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Wie der Islamische Staat soziale Medien zur Rekrutierung nutzt. Über Twitter ins Kalifat

Título: Wie der Islamische Staat soziale Medien zur Rekrutierung nutzt. Über Twitter ins Kalifat

Libro Especializado , 2021 , 62 Páginas

Autor:in: Lorraine Stein (Autor)

Medios / Comunicación - Medios y política, comunicaciones políticas
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Der selbsternannte "Islamische Staat" (IS) hat nach der Ausrufung des Kalifats eine unvorstellbar hohe globale Aufmerksamkeit erlangt. Der IS nutzt soziale Medien, um Bilder und Videos mit Gewalttaten und Drohungen zu verbreiten, aber auch, um junge Muslime auf der ganzen Welt zu rekrutieren – und das mit Erfolg.

Was treibt diese jungen Menschen dazu an, sich einer Terrororganisation anzuschließen? Mit welchen Attributen wirbt der Islamische Staat über seine Medienkanäle, um neue Mitglieder zu rekrutieren? Welche Online-Strategien nutzt der IS für seine Propaganda und warum sind diese so erfolgreich?

Die Autorin Lorraine Stein erläutert in ihrer Publikation, wie der IS soziale Medien strategisch zur Rekrutierung junger Muslime einsetzt. Dabei beleuchtet sie den Rekrutierungsprozess sowohl aus der Sicht des Rekruten als auch aus der Sicht des Rekrutierenden und macht die Schattenseiten von Social Media sichtbar.

Aus dem Inhalt:
- Radikalisierungsmodelle;
- Ideologie;
- Glaubensvorstellungen;
- Frame;
- Social Bots

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Methodik

2.1 Das Radikalisierungsmodell nach Wiktorowicz

2.2 Der Framingansatz nach Benford und Snow und dessen Anwendung auf die Internetpropaganda des Islamischen Staates durch Simon Theine

2.3 Datenmaterial

3 Die Inhalte der Beiträge des Islamischen Staates

3.1 Feindbilder und Opferrolle der Muslime

3.2 Die Darstellung des IS als Kalifat mit staatlichen Strukturen

3.3 Präsentation des Erfolgs und Aufforderung zur Unterstützung

4 Verbreitungsstrategien über Soziale Medien

4.1 Die Nutzung verschlüsselter und unverschlüsselter Plattformen

4.2 Account-Promotion, Backup-Accounts und Social Bots auf Twitter

4.3 Hashtags und Hashtag-Hijacking

4.4 The Dawn of Glad Tidings - Die App des Islamischen Staates

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rekrutierungsmechanismen des Islamischen Staates in sozialen Netzwerken. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie es dem IS gelingt, durch spezifische Propagandanarrative und strategische Online-Methoden junge Muslime weltweit als neue Bewohner für sein Kalifat zu gewinnen und staatliche Strukturen zu festigen.

  • Analyse des Radikalisierungsprozesses im digitalen Kontext.
  • Anwendung der Framing-Theorie nach Benford und Snow auf IS-Propaganda.
  • Untersuchung der Bedeutung von Feindbildern und Identitätskonstruktion.
  • Evaluierung technischer Verbreitungsstrategien wie Social Bots und Hashtag-Hijacking.
  • Rolle von Identifikationsangeboten und Alltagsinszenierungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Feindbilder und Opferrolle der Muslime

Der erste Schritt bei der Rekrutierung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Grund aufgezeigt werden muss, der ein Individuum dazu bringt, sich näher mit einem Thema zu beschäftigen. Er muss möglichst schockierend sein, um Aufmerksamkeit zu erregen, und bestenfalls muss das Individuum einen persönlichen Bezug zu der Thematik herstellen können. Diese schockierenden Beiträge übernehmen nach Benfords und Snows Theorie die Aufgabe des diagnostic framing, sie machen also auf eine Problematik aufmerksam. An dieser Stelle wird auf die Einteilung Theines in „Opferframe“ und „Frontstellungsframe“ zurückgegriffen, da sich die dazu gehörenden Inhalte als wichtigen Faktor in der Propaganda des Islamischen Staates erweisen.

Im Unterstützernetzwerk finden sich viele Beiträge, die die Muslime als Opfer der westlichen Politik darstellen. Das Aufzeigen von Anschlägen gegen Muslime kann bei dem Betrachter starke Emotionen auslösen wie Mitleid und Ungerechtigkeit. Besonders Muslime, die in Europa leben und schon oft mit Rassismus konfrontiert wurden, könnten so ein wachsendes Bewusstsein für die Situation ihrer Glaubensgenossen in Krisengebieten entwickeln und das Land, in dem sie leben, immer mehr als Feind betrachten. Somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich tiefergehend mit derartigen Beiträgen beschäftigen. Sie klicken sich durch unzählige Videos, liken und teilen Beiträge und ziehen dadurch die Aufmerksamkeit radikaler Islamisten auf sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Rekrutierung durch den IS ein und definiert die Fragestellung sowie den Fokus auf Propagandainhalte statt bloßer Gewaltverherrlichung.

2 Methodik: Hier werden das theoretische Fundament mit dem Radikalisierungsmodell nach Wiktorowicz und der Framing-Theorie sowie die verwendeten Datenquellen und Fallbeispiele vorgestellt.

3 Die Inhalte der Beiträge des Islamischen Staates: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen narrativen Frames des IS, die von der Opferrolle über die staatliche Selbstinszenierung bis hin zur Handlungsaufforderung reichen.

4 Verbreitungsstrategien über Soziale Medien: Der Abschnitt beleuchtet die technischen Methoden und Instrumente, die der IS nutzt, um seine Propaganda effektiv zu verbreiten und Account-Sperrungen zu umgehen.

5 Schluss: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Kombination aus psychologischen Modellen und strategischer Mediennutzung den Erfolg des IS in der Rekrutierung maßgeblich begünstigt hat.

Schlüsselwörter

Islamischer Staat, Rekrutierung, Soziale Medien, Propaganda, Radikalisierung, Framing-Theorie, Kalifat, Online-Strategien, Identität, Radikalisierungsforschung, Twitter, Dābiq, Ideologie, Gemeinschaft, Feindbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie der Islamische Staat soziale Netzwerke nutzt, um gezielt neue Rekruten für sein Kalifat anzuwerben und seine Ideologie zu verbreiten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Propagandanarrativen, den psychologischen Phasen der Radikalisierung sowie den technologischen Verbreitungsstrategien des IS.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie es dem IS gelingt, über soziale Medien junge Muslime weltweit anzusprechen und sie dazu zu bewegen, in ein Kriegsgebiet auszuwandern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin nutzt das Radikalisierungsmodell nach Wiktorowicz und den Framing-Ansatz nach Benford und Snow, um die Internetpropaganda des IS systematisch zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die inhaltlichen Narrative der IS-Beiträge als auch die spezifischen technischen Verbreitungsinstrumente, wie Social Bots und Hashtag-Hijacking, detailliert dargestellt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Islamischer Staat, Rekrutierung, Soziale Medien, Radikalisierung, Framing-Theorie und digitale Propaganda.

Welche Rolle spielt die „Hiǧra“ in den Propagandainhalten?

Die Ausreise (Hiǧra) wird als religiöse Pflicht dargestellt und dient als zentrales Element, um die Zielgruppe zur aktiven Teilnahme und zum Leben im Kalifat zu bewegen.

Wie reagiert der IS auf die Sperrung seiner Accounts?

Der IS nutzt Strategien wie Backup-Accounts und Social Bots, um trotz technischer Gegenmaßnahmen der Plattformbetreiber weiterhin eine konstante Präsenz aufrechtzuerhalten.

Final del extracto de 62 páginas  - subir

Detalles

Título
Wie der Islamische Staat soziale Medien zur Rekrutierung nutzt. Über Twitter ins Kalifat
Autor
Lorraine Stein (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
62
No. de catálogo
V912007
ISBN (Ebook)
9783960959557
ISBN (Libro)
9783960959564
Idioma
Alemán
Etiqueta
Radikalisierungsmodelle Ideologie Glaubensvorstellungen Frame Social Bots
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lorraine Stein (Autor), 2021, Wie der Islamische Staat soziale Medien zur Rekrutierung nutzt. Über Twitter ins Kalifat, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912007
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