Diese Hausarbeit betrachtet den Begriff der Kultur in verschiedenen Kontexten. Besonders wichtig ist dabei, dass Kultur als mehrdimensionaler Begriff verstanden wird, was bedeutet, dass sich die Begriffsbedeutung nicht nur auf Ethnie und Nation beschränkt. Es stellt sich die Frage, wie wir Menschen uns voneinander unterscheiden und welche Faktoren zur Unterscheidung führen. Darüber hinaus soll nicht nur die bloße Unterscheidung voneinander thematisiert werden, sondern auch die Diskriminierung innerhalb einer Gesellschaft. Wie wird diskriminiert und gibt es unterschiedliche Arten der Diskriminierungen? Wenn wir diskriminieren, wer genau darf dann zu der Gruppe dazu gehören, die diskriminiert? Der Mensch soll als Kulturwesen gesehen werden, der seine Umwelt durch diese Haltung heraus formt und betrachtet. Im Laufe der Arbeit wird auch immer wieder Bezug auf die pädagogische Ebene genommen, da interkulturelle Kompetenzen fachübergreifend im Lehrplan verankert sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Hausarbeit
1.1 Hinführung zum Thema der Arbeit
2. Fragen zu „Konzepte interkultureller Pädagogik“ von Arnd-Michael Nohl
2.1 S. 17 -45 (Gruppe 3, S.34- 44)
2.2 S. 47-87 (Gruppe 1, S. 47- 51)
2.3 S. 89- 124 (Gruppe 2, S. 98- 110)
2.4 S. 131- 136 (Fragen zum Text aus Nohl)
3. Fragen zu „Wessen Wissen? Postkoloniale Perspektive auf Bildungsprozesse in globalisierten Zonen“ von Astrid Messerschmidt
3.1 S. 1-14 (Gruppe 2 S. 8- 14)
4. Filmanalyse „Der Rassist in uns“ (vgl. ZDFneo 2014)
5. Ausblick/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Kulturbegriff als mehrdimensionales Konstrukt und analysiert, wie Diskriminierungsmechanismen innerhalb von Bildungsinstitutionen und der Gesellschaft wirken. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die sozialen und pädagogischen Herausforderungen in einer Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln und Ansätze zur Sensibilisierung für Ausgrenzung aufzuzeigen.
- Kritische Auseinandersetzung mit Modellen zur Assimilation und Interkulturellen Pädagogik
- Analyse institutionalisierter Diskriminierung im schulischen Kontext
- Untersuchung des Intersektionalitätsmodells zur Erfassung mehrfacher Diskriminierungsursachen
- Reflexion postkolonialer Perspektiven auf Bildungsprozesse in der Globalisierung
- Praktische Analyse der Auswirkungen von Rassismus durch ein mediales Selbstexperiment
Auszug aus dem Buch
4. Filmanalyse „Der Rassist in uns“ (vgl. ZDFneo 2014)
„Der Rassist in uns“ ist eine Dokumentation vom ZDFneo, welche am 10.07.2014 im deutschen Fernsehen erstmalig ausgestrahlt wurde. Es handelt sich hierbei um ein Selbstexperiment in Form eines Anti-Rassismus-Trainings, welches mit 40 Teilnehmern durchgeführt wurde. Das grundliegende Konzept von diesem Experiment besteht darin, dass die gesamte Gruppe aufgeteilt wird in Braunäugige und Blauäugige. Ein Anti-Rassismus-Trainer leitet das gesamte Experiment und nimmt Einfluss auf die beiden Gruppen. Die Braunäugigen werden hierbei bevorzugt behandelt. Ziel ist es, dass die Braunäugigen die Blauäugigen diskriminieren und sich die Blauäugigen wiederum diskriminieren lassen. Die Teilnehmer sollen auf der einen Seite feststellen, wie es ist in einer Gesellschaft diskriminiert zu werden, als auch erfahren wie es ist zu diskriminieren. Rassismus ist inzwischen fester Alltagsbestandteil in Deutschland. Dieses Experiment soll für Rassismus sensibilisieren und Verhalten, geleitet durch Vorurteile, bekämpfen.
Das Experiment beginnt damit, dass sich alle Teilnehmer mit ihrem Namen in eine Liste eintragen müssen. Kein Teilnehmer weiß zu Anfang, worum es bei dem Experiment geht. Der Anti-Rassismus-Trainer ist von Anfang an bei dem Experiment dabei und behandelt die beiden Gruppen unterschiedlich - Braunäugige bevorzugt und Blauäugige benachteiligt. Bereits bei dem Eintragen in die Liste gibt es erste Teilnehmer, die das Experiment abbrechen, da sie vom Trainer offensichtlich respektlos behandelt werden. Was hier beispielsweise symbolisiert wird, ist der Umgang mit Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen. Flüchtlinge werden, nicht höflich behandelt, sondern werden bereits beim Einreisen in Deutschland respektlos behandelt und es wird ihnen das Gefühl gegeben, dass sie in Deutschland nicht erwünscht sind, weil sie anders sind und nicht unserer Kultur angehören.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Hausarbeit: Die Einleitung definiert Kultur als mehrdimensionalen Begriff und erläutert die Relevanz der pädagogischen Ebene bei der Analyse von Diskriminierung.
2. Fragen zu „Konzepte interkultureller Pädagogik“ von Arnd-Michael Nohl: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene pädagogische Modelle und untersucht, wie Diskriminierung durch institutionelles Handeln, etwa in der Schule, strukturell verankert ist.
3. Fragen zu „Wessen Wissen? Postkoloniale Perspektive auf Bildungsprozesse in globalisierten Zonen“ von Astrid Messerschmidt: Die Autorin beleuchtet Antisemitismus und Rassismus aus einer postkolonialen Perspektive und fordert einen Raum für Kontroversen in der Bildungsarbeit.
4. Filmanalyse „Der Rassist in uns“ (vgl. ZDFneo 2014): Eine Analyse eines Anti-Rassismus-Trainings, die aufzeigt, wie leicht Menschen durch gezielte Affekte zu diskriminierendem Verhalten gegenüber anderen Gruppen verleitet werden können.
5. Ausblick/Fazit: Das Fazit betont die Notwendigkeit, Kinder frühzeitig für die Vielfalt des Kulturbegriffs und für Diskriminierungsmechanismen zu sensibilisieren, um soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Kultur, Interkulturelle Pädagogik, Assimilation, Diskriminierung, Intersektionalität, Rassismus, Bildungsprozesse, Postkolonialismus, Schule, Ethnizität, Identität, Soziale Stabilität, Diversität, Einwanderungsgesellschaft, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Kultur und analysiert die Dynamiken von Diskriminierung in pädagogischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf Assimilationspädagogik, interkulturelle Ansätze, das Konzept der Intersektionalität sowie die postkoloniale Betrachtung von Bildungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Mechanismen der Diskriminierung aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer Sensibilisierung für kulturelle Vielfalt im Bildungssystem zu begründen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Literaturanalyse, den Vergleich gesellschaftswissenschaftlicher Modelle und die Analyse eines medialen Selbstexperiments.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Theorien von Nohl und Messerschmidt sowie einer detaillierten Analyse der Dokumentation „Der Rassist in uns“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kultur, Diskriminierung, Intersektionalität, Assimilation und Interkulturelle Pädagogik.
Wie unterscheidet sich die Interkulturelle Pädagogik von der Assimilationspädagogik laut Nohl?
Die Assimilationspädagogik setzt auf die Anpassung an eine homogene deutsche Kultur, während die Interkulturelle Pädagogik auf Integration und die Anerkennung kultureller Vielfalt setzt.
Welche Rolle spielt die Institution Schule laut Gomolla und Radtke?
Die Schule fungiert als Institution, die durch ihre Organisationsstruktur und Wissensbestände aktiv zur (in)direkten Diskriminierung von Migrantenkindern beitragen kann.
Was verdeutlicht das Experiment „Der Rassist in uns“?
Das Experiment zeigt auf, wie schnell durch gezielte Manipulation und Affekte rassistische Verhaltensweisen in Gruppen entstehen können, und verdeutlicht die Gefahr des Wegsehens.
Warum ist das Intersektionalitätsmodell für die Analyse relevant?
Es ermöglicht, Diskriminierung nicht nur monokausal zu betrachten, sondern als komplexes Zusammenspiel verschiedener Unterdrückungsformen wie Klasse, Gender und Ethnizität zu begreifen.
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- Anonym (Author), 2020, Der Kulturbegriff in verschiedenen Kontexten. Eine Ausarbeitung zu kulturellen, interkulturellen und transkulturellen Fragen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912519