[...] Einführend möchte ich einen kurzen Überblick über die Geschichte der jüdischen Einwanderung in die USA geben. Anschließend werden die Umstände der jüdischen Integration in die amerikanische Gesellschaft sowie die verschiedenen Strömungen des amerikanischen Judentums untersucht. Im nächsten Teil der Arbeit beschäftige ich mich mit der Organisierung und Struktur der jüdischen Minderheit und der darauf folgenden Entstehung und Entwicklung der proisraelischen Lobby.
Danach erfolgt eine Deskription der konkreten Arbeitsweisen und Strategien, der politischen Zielstellungen und den jeweiligen Ansatzpunkten der Beeinflussung von Seiten der proisraelischen Lobby. Abschließend möchte ich dann auf die tatsächlichen Wirkungen und erzielten Erfolge der Lobby-Aktivitäten sowie die bestehende Parteipräferenz der jüdischen Minderheit eingehen.
Die Arbeit geht in ihrer Darstellungsweise nicht streng chronologisch vor. Aufgrund der Komplexität und der Informationsdichte des Themas verzcihte ich weitestgehend auf ein detailliertes Eingehen auf Einzelbeispiele (Siege und Niederlagen der Lobby, Darstellung von Einzelkampagnen o.ä.).
Der Zeitraum, der meinerseits (aufgrund der unzähligen Querverbindungen und historischen Hintergründe usw.) absichtlich nicht genau abgesteckt worden ist, erstreckt sich von 1948 bis zur ersten Amtsperiode Clintons. Die Untersuchung verfolgt weitgehend die Perspektive der proisraelischen Lobby.
Die Basis der Literatur zum Thema bilden die Werke von Bunzl, Weber, Goldberg, Grobe und Spiegel. Wolffsohn lieferte viele interessante Daten und Argumente. Die anderen verwendeten Bücher nehmen den Rang von Ergänzungen in wichtigen Teilaspekten ein.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Geschichte der jüdischen Einwanderung in die USA
2. Die Integration der jüdischen Bevölkerung in den USA
3. Die verschiedenen Strömungen im amerikanischen Judentum
4. Die Organisationsformen des US-Judentums und das Entstehen der Lobby-Struktur
5. Die Arbeitsweisen und Strategien der proisraelischen Lobby
5.1 Kulturell Verwandschaft und religiöse und historische Analogien
5.2 Finanzielle und wirtschaftliche Verknüpfung zwischen den USA und Israel
5.3 Kurzfristige Einflussnahme auf die amerikanische Außenpolitik
6. Die Wirksamkeit der proisraelischen Lobby
6.1. Der Einfluß der Lobby auf die Exekutive
6.2. Der Einfluß der Lobby auf die Legislative
7. Die parteipolitische Präferenz der amerikanischen Juden
8. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Struktur der Pro-Israel-Lobby in den USA sowie deren Einflussmöglichkeiten auf die amerikanische Außenpolitik im Zeitraum von 1948 bis in die frühen 1990er Jahre.
- Historische Entwicklung der jüdischen Einwanderung und Integration in die USA
- Organisationsformen jüdischer Interessenvertretungen
- Strategien und Arbeitsweisen der proisraelischen Lobby
- Einflussnahme auf Exekutive und Legislative
- Parteipolitische Präferenzen des amerikanischen Judentums
Auszug aus dem Buch
6. Die Wirksamkeit der proisraelischen Lobby
Der reale Einfluß der proisraelischen Lobby ist im allgemeinen sehr schwer nachweisbar. Er sollte weder überschätzt noch unterschätzt werden.
Das Wirken der Lobby stellt einen wichtigen Faktor in einer ganzen Reihe von Komponenten (z.B. die Interessen anderer Akteure, die internationale Lage, die Beziehungen zu anderen Staaten oder das Prestige der jeweiligen Regierung usw. ), die in einem außenpolitischen Entscheidungsprozeß eine tragende Rolle spielen, dar. Es ist eben nur ein Bestandteil, ein Teil im Mechanismus der Entscheidungsfindung in der US-amerikanischen Außenpolitik.
Es existieren einerseits Interpretationen einer allmächtigen jüdischen Lobby, die der proisraelischen Einflußnahme einen übertriebenen Status andichten. Jene Dämonisierungsversuche sind all zu oft geprägt durch antisemitische Verschwörungstheorien.
Andererseits zeigt sich auf Seiten der Lobby selbst, im Gegensatz zu früher, als eher ein gewisses „Understatement“ geschätzt wurde, in jüngerer Zeit ein Hang zur Selbsterhöhung und Übertreibung. Die Organisation AIPAC brüstete sich 1983 mit der Durchsetzung der Finanzhilfen an Israel von 13 Milliarden US-Dollars seit 1979, die Niederlagen der republikanischen Kandidaten zum Kongreß Paul Findley (Illinois) und Paul McClosky (Kalifornien) bewirkt zu haben und einen solchen Einfluß auf den Kongreß zu haben, daß Regierungswünsche überstimmt werden könnten. Das sind natürlich zum Teil Äußerungen, die ins Reich der Legenden gehören und nicht nur in sofern gefährlich sind, daß sie antijüdischen Klischees bestärken, sondern auch der israelisch-amerikanischen Sache schaden können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas und der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der Israel-Lobby auf die US-Außenpolitik.
1. Geschichte der jüdischen Einwanderung in die USA: Überblick über die historischen Wellen jüdischer Einwanderung nach Amerika.
2. Die Integration der jüdischen Bevölkerung in den USA: Analyse der erfolgreichen Assimilation der jüdischen Minderheit in die amerikanische Gesellschaft.
3. Die verschiedenen Strömungen im amerikanischen Judentum: Darstellung der unterschiedlichen religiösen und ideologischen Gruppierungen innerhalb der jüdischen Diaspora.
4. Die Organisationsformen des US-Judentums und das Entstehen der Lobby-Struktur: Untersuchung der institutionellen Entwicklung jüdischer Organisationen hin zu einer Lobby-Struktur.
5. Die Arbeitsweisen und Strategien der proisraelischen Lobby: Beschreibung der Methoden wie kulturelle Verwandschaft, wirtschaftliche Verknüpfung und politisches Lobbying.
6. Die Wirksamkeit der proisraelischen Lobby: Evaluierung der tatsächlichen Einflussmöglichkeiten auf Exekutive und Legislative.
7. Die parteipolitische Präferenz der amerikanischen Juden: Untersuchung der historischen Bindung an die Demokratische Partei.
8. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einschätzung der Rolle und der Zukunftsaussichten der Lobbyarbeit.
Schlüsselwörter
Pro-Israel-Lobby, USA, Außenpolitik, amerikanisches Judentum, AIPAC, Lobbying, Nahostkonflikt, politische Partizipation, Assimilation, Kongress, Exekutive, Finanzhilfen, politische Interessenvertretung, Wahlkampf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung, Organisation und Wirkungsweise der proisraelischen Lobby in den USA und untersucht, wie diese Einfluss auf die amerikanische Außenpolitik im Nahen Osten nimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte der jüdischen Einwanderung, die gesellschaftliche Integration, die verschiedenen religiösen Strömungen, die Entstehung professioneller Lobby-Organisationen und die Analyse der Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein realitätsnahes Bild über die tatsächliche Macht und die Mechanismen der Einflussnahme der proisraelischen Lobby auf die US-Regierung zu vermitteln, ohne in Verschwörungstheorien zu verfallen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die sich auf ein breites Spektrum an Fachliteratur, historischen Daten und politischen Fallbeispielen stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die spezifischen Arbeitsweisen der Lobby, wie das Nutzen kultureller Analogien und finanzieller Verknüpfungen, sowie der direkte Einfluss auf Kongressabgeordnete und den Präsidenten detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die proisraelische Lobby, AIPAC, politische Partizipation, amerikanisches Judentum und US-Außenpolitik.
Welche Rolle spielte der Sechs-Tage-Krieg für die Lobby?
Der Sechs-Tage-Krieg 1967 gilt als entscheidender Wendepunkt, nach dem das Konzept des Proisraelismus zum zentralen und vorrangigen Anliegen der jüdischen Organisationen wurde.
Wie unterscheidet sich der Einfluss auf Exekutive und Legislative?
Die Lobby agiert im Kongress (Legislative) oft erfolgreicher, da hier finanzielle Unterstützungen und parteiübergreifende Gesetzesinitiativen direkteren Einfluss entfalten können als in der komplexeren, meist präsidial dominierten Exekutive.
- Citation du texte
- Jenni Egenolf (Auteur), 2005, Entstehung und Struktur der Pro-Israel-Lobby in den USA und deren Einflussmöglichkeiten auf die amerikanische Außenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91206