Das Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob es sich bei der Gestaltung der Ticketpreise um ein klassisches Anwendungsgebiet der Preisdiskriminierung handelt und ob es, wie die Terminolgie "Diskriminierung" vielleicht vermuten lässt, ausschließlich Vorteile für Vereine und Nach-teile für seine Fans hat.
Ticketpreise sind ein einfacher, aber mächtiger Hebel, um den Gewinn eines professionellen Sportvereins zu steigern. Allerdings lassen stetig steigende Eintrittspreise Fans in Deutschland und anderswo immer wieder auf die Barrikaden gehen. Fans fühlen sich ausgenutzt und sehen häufig nur noch die Profitgier der jeweiligen Vereine, ohne das Zustandekommen der Preise zu hinterfragen und dadurch auch zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Preisdiskriminierung
3 Preisdiskriminierung bei der Gestaltung von Ticketpreisen in der Sportindustrie
3.1 Preisdiskriminierung ersten Grades
3.2 Preisdiskriminierung zweiten Grades
3.3 Preisdiskriminierung dritten Grades
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Preisgestaltung von Eintrittskarten in der Sportindustrie als Anwendungsgebiet der ökonomischen Preisdiskriminierung betrachtet werden kann und welche Auswirkungen dies auf Vereine und Fans hat.
- Grundlagen der Preisdiskriminierung und ihre ökonomische Bedeutung
- Anwendung der Preisdiskriminierung zweiten Grades (z. B. Dauerkarten, variable Ticketpreise)
- Anwendung der Preisdiskriminierung dritten Grades (z. B. Zielgruppenrabatte)
- Untersuchung der "Win-win-Situation" bei differenzierter Preisgestaltung im Sport
- Fallbeispiele aus dem professionellen Mannschaftssport
Auszug aus dem Buch
3.2 Preisdiskriminierung zweiten Grades
Bei der Preisdiskriminierung zweiten Grades, auch „nicht-lineare Preissetzung“ oder „Mengenpreisdiskriminierung“, wird kein konstanter Preis pro Outputeinheit erzielt. Hier hängt der Preis von der gekauften Menge ab. Das Standardbeispiel für diese Art der Preisdiskriminierung ist der Mengenrabatt. Bei dieser Methode der Preissetzung hat der Anbieter die Möglichkeit, ohne Kenntnisse über die individuellen Reservationspreise, die unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften der Konsumenten auszunutzen. Durch das Angebot von verschiedenen Preis-Mengen-Kombinationen wird den Konsumenten ein Stimulus gegeben, ihre Zahlungsbereitschaften offen zu legen. So wird es zum einen Kombinationen geben, welche sich an Personen mit höherer Zahlungsbereitschaft richten und zum anderen wird es aber auch Kombinationen geben, welche sich an Konsumenten mit niedrigerer Zahlungsbereitschaft richten. Dies steuert darauf hin, dass jeder Konsument die Preis-Mengen-Kombination wählt, die der Verkäufer für ihn „bestimmt“ hat und so der Selbstselektionsprozess der Konsumenten im Sinne des Verkäufers „richtig“ abläuft.
In Abbildung 1 sieht man die ökonomischen Folgen zwischen der klassischen Monopollösung und einer mengenabhängigen Preisstaffelung, bei der bis zu einer Menge von Q1 ein Preis von P1 verlangt wird und anschließend bis zu einer Menge von Q2 ein Preis von P2. Man sieht, die Wohlfahrt steigt, da die Wohlfahrtsverluste (rote Flächen) bei der zweigestaffelten Preissetzung geringer sind als in der klassischen Monopollösung. Da die Unternehmen mehr Einheiten verkaufen können, steigt die Produzentenrente (blaue Flächen) und die Konsumentenrente (grüne Flächen) sinkt. Je mehr Preisblöcke gesetzt werden desto dichter ist diese Form der Preisgestaltung an der perfekten Preisdiskriminierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ticketpreisgestaltung im Sport ein, definiert das Ziel der Arbeit und erläutert die persönliche Motivation des Verfassers.
2 Preisdiskriminierung: Hier werden die ökonomischen Definitionen und die vier notwendigen Voraussetzungen für die Anwendung von Preisdiskriminierung dargelegt.
3 Preisdiskriminierung bei der Gestaltung von Ticketpreisen in der Sportindustrie: Dieser Hauptteil analysiert die drei Grade der Preisdiskriminierung anhand von praktischen Beispielen aus der Sportwelt wie Dauerkarten, variablem Pricing und Studentenrabatten.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Preisdiskriminierung in der Sportindustrie ein probates und notwendiges Mittel zur effizienten Preisgestaltung darstellt.
Schlüsselwörter
Preisdiskriminierung, Ticketpreise, Sportindustrie, Konsumentenrente, Produzentenrente, Mengenrabatt, Variable Ticket Pricing, Preisbündelung, Loaded Ticket, Marktsegmentierung, Nachfrageelastizität, Selbstselektion, Reservationspreis, Gewinnmaximierung, Sportmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie professionelle Sportvereine Preisdiskriminierung bei der Gestaltung ihrer Ticketpreise einsetzen, um ihre Gewinne zu optimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die ökonomischen Grundlagen der Preisdifferenzierung sowie deren praktische Anwendung im Sportsektor, insbesondere durch Dauerkarten, variable Preismodelle und Rabattstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Preisgestaltung bei Sporttickets ein klassisches Anwendungsgebiet für Preisdiskriminierung ist und ob sie sowohl für Vereine als auch für Fans Vorteile bieten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Modelle (wie Preisstufenmodelle nach Pigou) durchgeführt und diese durch Praxisbeispiele und Fallstudien aus der Sportindustrie validiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Grade der Preisdiskriminierung und ihre spezifische Umsetzung im Ticketverkauf von Sportveranstaltungen.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Preisdiskriminierung, Konsumentenrente, Mengenrabatt, Variable Ticket Pricing und Marktsegmentierung.
Warum wird im Sport von "Win-win-Situationen" bei der Preisgestaltung gesprochen?
Da durch die Differenzierung Vereine ihre Kapazitäten besser auslasten können und Fans die Möglichkeit erhalten, Tickets zu Preisen zu erwerben, die ihren individuellen Zahlungsbereitschaften entsprechen.
Welche Rolle spielen "Loaded Tickets" in der Analyse?
Loaded Tickets dienen als Beispiel für Preisbündelung, bei der zusätzlich zum Ticket weitere Leistungen wie Verpflegung verkauft werden, um die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten besser abzuschöpfen.
- Citar trabajo
- Marvin Sosna (Autor), 2015, Ticketpreise in der Sportindustrie. Klassisches Anwendungsgebiet der Preisdiskriminierung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913324