Die Arbeit zeigt auf, wieso die Terrororganisation ETA zeitweise so viel Einfluss auf die Politik und das Leben im Baskenland, beziehungsweise auf ganz Spanien besaß. Weiterhin soll untersucht werden, wie sie ihre Macht verloren hat und sich letztendlich im April dieses Jahres auflöste. Für ein besseres Verständnis des Prozesses wird zuerst die Entstehung des baskischen Nationalismus beschrieben, der eine wesentliche Rolle für die große Bedeutung der ETA besitzt. Daraufhin wird die allgemeine Entwicklung der ETA näher betrachtet, um dann näher auf die Akteure in diesem Konflikt und deren Handlungen einzugehen. Zu diesen zählt die ETA selbst, die baskischen Parteien, allen voran der PNV, der spanische Staat in seiner Gesamtheit aus Exekutive, Legislative und Judikative und der baskischen Bevölkerung. Ebenfalls wirkt sich die Wirtschaft auf den Einfluss der ETA aus, weswegen auch diese untersucht werden muss. Zuletzt wird schließlich ein Fazit gezogen, wie es gelungen ist, die ETA niederzuringen.
Terrorismus bildet für die europäischen Staaten eine dauerhafte Gefahr und Herausforderung. Heutzutage handelt es sich dabei meist um transnationalen Terrorismus von nicht staatlichen Akteuren, wie dem islamischen Staat oder Al-Quaida, welche für Attentate auf dem europäischen Kontinent verantwortlich sind. Diese moderne Art des Terrors ist gekennzeichnet durch grenzüberschreitende Aktivitäten, die von heimatlosen Gruppierungen verübt werden. Jedoch sorgte auch der vorangegangene Typ, nämlich der des nationalen oder internen Terrorismus, lange Zeit für ein europaweites Sicherheitsproblem. Diese Form der politischen Gewalt äußert sich durch Handlungen innerhalb eines Staatsgebietes und basiert zum Beispiel auf ethnisch-separatistischen, revolutionären oder religiösen Fundamentalismus. Zu diesen Gruppen kann man die IRA aus Nordirland, die Rote-Armee-Fraktion, welche in Deutschland aktiv war und die baskische ETA in Spanien zählen.
1. Einleitung
2. Der baskische Nationalismus
3. Die Terrororganisation ETA
4. Der Prozess der Entwicklung des Einflusses der ETA
4.1 Die ETA als Akteur
4.2 Die baskischen nationalistischen Parteien als Akteur
4.3 Die Zentralregierung als Einflussfaktor im Konflikt
4.4 Die Bevölkerung als passiver Akteur
4.5 Die Wirtschaft als Hintergrundfaktor im Konflikt
5. Fazit
Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der baskische Nationalismus
2.1 Die historische Entstehung des Nationalismus bis zum Bürgerkrieg 1936
2.2 Der baskische Nationalismus zur Zeit des Franquismus
2.3 Der baskische Nationalismus von der Transition bis heute
3. Die Terrororganisation ETA
4. Der Prozess der Entwicklung des Einflusses der ETA
4.1 Die ETA als Akteur
4.1.1 Der Einflussgewinn der ETA
4.1.2 Der Strategiewechsel als Faktor für den Niedergang
4.2 Die baskischen nationalistischen Parteien als Akteur
4.2.1 Die schrittweise Isolation der ETA durch das baskische Parlament
4.2.2 Die Radikalisierung des PNV
4.3 Die Zentralregierung als Einflussfaktor im Konflikt
4.3.1 Die Zentralgewalt unter Franco
4.3.2 Die Bekämpfung der ETA durch spanische Sicherheitskräfte
4.3.3 Der Regierungsstil als Einflussfaktor auf den Konflikt
4.3.4 Gesetzliche Maßnahmen gegen den Terrorismus
4.3.5 Die Internationalisierung des Konflikts
4.4 Die Bevölkerung als passiver Akteur
4.5 Die Wirtschaft als Hintergrundfaktor im Konflikt
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und den schließlichen Bedeutungsverlust der baskischen Terrororganisation ETA. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wieso die Organisation zeitweise erheblichen Einfluss auf das politische Leben in Spanien ausüben konnte und durch welche Faktoren und Akteure dieser Prozess des Machtverlusts bis zur endgültigen Auflösung der ETA eingeleitet und vollzogen wurde.
- Historische Entstehung und Entwicklung des baskischen Nationalismus
- Die Rolle der ETA als Akteur sowie deren Strategiewechsel
- Einfluss baskischer nationalistischer Parteien und der spanischen Zentralregierung
- Bedeutung der öffentlichen Meinung und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Der Einflussgewinn der ETA
Die 1959 gegründete, sozialistische Untergrundorganisation zeichnete sich in ihrer Anfangsphase durch relative Bedeutungslosigkeit aus, da sie nur eine weitere, wenn auch radikalere, nationalistische Bewegung des Baskenlands war. In diesem Spektrum konkurrierte sie mit dem dominanten PNV und hatte demnach weniger Unterstützung im Widerstandskampf, der noch durch Gewaltlosigkeit geprägt war (vgl. Valandro 2005: 37 f.).
„Das Jahr 1968 kann als erster bedeutender Wendepunkt in der Entwicklung der ETA gelten: Die Ermordung eines spanischen Polizisten durch die ETA leitet die gewaltsame Auseinandersetzung zwischen der ETA und dem spanischen Staat ein“ (ebd.). Der gewaltsame Widerstandskampf schuf für die Terrororganisation ganz neue Möglichkeiten. So sorgten Attentate, Entführungen und Morde zum einem natürlich für mehr Aufmerksamkeit, die sie für sich nutzen konnte. Zum anderen wurde mit den gezielten Aktionen eine Strategie verfolgt, die auch in Guerillakriegen angewendet wurde: Die Strategie „Aktion und Repression“ zielte darauf ab, dass durch Attentate der ETA Repressionsmaßnahmen des Franco-Regimes provoziert wurden, welche unverhältnismäßig waren und auch Unbeteiligte involvierte (vgl. Garip 2012: 116 f.). Durch diese Strategie stilisierte sie ihren Kampf als einen Befreiungskampf im Stil von David gegen Goliath, bei dem die ETA die Underdog-Rolle einnahm und so die Sympathie der Bevölkerung für sich sicherte. Ihr Plan vereinte einen Großteil der Bevölkerung hinter sich. Dies stellt einen wichtigen Faktor für den späteren Einfluss der ETA auf die Politik dar. Den Höhepunkt erreichte die ETA mit ihrem spektakulären Attentat auf den konstruierten Franco-Nachfolger und spanischen Ministerpräsident Luis Carrero Blanco am 20.12.1973. Dadurch kann man der ETA auch eine bedeutsame Rolle für das Zusammenbrechen des Franco-Regimes zusprechen (vgl. Hildenbrand / Nohlen 2005: 275).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Terrorismus ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Entwicklung der ETA und die Faktoren ihres Machtverlusts zu analysieren.
2. Der baskische Nationalismus: Dieses Kapitel erläutert die historischen Wurzeln und die Entwicklung der baskischen Identitätsbewegung, die als notwendige Basis für das Verständnis des Konflikts dient.
3. Die Terrororganisation ETA: Hier wird der Ursprung der ETA als radikal-nationalistische Untergrundorganisation sowie ihre ideologische Ausrichtung und ihr Werdegang beschrieben.
4. Der Prozess der Entwicklung des Einflusses der ETA: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Akteure – ETA, nationalistische Parteien, Zentralregierung, Bevölkerung und Wirtschaft – und deren wechselseitigen Einfluss auf den Konfliktverlauf.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die ETA durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren ihren Einfluss verlor und schließlich ihre Auflösung bekannt gab.
Schlüsselwörter
ETA, Baskenland, Nationalismus, Terrorismus, Franco-Regime, Spanien, PNV, Unabhängigkeit, Konflikt, Autonomiestatut, Radikalisierung, Widerstand, Transition, Demokratie, Einflussverlust
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Historie der baskischen Untergrundorganisation ETA, ihre Rolle im spanischen Konflikt und die Gründe für ihren schließlichen Bedeutungsschwund und Auflösung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der baskische Nationalismus, die Auswirkungen der Franco-Diktatur, der Wandel zur Demokratie und die verschiedenen Einflussfaktoren, die den Machtverlauf der ETA bestimmten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum die ETA zeitweise einen so starken politischen Einfluss besaß und durch welche Mechanismen und Akteure ihre Macht nachhaltig gebrochen wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um die historische Entwicklung und die verschiedenen Einflussfaktoren des Konflikts im Baskenland aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden vier zentrale Akteure – die ETA selbst, nationalistische Parteien, die Zentralregierung und die Bevölkerung – sowie der Hintergrundfaktor Wirtschaft in Bezug auf den Konflikt analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem ETA, Baskenland, Nationalismus, Terrorismus, Franco-Regime, PNV, Demokratisierung und der Einflussverlust der Organisation.
Welche Rolle spielte das Franco-Regime für den Aufstieg der ETA?
Das Franco-Regime durch seine Repressionspolitik eine zentrale Rolle, da es der ETA ermöglichte, sich durch gezielten Widerstand als notwendiger "Gegenspieler" zu stilisieren und Sympathien in der Bevölkerung zu gewinnen.
Warum führte der Übergang zur Demokratie nicht sofort zur Auflösung der ETA?
Obwohl die Demokratie politische Partizipation ermöglichte, lehnte die ETA das Autonomiestatut ab und betrachtete die neue Regierung lediglich als Fortsetzung der Unterdrückung, was sie dazu veranlasste, ihren bewaffneten Kampf fortzuführen.
Wie trug die Wirtschaft zum Bedeutungsverlust der ETA bei?
Eine schwache Wirtschaft während der Transition bot der ETA zunächst eine Basis zur Mobilisierung, doch mit der wirtschaftlichen Erholung des Baskenlandes und dem Aufstieg zu einer der stärksten Regionen Spaniens sank die Akzeptanz für die radikalen Konzepte der Organisation.
Was war der "Strategiewechsel" der ETA und welche Folgen hatte er?
Der Strategiewechsel beinhaltete die Kombination von Terrorismus und legaler politischer Tätigkeit, was jedoch aufgrund der zunehmenden Brutalität der Anschläge letztlich zu einer massiven Entfremdung der Bevölkerung und zum Verlust des politischen Rückhalts führte.
- Arbeit zitieren
- Michael Meier (Autor:in), 2018, Die Terrororganisation ETA. Entwicklung und Einfluss in Spanien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912513