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Die Darstellung der "Madwoman in the Attic" in Charlotte Brontes Jane Eyre

Titel: Die Darstellung der "Madwoman in the Attic" in Charlotte Brontes Jane Eyre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Rina Werle (Autor:in)

Anglistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Figur der Bertha Mason in Jane Eyre ist ein sehr kontroverser und von Kritikern viel besprochener Charakter. Aufgrund der Kombination von kreolischer Herkunft und Wahnsinn, die sich in Bertha vereinen, wurde Charlotte Brontë oft kritisiert. Valerie Beattie , beispielsweise, sieht Bertha als reine Metapher an. In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, ob die Figur der Bertha Mason tatsächlich eine Aufreihung von Klischees und Vorurteilen des Viktorianismus ist, oder ob Charlotte Brontë andere Einflüsse, zu dieser Darstellung von Bertha Mason bewogen haben.
Dabei wird zunächst auf der Basis von Texten von Athena Vrettos und Sally Shuttleworth ein Überblick über die Einstellung zu Geisteskrankheiten und den Umgang damit im England des viktorianischen Zeitalters gegeben. Auf der Grundlage dessen wird anschließend mit einer textnahen Vorgehensweise die Einführung Berthas in den Roman dargestellt. Außerdem sollen die Sichtweisen, die die Romanfiguren Jane, Rochester und Mason Bertha gegenüber einnehmen, untersucht werden. Hierbei wird darauf eingegangen, inwiefern viktorianische Ansichten von Wahnsinn in Berthas Charakter eine Rolle spielen, d.h. ob diese in den Text mit einfließen, oder ob Charlotte Brontë ein unabhängiges Bild Berthas zeichnet.

Zur Zeit des Viktorianismus durchlief der Umgang mit Geisteskrankheiten gerade eine Veränderung. Nachdem Wahnsinn im 18. Jahrhundert noch nicht als Krankheit anerkannt wurde und die Patienten zunächst als Attraktion für Schaulustige dargeboten wurden, wurden sie gegen Ende des Jahrhunderts als Randgruppe betrachtet und gemeinsam mit Kriminellen in Anstalten eingesperrt, wo sie zum Schutz der Gesellschaft von dieser ferngehalten werden sollten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entfernte man sich jedoch von den grausamen Methoden des vorherigen Jahrhunderts und begann, sich intensiver mit dem Verhalten der Patienten auseinander zu setzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wahnsinn im England der viktorianischen Zeit

3 Die Darstellung der Bertha Mason

3.1 Bertha, das Mysterium

3.2 Bertha aus Janes und Masons Sicht

3.3 Bertha in Rochesters Augen

4 Andere Zeichen für Wahnsinn

5 Schlussbetrachtungen

6 6.0 Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Figur der Bertha Mason in Charlotte Brontës Roman Jane Eyre lediglich eine Ansammlung viktorianischer Klischees und Vorurteile über Geisteskrankheit darstellt oder ob Brontë bei der Charakterzeichnung von anderen Einflüssen geleitet wurde. Im Fokus steht dabei die Analyse der Wahrnehmung Berthas durch die Romanfiguren sowie die Einordnung dieser Darstellung in den zeitgenössischen Kontext der viktorianischen Psychiatrie.

  • Wandel des Umgangs mit Geisteskrankheiten im viktorianischen England
  • Die Konstruktion von Bertha Mason durch akustische und animalische Metaphorik
  • Subjektive Wahrnehmung Berthas durch Jane Eyre und Rochester
  • Kritische Reflexion über psychologische Deutungsmuster des 19. Jahrhunderts
  • Analyse von Geschlechterrollen und deren Einfluss auf die Diagnose von Wahnsinn

Auszug aus dem Buch

3.1 Bertha, das Mysterium

Von Janes Einzug in Thornfield bis zu der Nacht vor der geplanten Hochzeit mit Rochester und damit Berthas erstem Auftauchen vergeht eine lange erzählte Zeit. Doch Bertha taucht in der besagten Nacht nicht aus dem Nichts auf, sondern wird zur Lösung des Geheimnisses dessen, was sich hinter der verschlossenen Tür im Dachgeschoss verbirgt. Bis dahin aber macht sie sich ausschließlich in akustischer Form bemerkbar, so dass weder Jane noch der Leser erfährt, von wem oder was die Geräusche stammen. Wie Charlotte Brontë die Spannung um Bertha aufbaut und wie auch hierbei schon vorviktorianische Ansichten eine Rolle spielen, soll im Folgenden erläutert werden.

Das erste Mal wird Bertha nach Janes Rundgang durch ihr neues Zuhause Thornfield Hall erwähnt: „While I paced softly on, the last sound I expected to hear in so still a region, a laugh, struck my ear. It was a curious laugh – distinct, formal, mirthless”5 (126). Anhand des freudlosen und unnormalen Lachens wird schon hier angedeutet, dass es sich hier um eine Person handeln muss, deren Zustand nicht normal sein kann. Dabei ist hier noch vollkommen offen, um welche Art von Andersartigkeit es geht, ob es sich um einen momentanen oder dauerhaften Zustand handelt und wie groß die Ausmaße dessen sind.

Auch bei Berthas zweiter Erwähnung, im Zusammenhang mit dem Feuer in Rochesters Zimmer, ist es ihr Lachen, das Janes Aufmerksam auf sich zieht: „This was a demoniac laugh – low, suppressed, and deep [...]“ (173). Diesmal ist es jedoch kein ungewöhnlicher Ort für solch ein Lachen, vielmehr eine ungewöhnliche Zeit, da es mitten in der Nacht ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Darstellung von Bertha Mason im Kontext viktorianischer Vorurteile und psychologischer Einflüsse.

2 Wahnsinn im England der viktorianischen Zeit: Überblick über den historischen Wandel des Umgangs mit Geisteskranken von der Ausgrenzung hin zu moralischen Behandlungsansätzen.

3 Die Darstellung der Bertha Mason: Untersuchung der Figur der Bertha Mason durch die Analyse ihrer Einführung im Roman sowie der verschiedenen Perspektiven der Hauptfiguren.

3.1 Bertha, das Mysterium: Analyse der anfänglichen atmosphärischen und akustischen Inszenierung Berthas als geheimnisvolles, entmenschlichtes Wesen.

3.2 Bertha aus Janes und Masons Sicht: Darstellung der Entwicklung von Janes Sichtweise auf Bertha vom befremdeten Beobachten hin zu einem empathischen Verständnis als Mitmensch.

3.3 Bertha in Rochesters Augen: Erläuterung der eindimensionalen und ablehnenden Haltung Rochesters, die durch gesellschaftliche Vorurteile und seine persönliche Schuld geprägt ist.

4 Andere Zeichen für Wahnsinn: Analyse weiterführender Aspekte wie fehlende Selbstbeherrschung und die Rolle von erlittenem Unrecht als Ursachen für weiblichen Wahnsinn.

5 Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Bewertung der Darstellung Berthas als Schnittpunkt zwischen Gothic-Elementen und zeitgenössischen viktorianischen Diskursen.

6 6.0 Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Jane Eyre, Bertha Mason, Charlotte Brontë, Wahnsinn, Viktorianismus, Geisteskrankheit, Literaturwissenschaft, Geschlechterrolle, Identität, Entmenschlichung, Wahnsinnsdarstellung, moral management, Gothic Novel, Selbstbeherrschung, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur der Bertha Mason aus Charlotte Brontës Jane Eyre unter dem Aspekt, wie viktorianische Vorstellungen von Geisteskrankheit ihre Darstellung beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen den historischen Kontext der viktorianischen Psychiatrie, die literarische Konstruktion einer "wahnsinnigen" Figur und die psychologische Dynamik zwischen den Romanfiguren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob Bertha Mason lediglich als Klischee viktorianischer Vorurteile fungiert oder ob die Autorin eine vielschichtigere, durch andere Einflüsse geprägte Darstellung beabsichtigt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textnahe, literaturwissenschaftliche Vorgehensweise gewählt, die durch den Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur zur viktorianischen Psychologie untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die Wahrnehmung Berthas durch Jane, Rochester und Mason, sowie die symbolische Aufladung ihrer Figur durch animalische und dämonische Metaphorik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem viktorianischer Wahnsinn, Identitätskonstruktion, entmenschlichte Weiblichkeit und die Analyse des "Gothic Elements" im Roman.

Wie verändert sich Janes Sicht auf Bertha im Verlauf des Romans?

Jane durchläuft eine Entwicklung, bei der sie Bertha anfänglich als beängstigendes, "unmenschliches" Objekt wahrnimmt, später jedoch Mitgefühl entwickelt und sie als leidgeprüfte Frau erkennt.

Warum spielt die Figur des Rochester für das Verständnis von Bertha eine so große Rolle?

Rochester verkörpert die konservativen, teils vorviktorianischen Ansichten gegenüber Geisteskranken und ist maßgeblich für Berthas Isolation verantwortlich, was seine ablehnende Haltung unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung der "Madwoman in the Attic" in Charlotte Brontes Jane Eyre
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,0
Autor
Rina Werle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V91255
ISBN (eBook)
9783638048989
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung Madwoman Attic Charlotte Brontes Jane Eyre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rina Werle (Autor:in), 2007, Die Darstellung der "Madwoman in the Attic" in Charlotte Brontes Jane Eyre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91255
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Leseprobe aus  22  Seiten
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