In diesem Scientific Essay wird das Thema Target Costing im Detail betrachtet und dabei werden die zentralen Fragen der Zielsetzung und Anwendungsvoraussetzung geklärt. Denn so viel vorab: Nicht für alle Produkte und Unternehmen ist Target Costing ein sinnvolles Verfahren.
Die allgemein bekannte Floskel „Der Kunde ist König“ beschreibt zugespitzt, dass der Kunde stets im Mittelpunkt aller Entscheidungen eines Unternehmens stehen sollte. Dahinter steckt der Gedanke, dass zufriedene Kunden dem Unternehmen treu bleiben und das Unternehmen schlussendlich wirtschaftlich erfolgreich sein wird. Heutzutage haben Kunden durch die Digitalisierung die Möglichkeit, Preisvergleiche in wenigen Sekunden am Handy vorzunehmen – und das mit Anbietern weltweit. Diese Floskel hängt dabei stark mit dem sogenannten Käufermarkt zusammen, den wir heutzutage in den meisten Bereichen – zumindest in Deutschland und anderen wirtschaftlich entwickelten Ländern – vorfinden. Vereinfacht wird mit Käufermarkt zum Ausdruck gebracht, dass die Marktmacht beim Käufer liegt. Er entscheidet also ob, was und wo er zu welchen Konditionen etwas bezieht. Hingegen liegt bei einem Verkäufermarkt die Marktmacht beim Verkäufer. Das ist etwa bei Mietwohnungen in Großstädten der Fall, welche unabhängig vom Preis gefragt sind. Ein Unternehmen im Verkäufermarkt hat es also verhältnismäßig leicht seine Produkte abzusetzen – aber welche Verfahren können in einem Käufermarkt helfen den Absatz zu halten oder gar zu steigern?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Target Costing
2.1 Grundlagen
2.2 Zielsetzung
2.3 Anwendungsvoraussetzungen
3 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Target Costing als strategisches Instrument des Kostenmanagements, um die Herausforderungen einer marktorientierten Preisfindung in einem wettbewerbsintensiven Käufermarkt zu adressieren und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu sichern.
- Grundlagen und Definition des Kostenmanagements im Wandel
- Methodischer Ablauf des Target Costing (Zielkostenbestimmung, -spaltung und -erreichung)
- Strategische Zielsetzung der marktorientierten Produktkostenplanung
- Anwendungsvoraussetzungen und Eignung des Verfahrens in verschiedenen Marktkontexten
- Grenzen des Target Costing bei der Entwicklung hochgradig innovativer Produkte
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundlagen
Das Kostenmanagement, auch strategisches Kostenmanagement genannt, ist eine Weiterentwicklung der klassischen Kostenrechnung. Während bei der Kostenrechnung die Produktion von Gütern und Dienstleistungen im Fokus steht, umfasst das Kostenmanagement eine zukunftsorientierte Kostensteuerung (Horváth, 2012). Nach Joos hat sich dieses vorausschauende System durch die Veränderungen der Unternehmensumwelt entwickelt (2014).
Diese umfassen auch unternehmensinterne Veränderungen z. B. technischer Fortschritt, vor allem aber Veränderungen der Nachfrage- und Wettbewerbssituation der Absatzmärkte sowie der Globalisierung (Plinke, Rese & Utzig, 2015). Dadurch haben sich insbesondere in industriellen Unternehmen die Kostenstrukturen verschoben. Der Anteil der variablen Einzelkosten sinkt, während der Anteil der (fixen) Gemeinkosten steigt. Damit steigen auch die Gefahren einer Kostenintransparenz und fehlender Gestaltungsmöglichkeiten.
Definiert werden kann das Kostenmanagement daher als „systematische Steuerung der Kosten von Produkten, Prozessen und Ressourcen mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu erhöhen“ (Plinke et al., 2015, S. 225; vgl. Franz & Kajüter, 1997, S. 8; Kajüter, 2000, S. 11).
Die Dimensionen des Kostenmanagements sind Kostenverlauf, Kostenstruktur und Kostenniveau (Plinke et al., 2015). Das Management des Kostenverlaufs betrifft vor allem die Steuerung der Kosten im Produktlebenszyklus. Bei dem Management der Kostenstruktur steht die Zusammensetzung der Kosten (z. B. variable Kosten an den Gesamtkosten) im Fokus. Das Target Costing ist im Management des Kostenniveaus verortet. Hierbei wird die Gestaltung der Kostenhöhe, vor allem im Vergleich zu tatsächlichen und potentiellen Konkurrenzunternehmen, betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Käufermarktes ein und begründet die Relevanz des Target Costing als Instrument zur marktorientierten Kostensteuerung gegenüber klassischen Kalkulationsmethoden.
2 Target Costing: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Kostenmanagements, beschreibt den dreistufigen Prozess des Target Costing sowie dessen spezifische Zielsetzungen und die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz.
3 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung des Target Costing als modernes Planungs- und Steuerungsinstrument, betont jedoch gleichzeitig die Grenzen des Verfahrens bei der Entwicklung innovativer Produkte und die Notwendigkeit eines hohen internen Koordinationsaufwands.
Schlüsselwörter
Target Costing, Kostenmanagement, Käufermarkt, Zielverkaufspreis, Zielkosten, Kostensenkungsziel, Zielkostenspaltung, Funktionsmethode, Produktlebenszyklus, Wettbewerbsfähigkeit, strategisches Controlling, Produktrentabilität, Markt- und Kundenorientierung, Prozesskostenmanagement, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Target Costing als Instrument des Kostenmanagements und analysiert dessen Funktion sowie die Bedingungen, unter denen es effektiv zur Produktkostenplanung eingesetzt werden kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Einordnung in das strategische Kostenmanagement, die methodische Vorgehensweise der Zielkostenbestimmung und -spaltung sowie die kritische Reflexion der Anwendungsvoraussetzungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Rolle des Target Costing bei der marktorientierten, wettbewerbsfähigen Preisfindung zu klären und aufzuzeigen, für welche Unternehmens- und Produktkontexte diese Methode sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen Scientific Essay, der auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender wissenschaftlicher Konzepte zum Target Costing und Kostenmanagement basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die theoretischen Grundlagen des Kostenmanagements, erläutert detailliert den Prozess des Target Costing anhand von drei Arbeitsschritten und analysiert spezifische Voraussetzungen im Hinblick auf Unternehmen, Markt und Produkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Target Costing, Zielkosten, Wettbewerbsfähigkeit, marktorientierte Preisfindung und Kostenmanagement.
Warum ist Target Costing nicht für alle Produkte gleich gut geeignet?
Das Verfahren setzt Marktinformationen und Kundenwünsche voraus, die bei sehr innovativen Produkten oft noch nicht vorliegen, weshalb das Target Costing in solchen Fällen Innovationen eher behindern könnte.
Welche Rolle spielt die „Markt-into-Company“-Vorgehensweise?
Sie dient dazu, den Zielverkaufspreis primär über den Markt und die Zahlungsbereitschaft der Kunden zu definieren, anstatt die Kosten einfach von der Produktion her aufzuschlagen.
- Quote paper
- Maik Raffelsiefen (Author), 2020, Target Costing als Instrument des Kostenmanagements. Zielsetzung und Anwendungsvoraussetzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/911753