Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?


Hausarbeit, 2017

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theorie
2.1 Der Dialekt
2.2 Der Soziolekt
2.3 Der Ethnolekt

3. Besonderheiten des Kiezdeutsch

4. Analyse

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Vergangenheit hat das Kiezdeutsch zahlreiche Diskussionen ausgelöst. Heike Wiese, die Professorin für Deutsche Sprache der Gegenwart an der Universität Potsdam und Sprecherin des dortigen Zentrums „Sprache, Variation und Migration“, bezeichnet das Kiezdeutsch als einen neuen Dialekt der deutschen Sprache, welcher die sprachliche Landschaft des Deutschen um ein Vielfaches bereichert (Wiese 2012: 231). Dieses Statement führte zu einer großen Debatte um das Kiezdeutsch. Ein Bericht aus der Welt hält die Theorie von Heike Wiese für plausibel, würde das Kiezdeutsch jedoch eher einem Soziolekt zuordnen als einem Dialekt (Heine 2014). Andere wiederum bezeichnen ihre Thesen als skandalös. Sie würde versuchen am Prestige des Dialekts zu partizipieren, indem sie ihn auf eine Sprechweise überträgt, die alles andere als ein Dialekt sei, wie Helmut Glück, Bamberger Sprachwissenschaftler, in einem Interview der RP-online erwidert.

Die Relevanz des Themas „Das Kiezdeutsch – Ist Kiezdeutsch ein Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache“ ist gegeben, da es in öffentlichen Diskussionen massive Vorbehalte gegenüber Kiezdeutsch gibt (Wiese 2012: 231).

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschränkt sich auf die Definitionen eines Dialekts, Soziolekts und Ethnolekts, einige Besonderheiten des Kiezdeutsch sowie eine Analyse und Zuordnung des Kiezdeutsch mithilfe unterschiedlicher wissenschaftlicher Argumente und Textbeispielen. Nach der Analyse wird im Fazit darauf eingegangen, wo das Kiezdeutsch einzuordnen ist und welchen Stellenwert es derzeit besitzt.

Die Sprecher des Kiezdeutsch sind überwiegend Jugendliche, die in Deutschland geboren sind und in einem mehrsprachigen Umfeld aufwachsen. Der mehrsprachige Kontext des Kiezdeutsch geht auf die kurdische, arabische und türkische Sprache zurück (Wiese 2012: 37-38). Das Ergebnis von Mehrsprachigkeit ist Sprachkontakt. „Unter Sprachkontakt versteht man daher die wechselseitige Beeinflussung von zwei oder mehreren Sprachen“ (Riehl 2009: 11). Die wechselseitige Beeinflussung erfolgt zwischen der Erstsprache (Deutsch) und der Zweitsprache (Türkisch, Arabisch, Kurdisch). Die Sprachkontakterscheinungen machen sich sowohl in den individuellen sprachlichen Äußerungen bemerkbar als auch im Sprachgebrauch einer mehrsprachigen Sprachgemeinschaft. Es ist zu differenzieren zwischen der psycholinguistischen Begriffsbestimmung und der soziolinguistischen Begriffsbestimmung. Ersteres bezieht sich auf die Mehrsprachigkeit eines einzelnen Individuums und letzteres auf die Mehrsprachigkeit einer Gesellschaft (Riehl 2009: 11).

Durch die mehrsprachigen Einflüsse des Kiezdeutsch ist das Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit speziell für das Seminar Sprachvariation durch Sprachkontakt geeignet.

2. Theorie

Im folgenden Teil dieser Arbeit wird auf die unterschiedlichen Definitionen von Dialekt, Soziolekt und Ethnolekt eingegangen. Hierbei steht im Fokus, den Unterschied zwischen den verschiedenen Fachtermini herauszuarbeiten.

2.1 Der Dialekt

Im Allgemeinen wird in der germanistischen Dialektologie ein Dialekt regional zugeordnet. Der Sprachgebrauch der Sprecher/innen charakterisiert die Region aus der sie kommen. Demnach basieren Dialekte auf geographischen Bestimmungen, was die horizontale Bestimmung von Dialekten umfasst. Die vertikale Bestimmung von Dialekten bezieht soziale Faktoren mit ein (vgl. Trudgill zit. nach Wiese 2012: 129).

Sowohl Regiolekte (traditionelle Dialekte wie Bairisch) als auch Soziolekte (Arbeiterklassendialekte) können dem Dialekt zugeordnet werden. Dabei handelt es sich um eine sprachliche Varietät, die eine bestimmte Sprechergemeinschaft wie den Bayern oder Arbeitern innerhalb einer größeren Sprachgemeinschaft wie bspw. Deutsch kennzeichnet. Ein Dialekt grenzt sich von der Standard- und Hochsprache ab und weist sprachliche Besonderheiten auf. Diese können im Bereich der Lexik1, Phonologie2, Morphologie3 oder Syntax4 auftreten (Wiese 2012:129-130).

Im Gegensatz zur Standardsprache werden Dialekte abgewertet und als weniger „prestigeträchtige, sozial stigmatisierte Variante gegenüber der vorgeschriebenen Sprachnorm“ beschrieben (Wiese 2012: 133). Nicht nur geographische Aspekte, sondern auch soziale Faktoren sind wichtig bei der Identifizierung von Dialekten. Die Ansicht, dass der Gebrauch der Standardsprache ein Identifikationsmittel der Oberschicht und die Verwendung eines Dialekts ein Zeichen der bildungsbürgerlichen unteren Mittelschicht ist, ist weit verbreitet. In der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Forschungsgebiete, die sich mit den Einstellungen zur Standardsprache und dialektaler Variation beschäftigen. Einige davon wären: eine ideologische Verbundenheit mit dem Standard, die Bewertung von Abweichungen vom Standard als Fehler, eine negative Bewertung von Nicht-Standardsprecher/innen, eine negative Einstufung des Sprachgebrauchs sozial Schwächerer u.a. (Wiese 2012: 134-138). Auf die unterschiedlichen Einstellungen wird nicht näher eingegangen, da das den Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit überschreiten würde.

Nach Mattheier (1990) gibt es drei Sprachlagen: Basisdialekte (Ortsdialekte), Stadt- und Regionalsprachen (Umgangssprachen) und die gesprochene deutsche Standardsprache (Hochsprache). Dabei gibt es vier regionalsprachliche Entwicklungen: das Eindringen von Standardsprachlichem in einen Dialekt, das Entstehen von Übergangsformen zwischen Dialekt und Standard, die Entwicklung einer eigenen Form in Regionalsprachen und das Aufnehmen von nächstliegenden sprachlichen Elementen in einen Dialekt (Mattheier 1990: 60-64).

Im folgenden Abschnitt werde ich auf die Definition des Soziolekts eingehen.

2.2 Der Soziolekt

Der Sprachgebrauch richtet sich nicht nur nach lokalen und regionalen Gegebenheiten, sondern auch nach sozialen und schichtspezifischen. Dabei werden Fragen diskutiert, ob die unteren Schichten der Bevölkerung ein kleineres Vokabular und grammatisches Regelrepertoire haben im Vergleich zur „elaborierten“ Oberschicht. Der Soziolekt ist eine Varietät, die besonders den Aspekt der sozialen Schichtung hervorhebt. Das zeigt sich bspw. durch sozialsymbolische Formen der Aussprache, Organisation von Hypotaxe und Parataxe, eine gewisse Nachlässigkeit in der Organisation der Sprache oder durch bestimmte Gliederungssignale und Gesprächswörter. Der Soziolekt ist mit den Einstellungen, Stereotypen, Prestige vs. negativer Bewertung verbunden und verweist auf die soziale Identität des/r Sprechers/in (Dittmar 1997: 9-11).

Nach Ronald Wardhaugh (1991) sind Soziolekte von den Normen einer bestimmten Gruppe geprägt. Die Mitglieder dieser Sprechergruppe fühlen sich einer Gruppe zugehörig.

Die Soziolinguistik beschäftigt sich mit der Beschreibung von Sprache und ihrer sozialen Funktion in einer Gesellschaft. Nennenswerte Forscher zu diesem Thema waren Basil Bernstein und William Labov. Bernsteins Defizithypothese ging davon aus, dass die soziale Schichtung einer Differenzierung im sprachlichen Verhalten des/r Sprecher/innen entspricht. Das bedeutet, dass der Unterschicht nur sprachliche Mittel zur Verfügung stehen, die im Vergleich zur Mittelschicht als defizitär zu beschreiben sind. Den Sprachgebrauch der Mittelschicht beschrieb er hierbei als Elaborierter Code und den Sprachgebrauch der Unterschicht als Restringierter Code. William Labov, ein amerikanischer Soziolinguist, kritisierte die Defizithypothese und stellte die Differenzhypothese auf. Diese besagt, dass das Sprachverhalten verschiedener sozialer Schichten und Gruppen unterschiedlich und andersartig ist, aber nicht besser oder schlechter im Vergleich miteinander (Linke/Nussbaumer/Portmann 2004: 335-358).

Im nächsten Abschnitt wird eine weitere, ebenso wichtige Varietät näher erläutert: der Ethnolekt.

2.3 Der Ethnolekt

Ein Ethnolekt kennzeichnet sich dadurch aus, dass er nicht die einzige Sprechweise eines/r Sprechers/in, sondern Teil eines Repertoires ist, welches auch andere Varietäten und Sprechstile umfasst (Riehl 2009: 128-129). Er beschreibt eine Varietät eines gesprochenen Nicht-Standards von Sprechern/innen, die nicht einheimisch sind und in Verbindung zu bestimmten ethnischen Gruppen stehen (Auer 2003 zit. nach Kern & Selting: 4-10).

Auer (2003) gibt einen Einblick in die Entwicklung und den Gebrauch der deutschen Ethnolekte und unterscheidet zwischen primären, sekundären und tertiären Ethnolekten: der primäre Ethnolekt ist eine Sprachvarietät, die von Jugendlichen nicht-deutscher Abstammung verwendet wird. Der sekundäre Ethnolekt stilisiert die Version des primären Ethnolekts und wird transformiert von Mediengenres. Der tertiäre Ethnolekt beschreibt das Phänomen, wenn deutsche Jugendliche den sekundären Ethnolekt verwenden ohne Wissen über den primären Ethnolekt (Kern 2011: 4-10).

Clyne (2008) definiert einen Ethnolekt als Sorten einer Sprache, deren Sprecher/innen Mitglieder ethnischer Gruppen sind, die in der Regel eine andere Sprache verwenden. Nach ihm wird ein Multiethnolekt von mehreren Minderheiten gebraucht, um gemeinsam ihren Minderheitsstatus zu zeigen. Doch auch Mitglieder dominanter ethnischer Gruppen gebrauchen diese Art des Sprechens, besonders junge Menschen, in „Sprachüberquerungssituationen“, die zum Ausdruck einer neuen Art von Gruppenidentität führt (Kern 2011: 50).

Multiethnolekt ist eine Art zu sprechen, die in einer multiethnischen Nachbarschaft auftaucht und auch Sprecher/innen unterschiedlicher ethnischer Herkunft miteinbezieht. Das „multi“ in dem Wort Multiethnolekt steht für die unterschiedlichen ethnischen Hintergründe der Sprecher/innen, macht aber keine Annahmen über die Reichweite ihrer Sprache. Im Gegensatz zu Ethnolekten gehen die sprachlichen Strukturen von Multiethnolekten aus Einflüssen mehrerer Sprachsysteme hervor (Clyne 2000 zit. Kern 2011: 4-10).

Im Folgenden werden nur einige grammatische Besonderheiten des Kiezdeutsch erläutert, da dort besonders innovative sprachliche Konstrukte zu verzeichnen sind. Orts- und Zeitangaben, Verkürzungen, das Wort so, Aufforderungswörter und Partikel, Funktionsverbgefüge und die Wortstellungsposition im Kiezdeutsch werden nun einer näheren Betrachtung unterzogen.

3. Besonderheiten des Kiezdeutsch

Die sprachlichen Eigenheiten des Kiezdeutsch unterscheiden sich zwar vom Standarddeutschen, sind aber keine willkürlichen Fehler der Sprecher/innen, sondern systematische Erneuerungen. Diese passen in das System der deutschen Grammatik und erweitern, ergänzen und bauen die grammatischen Muster der Deutschen Sprache aus (Wiese 2012: 53).

In den folgenden Beispielen ist zu erkennen, dass im Kiezdeutsch die Orts- und Zeitangaben aus Nominalgruppen bestehen, die ohne Artikel oder Präposition verwendet werden.

1.) Wir gehen Görlitzer Park.

Wir gehen in den Görlitzer Park.

2.) Heute muss ich wieder Solarium gehen.

Heute muss ich wieder in das Solarium gehen.

Zunächst erscheint diese Konstruktion ungewohnt, doch ist das Auslassen von Artikeln und Präpositionen umgangssprachlich durchaus in Bezug auf Haltestellen im Deutschen vertreten: „Ich bin gleich Alexanderplatz“ oder „Ich bin gerade erst Zoo“ verdeutlichen dies. Doch im Kiezdeutsch wird diese Konstruktion generell bei Ortsangaben deutlich (Wiese 2012: 53-54).

Bei der Betrachtung folgender Beispiele kann beobachtet werden, dass Flexionsendungen und Funktionswörter mit wenig Inhalt wie bspw. der indefinite Artikel ein, Personalpronomen wie ich, du, er etc. und das Verb sein verkürzt werden oder entfallen.

1.) München weit weg, Alter.

München ist weit weg, Alter.

2.) Hast du ‘n Handy?

Hast du ein Handy?

Im gesprochenen Deutsch ist es üblich den unbestimmten Artikel ein zu reduzieren, wie es bei einer sogenannten Klintisierung der Fall ist: „Hast du’n Handy?“ Ähnlich wird auch die Verform ist reduziert: „Das’s ja merkwürdig“. (Wiese 2012: 59-61)

Im Kiezdeutsch bekommt das Wort so eine andere Bedeutung. Das Wort so wird im Standarddeutsch bei Vergleichen verwendet (so schnell wie Judith), um Intensität auszudrücken (so hoch!) oder Unschärfe eines/r Sprechers/in zu signalisieren (könnte so sein), der/die sich nicht sicher ist, ob seine/ihre Aussage stimmt. Im Kiezdeutsch wird das Wort so anders verwendet: es wird als wichtiger Informationsteil einer Aussage hervorgehoben und betont, indem es vor oder hinter dem Fokusausdruck stehen kann. So dient an dieser Stelle als Fokusmarker. Dieser Fakt spricht für eine Grammatikalisierung des Wortes so. (http://www.kiezdeutsch.de/sprachlicheneuerungen.html-24.03.2017 14:30 Uhr)

1.) Da gibt’s so Club für Jugendliche so.

Da gibt es einen Club für Jugendliche.

Das Wort so ist von einem Inhaltswort zu einem Funktionswort geworden, da es eine bestimmte pragmatische Aufgabe erfüllt, die Anzeige vom Fokus (Wiese 2012: 99).

Im Kiezdeutsch kommt es außerdem zu einer Entstehung von neuen Aufforderungswörtern und Partikeln. Die Wörter lassma und musstu sind ursprünglich entstanden aus Verkürzung und Klintisierung der Wörter „lass (uns) mal“ und „musst du“. Lassma leitet Aufforderungen ein, die das Gegenüber einbeziehen, musstu dagegen leitet Aufforderungen ein, die ausschließlich dem Hörer/ den Hörenden gelten wie in Beispiel 1 und 2 erläutert (Wiese 2012:64-65).

1.) Lassma Moritzplatz aussteigen.

Lass uns mal am Moritzplatz aussteigen.

2.) Musstu Doppelstunde fahren.

Musst du eine Doppelstunde fahren.

Eine weitere Besonderheit des Kiezdeutsch ist das Funktionsverbgefüge. Dabei spricht man von einer semantischen Bleichung von Verben , wenn ein Verb in einem Satz nicht mehr bedeutungstragend ist. Im folgenden Beispiel ist zu erkennen, dass außer dem Fehlen des Artikels auch das Verb verändert ist. Es ist eng mit dem Nomen verbunden. Zentral hierbei ist die Bedeutung der Nominalgruppe und nicht die des Verbes.

1.) Ich mach dich Messer.

Ich greife dich mit dem Messer an.

Die Verwendung von semantisch gebleichten Verben in Verbindung mit grammatisch vereinfachten, oft artikellosen Nomen oder Nominalgruppen ist im Standarddeutsch nicht unüblich. Funktionsverbgefüge wie Angst machen, Pfötchen geben und Krawatte tragen bestätigen das. Bei einem Funktionsverbgefüge gibt es eine ökonomische Arbeitsteilung zwischen dem Verb und dem Nomen. Den Hauptinhalt liefert das Nomen, das Verb integriert das Nomen in den Satz. Das Kiezdeutsch baut diese Besonderheiten im Deutschen aus und nutzt die vorliegenden Muster von Funktionsverbgefügen. (http://www.kiezdeutsch.de/sprachlicheneuerungen.html- 24.03.2017 - 14:49Uhr )

Die Wortstellungsposition beim Kiezdeutsch zeigt, dass Adverbiale oft am Satzanfang stehen. Sie geben die Zeit oder manchmal auch den Ort des Satzgeschehens an. Ein Beispiel dafür wäre der Satz „Irgendwann in Schule isch fang an zu schlafen, ischwöre“ (Wiese 2012: 82-83).

Die Wortstellung allgemein ist viel freier: so können auch zwei Elemente oder gar kein Element im Vorfeld stehen. Eine Möglichkeit hierfür ist die Reihenfolge Adverbiale Bestimmung-Subjekt-Verb-Objekt „Adv SVO“ oder aber Verb-Erststellung „V1“. Grund für diese Stellung ist die Informationsstruktur des Satzes. Sätze lassen sich nicht nur zwischen Subjekt, Prädikat und Objekt untergliedern, sondern zeigen auch wie eine Information in einem Satz verpackt wird. Dabei ist wichtig, wovon der Satz handelt (Topik), was die neue und zentrale Information ist (Fokus) und in welchem Rahmen die Aussage des Satzes verstanden werden soll (Rahmensetzer). Sowohl Topik als auch Rahmensetzer stehen meist am Anfang des Satzes, weil man die Äußerung zuerst räumlich und zeitlich einordnen möchte bevor man den Gegenstand der Aussage benennt. Die folgenden Beispiele sollen dieses Phänomen kurz erläutern. (http://www.kiezdeutsch.de/sprachlicheneuerungen.html- 24.03.2017 - 14:49Uhr )

Vorfeld linke Satzklammer (finites Verb)

1.) Geh‘ ich schwimmen mit Freunde.

Ich gehe schwimmen mit meinen Freunden.

2.) Nachher Kai gibt dem Hund einen Knochen.

Nachher gibt Kai dem Hund einen Knochen

Im Standarddeutsch gebraucht man die Verb-Zweitstellung, das bedeutet, dass das finite Verb an zweiter Stelle steht und vor dem Verb im Vorfeld nur ein Element stehen kann, ein Adverbial, das Subjekt oder das Objekt. Im Kiezdeutsch ist das anders. Hier können auch zwei Konstituenten vor dem Verb stehen, Topik als auch Rahmensetzer, wie in Beispiel 2 ersichtlich war (Wiese 2012: 86-89).

Dieser kleine Einblick in die Grammatik des Kiezdeutsch sollte hilfreich sein für das Verständnis und die nun folgende Analyse und Zuordnung des Kiezdeutsch.

[...]


1 Die Lexik beschreibt den Wortschatz einer Sprache.

2 Phonologie ist ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft, welche sich mit Lauten befasst.

3 Morphologie beschreibt in der Sprachwissenschaft die Formlehre.

4 Syntax ist die Lehre vom Bau eines Satzes; Satzlehre.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Sprachvariation durch Sprachkontakt
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V914819
ISBN (eBook)
9783346234209
ISBN (Buch)
9783346234216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kiezdeutsch
Arbeit zitieren
Julia Kobán (Autor), 2017, Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/914819

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