Für die zielgerichtete Durchführung aller Immobilienaktivitäten im Unternehmen und somit auch für die Formulierung und Umsetzung einer Immobilienstrategie wurden von der Praxis vier wesentliche Aufgabenbereiche identifiziert und als sogenannte Kernprozesse des Immobilienportfoliomanagements etabliert:
Portfolioanalyse (IST-Portfolio); Entwicklung Immobilienstrategie und Planung des SOLL-Portfolios; Umsetzung der Strategischen Vorgaben mit den Teilprozessen:
Kaufen/Verkaufen (Trade); Entwickeln/Sanieren/Veredeln (Develop); Im Bestand halten (Hold); Controlling
Sowohl bei der Entwicklung wie auch bei der Umsetzung einer Immobilienstrategie ist die Unterstützung durch geeignete Informationssysteme unerlässlich. Diese können den Anwender im Unternehmen in der Form unterstützen, dass sie ihm ein aktuelles Bild des Immobileinbestandes mit Aussagen zur Flächen-, Rendite- und Risikosituation zur Verfügung stellen (ggf. auch mit vergleichbaren Marktdaten), die Soll-Struktur des Portfolios abbilden, die Umsetzungsprozesse unterstützen sowie den Umsetzungsstatus der strategischen Vorgaben darstellen.
Ein Immobilien Portfoliomanagement Informationssystem (ipfMIS) muss demnach die oben genannten Kernprozesse des Immobilienportfoliomanagements unterstützen und idealerweise aus folgenden Modulen bestehen: Immobilienberichtswesen ; Portfolio-Planung; Controlling
Im Folgenden werden die Bedeutung und die inhaltliche Anforderung an diese Module überblickartig beschrieben. Die konkrete Ausgestaltung obliegt natürlich den individuellen Anforderungen des Unternehmens. Im Verlauf dieser Arbeit wird jene Ausgestaltung den Schwerpunkt bilden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Herausforderung für die Implementierung eines Immobilien Portfoliomanagement Informationssystems (ipfMIS)
1.2 Einordnung von Management Informationssystemen in die IT Systemlandschaft von Unternehmen
1.3 Zielgruppen und Berichtsadressaten
1.4 Vorgehen bei der Implementierung eines ipfMIS
2. Fachliche Anforderungen an ein ipfMIS in den Kernprozessen des Immobilien Portfoliomanagements
2.1 Portfolioanalyse (IST-Portfolio)
2.2 Entwicklung Immobilienstrategie und Planung des SOLL-Portfolios
2.3 Umsetzung der Strategischen Vorgaben
2.3.1 Trade
2.3.2 Develop
2.3.3 Hold
2.4 Controlling
2.5 Optional: Investor Relation
3. ipfMIS-Modellierung
3.1 Immobilienberichtswesen
3.2 Portfolio-Planung
3.3 Controlling
4. Umsetzung der fachlichen Anforderungen mit SAP NetWeaver BI
4.1 SAP NetWeaver BI - Plattform für ipfMIS
4.2 Systemarchitektur
4.3 Datenmodellierung
4.4 Umsetzung der ipfMIS-Modellierung in SAP NetWeaver BI
4.5 Technische Implementierung eines SAP NetWeaver BI-Systems in der Praxis
5. Praxisbeispiele
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit entwickelt ein Konzept für ein Immobilien-Portfoliomanagement-Informationssystem (ipfMIS) auf Basis der SAP NetWeaver BI-Plattform. Das primäre Ziel ist es, die Prozesse der Immobilienstrategieentwicklung und -umsetzung durch eine spezialisierte IT-Lösung zu unterstützen, um strategische Unternehmensziele effektiver zu erreichen.
- Konzeption eines IT-gestützten Informationssystems für das Immobilien-Portfoliomanagement.
- Identifikation und Modellierung fachlicher Anforderungen (Reporting, Planung, Controlling).
- Technische Umsetzung und Datenmodellierung in SAP NetWeaver BI.
- Integration transaktionaler Datenquellen in analytische BI-Systeme.
- Praxisnahe Anwendungsszenarien durch Fallbeispiele und Strategie-Cockpits.
Auszug aus dem Buch
1.1 Herausforderung für die Implementierung eines Immobilien Portfoliomanagement Informationssystems (ipfMIS)
In der Unternehmenspraxis existiert die Behauptung, dass die Existenz einer Immobilienstrategie von nicht geringerer Bedeutung ist wie die Existenz einer Unternehmensstrategie. Eine Überprüfung dieser Behauptung fällt häufig mit dem Ergebnis aus, dass eine Immobilienstrategie nicht oder nur in Ansätzen vorhanden ist. Der Grund liegt in den meisten Fällen darin, dass Immobilienbestände historisch gewachsen sind, vereinzelt Immobilien gekauft oder verkauft werden und dass mitunter nennenswerte Risiken enthalten sind. Diese Risiken sind vielfältiger Natur:
Regionale Konzentration auf einen oder wenige Standorte
Dominanz bestimmter Nutzungsarten (z.B. Büro, Wohnen oder Einzelhandel)
Homogene Altersstruktur, die durch unterlassene Instandhaltung nicht diversifiziert wird
Konzentration auf Mieter ähnlicher Branchen
Auf der anderen Seite werden Ziele eines Unternehmens verfolgt, die durch die dargestellten Risiken konterkariert werden, wie z.B.:
Nachhaltige Verbesserung der Ertragslage
Optimierung der Rendite-Risiko-Struktur der Kapital-/Eigenkapitalanlage
Identifikation und Steuerung von Unternehmensrisiken
Durch die Formulierung einer Immobilienstrategie werden die definierten Unternehmensziele betrachtet und überprüft, welche Implikationen sich daraus für den Immobilienbestand ergeben. Die Immobilienstrategie soll nach der Verabschiedung durch die Unternehmensführung einen Fahrplan enthalten, wie die Immobilien gemanagt werden sollten, um die Erreichung der Unternehmensziele nicht zu konterkarieren, sondern zu fördern. Dabei geht der Inhalt der Immobilienstrategie weit über die Optimierung einzelner Objekte hinaus, vielmehr geht es um eine fundamentale strategische Ausrichtung der Immobilienaktivitäten, die unter Umständen auch die Umgestaltung und Umschichtung des Bestandes durch Zu- und Verkäufe von Objekten beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Notwendigkeit von Immobilienstrategien und führt die Kernprozesse sowie die Anforderungen an ein unterstützendes Informationssystem ein.
2. Fachliche Anforderungen an ein ipfMIS in den Kernprozessen des Immobilien Portfoliomanagements: Detailliert die spezifischen Informationsbedürfnisse und Kennzahlensysteme für Portfolioanalyse, Strategieplanung, operative Umsetzung und Controlling.
3. ipfMIS-Modellierung: Definiert die notwendige Datenstruktur sowie konkrete Berichtstypen (Immobilien-, Portfolio- und Objektbericht) zur Umsetzung der Anforderungen.
4. Umsetzung der fachlichen Anforderungen mit SAP NetWeaver BI: Erläutert die technische Realisierung des Konzepts mittels SAP NetWeaver BI, inklusive Systemarchitektur, Datenmodellierung und Implementierungsschritten.
5. Praxisbeispiele: Präsentiert reale Implementierungen von Strategie-Cockpits bei der Deutschen Telekom Immobilien und Service GmbH sowie der Sireo Real Estate GmbH.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Reflektiert das erarbeitete Modell und betont die Bedeutung von Datenqualität und Immobiliensachverstand für den Projekterfolg.
Schlüsselwörter
Immobilienmanagement, Portfoliomanagement, SAP NetWeaver BI, Business Intelligence, Immobilienstrategie, Kennzahlensysteme, Immobilienberichtswesen, Immobilienplanung, Controlling, Datenmodellierung, Portfolioanalyse, Performance-Messung, Risikomanagement, Immobilienbestände, IT-Systeme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und technischen Umsetzung eines Immobilien-Portfoliomanagement-Informationssystems (ipfMIS), das als Management-Cockpit fungiert, um Immobilienstrategien zielgerichtet zu entwickeln und umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die betriebswirtschaftlichen Anforderungen an das Immobilien-Portfoliomanagement, das Berichtswesen, die Portfolio-Planung sowie die technische Implementierung dieser Anforderungen in SAP-Systeme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Leitfaden für die Implementierung eines ipfMIS auf Basis von SAP NetWeaver BI zu schaffen, um Unternehmensentscheidungen auf Basis valider Daten und Kennzahlen zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen anwendungsorientierten Ansatz, bei dem theoretische immobilienwirtschaftliche Kernprozesse mit den technischen Funktionalitäten der SAP-Software-Landschaft harmonisiert und durch Praxisbeispiele validiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert fachliche Anforderungen an Kennzahlen (wie Performance und Risiko), modelliert die notwendigen Datenstrukturen für Berichte und beschreibt detailliert den Implementierungsprozess innerhalb von SAP NetWeaver BI.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Immobilien-Portfoliomanagement, SAP NetWeaver BI, Business Intelligence, Immobilienstrategie, Performance-Entwicklung und Strategisches Reporting.
Wie hilft SAP NetWeaver BI konkret bei der Immobilienstrategie?
Die Plattform ermöglicht durch die Verbindung von transaktionalen Datenquellen und analytischen Modellen (Data Warehouse) eine konsolidierte Sicht auf das Immobilienportfolio, was Entscheidungen hinsichtlich An- und Verkauf sowie Bewirtschaftung wesentlich fundierter macht.
Welche Rolle spielt der BI Content in diesem Prozess?
Der BI Content fungiert als vorkonfiguriertes, branchenspezifisches Gerüst (hier für Immobilienmanagement), das den Implementierungsaufwand und die Kosten erheblich senkt, indem er bereits bewährte Kennzahlen und Datenmodelle liefert.
Warum ist die Datenqualität für das ipfMIS entscheidend?
Da das BI-System nur ein analytisches Werkzeug ist, hängen seine Ergebnisse direkt von der Korrektheit der Daten in den operativen Vorsystemen (FM, FiBu) ab; eine Datenbereinigung ist daher zwingend erforderlich.
Welches Praxisbeispiel wird für das Strategie-Cockpit genannt?
Ein prominentes Beispiel ist das Projekt "Rem@On" der Deutschen Telekom Immobilien und Service GmbH, welches ein Management-Cockpit auf Basis von SAP NetWeaver BI nutzt.
- Quote paper
- MBA Alexander Demmler (Author), 2008, Konzeption eines Immobilienportfolio Management Informationssystems (ipfMIS) auf Basis SAP NetWeaver BI zur Entwicklung und Umsetzung der Immobilienstrategie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91478