Persönlichkeitseigenschaften und die Erschöpfung des Selbst. Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion


Bachelorarbeit, 2016

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Zusammenfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Einleitung
1.2 Selbstkontrolle als limitierte Ressource und im Kontext von Adaptation
1.3 Forschungsparadigma
1.4 Messung von Ego-Depletion

2. Ziel der Studie: Fragestellung
2.1 Leistung
2.2 Intelligenz
2.3 Zielorientierung
2.4 Selbstwirksamkeit
2.5 Selbstkontroll-Kapazität
2.6 Subjektive Ego-Depletion

3. Methoden
3.1 Stichprobe und Design
3.2 Versuchsmaterial
3.3 Ablauf
3.4 Datenanalyse

4. Resultate
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Testung der Hypothesen
4.3 Weiterführende explorative Analysen

5. Diskussion
5.1 Ego-Depletion
5.2 Ego-Depletion und Persönlichkeitseigenschaften
5.3 Einschränkungen
5.4 Konklusion

Literaturverzeichnis

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Zusammenfassung

Kognitiv herausfordernde Aktivitäten können nur zu einem gewissen Ausmaß vom menschlichen Gehirn geleistet werden. Nach selbstkontrollfordernden Aufgaben sind Personen kognitiv erschöpft und können in darauffolgenden Selbstkontroll-Aufgaben weniger selbstregulativ handeln. Dieses Phänomen wird als Ego-Depletion bezeichnet. Selbstkontrolle gilt somit als limitierte Ressource. Der Ego-Depletion-Effekt wurde bereits vielmals untersucht und verschiedene dieser Studien wurden repliziert. Zusammenhänge mit anderen Persönlichkeitsvariablen oder deren Einflüsse auf Ego-Depletion wurden dabei allerdings weniger erfasst. Ziel der vorliegenden Studie war es daher, Ego-Depletion und die Einflüsse von Intelligenz, Selbstwirksamkeit, Zielorientierung und Selbstkontroll-Kapazität zu untersuchen. Zudem sollte überprüft werden, wie Ego-Depletion wahrgenommen wird. Unter Anwendung des Dual-Task-Paradigmas, bei welchem es sich um zwei aufeinanderfolgende Aufgaben handelt, wurde eine Durchstreichaufgabe zur Manipulation selbstregulatorischer Anstrengung und eine Stroop-Test-Variation zur Messung der Leistung verwendet. Die Studie wurde mit einer Stichprobe von 128 Probanden durchgeführt. Der Ego-Depletion-Effekt konnte in Bezug auf die Daten des Stroop-Tests nicht bestätigt werden. Bezüglich Intelligenz zeigte sich ein Interaktionseffekt zwischen der Bedingung und der Ausprägung der Intelligenz. Wie erwartet, wird Ego-Depletion nach der ersten Aufgabe in der Experimentalgruppe (EG) stärker wahrgenommen als in der Kontrollgruppe (KG). Die Ergebnisse zeigen insignifikante Effekte für Zielorientierung, Selbstwirksamkeit und Selbstkontroll-Kapazität in Bezug auf Ego-Depletion. Allgemein ergeben sich aus den Ergebnissen Zweifel am Ego-Depletion-Effekt und der Forschung dazu.

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Abstract

The human brain can only engage in cognitive demanding activities for some extent. After self-regulative tasks persons are cognitively depleted and less able to act self-regulatively in following self-control tasks. This phenomenon is known as ego depletion. Hence self-control is seen as a limited resource. The ego-depletion effect has been examined many times and various of these studies have been replicated. So far only few studies have investigated how personality aspects correlate with ego depletion or influence the effect. The goal of this study is to examine ego depletion itself as well as the influence of intelligence, self-efficacy, goal orientation and self-control capacity on ego depletion. Also, a closer look will be taken at how ego depletion is perceived. Utilizing the dual-task paradigm, which consists of two sequential tasks, a crossing out letters task serves for the manipulation of self-regulative effort while a modified version of the Stroop test quantifies the performance. The study was conducted with 128 participants. Due to the findings in the Stroop test the ego-depletion effect could not be confirmed. Regarding intelligence, the results show an interaction between the experimental condition and intelligence. As expected, ego depletion is perceived higher by the experimental group than by the control group after the first task. The results reveal nonsignificant effects for goal orientation, self-efficacy and self-control capacity on ego depletion. Generally, the results raise doubts about the ego-depletion effect and related research.

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Abbildungsverzeichnis

4.1 Leistung im Stroop-Test konditional zu Intelligenz und Bedingung. Mittlere Interferenzen (in ms)

Tabellenverzeichnis

4.1 Mittelwerte M, Standardabweichungen SD und Reliabilitätswerte der Skalen Intelligenz, Lernzielorientierung und Selbstwirksamkeit. Mittlere Interferenzen und Standardabweichungen der Interferenzen (in Klammern) in Phase 2 (in ms)

4.2 Korrelationen verschiedener Variablen mit dem IM. Korrelationskoeffizient r, Cronbachs Alpha α und Überschreitungswahrscheinlichkeit p

4.3 Korrelationen verschiedener Variablen mit dem Fehlermaß

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

1. Theoretischer Hintergrund

1.1 Einleitung

Im alltäglichen Leben steht der Mensch immer wieder vor kognitiv anspruchsvollen Aufgaben. Notwendigen Aufgaben nachzugehen, Alkoholmissbrauch zu widerstehen (Baumeister & Heatherton, 1996) und Verantwortung zu übernehmen, bedarf der Selbstkontrolle einer Person (Baumeister, Bratslavsky, Muraven, & Tice, 1998). Tangney, Baumeister und Boone (2004) beschreiben Selbstkontrolle als eine sehr wichtige und äußerst adaptive psychische Kapazität zur Veränderung von Reaktionen. Bereits Aristoteles bezeichnete Selbstkontrolle als eine der größten Herausforderungen der Menschheit: „Ich halte den, der seine Begierde überwindet, für mutiger als den, der seine Feinde besiegt. Denn der schwerste Sieg ist der über sich selbst.“

Selbstkontrolle beschreibt die Ressource, die notwendig ist, um sich über eigene Emotionen, Gedanken oder Verhaltensimpulse hinwegzusetzen (Baumeister & Heatherton, 1996; Hagger, Wood, Stiff, & Chatzisarantis, 2010). Von Baumeister, Vohs, und Tice (2007) wird Selbstkontrolle als eine besondere Form von Selbstregulation angesehen, die bewusst eingesetzt wird. Selbstregulation hingegen umfasst ihnen zufolge neben bewussten Prozessen auch unterbewusste oder reflexive Prozesse. Da Selbstkontrolle und Selbstregulation aber von den meisten Autoren synonym verwendet werden und auch nicht klar abgrenzbar sind (Duckworth & Seligman, 2005; Henden, 2008; Mischel, 1996), schließe ich mich dieser Handhabung an.

1.2 Selbstkontrolle als limitierte Ressource und im Kontext von Adaptation

Selbstkontrolle gehört zu den bewussten Denkprozessen, bei denen Volition notwendig ist (Baumeister et al., 1998). Am Anfang des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich Sigmund Freud (Baumeister et al., 2007; Ryan & Deci, 2008) und später auch Hans Selye mit dieser Form von Energie. Beide nahmen bereits an, dass diese limitiert sei (Ryan & Deci, 2008). Hagger et al. (2010) beschrieben die Energie nicht nur als eine limitierte, sondern auch als globale Ressource, die also unterschiedlichste Handlungen von Selbstregulation speist. Dass hier schnell ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage aufkommen kann, wenn diese Fähigkeit zu stark beansprucht wird, liegt nahe. Kommt es zur Erschöpfung der Kontrollfähigkeit, wird ein Zustand erreicht, der als Ego-Depletion bezeichnet wird (Hagger et al., 2010; Inzlicht & Schmeichel, 2012). So lässt sich Ego-Depletion definieren als eine vorübergehende Reduktion der Kapazität, Volition in Situationen aktiv einzusetzen (Baumeister et al., 1998). Im übertragenen Sinne kann man sich diesen Mechanismus vorstellen wie einen Muskel, der bei zu großer Anstrengung erschöpft und zeitweise weniger leistungsfähig ist (Hagger et al., 2010; Shamosh & Gray, 2007). Diese Annahme wird im Ressourcenmodell von Baumeister und Kollegen (1998) beschrieben. Trotz des häufigen Bezugs zu diesem Modell gibt es Kritik bezüglich der fehlenden Präzision und Mechanik. Inzlicht und Schmeichel (2012) schlagen daher das Prozessmodell als Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Alternative vor, bei dem ein besonderer Fokus auf motivationalen, attentionalen und kognitiven Veränderungen liegt. Auch in diesem Modell wird von zwei Phasen ausgegangen. Nachdem Selbstkontrolle eingesetzt wurde, verringert sich die Motivation, Wünsche zu unterdrücken. Zudem verändert sich der Aufmerksamkeitsfokus weg von Stimuli, welche signalisieren, dass Selbstkontrolle notwendig ist.

Wenn wir uns neuen Situationen anpassen, benötigen wir Selbstkontrolle, um bestmöglich anstehende Probleme zu lösen oder neue Arbeitsprozesse zu erlernen (Pulakos, Arad, Donovan, & Plamondon, 2000). Dieses Anpassungsverhalten wird als Adaptive Performance bezeichnet und beschreibt das Veränderungsverhalten in neuen Situationen, vor allem im Unternehmenskontext (Beuing, 2009; Jundt, Shoss, & Huang, 2014; Kröger & Staufenbiel, 2012).

Wann Ego-Depletion eintritt, ist interindividuell unterschiedlich (Hagger et al., 2010; Tangney et al., 2004). Personen mit einer höheren Selbstkontroll-Kapazität, tendieren so zum Beispiel zu weniger Alkoholmissbrauch und einer besseren Anpassungsfähigkeit. Zusammenhänge zwischen dem Phänomen und einigen Persönlichkeitsvariablen, wie zum Beispiel Zielorientierung oder Selbstwirksamkeit, wurden bislang wenig untersucht. Es wird abgestrebt diese Forschungslücke mit der vorliegenden Arbeit zu schließen.

1.3 Forschungsparadigma

Üblicherweise wird Ego-Depletion mit dem so genannten sequential oder Dual-Task-Paradigma getestet, in welchem zwei unabhängige Selbstkontroll-Aufgaben angewandt werden (Baumeister et al., 1998; Finkel, Campbell, Brunell, Dalton, Scarbeck, & Chartrand, 2006; Hagger et al., 2010). In der ersten Aufgabe wird in der Experimentalbedingung, im Gegensatz zur Kontrollbedingung, viel Selbstregulation erfordert, z.B. beim Widerstehen einer Versuchung (Schmeichel, Vohs, & Baumeister, 2003). Daraufhin wird eine zweite Aufgabe durchgeführt welche ebenfalls Selbstkontrolle erfordert und sich zwischen der EG und der KG nicht unterscheidet. Die Experimentalgruppe zeigt in der zweiten Aufgabe dem Ressourcenmodell zufolge eine schlechtere Leistung im Vergleich zur Kontrollgruppe (Baumeister et al., 1998; Inzlicht & Schmeichel, 2012; Muraven, Tice, & Baumeister, 1998). Unter Anwendung des Dual-Task-Paradigmas fanden beispielweise Vohs, Baumeister, Schmeichel, Twenge, Nelson und Tice (2008) heraus, dass Personen, die sich zwischen Produkten einer breiten Produktpalette bei Walmart entscheiden mussten, was im Gegensatz zu einer geringeren Auswahl viel Selbstkontrolle erfordert, daraufhin eine geringere Schmerztoleranz aufwiesen. Außerdem wurde das Dual-Task-Paradigma in einer vielzitierten Studie von Baumeister und Kollegen (1998) angewandt. Hier wurde gezeigt, dass das Durchhaltevermögen bei einer kognitiv anspruchsvollen Aufgabe schlechter war, nachdem die Probanden der Versuchung widerstehen mussten, Kekse zu essen.

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1.4 Messung von Ego-Depletion

Welche selbstkontrollfordernden Aufgaben im Dual-Task-Paradigma eingesetzt wurden, unterschied sich von Studie zu Studie. Hagger et al. (2010) gaben in ihrer Metaanalyse zu Ego-Depletion und dem Ressourcenmodell einen Überblick über die aktuelle Studienlage. Zur experimentellen Manipulation dienten beispielsweise Aufgaben, in denen Videos angeschaut werden mussten, die ein unterschiedliches Ausmaß an Selbstkontrolle erforderten, der Stroop-Test oder eine Durchstreichaufgabe bestimmter Buchstaben in einem Text. Zur Quantifizierung der Selbstkontroll-Leistung sollten die Probanden in der zweiten Aufgabe beispielsweise selbstkontrollfordernde Anagramme lösen, dem Verzehr von Lebensmitteln widerstehen oder den Stroop-Test bearbeiten.

Besonders häufig wurde als zweite Aufgabe eine modifizierte Form des Stroop-Tests herangezogen (Inzlicht & Gutsell, 2007; Richeson, Trawalter, & Shelton, 2005; Shamosh & Gray, 2007).

Hier sind Probanden dazu angehalten die farbliche Darstellung von Farbworten auf einem Bildschirm möglichst schnell verbal oder motorisch durch Tastendruck zu benennen. Dabei wird davon ausgegangen, dass Personen, die stark kognitiv erschöpft sind, im Stroop-Test weniger Leistung erbringen. Zur Quantifizierung des Effekts können mittlere Fehlerraten oder Reaktionszeiten errechnet werden (MacLeod, 1993). Gewöhnlicherweise wird dabei ein Interferenzmaß gebildet (Interference Measure, IM), welches eine Differenz zwischen den Reaktionszeiten zweier Arten von Reizen darstellt. Die Berechnung und Interpretation von Interferenzmaßen im Stroop-Test gilt als Standard in der Forschung (Inzlicht, McKay, & Aronson, 2006; Schroeter, Zysset, Wahl, & von Cramon, 2004). Durch die Subtraktion der Reize werden die Maße von interindividuellen Unterschieden, wie zum Beispiel den persönlichen Reaktionsgeschwindigkeiten, bereinigt. Für diese zwei Arten von Reizen können kongruente und Ausnahmereize dienen. Kongruent sind dabei solche Reize, bei denen Darstellung und Bedeutung des Farbwortes übereinstimmen, wie beispielsweise das Wort „Blau“ in blauer Schrift. Für diese ist vermutlich relativ zu anderen Reizen weniger Selbstkontrolle erforderlich. Ausnahmereize sind hingegen solche, bei denen Darstellung und Bedeutung nicht übereinstimmen und zusätzlich eine Sonderregel beachtet werden muss. Beim Stroop-Test werden Differenzen zwischen zwei Arten von Reizen Effekte zugeordnet.

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

2. Ziel der Studie: Fragestellung

2.1 Leistung

Ego-Depletion beschreibt das Phänomen, dass weniger selbstregulativ gehandelt werden kann, nachdem Selbstkontrolle erfordert wurde (Baumeister et al., 1998; Inzlicht & Schmeichel, 2012). Wenn wir uns neuen Situationen anpassen, benötigen wir Selbstkontrolle, um bestmöglich anstehende Probleme zu lösen oder neue Arbeitsprozesse zu erlernen (Pulakos et al., 2000). Aufgrund schwächerer Selbstkontrolle ist im Zustand der Ego-Depletion eine schlechtere Anpassung an neue Umstände zu erwarten (Baumeister et al., 1998). Hagger und Kollegen (2010) zeigten auf, dass schlechte Selbstregulation mit weniger erfolgreichem Anpassungsverhalten in der Schule, am Arbeitsplatz oder in Beziehungen einhergeht. Dies lässt auf schlechtere Leistungen im Zustand der Ego-Depletion und nach erforderter Anpassung schließen.

In der vorliegenden Studie wird das Dual-Task-Paradigma mit einem modifizierten Stroop-Test in der zweiten Aufgabe zur Messung des Ego-Depletion-Effekts angewandt. Im Stroop-Test wird hierbei zusätzlich eine Sonderregel eingeführt, welche eine Anpassungsreaktion erfordert. Leistung wird im Stroop-Test operationalisiert durch das Interferenzmaß, welches eine Differenz zwischen den Reaktionszeiten von kongruenten und Ausnahmereizen darstellt. Da nach der Hälfte der Stroop-Stimuli eine Regeländerung der Ausnahmefarbe eingeführt wird, erfassen die Reaktionszeiten der Ausnahmereize die Anpassungsfähigkeit der Probanden. Eine gute Leistung bedeutet bei Ausnahmereizen nicht bedeutsam langsamer zu reagieren als bei kongruenten Reizen. Je größer die Reaktionszeit von Ausnahmereizen im Vergleich zu kongruenten Reizen, desto erschöpfter ist das Selbstkontroll-Vermögen. Ausgehend von der Befundlage der Ego-Depletion-Forschung, vermute ich einen Effekt zwischen der Experimental- und der Kontrollgruppe. Hypothese 1. Das mittlere Interferenzmaß der EG im Stroop-Test ist signifikant höher als das der KG.

2.2 Intelligenz

Inwiefern hat Intelligenz einen Einfluss auf Ego-Depletion und Adaptive Performance? Stellt sie eher einen Risiko- oder einen Schutzfaktor dar? Cattell (1963) unterteilte Intelligenz in zwei Dimensionen, nämlich in kristalline Intelligenz (Gc) und fluide Intelligenz (Gf). Bei Gc handelt es sich vornehmlich um vorhandenes, inhaltliches Wissen, ein Lernprodukt also, das beispielsweise durch die Wissensabfrage über Themengebiete wie z.B. Wirtschaft getestet wird. Fluide Intelligenz umfasst eher die Fähigkeit zu schlussfolgerndem Denken, zum Abstrahieren oder dem Verständnis logischer Beziehungen (Garlick, 2002; Shamosh & Gray, 2007). Mögliche Subtests zur Testung von Gf sind „Rechnerisches Denken“ oder „Räumliches Denken“. Weitergehend werden auch allgemeine Problemlösestrategien fluider Intelligenz zugeordnet (Cattell, 1963), welche zu den exekutiven und selbstregulatorischen Funktionen gehören und somit von der hier thematisierten Ressource gespeist Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion. werden (Schmeichel et al., 2003). Dies impliziert, dass der Einsatz fluider Intelligenz für die Bearbeitung einer Aufgabe, die Selbstkontrolle erfordert, möglicherweise hinderlich ist (Gailliot et al., 2007). Dies würde für schlechtere kognitive Leistungen der Probanden aus der Depletion-Bedingung sprechen.

Da Exekutivfunktionen für alle Arten von Problemlösung notwendig sind (Crinella & Yu, 2000), ist im Durchschnitt eine bessere Leistung der Personen mit hoher Gf als von den Personen mit niedriger Gf zu erwarten. Verschiedene Forschergruppen konnten bereits zeigen, dass sich eine hohe Intelligenz positiv auf die Leistung im Stroop-Test auswirkt (Kane & Engle, 2002; Klein, Ponds, Houx, & Jolles, 2002). An dieser Stelle spielt der Einfluss von Intelligenz auf Adaptive Performance ebenfalls eine beträchtliche Rolle. LePine, Colquitt und Erez (2000) stellen eine Assoziation hoher allgemeiner kognitiver Fähigkeit und guter AP fest. Diesen Befund stützend, konnten Baard, Rench und Kozlowski (2014) einen positiven linearen Zusammenhang zwischen Intelligenz und AP feststellen. Folglich hat Intelligenz einen bedeutsamen Einfluss auf die gute Anpassung an neue Umstände. Dies spricht für gute Leistungen im Stroop-Test bei Personen mit durchschnittlich höherer Gf.

Fraglich ist nun, wie sich Kontrollgruppe und Experimentalgruppe bei niedriger und hoher Gf bezüglich ihrer Leistungen im Stroop-Test unterscheiden. Shamosh und Gray (2007) beschrieben, dass Personen mit hoher Gf gleichzeitig mehr kognitiv anspruchsvolle Strategien heranziehen als Personen mit niedriger Gf, während auch auf einfachere Weise eine Lösung gefunden werden könnte. Somit verbrauchen diese bei anstrengenden Aufgaben mehr Selbstkontrolle und es würde sich ein deutlicher Unterschied der vorhandenen Ressourcen für weitere selbstregulierende Aktivität zeigen (Schmeichel et al., 2003). Daher erwarte ich, dass bei Personen mit hoher Gf die Kontrollgruppe im Stroop-Test im Durchschnitt besser abschneidet als die Experimentalgruppe.

Innerhalb der Gruppe mit niedriger Gf erwarte ich geringere Unterschiede. Für Probanden mit niedriger Gf wird im Durchschnitt eine schlechtere Anpassungsfähigkeit (Baard et al., 2014; LePine et al., 2000) sowie eine schlechtere Leistung im Stroop-Test als für Probanden mit hoher Gf erwartet (Kane & Engle, 2002; Klein et al., 2002). Die erste Aufgabe des Dual-Task-Paradigmas beeinflusst jedoch stärker die weiteren Ressourcen der EG als die der KG, weshalb in der zweiten Aufgabe in der EG eine schlechtere Leistung als in der KG zu erwarten ist. Da Personen mit geringerer Gf für Aufgaben, die Selbstkontrolle erfordern, im Durchschnitt aber weniger selbstregulative Ressourcen verbrauchen, fällt dieser Effekt geringer aus als bei Personen mit höherer Gf. Dies spricht für eine Interaktion. Bei Personen mit niedriger Gf ist eine geringere Differenz der Leistung zwischen der EG und der KG zu erwarten als bei Personen mit hoher Gf. Entsprechend komme ich zu folgender Interaktionshypothese: Hypothese 2. Das Interferenzmaß unterscheidet sich im Durchschnitt bei niedriger fluider Intelligenz schwächer zwischen der EG und der KG als bei höherer fluider Intelligenz.

2.3 Zielorientierung

Selbstkontrolle ermöglicht es Individuen, zielgerichtet zu handeln (Hagger et al., 2010). Nach welchen Zielen sich eine Person orientiert, ist allerdings unterschiedlich (VandeWalle, 1997). Nach Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

VandeWalle (1997) handelt es sich bei Zielorientierung (Goal Orientation, GO) um eine dispositionelle Präferenz für bestimmte Ziele in Leistungssituationen. Generell ist Zielorientierung in zwei Dimensionen unterteilt: Lernzielorientierung (Learning Goal Orientaton, LGO) und Leistungszielorientierung (Performance Goal Orientation, PGO). LGO zeichnet sich dadurch aus, dass Personen darauf abzielen, Kompetenzen zu erwerben, Herausforderungen zu bewältigen oder etwas Neues zu verstehen, während bei PGO der Leistungsvergleich mit anderen im Vordergrund steht (Dweck, 1986). Häufig wird in der Forschung Zielorientierung auch als dreidimensionales Konstrukt untersucht, wobei innerhalb der PGO zwischen einer annähernden (Prove Performance Goal Orientation, PPGO) und einer vermeidenden (Avoid Performance Goal Orientation, APGO) Komponente unterschieden wird (VandeWalle, 1997). Personen mit hoher PPGO zielen darauf ab, ihre Leistungen zu demonstrieren und dafür positiv bewertet zu werden, während Personen mit hoher APGO die Demonstration ihrer Leistungen vermeiden, um nicht negativ beurteilt zu werden. Diese Dimensionen schließen sich nicht aus und eine Person kann auf allen drei Dimensionen eine hohe Ausprägung aufweisen.

Zielorientierung beeinflusst interindividuell, wie Anstrengung eingesetzt wird, um Ziele zu erreichen, wie eigene Fähigkeiten eingeschätzt werden und wie mit Schwierigkeiten umgegangen wird. Gegensätzlich zur Leistungszielorientierung scheint bei der Lernzielorientierung Anstrengung eine größere Rolle zu spielen, da Lernzielorientierte bei Schwierigkeiten durch besseres Durchhaltevermögen und erhöhte Anstrengung eine adaptive Reaktion zeigen (VandeWalle, 1997). Vermutlich spielt Selbstkontrolle somit bei Zielorientierung eine fundamentale Rolle, da Anstrengung und auch Durchhaltevermögen Volition erfordern. Payne, Youngcourt, & Beaubien (2007) sowie die Forschergruppe um Cellar (2011) konnten diese Assoziation zwischen LGO und dem Einsatz selbstregulatorischer Fähigkeiten nachweisen. Beispiele für Selbstregulation sind hier Zielsetzung oder Aufgabenpersistenz. Daraus lässt sich schließen, dass Lernzielorientierte speziell in der Experimentalgruppe viele Selbstregulationsstrategien einsetzen und somit in meinem Experiment bereits in der ersten Aufgabe viele ihrer Ressourcen verbrauchen.

Sind Personen nicht im Ego-Depletion-Zustand, spricht ein erhöhter Einsatz selbstregulatorischer Strategien für eine bessere Leistung (Cellar et al., 2011). VandeWalle (1997) stellte weitergehend fest, dass Lernzielorientierte mit mehr Durchhaltevermögen und erhöhter Anstrengung adaptiver mit Schwierigkeiten umgehen als Personen, die weniger lernzielorientiert sind, was auch für eine bessere Leistung dieser sprechen würde.

Außerdem ist an dieser Stelle wichtig, den Einfluss von LGO auf AP genauer zu untersuchen. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass LGO einen positiven linearen Zusammenhang mit AP aufweist (Bell & Kozlowski, 2002; Kozlowski, Gully, Brown, Salas, Smith, & Nason, 2001). Dies würde bedeuten, dass Lernzielorientierte, die nicht kognitiv erschöpft sind, besser in der Stroop-Aufgabe abschneiden. Dies deutet auf eine Interaktion hin.

Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Hypothese 3. Eine hohe LGO geht im Durchschnitt in der KG mit einem geringen IM und in der EG mit einem hohen IM einher.

Personen mit APGO weisen eher einen schlechten Umgang mit Schwierigkeiten auf (VandeWalle, 1997). Cellar und Kollegen (2011) konnten einen negativen linearen Zusammenhang zwischen Selbstregulation und APGO nachweisen, während der Zusammenhang mit PPGO unklar ist. Es wird angenommen, dass vermeidend Leistungszielorientierte unter erhöhtem Leistungsdruck stehen und dadurch von der eigentlichen Aufgabe abgelenkt werden (Utman, 1997). Zudem wird angenommen, dass selbstregulatives Handeln durch negativen Affekt gestört wird, welcher mit APGO assoziiert wird (Diefendorff & Lord, 2008). Daher vermute ich bei vermeidend Leistungszielorientierten eine schlechtere AP und somit schlechtere Leistungen im Stroop-Test. Bezüglich PPGO wird erwartet, dass diese Personen mit der Konzentration auf die Frage, wie ihre Leistungen bewertet werden, Ressourcen verschwenden, was sich negativ auf ihre Leistung auswirkt (Payne et al., 2007).

Weitergehend kann man Zielorientierung darin unterscheiden, wie Vergleiche getroffen werden. Lernzielorientierte vergleichen eher intraindividuell, während Leistungszielorientierte eher interindividuelle Vergleiche ziehen (Yeo, Loft, Xiao, & Kiewitz, 2009). Für Individuen mit hoher APGO und PPGO ließ sich zeigen, dass interindividuelle Vergleiche selbstregulatorische Ressourcen verbrauchen. Dies deutet auf eine schlechtere Leistung von Personen mit hoher Leistungszielorientierung hin.

Hypothese 4. Das Interferenzmaß im Stroop-Test weist einen positiven linearen Zusammenhang mit annähernder Leistungszielorientierung auf.

Hypothese 5. Das Interferenzmaß im Stroop-Test weist einen positiven linearen Zusammenhang mit vermeidender Leistungszielorientierung auf.

2.4 Selbstwirksamkeit

Im Zustand der Ego-Depletion ist relevant, wie Personen selbstregulierend handeln können , und folglich auch , wie sie ihre eigenen Fähigkeiten zu selbstregulierendem Handeln einschätzen. Einen möglichen Einfluss auf Ego-Depletion hat also Selbstwirksamkeit, bei welcher es um die subjektive Überzeugung geht, Schwierigkeiten aufgrund eigenen Handelns bewältigen zu können (Schwarzer & Jerusalem, 1999).

Luszczynska, Gutiérrez-Doña und Schwarzer (2005) konnten nachweisen, dass eine hohe allgemeine Selbstwirksamkeit (General Self-Efficacy; GSE) mit guter Selbstregulation einhergeht. Diesen Befund stützt Zimmerman (2002), welcher beschreibt, dass eine hohe Selbstwirksamkeit selbstgesteuertes Lernen fördert. Daher lassen sich bei hoher GSE geringere Auswirkungen des Ego-Depletion-Effekts und eine bessere Leistung im Stroop-Test erwarten.

Weitergehend hat Selbstwirksamkeit den Eingang in die AP-Forschung gefunden. So konnten Griffin und Hesketh (2003) nachweisen, dass sich Personen mit hoher Selbstwirksamkeit gut im öffentlichen Dienst oder einem IT-Unternehmen anpassen. Einen weiteren positiven linearen Zusammenhang Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

zwischen GSE und AP konnten Pulakos, Schmitt, Dorsey, Arad, Hedge und Borman (2002) feststellen, indem sie die AP von Mitarbeitern mit Ratings von Supervisoren erhoben. Durch einen positiven linearen Zusammenhang von GSE und AP lässt sich auf eine gute Leistung im Stroop-Test bei Personen mit hoher GSE schließen. Hypothese 6. GSE weist einen negativen linearen Zusammenhang mit dem IM auf.

Wie unterscheiden sich Experimental- und Kontrollbedingung bezüglich ihrer Leistung mit einer unterschiedlich stark ausgeprägten Selbstwirksamkeitserwartung? In der Experimentalgruppe stehen die Probanden vor einer kognitiv größeren Herausforderung als in der Kontrollgruppe (Hagger et al., 2010). Da GSE vor allem bei größeren Schwierigkeiten relevant zu sein scheint (Schwarzer & Jerusalem, 1999), vermute ich eine Interaktion. Ich erwarte in der EG größere Leistungsunterschiede zwischen Probanden mit hoher und Probanden mit niedriger Selbstwirksamkeit als in der KG. Entsprechend lautet die Hypothese:

Hypothese 7. Das Interferenzmaß unterscheidet sich im Durchschnitt stärker zwischen GSE hoch und GSE niedrig in der EG als in der KG.

2.5 Selbstkontroll-Kapazität

Eine grundlegende Disposition für Selbstregulation ist die Selbstkontroll-Kapazität (SKK) einer Person, welche Tangney und Kollegen (2004) definieren als die Überwindung eigener Reaktionen, wie das „Widerstehen gegenüber unerwünschten Verhaltensweisen“. Hat eine Person eine hohe Selbstkontroll-Kapazität, so ist zu erwarten, dass sie leistungsstark in der Veränderung eigener Reaktionen ist (Bertrams & Dickhäuser, 2009).

Weitergehend konnten Baumeister, Heatherton und Tice (1994) einen negativen linearen Zusammenhang dispositioneller SKK mit dem Ausdruck von Aggressionen sowie einen positiven linearen Zusammenhang mit Schulleistung, sozialer Kompetenz und Coping-Fähigkeiten nachweisen. Da Coping Selbstkontrolle erfordert (Muraven & Baumeister, 2000), lässt sich schließen, dass Personen, die gut mit selbstregulierenden Ressourcen umgehen können, weniger Ego-Depletion erfahren. Es ist zu erwarten, dass diese Personen im Stroop-Test mit geringeren Interferenzmaßen im Durchschnitt besser abschneiden.

Zudem hängt dispositionelle SKK auch positiv mit adaptivem Verhalten zusammen (Bertrams & Dickhäuser, 2009). Sowohl in der EG als auch in der KG wird vermutet, dass die Selbstkontroll-Kapazität einen Einfluss auf das Verhalten in der Durchstreichaufgabe und im Stroop-Test hat. Beide Gruppen sind einer kognitiven Herausforderung ausgesetzt, während sie der Aufgabenschwierigkeit entsprechend von ihrer dispositionellen SKK profitieren. Nach Muraven und Slessareva (2003) wirkt sich die Höhe der vorher aufgewendeten Selbstkontrolle auf die vorhandene Selbstkontrolle aus. Da die Experimentalgruppe einer komplizierteren Regel in der Durchstreichaufgabe folgt, sind diese Probanden mehr kognitiv erschöpft und sie profitieren mehr von ihrer Selbstkontroll-Kapazität als die Probanden der Kontrollgruppe. Diese sind durch eine geringere Ego-Depletion weniger auf ihre Selbstkontroll-13 Wie hängen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften mit der Erschöpfung des Selbst zusammen? Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion.

Kapazität angewiesen. Für Durchschnittswerte über alle Probanden hinweg komme ich zu folgender Hypothese:

Hypothese 8. SKK zeigt im Durchschnitt einen negativen linearen Zusammenhang mit dem IM.

2.6 Subjektive Ego-Depletion

Mit dem Interferenzmaß im Stroop-Test messe ich den objektiven Effekt von Ego-Depletion. Wie wird die kognitive Erschöpfung jedoch subjektiv wahrgenommen? Clarkson, Hirt, Jia und Alexander (2010) konnten zeigen, dass Probanden, welche sich selbst als weniger erschöpft wahrnahmen, unabhängig von ihrer objektiven Ego-Depletion, nachfolgend durchschnittlich bessere selbstregulative Leistungen erbrachten. Diesen Befund stützend wurde herausgefunden, dass hohe Werte wahrgenommener kognitiver Erschöpfung in der Depletion-Bedingung eine schlechtere Leistung vorhersagten (Job, Dweck, & Walton, 2010). Personen, die sich selbst als kognitiv erschöpft wahrnahmen, arbeiteten weniger ausdauernd und mit höheren Fehlerraten und schlechteren Reaktionszeiten an einer Aufgabe. Dies wird mit einem Attributionsmodell erklärt. Erreichen Personen den Erschöpfungszustand, suchen sie nach situationellen Hinweisreizen, um sich den Zustand zu erklären (Clarkson et al., 2010). Wurde ihnen ein Hinweis gegeben, verbessert sich ihre Selbstkontroll-Leistung. Zudem berichteten Job et al. (2010), dass die Effekte der Wahrnehmung von Erschöpfung auf Leistung durch die Wahrnehmung limitierter Ressourcen mediiert werden. Haben Personen eine implizite Theorie darüber, dass die eigenen Kapazitäten limitiert sind, wird Selbstkontrolle weniger eingesetzt, um übrige kognitive Ressourcen einzusparen (Job, Bernecker, Miketta, & Friese, 2015). Aufgrund der Ergebnisse wird deutlich, dass Ego-Depletion sowohl auf eine subjektive als auch auf eine objektive Komponente wirkt. Somit wäre ein positiver linearer Zusammenhang zwischen subjektiver und objektiver Ego-Depletion denkbar, was eine Annahme bezüglich möglicher Unterschiede zwischen der EG und der KG erlaubt. Ich erwarte in der Experimentalgruppe eine stärkere subjektive Ego-Depletion (SED) als in der KG. Somit erwarte ich, dass Personen, die die Erschöpfung stärker wahrnehmen, im Stroop-Test eine schlechtere Leistung zeigen. Subjektive Ego-Depletion messe ich nach der Durchstreichaufgabe und nach dem Stroop-Test. Einige Autoren konnten signifikante Gruppenunterschiede wahrgenommener Erschöpfung zwischen EG und KG nach einer Aufgabe mit experimenteller Variation der kognitiven Beanspruchung zeigen (Clarkson et al., 2010; Job et al., 2010). Deshalb beziehe ich mich hier auf die Messwerte der ersten Erfassung von subjektiver Ego-Depletion. Es ergeben sich folgende Hypothesen. Hypothese 9. SED weist einen positiven linearen Zusammenhang mit dem IM auf. Hypothese 10. Die durchschnittliche SED der EG ist signifikant höher als die der KG.

[...]

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Details

Titel
Persönlichkeitseigenschaften und die Erschöpfung des Selbst. Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion
Hochschule
Universität Osnabrück  (Psychologie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
34
Katalognummer
V911233
ISBN (eBook)
9783346209412
ISBN (Buch)
9783346209429
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adaptive Performance, Persönlichkeit, Intelligenz, Zielorientierung, Selbstwirksamkeit, Ego-Depletion, Stroop
Arbeit zitieren
Insa Uhlenkamp (Autor), 2016, Persönlichkeitseigenschaften und die Erschöpfung des Selbst. Intelligenz, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit als Prädiktoren von Ego-Depletion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/911233

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