Die Arbeit setzt sich auseinander mit Husserls Auffassung einer transzendentalen Phänomenologie. Ziel der Arbeit ist es dabei die Subjektivität, Intersubjektivität und Objektivität herauszuarbeiten.
Intersubjektivität, die alltagssprachlich und (zumindest vom philosophischen Standpunkt aus) naiv häufig mit Objektivität gleichgesetzt wird, ist eine Grundvoraussetzung von Wissenschaft, wenn nicht gar von Wissen überhaupt. Mithin kann man behaupten, dass Intersubjektivität mit einer aus ihr resultierenden Objektivität geradezu sinnstiftenden Charakter für Wissenschaft hat. Dennoch wird sie in dieser, ihrer Selbstverständlichkeit kaum thematisch, weil sie uns als sozialen Wesen in geradezu jedem erdenklichen Kontext, der unseren je privatesten, innersten, ureigensten psychischen Kontext übersteigt, selbstverständlich inhärent ist.
Bereits an dieser beginnenden Stelle drängt diese kurze Betrachtung die Frage nach einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur phänomenologischen Betrachtung von Intersubjektivität auf, nämlich danach, welche Rolle das beziehungsweise der Andere sowohl für die Bestimmung individueller, also subjektiver, Existenz sowie für die Konstitution von Wahrheit im Sinne von objektiver Gültigkeit besitzt. Diese Anmerkungen, die noch in keiner Weise den Erfordernissen einer phänomenologischen Herangehensweise genügen, sollen hier nur vorab als Eckpunkte der späteren ausführlichen Betrachtung erwähnt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ausgangspunkt: Husserls Konzept der transzendentalen Subjektivität
- Solipsismus
- Transzendentale Subjektivität
- Problem und Möglichkeit der Fremderfahrung/ fremden Subjektivität
- Von der transzendentalen Subjektivität zur transzendentalen Intersubjektivität und intersubjektiven Objektivität
- Primordiale Reduktion
- Konstituierende Intersubjektivität & transzendente Objektivität
- Intersubjektive Subjektivität: Monadologie als Synthese
- Fazit: Bedeutung für die Phänomenologie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von Subjektivität, Intersubjektivität und Objektivität in der transzendentalen Phänomenologie Husserls. Sie analysiert den Weg von Husserls Konzept der transzendentalen Subjektivität hin zu einer intersubjektiv konstituierten Objektivität, wobei die Frage nach der Möglichkeit der Fremderfahrung und der intersubjektiven Validität von Wissen im Mittelpunkt steht.
- Husserls Konzept der transzendentalen Subjektivität und die Herausforderung des Solipsismus
- Die Rolle der Intentionalität und der Reduktion in der Erfassung der objektiven Welt
- Die Entwicklung des intersubjektiven Moments in Husserls Philosophie
- Die Konstitution von Objektivität durch Intersubjektivität und die Bedeutung für die phänomenologische Wissenschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Relevanz der Intersubjektivität für die phänomenologische Erkenntnistheorie heraus. Sie beleuchtet den alltäglichen Umgang mit dem Konzept der Intersubjektivität und die Problematik des Solipsismus in Husserls Philosophie.
Kapitel 2 beleuchtet Husserls Konzept der transzendentalen Subjektivität und die Herausforderungen, die sich daraus für die Erfassung von Fremderfahrung und Intersubjektivität ergeben. Es wird die Kritik am Solipsismus und die Kritik an der Reduktion Husserls als eine „Außer-Spiel-setzung“ der objektiven Welt beleuchtet.
Kapitel 3 verfolgt den Weg von der transzendentalen Subjektivität hin zur transzendentalen Intersubjektivität und intersubjektiven Objektivität. Es werden die Konzepte der primordialen Reduktion, der konstituierenden Intersubjektivität und der intersubjektiven Subjektivität als Synthese beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Konzepte der transzendentalen Subjektivität, Intentionalität, Reduktion, Epoché, Intersubjektivität, Objektivität und Fremderfahrung innerhalb der phänomenologischen Philosophie Husserls. Insbesondere werden die Möglichkeiten der Erfassung von Fremderfahrung, die Konstitution von Objektivität durch Intersubjektivität sowie die Kritik am Solipsismus in Husserls Philosophie behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter transzendentaler Phänomenologie bei Husserl?
Es ist eine philosophische Methode, die untersucht, wie sich die Welt im Bewusstsein konstituiert. Dabei geht es nicht um die Dinge an sich, sondern um die Art und Weise, wie sie uns als Phänomene erscheinen.
Wie definiert Husserl Intersubjektivität?
Intersubjektivität bezeichnet die Beziehung zwischen verschiedenen Subjekten. Sie ist bei Husserl die Voraussetzung für die Konstitution einer objektiven, für alle gültigen Welt.
Was ist das Problem des Solipsismus in Husserls Philosophie?
Der Solipsismus ist die theoretische Gefahr, dass nur das eigene Ich als existent angesehen werden kann. Husserl versucht durch die Analyse der Fremderfahrung aufzuzeigen, wie wir die Existenz anderer Subjekte begründen können.
Was bewirkt die phänomenologische Reduktion (Epoché)?
Die Epoché bezeichnet das Einklammern der natürlichen Einstellung zur Welt. Man setzt das Urteil über die Existenz der Außenwelt außer Kraft, um sich rein auf die Bewusstseinsinhalte zu konzentrieren.
Wie hängen Intersubjektivität und Objektivität zusammen?
Objektivität ist nach Husserl das Ergebnis einer intersubjektiven Übereinstimmung. Eine Welt ist dann objektiv, wenn sie als für jedes mögliche Subjekt erfahrbar und gültig konstituiert wird.
- Quote paper
- Stefan Herber (Author), 2015, Die transzendentale Phänomenologie bei Edmund Husserl. Subjektivität, Intersubjektivität und Objektivität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/911973