Die Arbeit thematisiert die Lebensmittekrise aus genderspezifischer Perspektive in der Novelle "Ein fliehendes Pferd" von Martin Walser.
Die Novelle "Ein fliehendes Pferd" aus dem Jahr 1977, schildert die Themen wie Lebensmittekrise, das Altwerden, die Ehebeziehungen und die Identitätssuche. Als Motiv spielt die Lebensmittekrise oder sogenannte Midlife-Crisis eine grundlegende Rolle.
Die grundlegende Zielsetzung der Arbeit ist die Diskrepanz der Männerfiguren in der Novelle in Augenschein zu nehmen und damit das Verhältnis und das Verhalten der Protagonisten Helmut und Klaus zu veranschaulichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Figurenkonstellation in der Novelle
3. Sexualität zwischen den Ehepaarn
4. Narzissmus im Alter und Männerfiguren der Novelle
5. Schlussbemerkungen
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Lebensmittekrise sowie die soziale Konstruktion von Geschlechterrollen in Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“. Dabei wird insbesondere die Diskrepanz zwischen den beiden männlichen Protagonisten analysiert, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen und individueller Narzissmus das Verhalten und die Identitätsfindung im mittleren Alter beeinflussen.
- Analyse der Figurenkonstellation und der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung
- Untersuchung der Sexualität als Ausdruck von Identität und Macht
- Psychologische Deutung des Narzissmus im Kontext der Lebensmittekrise
- Kontrastierung der Fluchttendenzen von Helmut Halm und Klaus Buch
- Reflektion über gesellschaftliche Erwartungsdrucke und soziale Existenz
Auszug aus dem Buch
2. Figurenkonstellation in der Novelle
Die Handlung der Novelle entwickelt sich nur auf vier Figuren bzw. zwei Ehepaaren. Es geht hier um das Zusammentreffen zweier Ehepaare. In der Novelle sind die männlichen Figuren im mittleren Alter. Walser erklärte zur Figurenkonstellation in Ein fliehendes Pferd: „ich war, als ich das Buch schrieb, der Meinung, ich vertrete mit meiner Spielfigur Helmut Halm einfach meine eigene Position gegenüber einer Reihe von Figuren, die ich in Wirklichkeit kenne und die ich zusammengefasst habe in der Figur Klaus Buch.“
Im Gegensatz zu Klaus Buch wird Helmut Halm als ein introvertierter und intellektueller Mensch dargestellt. Als ein Lehrer ist er so intellektuell und liest sehr viel, spricht jedoch so wenig. Er ist weit entfernt von Klaus´ gesundem Lebensstil, da er viel raucht, häufig Wein trinkt und kein Sport treibt. Helmuts Lesebegeisterung ist für ihn eine Flucht vor dem Leben, vor der Wirklichkeit. Helmut versucht immer von der Realität zu fliehen. Er entfernt sich von dem Leben, von der Außenwelt und von den Menschen; isoliert sich von dem gesellschaftlichen Leben. Da Helmut die Einsamkeit und Ruhe bevorzugt, verschanzt er sich hinter seinen Bücher.
Klaus Buch repräsentiert in der Novelle einen sportlichen und gutaussehenden Mann. Im Gegensatz zu Helmut stellt er eine extrovertierte Persönlichkeit dar. Er ist genau ein Draufgängertyp. Während Helmut nach innen flieht, flieht Klaus nach außen. Ihre einzigen Gemeinsamkeiten könnte vielleicht das Fliehenwollen sein. Da Klaus nicht älter werden will, will er in der Vergangenheit leben, will immer jung bleiben. Deswegen benutzt er seine sexuellen Fähigkeiten und spricht immer von Sexualität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die genderspezifische Analyse der Novelle ein und definiert zentrale Begriffe wie Lebensmittekrise, Identität und soziale Rollenerwartungen.
2. Figurenkonstellation in der Novelle: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse der vier Hauptfiguren und arbeitet die Gegensätzlichkeit zwischen Helmut Halm und Klaus Buch als zentrales strukturelles Element heraus.
3. Sexualität zwischen den Ehepaarn: Der Abschnitt untersucht, wie gesellschaftliche Normen das Sexualleben der Figuren beeinflussen und welche unterschiedlichen Einstellungen die Protagonisten hierzu einnehmen.
4. Narzissmus im Alter und Männerfiguren der Novelle: In diesem Teil wird das Phänomen des männlichen Narzissmus als Abwehrmechanismus gegen Alter und gesellschaftliche Unsicherheiten kritisch beleuchtet.
5. Schlussbemerkungen: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und die Relevanz der Lebensmittekrise als ein zeitloses, gesellschaftliches Phänomen bestätigt.
6. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Weblinks.
Schlüsselwörter
Lebensmittekrise, Martin Walser, Ein fliehendes Pferd, Gendertheorie, Männlichkeit, Narzissmus, Identitätssuche, Ehebeziehungen, soziale Normen, Sexualität, Fluchtmotiv, Midlife-Crisis, Rollenverteilung, psychologische Analyse, Charakterstudie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“ unter genderspezifischen und psychologischen Gesichtspunkten, mit Fokus auf die Lebensmittekrise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Feldern gehören die Identitätssuche im Alter, die Konstruktion von Geschlechterrollen, Narzissmus und das Fluchtverhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den männlichen Hauptfiguren Helmut Halm und Klaus Buch aufzuzeigen und zu veranschaulichen, wie sie mit gesellschaftlichen Erwartungen umgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch theoretische Ansätze aus den Sozialwissenschaften und der Genderforschung ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Figurenkonstellation, dem Verständnis von Sexualität in der Ehe und der narzisstischen Persönlichkeitsstruktur der Hauptfiguren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Lebensmittekrise, Narzissmus, Gendertheorie und Identitätssuche sind maßgebend für den Inhalt der Arbeit.
Warum spielt das „fliehende Pferd“ eine so große Rolle?
Das Pferd dient als Metapher für die unkontrollierbare Flucht aus der Realität und den Einschränkungen der Gesellschaft, die beide männlichen Protagonisten auf unterschiedliche Weise betrifft.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Ehefrauen?
Die Arbeit analysiert, wie Sabine Halm und Helene Halm als Kontrastfiguren fungieren und wie sie durch ihre Rollen im Schatten der Männer zur Charakterisierung der männlichen Identitätskrisen beitragen.
- Citation du texte
- Ecem Türe (Auteur), 2020, Die Midlife-Crisis aus genderspezifischer Perspektive in der Novelle "Ein fliehendes Pferd" von Martin Walser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912506