Tiere begleiten seit jeher den Menschen durch alle Epochen der Zeitgeschichte. Erst seit kurzer Zeit, berechnet auf die Entstehungsgeschichte der Erde, ist der Mensch dem Tier meist ungleich überlegen. Dennoch faszinieren Tiere den Menschen und haben bis heute lebenswichtige Funktionen für den homo sapiens sapiens. Die ersten Beweise für Haustiere als „Freund und Helfer des Menschen“ gehen etwa bis 40.000 Jahre v. Chr. zurück. Damals war es der domestizierte Wolf, heute sind es eine Vielzahl von tierischen Begleitern, die in die Häuser und Wohnungen der Menschen Einzug gehalten haben. Tiere sind Bestandteile von Familien und für viele Menschen Partner und Freunde. Seit einigen Jahren wird in der Literatur auf die positiven Einwirkungsmöglichkeiten von Tieren auf Kinder eingegangen. So werden beispielsweise Hunde als ständige Begleiter mit in den Klassenverband integriert, mit dem Ergebnis, dass das Sozialverhalten der Kinder untereinander verbessert werden konnte. Diese Konzepte finden jedoch hauptsächlich in der Primarstufe und in der Sonderpädagogik Anwendung. Das Tiere auch in die Sekundarstufe I/ II sinnvoll integriert werden können, sollen die folgenden Ausführungen aufzeigen.
Das vorliegende beschriebene Projekt „Schulzoo“ soll einen Ansatz bieten den SuS einen verantwortungsbewussten Umgang mit Lebendigem durch Primärerfahrungen zu vermitteln, um somit u.a. die sozialen Kompetenzen zu fördern. Diese Arbeit soll ein Konzept aufzeigen, wie Tiere in ein Schulleben sinnvoll integriert und für fachliche und pädagogische Zwecke genutzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemanalyse
2.1 Aktuelle Schulausgangssituation
2.2 Begründung der Thematik
2.2.1 Tiere wirken positiv auf die Entwicklung von Kindern
2.2.2 Notwendigkeit der Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen
2.2.2.1 Tiere fördern soziale und emotionale Kompetenzen
2.2.3 Handlungsorientierte Wissensvermittlung durch die Projektmethode
2.2.4 Legitimation des Projektes „Schulzoo“ durch die Richtlinien und den Lehrplan des Faches Biologie
2.2.5 Der Schulzoo als Faszination für die Schulgemeinschaft
3. Lehrerfunktionen
4. Planung und Erstellung des Schulzoos
4.1. Vorüberlegungen
4.2 Planung des Schulzoos
4.2.1 Sicherheits- und Brandschutzvorgaben
4.2.2 Erkundigung nach den Ansprüchen der Tiere
4.2.3 Erstellung des Projektplanes
4.3. Durchführung des geplanten Projektes
4.4 Die Tiere kommen
5. Auswertung der Schülerumfrage zum Projekt „Schulzoo“
6. Nutzungsmöglichkeiten des Schulzoos am MSMG Telgte
6.1 Geplanter Alltagsbetrieb des Schulzoos
6.2 Eingliederung des Schulzoos in den Biologieunterricht
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Planung, Erstellung und Implementierung eines kleinen Schulzoos im Rahmen einer Biologie-AG, um Schülern durch den verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen Primärerfahrungen zu ermöglichen und ihre sozialen sowie emotionalen Kompetenzen zu fördern.
- Förderung der Verantwortungsübernahme und sozialer Kompetenzen bei Schülern
- Konstruktion eines fachübergreifenden Projekts innerhalb der Biologie-AG
- Integration von Lebewesen in den Schulalltag am Beispiel eines Gymnasiums
- Didaktische Legitimation durch geltende Lehrpläne und Richtlinien
- Methodische Umsetzung handlungsorientierten Lernens
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Tiere begleiten seit jeher den Menschen durch alle Epochen der Zeitgeschichte. Erst seit kurzer Zeit, berechnet auf die Entstehungsgeschichte der Erde, ist der Mensch dem Tier meist ungleich überlegen. Dennoch faszinieren Tiere den Menschen und haben bis heute lebenswichtige Funktionen für den homo sapiens sapiens. Die ersten Beweise für Haustiere als „Freund und Helfer des Menschen“ gehen etwa bis 40.000 Jahre v. Chr. zurück. Damals war es der domestizierte Wolf, heute sind es eine Vielzahl von tierischen Begleitern, die in die Häuser und Wohnungen der Menschen Einzug gehalten haben. Tiere sind Bestandteile von Familien und für viele Menschen Partner und Freunde. Seit einigen Jahren wird in der Literatur auf die positiven Einwirkungsmöglichkeiten von Tieren auf Kinder eingegangen. So werden beispielsweise Hunde als ständige Begleiter mit in den Klassenverband integriert, mit dem Ergebnis, dass das Sozialverhalten der Kinder untereinander verbessert werden konnte. Diese Konzepte finden jedoch hauptsächlich in der Primarstufe und in der Sonderpädagogik Anwendung. Das Tiere auch in die Sekundarstufe I/ II sinnvoll integriert werden können, sollen die folgenden Ausführungen aufzeigen.
Als ich in meinem bedarfsdeckenden Unterricht während meiner Referendariatszeit am MSMG Telgte eine Klasse 6 in Biologie übernahm, konnte ich das uneingeschränkte Interesse der SuS an Tieren jeglicher Art feststellen. Häufig wurden Geschichten von eigenen oder ihnen bekannten Haustieren mit „leuchtenden Augen“ berichtet. Bei genauerer Nachfrage hatten jedoch etwa jedes dritte Kind kein eigenes Haustier in der Familie. Fast ausnahmslos wünschten sich die Kinder ohne Haustier ein solches.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Mensch-Tier-Beziehung, den pädagogischen Nutzen von Tieren in der Schule und begründet das Vorhaben eines Schulzoos am MSMG Telgte.
2. Problemanalyse: Hier wird die Ausgangslage der Schule erläutert und die Notwendigkeit von Primärerfahrungen sowie die Förderung sozialer Kompetenzen theoretisch hergeleitet.
3. Lehrerfunktionen: Dieses Kapitel definiert die Rolle des Lehrers als Organisator und Erzieher im Kontext des Schulzoo-Projekts.
4. Planung und Erstellung des Schulzoos: Der praktische Prozess von der Idee über Sicherheitsauflagen und Projektplanung bis hin zur Durchführung und dem Einzug der Tiere wird detailliert dargestellt.
5. Auswertung der Schülerumfrage zum Projekt „Schulzoo“: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer Umfrage zur Akzeptanz und zum Interesse der Schülerschaft am Schulzoo-Projekt.
6. Nutzungsmöglichkeiten des Schulzoos am MSMG Telgte: Es werden der geplante Alltagsbetrieb durch die Biologie-AG und die didaktische Einbindung der Tiere in den Biologieunterricht beschrieben.
7. Fazit: Das Fazit reflektiert den Projekterfolg, die Motivation der beteiligten Schüler und den Beitrag des Schulzoos zum Schulleben.
Schlüsselwörter
Schulzoo, Biologie-AG, Projektmethode, Soziale Kompetenzen, Emotionale Entwicklung, Primärerfahrungen, Handlungsorientierter Unterricht, Reptilien, Verantwortung, Schulentwicklung, Biologieunterricht, Lernmotivation, Artgerechte Haltung, Schülerpartizipation, Naturerfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschreibt das Konzept, den Bau und die Implementierung eines kleinen Schulzoos, der von einer Biologie-AG an einem Gymnasium eigenständig betrieben wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Aspekte sind die pädagogische Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen, die Projektmethode als Lernform und die Integration lebendiger Tiere in den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel des Schulzoo-Projekts?
Das Ziel ist es, Schülern durch den direkten Umgang mit Tieren Primärerfahrungen zu vermitteln und sie für Lebendiges zu sensibilisieren, während sie gleichzeitig Verantwortung für ein eigenes Projekt übernehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um ein handlungsorientiertes Projekt, das auf pädagogisch konstruktivistischen Ansätzen basiert und durch Literaturanalyse sowie eine Schülerumfrage evaluiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil dokumentiert den gesamten Prozess von der ersten Idee über die baulichen Anforderungen (Sicherheit, Tierschutz) bis hin zur Einbindung des Schulzoos in den Unterricht der Sekundarstufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie handlungsorientiertem Lernen, sozialer Kompetenz, Projektmethode, Naturerfahrung und Schulentwicklung.
Warum wurden gerade Reptilien als Tiere für den Schulzoo ausgewählt?
Die Wahl fiel auf Reptilien wie Halsbandleguane und Strumpfbandnattern, da diese den aufgestellten Kriterien (pflegeleicht, interessant, keine tägliche Fütterung, geringer Platzbedarf) entsprachen.
Welchen Einfluss hat der Schulzoo auf die Schüler der Biologie-AG?
Die Schüler entwickeln ein starkes Verantwortungsgefühl, steigern ihre intrinsische Motivation und erfahren durch ihre Arbeit im Projekt Anerkennung innerhalb der Schulgemeinschaft.
- Citation du texte
- Philip Austermann (Auteur), 2007, Planung, Erstellung und Implementierung eines kleinen Schulzoos im Rahmen einer Biologie-AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91294