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Jenseits von Gut und Böse? Die Philosophie Friedrich Nietzsches in "Spieltrieb" von Juli Zeh

Título: Jenseits von Gut und Böse? Die Philosophie Friedrich Nietzsches in "Spieltrieb" von Juli Zeh

Trabajo Escrito , 2007 , 19 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Inga Bones (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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„Was, wenn die Urenkel der Nihilisten längst ausgezogen wären aus dem staubigen Devotionalienladen, den wir unsere Weltanschauung nennen?“ fragt Juli Zeh in der Vorrede ihres kurz nach der Jahrtausendwende erschienenen Romans „Spieltrieb“; was wäre, „wenn ihnen Bibel, Grundgesetz und Strafrecht nie mehr gegolten hätten als Anleitung und Regelbuch zu einem Gesellschaftsspiel?“ . Ausgehend von diesem Gedankenexperiment entwirft Juli Zeh die Geschichte zweier abgeklärter Jugendlicher, Ada und Alev, welche ein „ungeheuerliches“ Spiel um ihren Deutschlehrer polnischer Herkunft, Smutek, herum, konstruieren. Die zahlreichen Verweise auf die Philosophie Nietzsches werden im weiteren Verlauf des Romans expliziter und sollen im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit durch die Untersuchung relevanter Kapitel aus dem „Zarathustra“ herausgearbeitet werden. Hierbei stehen mehrere Leitfragen im Vordergrund. Zunächst soll geklärt werden, inwieweit die Bezeichnung „Urenkel der Nihilisten“ auf Ada und Alev – und auf ihre Generation – zutrifft.

Sind Ada, Alev und ihre Zeitgenossen tatsächlich in einem wertfreien Vakuum aufgewachsen, oder zeugt die Bezeichnung ihrer selbst als „Urenkel der Nihilisten“ vielmehr von dem Wunsch, kühl, abgeklärt und völlig rational zu erscheinen, um sich keine Blöße vor anderen zu geben? Weiterhin soll untersucht werden, ob die beiden - anfänglich eher labilen - Persönlichkeiten Ada und Smutek sich im Verlauf der Erzählung zu Charakteren mit mehr Eigenverantwortung und –initiative entwickeln und in welcher Relation Alev zu dieser Entwicklung steht. Friedrich Nietzsche lässt den Einsiedler Zarathustra in seinem gleichnamigen Werk nach einer langen Periode des einsamen Nachdenkens von einem Berggipfel zu den Menschen ins Tal hinabsteigen, um die Lehre des Übermenschen zu verkünden. Der Übermensch ist „freien Geistes und freien Herzens“ , ein Mensch, „[weggelockt] von der Heerde“ , ein Freidenker, der selbstverantwortlich handelt und Neues schafft. Ist bei Ada und ihrem Lehrer Smutek eine „Verwandlung“ vom bloßen „Herdentier“ hin zum Übermenschen – bei Nietzsche oft verglichen mit einem „spielenden Kind“ – erkennbar? Um die Fragestellung angemessen beantworten zu können, sollen zunächst die für den zu untersuchenden Text relevanten Passagen aus dem Werk Friedrich Nietzsches vorgestellt und erläutert werden, bevor zu der Charakterisierung Adas, Alevs und Smuteks übergegangen wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Philosophie Friedrich Nietzsches

1.1. „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“ – Der Nihilismus als Konsequenz Nietzsches Denken?

1.2. Die Überwindung des Nihilismus in Nietzsches „Zarathustra“

1.2.1. „Von den drei Verwandlungen des Geistes“

1.2.2. Der „Wille zur Macht“

2. „Die Urenkel der Nihilisten“ – Nietzsches Philosophie in „Spieltrieb“

2.1. Ada – ein „Kuckuckskind“ und Einzelgänger

2.2. Kamel, Löwe oder spielendes Kind? Adas Entwicklung im Verlauf des Romans

2.3. Alev – ein „ruchloser Spieler“ mit dem „Willen zur Macht“?

2.4. Smuteks „Menschwerdung“

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Philosophie Friedrich Nietzsches und dem Roman „Spieltrieb“ von Juli Zeh. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwieweit die Protagonisten als „Urenkel der Nihilisten“ in einem wertfreien Vakuum agieren und inwiefern sich bei den Figuren eine Entwicklung in Anlehnung an Nietzsches Konzept der „drei Verwandlungen“ des Geistes vollzieht.

  • Analyse der nietzscheanischen Kernkonzepte: Nihilismus, Übermensch und Wille zur Macht.
  • Untersuchung der Romanfiguren Ada, Alev und Smutek im Kontext philosophischer Leitbilder.
  • Anwendung der literaturwissenschaftlichen Methode des intertextuellen Vergleichs.
  • Reflektion über die Rolle von Werten und Gesellschaft in der Postmoderne.
  • Deutung der spielerischen Elemente und Machtstrukturen innerhalb der Handlung.

Auszug aus dem Buch

1.2.1. „Von den drei Verwandlungen des Geistes“

„Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kameele wird, und zum Löwen das Kameel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“

Für Zarathustra, den Weisen, ist der „Mensch […] Etwas, das überwunden werden soll“, denn „der Sinn der Erde [ist der] Übermensch“. Die Überwindung des menschlichen Daseins ist ein Erkenntnisprozess, der sich in mehreren Schritten vollzieht und von Friedrich Nietzsche mit den Bildern des Kamels, des Löwen und des spielenden Kindes illustriert wird. Die dreistufige Metamorphose auf dem Weg zum Übermenschen wird im Kapitel „Von den drei Verwandlungen“ ausführlich und in stark metaphorischer Sprache beschrieben.

Auf der ersten Stufe vergleicht Nietzsche den „tragsamen“ Geist mit einem Kamel, welches „gut beladen sein [will]“. Dieses Bild kann als aktiver oder passiver Prozess gedeutet werden: Jeder Mensch wird in eine bestehende Kultur hineingeboren und übernimmt in seiner Kindheit und Jugend die gesellschaftlichen Werte und Normen; seine Eltern und sein soziales Umfeld prägen seine religiösen und moralischen Wertvorstellungen und erziehen ihn in einer bestimmten Tradition. In dieser Hinsicht verhält sich der Mensch passiv und wird – wenn nicht ungewollt, so doch ohne seine ausdrückliche Zustimmung – mit tradiertem Wissen, Idealen und Werten „beladen“.

Das Bild des „tragsamen Geistes“, des Kamels, kann aber auch als aktives gedeutet werden: Der wissenshungrige Mensch steigt „in schmutziges Wasser, wenn es das Wasser der Wahrheit ist“, er will erkennen und trägt die Bürde des Wissens freiwillig. Bevor eine Entwicklung zum Löwen und später zum Kind überhaupt ihren Anfang nehmen kann, müssen die kollektiven Wissensbestände und Wahrheiten der kulturellen Gemeinschaft ergründet werden und so steht auf der ersten Erkenntnisstufe eine aktive Entscheidung für das „Beladenwerden“ durch andere.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in das zentrale Thema ein, beleuchtet das philosophische Gedankenexperiment in Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ und definiert die Leitfragen zur nihilistischen Generation sowie zur Figurenentwicklung.

1. Die Philosophie Friedrich Nietzsches: Dieses Kapitel arbeitet die wesentlichen Konzepte wie den Nihilismus, die Überwindung durch den Übermenschen und den „Willen zur Macht“ heraus, die als theoretische Grundlage für die literaturwissenschaftliche Analyse dienen.

1.1. „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“ – Der Nihilismus als Konsequenz Nietzsches Denken?: Hier wird der etymologische und philosophische Hintergrund des Nihilismus bei Nietzsche erläutert und die daraus resultierende Gefahr der Sinnlosigkeit sowie der Weg zur Weltbejahung thematisiert.

1.2. Die Überwindung des Nihilismus in Nietzsches „Zarathustra“: Das Kapitel widmet sich der konkreten Überwindungsstrategie des menschlichen Daseins, wie sie in Nietzsches Werk dargelegt wird.

1.2.1. „Von den drei Verwandlungen des Geistes“: Es folgt eine detaillierte Ausarbeitung der Metaphern vom Kamel, dem Löwen und dem spielenden Kind als Stufen des Erkenntnisprozesses.

1.2.2. Der „Wille zur Macht“: Dieses Unterkapitel analysiert das metaphysische Universalprinzip bei Nietzsche und dessen Einordnung als treibende Kraft des Lebens.

2. „Die Urenkel der Nihilisten“ – Nietzsches Philosophie in „Spieltrieb“: Hier wird der Bogen zum Roman geschlagen, indem die Hauptfiguren vor dem Hintergrund der bereits erläuterten philosophischen Konzepte untersucht werden.

2.1. Ada – ein „Kuckuckskind“ und Einzelgänger: Die Charakterisierung der Protagonistin erfolgt unter dem Aspekt ihrer intellektuellen Überlegenheit, ihrer stoischen Haltung und ihrer Suche nach Identität.

2.2. Kamel, Löwe oder spielendes Kind? Adas Entwicklung im Verlauf des Romans: Dieses Kapitel prüft anhand der nietzscheanischen Metaphorik, ob und wie Ada ihre Rolle im „Spiel“ und ihre persönliche Entwicklung gestaltet.

2.3. Alev – ein „ruchloser Spieler“ mit dem „Willen zur Macht“?: Es erfolgt eine Analyse der Figur Alevs, der als charismatischer Manipulator den „Löwen-Willen“ verkörpert und die Spielregeln bestimmt.

2.4. Smuteks „Menschwerdung“: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel des Lehrers Smutek vom passiven Vertreter alter Traditionen hin zu einem Menschen, der Verantwortung übernimmt.

3. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Roman als Gedankenexperiment eine Gesellschaft zeigt, die trotz Individualisierung nach neuen Werten sucht.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Spieltrieb, Juli Zeh, Nihilismus, Übermensch, Wille zur Macht, Intertextualität, Literaturwissenschaft, Postmoderne, Gesellschaftsanalyse, Identitätssuche, Existenzphilosophie, Werteverlust, Erzählanalyse, Romanfiguren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Parallelen zwischen Friedrich Nietzsches Werken, insbesondere dem „Zarathustra“, und dem Roman „Spieltrieb“ von Juli Zeh.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen den Nihilismus, das Konzept des Übermenschen, den Willen zur Macht sowie die moderne Sinnsuche und gesellschaftliche Wertestrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die Romanfiguren tatsächlich als „Urenkel der Nihilisten“ agieren und welche Entwicklung sie im Kontext nietzscheanischer Erkenntnisstufen durchlaufen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet primär die literaturwissenschaftliche Methode des intertextuellen Vergleichs nach einem deskriptiven Ansatz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Philosophie Nietzsches und eine detaillierte Charakteranalyse der Romanfiguren Ada, Alev und Smutek.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Nihilismus, Übermensch, Intertextualität, Wille zur Macht und die Metaphorik der drei Verwandlungen.

Wie lässt sich Adas Rolle im Roman philosophisch einordnen?

Ada wird zunächst als stoische Beobachterin eingeführt, deren Entwicklung zwischen den Stadien des Kamels und des spielenden Kindes schwankt, wobei sie ihre Rolle als „Urenkelin der Nihilisten“ kritisch hinterfragt.

Welche Bedeutung kommt der Figur Smutek zu?

Smutek dient als Paradebeispiel für eine „Menschwerdung“, bei der ein an alte Werte glaubender Mensch durch die erzwungene Teilnahme am „Spiel“ eine Transformation zu einem selbstverantwortlich handelnden Individuum vollzieht.

Was bedeutet der „Wille zur Macht“ im Kontext des Romans?

Für Alev stellt dieser Wille die treibende Kraft hinter allen menschlichen Handlungen und gesellschaftlichen Strukturen dar, was ihn skrupellos zur Instrumentalisierung anderer Menschen führt.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Jenseits von Gut und Böse? Die Philosophie Friedrich Nietzsches in "Spieltrieb" von Juli Zeh
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistisches Seminar)
Curso
Literaturtheorien in exemplarischen Beispielen
Calificación
1,7
Autor
Inga Bones (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
19
No. de catálogo
V91330
ISBN (Ebook)
9783638041102
ISBN (Libro)
9783638938785
Idioma
Alemán
Etiqueta
Philosophie Spieltrieb Nietzsche Jenseits von Gut und Böse Literaturtheorie Juli Zeh Intertextualität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Inga Bones (Autor), 2007, Jenseits von Gut und Böse? Die Philosophie Friedrich Nietzsches in "Spieltrieb" von Juli Zeh, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91330
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