In der Arbeit soll untersucht werden, in welchem Zusammenhang die Organisationskultur eines Unternehmens und die Entwicklung, Einführung, Herstellung und Veräußerung von Produkt-Service-Systems (PSS) stehen. Im Mittelpunkt sollen die Kernfragen stehen, welche spezifischen oder typischen Konfigurationen von PSS-orientierten Organisationskulturen sich identifizieren lassen und welchen Einfluss die Organisationskultur beim Servitizationprozess hat. Unter Konfigurationen soll das Zusammenspiel verschiedener Kulturelemente, welche nach Edward Schein im Weiteren definiert werden, verstanden werden.
Bei der Servitization entwickeln sich Geschäftsmodelle rund um das physische Produkt, wobei der Anbieter zusätzlich unterstützende Dienstleistungen in Form eines Produkt-Service-Systems (PSS) bietet. Allerdings können viele PSS-Anbieter die potenziellen Vorteile dieses hybriden Angebots aufgrund von Schwierigkeiten bei der Umsetzung nicht erreichen. Die Dienstleistungen erfordern grundlegend andere Operationen als die traditionelle Herstellung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Forschungsfrage
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Organisationskultur
2.1. Was ist Organisationskultur und was sind ihre Schlüsselkomponenten?
2.2. Wie wird Organisationskultur geformt?
2.2.1. Einfluss des Gründers
2.2.2. Industrielle Einflüsse
2.3. „Stärke“ der Organisationskultur
2.3.1. Vorteile einer starken Organisationskultur
2.3.2. Nachteile einer starken Organisationskultur
2.4. Kann Organisationskultur „geführt“ werden?
2.5. Wie beeinflusst Organisationskultur die Unternehmensperformance?
3. Product-Service Systems
3.1. Entwicklung und Merkmale von Product-Service Systems
3.1.1. Servitization
3.1.2. PSS-Kategorien
3.2. Die Vorteile eines PSS
3.3. Lebenszyklusphasen eines Product-Service Systems
4. PSS-orientierte Organisationskulturen
4.1. Methode
4.2. systematische Literaturanalyse
4.3. Ergebnisse
4.4. Methodendiskussion und Limitationen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Organisationskultur von Unternehmen und der Entwicklung sowie dem Angebot von Product-Service Systems (PSS). Ziel ist es, spezifische kulturelle Konfigurationen zu identifizieren, die den Transformationsprozess hin zur Servitization begünstigen oder behindern.
- Analyse von Organisationskultur-Modellen im Kontext industrieller Dienstleistungstransformation.
- Untersuchung von PSS-Kategorien und deren Auswirkungen auf Unternehmensorganisationen.
- Erforschung der Rolle von Mitarbeitermotivation und Führungsverhalten bei der Einführung von PSS.
- Systematische Literaturanalyse zur Identifikation von Erfolgsfaktoren für PSS-orientierte Organisationskulturen.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Bei der Servitization entwickeln sich Geschäftsmodelle rund um das physische Produkt, wobei der Anbieter zusätzlich unterstützende Dienstleistungen in Form eines Produkt-Service-Systems (PSS) bietet (Nemoto, Akasaka & Shimomura, 2015). Allerdings können viele PSS-Anbieter die potenziellen Vorteile dieses hybriden Angebots aufgrund von Schwierigkeiten bei der Umsetzung nicht erreichen. Die Dienstleistungen erfordern grundlegend andere Operationen als die traditionelle Herstellung (Alghisi & Saccani 2015; Peillon, Pellegrin & Burlat, 2015). Der Erfolg des PSS hängt stark von den einzelnen Mitarbeitern ab, da sie die Schnittschnelle zum Kunden und Vermittler der Kundenbeziehungen sind (Kreye, Newnes & Goh, 2014). Der einzelne Mitarbeiter spielt eine zentrale Rolle bei der Realisierung der Wertschöpfung zwischen Anbieter und Kunde (Smith, Ng & Maull, 2012) und ist damit der Kern für das Geschäft der PSS-Anbieter. Es sind die Unternehmen die ein PSS bereitstellen, aber es sind die Mitarbeiter, die mit einbezogen werden müssen um das gesamte PSS effizient zu unterstützen. Die Verhaltensweisen sowie die Einstellungen der einzelnen Mitarbeiter beeinflussen das Ergebnis des Unternehmens (Spector, 1997).
In den letzten Jahren hat das Verständnis der Servitization immer mehr zugenommen. Als eine der größten Herausforderungen für die Unternehmen wurde der Erwerb einer neuen Organisationskultur definiert (Olivia & Kallenberg, 2003; Baines et al., 2009). Forscher haben sich in jüngster Zeit mit den kulturellen Phänomenen auseinandergesetzt und sehen in der Organisationskultur den Überbegriff für alle immateriellen Prozesse innerhalb des Unternehmens. Die Bedeutung der Kultur bei der Servitization ist somit offensichtlich, aber es schein einerseits schwierig eine PSS-Kultur zu definieren und andererseits darauf Einfluss zu nehmen (Nuutinen & Lappalainen, 2012).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Servitization ein, erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses der Organisationskultur auf PSS und skizziert den Aufbau der Masterarbeit.
2. Organisationskultur: Es werden die theoretischen Grundlagen der Organisationskultur, insbesondere nach Edgar Schein, vermittelt und die verschiedenen Ebenen sowie Gestaltungseinflüsse auf die Kultur analysiert.
3. Product-Service Systems: Dieses Kapitel präsentiert den aktuellen Forschungsstand zu PSS, inklusive Merkmalen, Kategorien, Vorteilen und dem Lebenszyklus eines solchen Systems.
4. PSS-orientierte Organisationskulturen: Als Hauptteil der Arbeit untersucht dieses Kapitel anhand einer systematischen Literaturanalyse die kulturellen Konfigurationen in PSS-Anbietern und deren Auswirkungen auf den Servitizationprozess.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach eine gut geführte Organisationskultur entscheidend für den PSS-Erfolg ist, und identifiziert zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Organisationskultur, Servitization, Product-Service Systems, PSS, Unternehmenskultur, Change Management, Mitarbeiterführung, Dienstleistungsorientierung, Innovationskultur, Wertschöpfung, Geschäftsmodellinnovation, Unternehmenserfolg, Systematische Literaturanalyse, Organisationsdesign, Kundenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie die Organisationskultur eines Unternehmens die Entwicklung, Einführung und den Betrieb von Product-Service Systems (PSS) beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder dieser Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Organisationskultur, dem PSS-Konzept, der Servitization-Strategie und dem Einfluss auf die Unternehmensperformance.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche spezifischen oder typischen Konfigurationen von PSS-orientierten Organisationskulturen identifizierbar sind und welchen Einfluss diese auf den Servitizationprozess haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, bei der 23 relevante wissenschaftliche Publikationen in der Datenbank Scopus gesucht und in Form von Inhaltsanalysen ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 4) werden die Ergebnisse der systematischen Literaturanalyse präsentiert, die unter anderem die Rolle von Führung, Mitarbeitermotivation und organisatorischen Barrieren beim Übergang zu PSS beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Organisationskultur, Servitization, PSS, Change Management und Mitarbeiterführung geprägt.
Welche kulturellen Hindernisse stehen der Einführung von PSS im Weg?
Zu den Haupthindernissen zählen eine produktorientierte "Denkweise" der Belegschaft, eine unzureichende interfunktionale Zusammenarbeit und ein mangelndes Verständnis für den langfristigen Mehrwert von Dienstleistungen im Vergleich zum physischen Produktverkauf.
Warum ist das Management beim Wandel zur PSS-Kultur so entscheidend?
Das Management ist der zentrale Akteur, um das Dienstleistungsbewusstsein auf Mitarbeiterebene zu fördern, Ressourcen für diesen Prozess bereitzustellen und eine Kultur zu schaffen, die Flexibilität, Risikobereitschaft und Kundenorientierung belohnt.
- Arbeit zitieren
- Marvin Sosna (Autor:in), 2018, Exploring specific configurations of PSS-oriented organizational cultures, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913497