Die Arbeit beschäftigt sich mit den Unterschieden des synthetischen und analytischen Futurs in der spanischen Sprache. Im ersten Teil wird die Entstehungsgeschichte der zwei Futurformen mit der höchsten Frequenz, das synthetische und analytische Futur, behandelt. Hierbei werden sowohl die morphologische als auch die semantische Theorie analysiert und erläutert, welche versuchen den Wandel vom klassischen Latein CANTABO zum heutigen synthetischen cantaré und zum analytischen voy a cantar zu erklären und die dabei entstehende Problematik zu lösen.
Bei dieser Analyse soll besonders auf den Aspekt der zyklischen Entwicklung des Futurs acht gelegt werden. Es sollen Hypothesen für die eventuelle, zukünftige Entwicklung präsentiert und kritisch betrachtet werden.
Im zweiten Teil der Arbeit, soll dann auf die unterschiedlichen Möglichkeiten, die es ermöglichen, ein zukünftiges Ereignis zu äußern eingegangen werden. Diese Arbeit wird hierbei den Fokus auf das synthetische und analytische Futur legen. Um mit diesen beiden Formen abschließen zu können, soll anhand einer von Ludwig Söll durchgeführten Studie, der Gebrauch des synthetischen und analytischen Futurs analysiert werden.
Weiteres werden kurz das presente pro futuro und die Periphrase mit haber de + infinitivo in Hinsicht ihrer Funktionen betrachtet. Natürlich stehen uns im Spanischen noch viele weitere Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen wir die Zukunft ausdrücken können.
Inhaltsverzeichnis
1. GEGENSTAND UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
2. EINE DIACHRONE BETRACHTUNGSWEISE
2.1. SYNTHETISCH VS. ANALYTISCH
2.2. DER LATEINISCHE URSPRUNG DES SPANISCHEN FUTURS
2.3. MORPHOLOGISCHE ERKLÄRUNG
2.4. STILISTISCH BZW. SEMANTISCHE ERKLÄRUNG
3. EIN KREISLAUF DES FUTURS
3.1. EINEN BLICK IN DIE ZUKUNFT
4. DIE FUTURFORMEN DES SPANISCHEN
4.1. DAS SYNTHETISCHE FUTUR
4.1.1. DEONTISCH/EPISTEMISCH
4.1.2. FUTURO EPISTÉMICO
4.2. DAS ANALYTISCHE FUTUR
4.2.1. EINE STUDIE VON LUDWIG SÖLL
4.3. HABER DE + INFINITIVO
4.4. PRESENTE PRO FUTURO
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung und den rezenten Gebrauch der zwei häufigsten Futurformen im Spanischen, das synthetische und das analytische Futur. Ziel ist es, durch die Analyse morphologischer und semantischer Theorien sowie die Betrachtung zyklischer Sprachwandelprozesse die funktionalen Unterschiede und modalen Nuancen beider Formen herauszuarbeiten.
- Synthetisches vs. analytisches Futur im diachronen Wandel
- Modale Werte und funktionale Differenzierung
- Die zyklische Theorie der Grammatikalisierung
- Vergleich von schriftlichem und gesprochenem Sprachgebrauch
- Analyse der Periphrasen "haber de + infinitivo" und "presente pro futuro"
Auszug aus dem Buch
4.1. Das synthetische Futur
Das futuro sintético, eine der Futurformen mit der größten Frequenz, steht im Gegensatz zum futuro analitico, welches sein größter Gegenspieler ist. Als erstes gilt es nun eine Definition zu finden, hier ein paar Beispiele:
„Cantaré, futuro. Significa la posterioridad del atributo al acto de la palabra.“ (Bello, 1951: 180)
„La nueva forma aglutinada que sustituye al futuro latino, cantaré, hoy expresa simplemente posterioridad de la acción al momento de la palabra.“ (Lenz 1935: 480)
„Indica el hecho como no acabado, y expresa la coincidencia de un predicato con su sujeto en tiempo posterior al momento en que se enuncia“ (Academia, 1931: 271)
Wenn wir die Definitionen von Bello, Lenz und der Real Academia nun mit dem Tempussystem nach Reichenbach verbildlichen, erhalten wir folgendes Schema: S: Sprechzeit E:Ereigniszeitpunkt Futur : S<E (vgl. Pomino 2008: 31-34)
Interessant ist zu erwähnen, dass keine der Definitionen dem futuro sintético einen modalen Wert zuweist. Sie beschreiben rein den temporalen Aspekt. Wie man nun aber an der „Formel“ Futur : S<E sehen kann, trifft diese auch für das analytische Futur zu. Sowohl das synthetische Futur als auch das analytische Futur beschreiben ein Ereignis nach dem Schema S<E. Dies kann also noch nicht der Unterschied sein. Der Unterschied muss also in den modalen Werten liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. GEGENSTAND UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT: Einleitung in die Thematik der verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten für Zukünftiges im Spanischen und Definition der Forschungsfokus auf synthetische und analytische Formen.
2. EINE DIACHRONE BETRACHTUNGSWEISE: Untersuchung der historischen Entwicklung vom Lateinischen zum Spanischen anhand morphologischer und stilistischer Erklärungsansätze für den Wandel der Futurformen.
3. EIN KREISLAUF DES FUTURS: Diskussion der zyklischen Natur von Grammatikalisierungsprozessen und die Hypothese einer möglichen zukünftigen Resynthetisierung der derzeit analytischen Formen.
4. DIE FUTURFORMEN DES SPANISCHEN: Detaillierte Analyse der häufigsten Futurformen unter Berücksichtigung von modalen Werten, Registerunterschieden und der empirischen Studie von Ludwig Söll.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der funktionalen Unterschiede und der anhaltenden sprachlichen Dynamik zwischen den verschiedenen Futurkonstruktionen.
Schlüsselwörter
Synthetisches Futur, Analytisches Futur, Spanische Morphosyntax, Sprachwandel, Grammatikalisierung, Futuro sintético, Futuro analítico, Deontisch, Epistemisch, Diachrone Linguistik, Periphrase, Zukünftiges Ereignis, Modalität, Sprachvergleich, Tempussystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und den Gebrauch der verschiedenen Möglichkeiten, im Spanischen über die Zukunft zu sprechen, mit einem Fokus auf das synthetische und das analytische Futur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die historische Entstehung (Diachronie), die funktionalen sowie modalen Unterschiede zwischen den Formen und deren jeweilige Verwendung in der Schriftsprache und der gesprochenen Alltagssprache.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Gründen für die Koexistenz von synthetischen und analytischen Futurformen und untersucht, ob sich diese durch unterschiedliche modale Werte und Kontexte rechtfertigen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche und linguistische Analyse durchgeführt, die historische Theorien (u.a. Coseriu, Vossler) mit modernen grammatikalischen Ansätzen und einer empirischen Studie von Ludwig Söll verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die diachrone Betrachtung des Sprachwandels, eine Analyse des zyklischen Charakters von Sprachformen sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Futurformen, inklusive deontischer und epistemischer Lesarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Grammatikalisierung, Modus, synthetisches/analytisches Futur, Sprachwandel und das spanische Tempussystem.
Was unterscheidet das "futuro epistémico" vom temporalen Futur?
Während das rein temporale Futur lediglich den Zeitpunkt (S<E) markiert, fügt das epistemische Futur eine subjektive Einschätzung oder Vermutung des Sprechers bezüglich des Sachverhalts hinzu.
Warum ist das "presente pro futuro" kein vollwertiger Ersatz für das Futur?
Obwohl das Präsens häufig für Zukünftiges genutzt wird, gibt es syntaktische Einschränkungen, beispielsweise in Konditionalsätzen, in denen die Verwendung des Futur-Tempus oder anderer Konstruktionen obligatorisch ist.
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- Sandra Schranz (Author), 2020, Synthetisches und analytisches Futur im Spanischen. Funktionen, Kontraste und modale Werte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912953