Diese Abschlussarbeit widmet sich den Vorteilen in der Wirtschaftsmediation (WM) als Maßnahme des sog. "Konfliktmanagements" innerhalb eines Betriebes und Abgrenzung zu anderen Maßnahmen der Konfliktregelung. Die WM zählt zum Oberbegriff "Konfliktmanagement". Darunter sind Maßnahmen zur Verhinderung einer Eskalation oder einer Ausbreitung eines, zum Beispiel bestehenden innerbetrieblichen oder -geschäftlichen Konflikts zu verstehen.
Mediation findet in rechtlichen, organisatorischen und personellen Konflikten mehr und mehr Anwendung, so auch auf (inner-) betrieblicher oder (inner-)geschäftlicher Ebene von Unternehmen und Behörden. Sie dient in der Hauptsache, der Aufrechterhaltung der (inner-) betrieblichen und (inner-) geschäftlichen Beziehungen. Strittig ist, ob die WM an dieser Stelle sach- oder beziehungsorientiert verläuft, [...]. Die Ursache für innerbetriebliche/-behördliche Konflikte ist meist in einer gestörten Kommunikations- oder Arbeitsbeziehung der Streitparteien (Mitarbeiter, Teams, Abteilungen z.B. in Form von Mobbing; Vorgesetzten-Mitarbeiter-Konflikt; Betriebsrat und Unternehmensleitung) zu suchen.
Aber auch Konflikte im Familienunternehmen, Fragen der Unternehmensnachfolge; Gesellschafterkonflikte oder Umstrukturierungsprozesse sind Ursachen für innerbetriebliche Konflikte. Beispiele für Beeinträchtigungen innerhalb eines Betriebes sind u.a. unangemessene Arbeitszuweisungen, Behinderungen der Arbeit, Verweigerung der Mitarbeit, Vorenthalten von Informationen, üble Nachrede, Verdächtigung, kränkende Kritik, Verweigerung der Loyalität, "Dienst nach Vorschrift", sexuelle Belästigung, Drohung mit Kündigung oder Mobbing. Ist der Konflikt auf der Beziehungsebene einmal entstanden, muss er auch auf dieser gelöst werden. Die Vorteile der WM an-sich sind mannigfaltig. [...] Ein Vorteil der sicherlich für die Unternehmensleitung von wesentlicher Bedeutung ist, liegt im Verfahren der Mediation selbst. Da sie vertraulich ist, droht kein Imageverlust für das Unternehmen. Ab einem Streitwert über 5000,- Euro kann zudem von einer wesentlichen Kosteneinsparung gesprochen werden. Sollte die WM scheitern wird im Streitfall der innerbetriebliche Konflikt vor dem ArbeitsrichterIn entschieden.
Inhaltsverzeichnis
A. VORTEILE IN DER WIRTSCHAFTSMEDIATION ALS MAßNAHME DES SOG. "KONFLIKTMANAGEMENTS" - INNERHALB EINES BETRIEBES
B. ANDERE MAßNAHMEN I.R.D. KONFLIKTMANAGEMENTS IN ABGRENZUNG ZUR WIRTSCHAFTSMEDIATION
I. SCHIEDSRICHTERLICHES VERFAHREN GEMÄß §§ 1025 FF. ZPO
II. DAS SCHLICHTUNGSVERFAHREN GEMÄß § 15 A EGZPO
III. SCHIEDSGUTACHTEN
IV. ANWALTLICHEN VERMITTLUNG & BILATERALE VERHANDLUNG
C. BESONDERHEITEN DER WIRTSCHAFTSMEDIATION AM BEISPIEL
I. VORBEREITUNGSPHASE
1. HINSICHTLICH DER UNTERNEHMENSLEITUNG
2. HINSICHTLICH DER KONFLIKTBETEILIGTEN
II. ARBEITS- UND DIENSTRECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
III. BEACHTUNG VON HIERARCHIEN
IV. PROBLEM DER FREIWILLIGKEIT DER TEILNAHME AN DER MEDIATION
V. SPANNUNGSFELD AUFTRAG & NEUTRALITÄT DES MEDIATORS
VI. KOMPETENZ DES MEDIATORS IN DER WIRTSCHAFTSMEDIATION
VII. EINZELGESPRÄCHE (SOG. „CAUCASING“)
VIII. MÖGLICHKEITEN ZUR ÜBERWINDUNG VON HINDERNISSEN BEI DER OFFENLEGUNG VON KONFLIKTEN
D. DER SOG. "ELEFANT DES RECHTS" IN DER MEDIATION
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Vorteile der Wirtschaftsmediation als Instrument des betrieblichen Konfliktmanagements aufzuzeigen und sie von anderen außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren abzugrenzen. Dabei wird untersucht, wie Mediation zur Wiederherstellung eines positiven Betriebsklimas beitragen kann, während gleichzeitig die spezifischen Herausforderungen im Unternehmenskontext – wie Hierarchien und Freiwilligkeit – kritisch hinterfragt werden.
- Vorteile der Wirtschaftsmediation gegenüber gerichtlichen Verfahren.
- Abgrenzung zu Schiedsverfahren, Schlichtung und Anwaltsvermittlung.
- Prozessuale Besonderheiten der Vorbereitung und Mediation in Unternehmen.
- Bedeutung von Neutralität, Freiwilligkeit und der Rolle des Mediators.
- Die Thematik des „Elefanten des Rechts“ in mediationsbasierten Lösungen.
Auszug aus dem Buch
D. Der sog. "Elefant des Rechts" in der Mediation
Berührt ein Streit zwischen zwei oder mehreren Parteien rechtlich relevante Normen so mündet die Klärung oft in einem Gerichtsverfahren. Als Alternative zum Rechtstreit wird aus den Hauptgesichtspunkten Kosten, Zeit und (nicht öffentliches) Verfahren die Mediation angeboten bzw. von den Klienten gewählt. Allerdings kann auch eine WM rechtliche Gesichtspunkte enthalten, so dass man insoweit auch von der Rolle des sog. „Elefants des Rechts“ in der Mediation sprechen kann. Wie groß der Anteil des Rechts während der Mediation sein soll, bestimmen weitgehend die Parteien. Die amerikanischen Mediatoren Gary Friedmann & Jack Himmelstein54 haben hierfür ein Begriffsbild geschaffen, frei in die dt. Sprache übersetzt:
„Das Recht ist ein Elefant. Sobald es den Raum betritt, droht es, die Mediation zu dominieren.“
Die Parteien zeigen auf, ob dem Recht Einfluss, Raum und Platz geschaffen wird und zwar im Maße der Größe einer Maus oder eben eines Elefanten, sprich:
„Ist die Rolle des Rechts noch so klein, so kann sie doch ein Elefant sein!“
Das heißt, sie lässt sich nicht ausblenden und bedingt oft vordergründig Klärung, um Sicherheit und Vertrauen der Parteien (zurück-) zu gewinnen, so dass später an den dahinterliegenden Problemen und Konflikten, z.B. auf der Beziehungsebene gearbeitet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
A. VORTEILE IN DER WIRTSCHAFTSMEDIATION ALS MAßNAHME DES SOG. "KONFLIKTMANAGEMENTS" - INNERHALB EINES BETRIEBES: Dieses Kapitel erläutert, dass Wirtschaftsmediation als präventives und lösungszentriertes Verfahren zur Bewahrung betrieblicher Beziehungen dient.
B. ANDERE MAßNAHMEN I.R.D. KONFLIKTMANAGEMENTS IN ABGRENZUNG ZUR WIRTSCHAFTSMEDIATION: Hier werden Schiedsgerichtsverfahren, Schlichtung, Schiedsgutachten und anwaltliche Verhandlungen als Alternativen zur Mediation verglichen und hinsichtlich ihrer Kosten und Effizienz bewertet.
C. BESONDERHEITEN DER WIRTSCHAFTSMEDIATION AM BEISPIEL: Dieses Kapitel beleuchtet prozessuale Aspekte wie die Vorbereitung, hierarchische Herausforderungen und die psychologische Bedeutung von Einzelgesprächen in einem betrieblichen Konfliktbeispiel.
D. DER SOG. "ELEFANT DES RECHTS" IN DER MEDIATION: Das abschließende Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen rechtlicher Normierung und der in der Mediation angestrebten Interessenbefriedigung der Beteiligten.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsmediation, Konfliktmanagement, Arbeitsrecht, außergerichtliche Streitbeilegung, Schlichtungsverfahren, Mediation, betriebliches Klima, Allparteilichkeit, Freiwilligkeit, Wirtschaftsmediator, Caucasing, Konfliktkosten, Rechtsberatung, Unternehmenskultur, Elefant des Rechts.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Wirtschaftsmediation als effektives Instrument des betrieblichen Konfliktmanagements und stellt deren Nutzen für Unternehmen heraus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Abgrenzung zu anderen Verfahren, die Vorbereitungsphase, die Rolle des Mediators sowie die rechtliche Dimension in der Mediation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Mediation innerbetriebliche Konflikte effizient gelöst und Geschäftsbeziehungen langfristig stabilisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und einen Abgleich mit anderen Konfliktlösungsverfahren, ergänzt durch die Anwendung auf ein konkretes, praktisches Fallbeispiel.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine vergleichende Analyse gängiger Streitbeilegungsverfahren sowie eine detaillierte Erörterung der Besonderheiten bei der praktischen Durchführung einer innerbetrieblichen Mediation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftsmediation, Konfliktmanagement, Schlichtung, Arbeitsrecht, Mediation, betriebliches Klima, Konfliktlösung und Interessenbefriedigung.
Was ist unter dem „Elefanten des Rechts“ in der Mediation zu verstehen?
Der Begriff beschreibt die Tendenz des Rechts, als Rahmenbedingung die Mediation zu dominieren, wenn rechtliche Fragen den Prozess zu stark in den Vordergrund rücken.
Warum ist das Thema der „Freiwilligkeit“ in der Arbeit so wichtig?
Da Mediation auf einem freien Willen der Beteiligten basiert, ist ihre Wirksamkeit gefährdet, wenn sie von der Unternehmensführung lediglich als „von oben“ angeordnete Weisung wahrgenommen wird.
- Citar trabajo
- Caroline Brunhild Wähner (Autor), 2012, Wirtschaftsmediation innerhalb eines Betriebes und Abgrenzung zu anderen Maßnahmen der Konfliktregelung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/914121