Die Erfolgsfaktorenforschung ist ein Teilgebiet des strategischen Managements. Dieses hat sich aus der Unternehmensplanung heraus entwickelt. Die Besinnung auf die sog. Erfolgsfaktoren oder Kernkompetenzen eines Unternehmens wird als ein probates Mittel der Krisenbewältigung und Neuausrichtung der Unternehmenspolitik angesehen.
Der Schwerpunkt liegt nicht auf Einzelaspekten, sondern auf dem Erfolg der Unternehmung als Ganzes. Eine Einordnung der Erfolgsfaktorenansätze ist schwierig, da die Ansätze aus den unterschiedlichsten Disziplinen kommen.
In der vorliegenden Arbeit werden die bekanntesten Klassifizierungsversuche dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung der Erfolgsfaktorenforschung
3. Klassische Systematisierung bestehender Untersuchungsansätze
4. Beispiel für eine andere Form der Systematisierung
4.1. Empirische Ansätze
4.2. Theoriegeprägte Ansätze
4.3. Praktikeransätze
5. Bedeutungswandel der Erfolgsfaktoren
5.1. Kritik am 7S-Modell
5.2. Allgemeine Schwachstellen
5.3. Besonderheiten bei Hidden Champions
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Klassifizierung von Ansätzen in der Erfolgsfaktorenforschung, um ein tieferes Verständnis für die theoretischen Grundlagen und die historische Entwicklung dieser Disziplin zu schaffen. Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob und wie die verschiedenen methodischen Ansätze den Unternehmenserfolg messbar machen und welche Herausforderungen bei der Identifikation allgemeingültiger Faktoren bestehen.
- Methodische Einordnung und Systematisierung der Erfolgsfaktorenforschung
- Vergleich empirischer, theoriegeprägter und praktikerorientierter Ansätze
- Diskussion des Einflusses von Umweltveränderungen auf Erfolgsfaktoren
- Kritische Analyse bekannter Modelle wie dem PIMS-Projekt und dem 7S-Modell
- Herausforderungen der ex ante-Analyse zur strategischen Planung
Auszug aus dem Buch
4.1. Empirische Ansätze
Das Ziel der empirischen bzw. empiriegeprägten Ansätze ist es, allgemeingültige Erfolgsfaktoren zu ermitteln, an welchen die Unternehmen ihre strategische Planung orientieren sollen, um vorsorglich Fehler zu vermeiden.
Die Forscher gehen von einer Beziehung zwischen der Unternehmensstrategie und Unternehmenserfolg aus. Zu diesem Zweck werden die Eigenschaften von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen mit einander verglichen. Diejenigen Eigenschaften, in denen Unterschiede zwischen den beiden Unternehmensgruppen gefunden werden, nennen sie Erfolgsfaktoren. Die Ergebnisse werden den Unternehmen meist in Form von Checklisten zur Verfügung gestellt. Die weniger erfolgreichen Untenehmen sollen lernen, eigene Fehler durch Nachahmung zu verhindern.
Das am meisten zitierte Beispiel für einen empirisch geprägten Ansatz der Erfolgsfaktorenforschung ist das sog. PIMS-Projekt. Es wurde 1960 beim amerikanischen Elektrokonzern General Electric gestartet. Das Wort PIMS steht für Profit Impact of Market Strategies. Gesucht wurden die Einflussgrößen von Gewinn und Cash Flow. Bis 1975 führte die Harvard Business School das Projekt weiter und baute es zu einem Mehrfirmenprojekt aus. Inzwischen haben mehrere tausend Unternehmen auf der ganzen Welt an der Untersuchung teilgenommen. Durch eine Befragung möglichst vieler Unternehmen, erhofften sich die Forscher allgemeingültige Ergebnisse hinsichtlich der Erfolgsfaktoren machen zu können. Hierzu wurden branchenübergreifend Erfolgsfaktoren bzgl. ihres Einflusses auf die einzelnen strategischen Geschäftsfelder der Unternehmen untersucht. Als Erfolgsindikator wählte man den Return on Investment (ROI).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Erfolgsfaktorenforschung als Teilgebiet des strategischen Managements und erläutert die Relevanz der Untersuchung unternehmenseigener Stärken für den langfristigen Erfolg.
2. Einordnung der Erfolgsfaktorenforschung: Dieses Kapitel verortet die Disziplin innerhalb der Betriebswirtschaftslehre und beleuchtet die historische Notwendigkeit der Forschung aufgrund wirtschaftlicher Krisen.
3. Klassische Systematisierung bestehender Untersuchungsansätze: Hier wird das bekannte Systematisierungsmodell von Trommsdorff vorgestellt, das auf den Kriterien Spezifität, Präzision und Kausalität basiert.
4. Beispiel für eine andere Form der Systematisierung: Dieses Kapitel präsentiert die Klassifizierung nach Vorgehensweise und Herkunft der Konzepte, unterteilt in empirische Ansätze, theoriegeprägte Ansätze und Praktikeransätze.
5. Bedeutungswandel der Erfolgsfaktoren: Es wird diskutiert, wie sich die Relevanz von Erfolgsfaktoren zeitlich verändert und welche Kritikpunkte an etablierten Modellen bestehen.
6. Schlusswort: Das Schlusswort zieht ein Fazit über den aktuellen Stand der Forschung und weist auf die fortdauernden Herausforderungen der ex ante-Analyse hin.
Schlüsselwörter
Erfolgsfaktorenforschung, Strategisches Management, PIMS-Projekt, 7S-Modell, Unternehmenserfolg, Wettbewerbsfähigkeit, Empirische Ansätze, Theoriegeprägte Ansätze, Praktikeransätze, Kernkompetenzen, Marktorientierung, Unternehmensplanung, Strategisches Controlling, Ressourcenbasierter Ansatz, Hidden Champions
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Einordnung und Klassifizierung verschiedener Forschungsansätze, die versuchen, die Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines Unternehmens zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die methodische Differenzierung zwischen empirischen, theoretischen und praktischen Forschungsansätzen sowie die kritische Reflexion ihrer Anwendbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen historischen Abriss und eine systematische Strukturierung der Erfolgsfaktorenforschung zu liefern, um deren Komplexität und die Grenzen der verschiedenen Modelle aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener klassischer Systematisierungsschemata der Erfolgsfaktorenforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der klassischen Kriterien nach Trommsdorff, die Differenzierung nach dem HEFAP-Modell sowie die detaillierte Analyse der Stärken und Schwächen einzelner Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Erfolgsfaktorenforschung, strategisches Management, Wettbewerbsfähigkeit, PIMS-Projekt und 7S-Modell.
Warum wird das PIMS-Projekt so detailliert betrachtet?
Das PIMS-Projekt gilt als das bekannteste Beispiel für einen empirisch geprägten Ansatz, an dem sich die grundsätzlichen Schwierigkeiten bei der Identifikation allgemeingültiger Erfolgsfaktoren über Branchen hinweg besonders gut verdeutlichen lassen.
Was ist der Kernpunkt der Kritik am 7S-Modell?
Die Kritik entzündet sich vor allem an der subjektiven Auswahl der Unternehmen, der mangelnden theoretischen Fundierung sowie der praktischen Schwierigkeit, die sogenannten „weichen“ S quantitativ zu messen.
Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten Phänomen der Hidden Champions?
Dies sind Unternehmen, die trotz scheinbarer Nicht-Optimierung nach Standardfaktoren erfolgreich sind, wobei die Arbeit aufzeigt, dass sich diese lediglich an anderen oder anders gewichteten Erfolgsfaktoren orientieren.
Warum ist die ex ante-Analyse bisher problematisch?
Eine ex ante-Analyse würde zwar die strategische Planung verbessern, stößt jedoch an Grenzen, da Erfolgsfaktoren hochgradig situativ und einem ständigen Wandel unterworfen sind, was präzise Prognosen schwierig macht.
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- Dipl.-Kff. Susanna Mandorf (Author), 2008, Klassifizierung der Ansätze in der Erfolgsfaktorenforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91455