Zu Beginn der Arbeit wird die Institution des Europarates kurz portraitiert. Es wird auf die historische Entstehungsgeschichte eingegangen, auf die Organe des Europarates und auf deren Ziele, Aufgaben und Instrumentarien. Im Hauptteil der Arbeit soll die Rolle des Europarates im gesamteuropäischen Prozess näher beleuchtet werden. Es soll untersucht werden, welche Aufgaben der Europarat seit seiner Gründung im Jahre 1949 erfolgreich gelöst hat, welche Aufgaben und Ziele zukünftig zu verfolgen sind und wie sich der Europarat von der EU und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) abgegrenzt. Zum Abschluss der Arbeit wird in einem Fazit anhand der dargestellten Ergebnisse die Frage beantwortet, ob der Europarat als Institution nach über 50 Jahren auch zukünftig gebraucht wird oder hier nur Millionen an Steuergeldern der Mitgliedsländer versickern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorbemerkung
1.2 Ziel und Gang der Arbeit
2. Der Europarat – ein Kurzportrait
2.1 Allgemeines
2.2 Historie
2.3 Organe des Europarates
2.4 Die Aufgaben des Europarates
3. Die Rolle des Europarates
3.1. bis zur Zeitenwende 1989
3.2. von 1989 bis heute
4. Abgrenzung zu anderen Organisationen
4.1. Europäische Union (EU)
4.2. Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
5. Schlussbetrachtungen
5.1. Zusammenfassung
5.2. Ausblick
6. Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert und die zukünftige Relevanz des Europarates als älteste europäische Institution im Kontext einer zunehmend von der Europäischen Union dominierten europäischen Ordnung. Ziel ist es, den Beitrag des Europarates im Integrationsprozess zu bewerten und zu analysieren, ob seine Aufgaben angesichts institutioneller Konkurrenz weiterhin eigenständig benötigt werden.
- Historische Entwicklung und Gründungsgeschichte des Europarates
- Struktur, Organe und Wirkungsweise des Europarates
- Rolle des Europarates bei der demokratischen Transformation Mittel- und Osteuropas
- Institutioneller Vergleich und Abgrenzung zur EU und OSZE
- Zukunftsfähigkeit und Reformbedarf der Organisation
Auszug aus dem Buch
2.2 Historie
Folgendes Zitat kann den Neuanfang nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges treffend beschreiben:
„Wir werden in der Tat die Dämonen der Geschichte endgültig besiegt haben, wenn es uns gelungen ist, alle Völker Europas, mögen sie Deutsche, Ungarn, Schweden, Russen, Serben, Albaner oder Kroaten heißen, unter einem Dach zu vereinen. Dieses gemeinsame Dach heißt Europa, eine Werte- und Zweckgemeinschaft…“
Schon vor Ende des Krieges (1943) hatte sich Sir Winston Churchill als erster europäischer Staatsmann öffentlich für eine Art „Vereinigte Staaten von Europa“ ausgesprochen, deren „erster Schritt“ eine Partnerschaft der beiden Erbfeinde Frankreich und Deutschland sein müsse. Am 19. September 1946 hielt Churchill an der Universität Zürich seine berühmte Rede, in der er – wie schon Victor Hugo - von den „United States of Europe" nach dem Vorbild der „United States of America" sprach: „The first ´step in the recreation of the European family must be a partnership between France and Germany…There can be no revival of Europe without a spiritually great France and a spiritually great Germany. The structure of the United States of Europe will be such as to make the material strength of a single State less important. Small nations will count as much as large ones and gain their honour by a constribution to the common cause … the United States of Europe and the first practical step will be to form a Council of Europe.”
Churchill sprach von der Notwendigkeit einer europäischen Völkerfamilie und sah im Europarat einen pragmatischen Weg, den Hass zwischen den europäischen Völkern abzubauen und den Kontinent zu befrieden. Die unmittelbare Reaktion auf diese Äußerungen war die Gründung des Europarates in Straßburg im Jahr 1949, der allerdings mit Ausnahme des in Verbindung damit geschaffenen Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte die Souveränität der Mitgliedstaaten kaum berührte. Im Vorfeld der Gründung trafen sich neben Parteien vom 7.- 11. Mai 1948 beim Haager Kongress der "Europäischen Einigungsbewegung" proeuropäische Organisationen und Verbände bzw. deren Mitglieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Schattendasein des Europarates im Vergleich zur EU und definiert die Forschungsfrage nach der zukünftigen Notwendigkeit der Organisation.
2. Der Europarat – ein Kurzportrait: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Gründung, die historischen Hintergründe, die zentralen Organe und das Aufgabenprofil des Europarates.
3. Die Rolle des Europarates: Hier wird der historische Wandel der Organisation von der Gründungsphase bis zur zentralen Rolle als „Demokratietrainer“ nach 1989 detailliert betrachtet.
4. Abgrenzung zu anderen Organisationen: Das Kapitel analysiert das Verhältnis des Europarates zur EU und zur OSZE, wobei insbesondere die institutionelle Konkurrenz und notwendige Synergien untersucht werden.
5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendige Konzentration des Europarates auf seine Kernkompetenzen, um einem Status als Auslaufmodell zu entgehen.
6. Quellenangaben: Eine Auflistung der verwendeten Literatur und sonstiger Quellen.
Schlüsselwörter
Europarat, Europäische Integration, Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Europäische Union, OSZE, Institutionenkonkurrenz, Transformation, Parlamentarische Versammlung, Ministerkomitee, Konventionen, Monitoring, Europäische Identität, Wertegemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung des Europarates in der heutigen europäischen Institutionenlandschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie, den Aufgaben, der Abgrenzung zur EU und OSZE sowie der Zukunftsfähigkeit des Europarates.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Europarat nach über 50 Jahren Existenz weiterhin als eigenständige Institution gebraucht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Literaturstudien sowie die Auswertung von Satzungen und offiziellen Dokumenten der Institutionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Analyse der Rolle gegenüber Transformationsstaaten nach 1989 und einen Vergleich mit anderen europäischen Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Europarat, Menschenrechte, Demokratieförderung, Institutionenkonkurrenz und europäische Integration geprägt.
Wie unterscheidet sich der Europarat von der Europäischen Union?
Die EU ist eine supranationale Organisation mit echten Hoheitsrechten und weitreichenden Kompetenzen, während der Europarat primär auf zwischenstaatlicher Zusammenarbeit und der Verbreitung von Konventionen basiert.
Welche besondere Rolle spielte der Europarat nach 1989?
Er fungierte als „Demokratietrainer“ und unterstützte die ehemaligen Ostblockstaaten bei der Transformation hin zu stabilen Demokratien.
Welche Lösungsvorschläge werden für eine drohende Bedeutungslosigkeit genannt?
Der Autor schlägt eine stärkere Konzentration auf Kernkompetenzen oder gegebenenfalls eine Verschmelzung mit Organisationen wie der OSZE vor, um Kosten zu senken.
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- Dipl.Volkswirt Stefan Berger (Author), 2008, Europarat - ein Auslaufmodell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91221