [...] die schus nit kennen“ wegen des Rauches, der Pritschenmeister gab „durchs Pulfer sein geist“. In der Illustration rennen die Lutherischen mit hoch erhobenen Armen vor den Truppen Tillys weg. Tilly hingegen tritt als der „thuire Heldt“ auf, inmitten seiner Armee, dem „volck", um bei „den schiessen dis Junckfreylein zugwinen“. Im Bild thront er gewissermaßen auf seinem Pferd.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Flugblätter nach 1631 und Darlegung der methodischen Vorgehensweise sowie der Forschungsfragen.

Kurze Definition und Einführung in die Geschichte des Flugblattes: Historischer Überblick über die Entwicklung der Massenkommunikation und des Flugblatts von der Drucktechnik-Erfindung bis zum 17. Jahrhundert.

Von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg: Analyse der Transformation des Mediums im Kontext konfessioneller Auseinandersetzungen.

Das Flugblatt im Dreißigjährigen Krieg: Untersuchung der neuen Blütezeit des Flugblatts als politisches und propagandistisches Instrument während des Krieges.

Die Beschreibung und Analyse der Flugblätter: Detaillierte ikonographische Betrachtung der beiden gewählten Flugblätter und ihrer allegorischen Sprache.

„Abbildung. Was gestalt Herr Graf von Tilly R. Kais. Mays. General, bey den Magdenburger gehalten frey shiessen den 20. May 1631. das böste gewohnen.“: Analyse der Darstellung des Schützenfestes als Allegorie für die Eroberung der Stadt.

“MAGDEBURGICA PUELLA DORMIENS. Nicht Todes sondern schlaffendes Magdeburgisch Mägdelein.“: Interpretation der schlafenden Jungfrau im Kontext biblischer Gleichnisse und der Hoffnung des Luthertums.

Vergleich der beiden Flugblätter: Synoptische Gegenüberstellung der katholischen und lutherischen Deutungsmuster anhand der Jungfrau-Symbolik.

Zusammenfassung und Ergebnisse: Fazit über die Rolle der Allegorie zur emotionalen Steuerung und konfessionellen Identitätsstiftung.

Schlüsselwörter

Magdeburg 1631, Dreißigjähriger Krieg, Flugblätter, illustrierte Flugblätter, Jungfrau-Allegorie, Luthertum, Gegenreformation, Tilly, Gustav Adolf, Konfessionsstreit, Propaganda, Ikonologie, Schützenfest, historische Medienforschung, Heilsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der "Jungfrau" in zeitgenössischen Flugblättern, die nach der Zerstörung der Stadt Magdeburg im Jahr 1631 erschienen sind, um die religiöse und politische Propaganda dieser Zeit zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Medien- und Publizistikgeschichte des 17. Jahrhunderts, die konfessionelle Symbolik und die Rolle von Bildern als Machtinstrumente während des Dreißigjährigen Krieges.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, durch eine vergleichende ikonologische Analyse zweier gegensätzlicher Flugblätter herauszuarbeiten, wie konfessionelle Lager die Zerstörung Magdeburgs unterschiedlich deuteten und legitimierten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der kunstgeschichtliche Methoden der ikonographischen Analyse mit historischer Medienforschung verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der zwei exemplarischen Flugblätter, eine tiefgehende ikonologische Deutung der Allegorien und einen vergleichenden Abschnitt über die jeweilige konfessionelle Stoßrichtung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Magdeburg 1631, Flugblatt-Propaganda, Luthertum, Gegenreformation, Jungfrau-Allegorie und konfessionelle Wahrnehmungsmuster.

Welche Rolle spielt die Allegorie der Jungfrau in beiden Flugblättern?

Sie dient als Identifikationsfigur für die Stadt Magdeburg und das Luthertum; während sie im katholischen Flugblatt als "bezwungene Braut" zur Legitimation der Gegenreformation dient, ist sie im lutherischen Blatt ein Symbol für den reinen Glauben und kommende Hoffnung.

Wie interpretieren die Flugblätter den Untergang Magdeburgs?

Das katholische Flugblatt nutzt die Eroberung zur Diskreditierung des Gegners, während das lutherische Flugblatt die Zerstörung biblisch deutet (Gleichnis von Jesaja) und als temporäres Leiden mit Aussicht auf Auferstehung betrachtet.

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Details

Title
„Gleich einem Guckkasten ...“ - Die Darstellung der Jungfrau in den zeitgenössischen Flugblättern zur Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg 1631
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Der Dreißigjährige Krieg
Grade
2,0
Author
Dargleff Jahnke (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V91112
ISBN (eBook)
9783638045667
ISBN (Book)
9783638941464
Language
German
Tags
Guckkasten Darstellung Jungfrau Flugblättern Eroberung Zerstörung Stadt Magdeburg Dreißigjährige Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dargleff Jahnke (Author), 2004, „Gleich einem Guckkasten ...“ - Die Darstellung der Jungfrau in den zeitgenössischen Flugblättern zur Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg 1631, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91112
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