Beschäftigung im Handel: Chancen und Probleme


Hausarbeit, 2005
32 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die klassischen Modellvorstellungen
2.1. Klassik
2.2. Neoklassik

3. Die keynesianische Modellvorstellung
3.1. Die keynesianische Konsumfunktion
3.2. Das Einkommen - Ausgaben - Modell
3.2.1. Der Gütermarkt
3.2.2. Der Arbeitsmarkt und der Multiplikator

4. Überblick Deutschland
4.1. Der gegenwärtige Konsum
4.2. Der gegenwärtige Handel

5. Entwicklungen
5.1. Der Konsum
5.2. Der Handel

6. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
6.1. Die gegenwärtigen Bedingungen
6.2. Die zukünftigen Bedingungen

7. Prognose

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Die keynesianische Konsumfunktion

Abb. 2 Das Gütermarktgleichgewicht

Abb. 3 GfK- Indikator Konsumklima I

Abb. 4 GfK- Indikator Konsumklima II

Abb. 5 Langfristige Entwicklung des Lebensmittel- Einzelhandels I

Abb.6 Langfristige Entwicklung des Lebensmittel- Einzelhandels II

1. Einleitung

In keiner anderen Branche ging es in den letzten Jahren ähnlich turbulent zu wie im Einzelhandel. Die sich ständig verlängerten Öffnungszeiten, die langen Samstage bis zum Teil 24 Uhr, immer häufigere Sonntagsöffnungen und neue Reglungen bezüglich geringfügiger Arbeit haben zu einer zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Beschäftigten geführt.

Die sich stetig ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben dazu beigetragen, dass die Verbraucher immer weniger konsumieren. Nach der Einführung des Euros im Jahre 2002 als Zahlungsmittel wurde dieser auch bald als ´Teuro´ bezeichnet, was symptomatisch für die Einstellungen vieler Konsumenten zu der neuen Währung war. Dieses Empfinden trug maßgeblich dazu bei, dass sich die Handelunternehmen immer härtere Preisschlachten im Kampf um den Kunden lieferten und somit mitverantwortlich für ihre immer kleiner werdenden Margen waren. Es bildete sich eine so genannte ´Geiz- ist- geil´ - Mentalität bei den Verbrauchern aus, was sich vor allem im Bereich der Lebensmittel deutlich abzeichnet. Denn trotzdem sie in keinem anderen Land EU- Land so günstig sind wie in Deutschland, geben die Verbraucher immer weniger von ihrem Einkommen für Nahrungsmittel aus.[1]

Auch die Arbeitsmarktreform und die Einführung von Hartz IV als Einkommensquelle für Langzeiterwerbslose sowie die stetige Zunahme von Arbeitslosigkeit und die damit wachsende Angst um den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes schrecken viele Verbraucher von in ihren Augen unnötigen Konsumausgaben ab. Sparen steht wie schon lange nicht mehr im Vordergrund. Die Rentenreform und die damit für den Verbraucher steigenden Ausgaben für eine private Rentenversicherung sowie die instabile politische Lage der Gegenwart und Neuerungen der Zukunft tragen ebenfalls zum flauen Konsum bei.

Allein im Zeitraum 2002 bis Ende 2005 hat der Einzelhandel Umsatz in Höhe von 13 Milliarden Euro einbüßen müssen.[2]

Diese Arbeit befasst sich mit den Chancen und Problemen, die sich für die Beschäftigung im Einzelhandel für in Zukunft ergeben werden.

Dazu soll ein Überblick über die Entwicklung von Konsum, Sparen und Beschäftigung in Deutschland in den letzen Jahren gegeben werden, sowie eine Betrachtung der bereits vorhandenen und künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stattfinden.

All das wird vor dem volkswirtschaftlichen Hindergrund der Makroökonomie stehen, um am Ende zu einer sowohl theoretisch fundierten als auch praktikablen Einschätzung der Chancen und Probleme der zukünftigen Beschäftigung im Einzelhandel zu gelangen.

2. Die klassischen Modellvorstellungen

In der Zeit der Industrialisierung begannen sich verschiedene makroökonomische Denkweisen zu entwickeln, die sich mit den wirtschaftspolitischen Zielen der Vollbeschäftigung und Preisniveaustabilität auseinandersetzten.[3]

Die Entwicklung ging vom Klassischen Liberalismus über in Klassik und mündete nach dem Ersten Weltkrieg schließlich in der Neoklassik.[4]

2.1. Klassik

Die Wirtschaftsphilosophie der Klassik basiert aus dem Grundgedanken des freien marktwirtschaftlichen Wettbewerbs. Bekannte Vertreter dieser Theorie sind Adam Smith (1723-1790) und David Ricardo (1772-1832), die der Auffassung waren, dass der Marktpreis als Regelmechanismus auf den Güter- und Faktormärkten fungiere. Eine Störung auf diesen würde demzufolge durch eine ´unsichtbare Hand´ aufgelöst und der entsprechende Markt zurück ins Gleichgewicht geführt werden. Somit kann kein permanentes Marktungleichgewicht, wie z.B. Unterbeschäftigung, auftreten. Tatsächlich auftretende dauerhafte Störungen werden mit der Unvollkommenheit des Marktes erklärt.[5]

Es ist also Ziel die Schwachpunkte im marktwirtschaftlichen System und so auch die entsprechenden Störungen, welche das Ungleichgewicht bedingen, zu beseitigen.

Die Staatsrolle in diesem System liegt im Aufgabenbereich der Schaffung und in dem Erhalt optimaler Rahmenbedingungen, sodass die einzelnen Wirtschaftssubjekte sowohl autark als auch vollkommen autonom handeln können.[6]

Der klassische Ansatz stützt sich dabei auf drei grundlegende Elemente:

Die Preise und Löhne sind absolut flexibel, wodurch unter mikroökonomischen Gleichgewichtsüberlegungen stets eine Vollbeschäftigung erreicht wird, da für die Angebotsseite eine preisunelastische Angebotsfunktion vorliegt.[7]

Das zweite Element bilden die Quantitätsgleichung und die Fishersche Verkehrsgleichung, welche die Geldnachfragefunktion darstellen. Diese geht davon aus, dass Geld ausschließlich zu Transaktionszwecken verwendet wird. Dadurch kann man die Geldnachfrage der Güternachfrage gleichsetzen. Die Zahlungsgewohnheiten der Einzelindividuen werden durch den so genannten Kassenhaltungskoeffizienten bestimmt, der im Umkehrschluss die Umlaufgeschwindigkeit des zur Verfügung stehenden Geldes darstellt. Diese gibt an, wie oft jede Geldeinheit in der entsprechend definierten Periode umgeschlagen bzw. verausgabt wird.[8]

Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Zahlungsgewohnheit bzw. die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes stets konstant ist und sich maximal langfristig ändert.

Somit reicht eine Kontrolle der nominalen Geldmenge aus, um die Preisniveaustabilität zu sichern, welches durch die Cambridge-Gleichung ausgedrückt und durch den Cambridge-Effekt belegt wird.[9]

Das dritte Element ist der Zins, welcher nicht auf dem Geld- oder Güter- sondern auf dem Kapitalmarkt gebildet wird und somit eine völlig zinsunelastische Geldnachfrage sowie den Zusammenhang dieser Märkte bedingt.

Hintergrund hierfür stellt das Saysche Theorem dar, welches vereinfacht aussagt, dass jedes Angebot sich seine Nachfrage selbst schafft und folglich keine Störung für das Güterangebot oder die Beschäftigung von der Nachfrageseite ausgehen könne.[10]

Die Prägnanz hierbei stellt der Konsumausfall durch die privaten Haushalte (Nachfrageseite) dar, da diese nicht ihr gesamtes Einkommen zum Konsumieren verwenden, sondern ein Teil sparen. Somit würde es zu einem Ungleichgewicht auf dem Gütermarkt kommen, da eine Differenz zwischen Güterangebot und Güternachfrage besteht. Diese Störung lässt sich also nur beheben, falls der Nachfrageausfall wirksam wird.[11]

Dies wird auf dem Kapitalmarkt erreicht, da hier Angebot und Nachfrage nach Ersparnis der Haushalte aufeinander treffen. Anbieter der Ersparnis sind die privaten Haushalte, die den Konsumverzicht durch einen entsprechenden Zins vergütet bekommen wollen. Nachfrager sind Unternehmen, die beabsichtigen, gewinnbringende Investitionen durchzuführen und bereit sind, ein Teil des Gewinnes in Form von Zinsen mit den Anbietern der Ersparnis zu teilen.[12]

Der Gütermarkt befindet sich also dann im Gleichgewicht, wenn der Kapitalmarkt ebenfalls ein solches aufweist. Dieses tritt dann ein, wenn das gesamte, durch die Haushalte angebotene Kapital durch die Unternehmen nachgefragt wird. Diese Regulierung erfolgt über den Zins, da eine konträre Zinserwartung beider Parteien vorliegt. Ein Nachfrageausfall der Haushalte auf dem Gütermarkt wird demzufolge durch eine entsprechend höhere Nachfrage durch die Unternehmen nach dieser Ersparnis auf dem Kapitalmarkt ausgeglichen. Somit wird unabhängig von der Sparneigung der Haushalte das gesamte Einkommen im klassischen Modell nachfragewirksam.[13]

2.2. Neoklassik

Die klassische Theorie wird nach zahlreichen Modifikationen zur neoklassischen Theorie weiterentwickelt. und wird vor allem durch I. Fischer (1867-1947), A. Walras (1834-1910) und A. Marschall (1842-1924) vertreten.

Diese stellt im Kern eine Fortführung der Ansätze, welche aus der Klassik bekannt sind, dar.

Dabei kommen jedoch Prämissen wie z.B. das Marginalprinzip und die Theorie vom vollkommenen Mark bzw. Konkurrenz, als Grundlage zur Anwendung.[14]

Hieraus begründet, erfährt die Nachfrageseite eine stärkere Bedeutung. Durch die Verwendung des mikroökonomischen Kostenminimierungskalküls kann der Kassenhaltungskoeffizient, der bis dato als konstant angesehen wurde und die Transaktionskasse widerspiegelt, optimiert werden. Somit erhält man im Gegensatz zum klassischen Ansatz eine zinselastische Geldnachfrage. Hieraus resultiert, dass die Umlaufgeschwindigkeit nicht mehr konstant ist, sondern ferner vom Zins positiv abhängig ist.[15]

3. Die keynesianische Modellvorstellung

Der Kernpunkt der Kritik an der (Neo-)Klassik im keynesianischen Modell, welche durch John Maynard Keynes (1883-1946) formuliert wurde, bezieht sich auf die Annahme, dass eine Vollbeschäftigung durch eine absolute Lohn- und Preisflexibilität zu erreichen wäre.

Anlass hierfür stellte die Weltwirtschaftskrise von 1929 mit ihrer extremen Massenarbeitslosigkeit dar. Ihre Ursache konnte nicht mit der klassischen Vorstellung einer Störung im Angebotssektor erklärt werden, da unbestritten eine hohe Arbeitsbereitschaft und somit Arbeitsangebot bestand. Somit musste eine Störung des Nachfragesektors, in diesem Beispiel bei der Arbeitsnachfrage der Unternehmen, vorliegen.[16]

Weitere Kritikpunkte Keynes an der klassischen Modellvorstellung waren die ausschließlich gemeinsame Betrachtung der Mikro- und Makroökonomie, deren konkreter Zusammenhang sowie die Dichotomie der realen und monetären Sektoren.[17]

Im weiteren Verlauf der Betrachtung der keynesianischen Ansätze soll vor allem der Konsum privater Haushalte, deren Sparneigung und die Beschäftigung herausgearbeitet werden.

3.1. Die keynesianische Konsumfunktion

Ausgangspunkt für die keynesianische Konsumfunktion ist die durch Keynes formulierte `General Theory`. In dieser löst er sich von der Vorstellung der Klassik, dass der Konsum sowie die Sparneigung ausschließlich vom Zins abhängig wären, sondern untersucht mehrere Einflussfaktoren mit dem Resultat, dass das Einkommen den stärksten Einfluss auf den Konsum habe. Somit liegt bei Keynes eine einkommensabhängige Konsumfunktion vor.[18]

[...]


[1] Vgl. o.V.(2005)a S.26.

[2] Vgl. o.V.(2004)d S.1.

[3] Vgl. Cezanne Wolfgang (2002) S. 373.

[4] Vgl. Altmann Jörn (2003) S.168 ff.

[5] Vgl. Altmann Jörn (2003) S.172.

[6] Vgl. Altmann Jörn (2003) S.172 ff.

[7] Vgl. Krol,G./Schmid,A. (2002) S.209.

[8] Vgl. Krol,G./Schmid,A. (2002) S.211ff.

[9] Vgl. Ebenda

[10] Vgl. Woll,A. (1990) S.527.

[11] Vgl. Krol,G./Schmid,A. (2002) S.212ff.

[12] Ebenda

[13] Vgl. Krol, G./Schmid, A. (2002) S.212ff.

[14] Vgl. Cezanne, W. (2002) S.375ff.

[15] Ebenda

[16] Vgl. Ziegler, B. (1998) S.183ff.

[17] Ebenda

[18] Ebenda

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Beschäftigung im Handel: Chancen und Probleme
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
32
Katalognummer
V91284
ISBN (eBook)
9783638046169
ISBN (Buch)
9783638941594
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschäftigung, Handel, Chancen, Probleme
Arbeit zitieren
Diana Marossek (Autor), 2005, Beschäftigung im Handel: Chancen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91284

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