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Die Religion bei Niccolò Machiavelli. Bedeutung und Verhältnis zu Religion und Kirche

Titel: Die Religion bei Niccolò Machiavelli. Bedeutung und Verhältnis zu Religion und Kirche

Hausarbeit , 2018 , 10 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Romaeus Hover (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Religion in Niccolò Machiavellis Werken. Es wird erörtert, welche Denkansätze Machiavelli verfolgte und wie er sich die ideale Republik vorstellte. Des Weiteren behandelt die Arbeit sein Verhältnis zur Kirche und dem Christentum. Folgend wird herausgearbeitet welche Aufgabe die Religion in der idealen Politik bei Machiavelli hatte und wie sie genutzt wurde.

Dezidiert setzte sich Machiavelli mit der Religion und der katholischen Kirche auseinander. Hier treffen viele Meinungen aufeinander, welche Rolle die Religion für Machiavelli in seinem Staaten-Konzept gespielt hat. Auf der einen Seite stehen die Vertreter der These, dass Niccolò Machiavelli heidnische Weltansichten vertrat und ein Kritiker der Kirche war. Dazu zählen unter anderem Johann Gottlieb Fichte, Leo Strauss und Quentin Skinner. Auf der anderen Seite formieren sich Vertreter der Meinung, dass Machiavelli sich von der Religion inspirieren ließ und seine republikanischen Ansichten mit religiösen Grundmotiven verschmolzen hat. Aufgrund der Uneinigkeiten in der Forschung traf dieses Thema mein Interesse.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Ideal der Republik

3. Die Kirche und das Christentum

4. Religion

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Rolle der Religion im politischen Denken von Niccolò Machiavelli. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Machiavelli das Verhältnis von Politik, Staat und Religion konzipiert und welche instrumentelle Bedeutung er religiösen Praktiken für die Stabilität einer Republik zuschreibt.

  • Politischer Realismus und die Abkehr von mittelalterlichen Normen
  • Die ideale Staatsform und der Kreislauf der Regierungsformen
  • Kritik am Christentum als Ursache für die politische Schwäche Italiens
  • Religion als funktionales Instrument zur Steuerung des Volkes
  • Das Spannungsfeld zwischen persönlicher Haltung und staatlicher Notwendigkeit

Auszug aus dem Buch

4. Religion

Die Entstehung der Religion ist für Machiavelli kein anthropologisch grundlegendes Phänomen. Im Gegensatz zu Hobbes oder Rousseau, sieht er die Religion als etwas nicht natürliches an. Für Machiavelli ist die Religion kein Bestandteil eines Naturzustandes, kann aber zu einer zweiten Natur werden. So erwähnt er in seiner Erklärung, wie die Gesellschaft entstanden sein soll, nie die Religion. Ungerechtigkeit und Undankbarkeit stehen bei der Erklärung hingegen im Fokus. Durch die Ungerechtigkeit in einer Gesellschaft bedarf es der Gründung einer politischen Einrichtung. Die Religion stellt dann ein Instrument dar, um politische Maßnahmen durchzusetzen. Sie ist ein historisches Phänomen und mit einem Gründer verbunden, der politische Ziele hatte, wie zum Beispiel Numa, Moses oder Jesus. 18

Ob Machiavelli die Religion damit als Menschenwerk betrachtet, ist umstritten. Auf der einen Seite ja, denn jede Religion hat nach Machiavelli einen Stifter. Sie ist demnach auf menschlicher Basis entstanden. Auf der anderen Seite nein ,da dieser Stifter einem himmlischen Willen folgt.

Wie im letzten Kapitel dargestellt hatte die Religion für Machiavelli vor allem bezogen auf das Christentum eine problematische Bedeutung. Für die Religion im Allgemeinen spricht er ihr einen weiteren Charakter zu. Nach Machiavelli ist die Religion ein „instrumentum regni“, ein Instrument, um zu regieren. Am Beispiel Roms wird die Bedeutung der Religion geschildert. Neben der „virtù civile“, welche den patriotischen Bürger beschreibt, der sich durch eine aktive Beteiligung am Gemeinwesen auszeichnet, stellt ein gutes Heer und die Religion die drei Elemente der Stabilität in einem Staat dar. In seinem Buch Discorsi schildert er das Beispiel des Numa Pompilius, dem zweiten König Roms. Dieser benutzte die Religion um die Heere im Gehorsam, das Volk in Einigkeit, die Menschen gut zu erhalten und die Bösen zu beschämen.19

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung Machiavellis als Begründer des politischen Denkens der Neuzeit ein und erläutert die Forschungsfrage zur Rolle der Religion.

2. Das Ideal der Republik: Dieses Kapitel erörtert Machiavellis Vorstellungen von der idealen Staatsform und seinem Verständnis von politischem Realismus sowie Macht.

3. Die Kirche und das Christentum: Hier wird Machiavellis kritische Haltung gegenüber der Kirche und dem Christentum als Ursache für die Zerspaltung Italiens analysiert.

4. Religion: Das vierte Kapitel untersucht die Religion als historisches Phänomen und funktionales Instrument der Machtausübung in der Republik.

5. Resümee: Das Fazit fasst die Paradoxien der Religion bei Machiavelli zusammen und bestätigt die These seines heidnischen Weltbildes.

Schlüsselwörter

Niccolò Machiavelli, Politische Theorie, Religion, Christentum, Republik, Macht, Virtù, Fortuna, Staatstheorie, Instrumentum regni, Politischer Realismus, Kirchenkritik, Stabilität, Herrschaft, Italien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem politischen Denken Niccolò Machiavellis, insbesondere mit der spezifischen und kontroversen Rolle, die er der Religion innerhalb seiner Staatstheorie zuweist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem politischen Realismus, der Kritik am Mittelalter, der Analyse des Christentums als politische Kraft sowie der Funktion der Religion zur Sicherung staatlicher Stabilität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Bedeutung die Religion bei Machiavelli hat und wie er ihren Wert für ein stabiles Regierungssystem bewertet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse der Primärquellen ("Der Fürst", "Discorsi") sowie eine Auseinandersetzung mit einschlägiger Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der idealen Republik, die kritische Betrachtung der Kirche und eine allgemeine Analyse der Religion als politisches Steuerungsinstrument.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der "Religion" prägen Begriffe wie "virtù", "Fortuna", "Staat" und "Instrumentum regni" die argumentative Basis der Arbeit.

Warum bewertet Machiavelli heidnische Religionen positiver als das Christentum?

Machiavelli sieht im Christentum eine "Verweiblichung" und Abkehr vom Diesseits, während er heidnische Religionen für ihre Stärkung von Bürgertugenden und ihre Wirksamkeit als politisches Werkzeug schätzt.

Wie definiert Machiavelli die Rolle des Fürsten gegenüber der Religion?

Der Fürst muss nach Machiavelli religiöse Riten wahren und als gläubig erscheinen, um das Volk zu binden, auch wenn er persönlich nicht an die religiösen Inhalte glauben muss.

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Details

Titel
Die Religion bei Niccolò Machiavelli. Bedeutung und Verhältnis zu Religion und Kirche
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,7
Autor
Romaeus Hover (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V912713
ISBN (eBook)
9783346209917
ISBN (Buch)
9783346209924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung kirche machiavelli niccolò religion verhältnis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Romaeus Hover (Autor:in), 2018, Die Religion bei Niccolò Machiavelli. Bedeutung und Verhältnis zu Religion und Kirche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912713
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