In dieser Arbeit wird die 2016 erschienene Sinus-Jugendstudie zu den Lebenswelten von 14 bis 17-jährigen Jugendlichen dargestellt und dabei Bezug auf das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch genommen.
Zunächst werden die Begriffe Lebenswelt und Alltag erklärt. Im Anschluss daran werden die Lebenswelten der Jugendlichen vorgestellt. Darin wird auf den Begriff der sozialen Milieus sowie Sinus-Milieus eingegangen. Im weiteren Verlauf folgt die Darstellung der verschiedenen Lebenswelten der 14 bis 17-Jährigen. Infolgedessen wird das Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch präsentiert.
Die Lebensweltorientierung bezeichnet ein Handlungskonzept der Sozialen Arbeit. Dieses Konzept spielt in der Sozialpädagogik, insbesondere der Kinder- sowie Jugendhilfe, eine große Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärungen
2.1 Lebenswelt
2.2 Alltag
3 Lebenswelten von Jugendlichen
3.1 Soziale Milieus
3.2 Sinus-Milieus
3.3 Lebenswelten der 14- bis 17-Jährigen
3.3.1 Konservativ-Bürgerliche
3.3.2 Adaptiv-Pragmatische
3.3.3 Prekäre
3.3.4 Materialistische Hedonisten
3.3.5 Experimentalistische Hedonisten
3.3.6 Sozialökologische
3.3.7 Expeditive
4 Das Konzept der Lebensweltorientierung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren auf Basis der Sinus-Jugendstudie und setzt diese in Beziehung zum sozialpädagogischen Handlungskonzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch, um Möglichkeiten einer individuellen und bedürfnisgerechten Unterstützung in der Sozialen Arbeit aufzuzeigen.
- Grundlagen der Begriffe Lebenswelt und Alltag
- Einführung in die Sinus-Milieus und soziale Milieus
- Detaillierte Analyse der jugendlichen Lebenswelten (14- bis 17-Jährige)
- Theoretische Fundierung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch
- Praktische Bedeutung für die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Konservativ-Bürgerliche
„[Konservativ-bürgerliche Jugendliche gelten als die] familien- und heimatorientierten Bodenständigen mit Traditionsbewusstsein und Verantwortungsethik.“ (Calmbach et. al. 2016, 39)
Für Konservativ-Bürgerliche sind Werte wie Bodenständigkeit, Vernunft, Standhaftigkeit, Sachlichkeit, Beständigkeit, Bescheidenheit, Gewissenhaftigkeit, Zielstrebigkeit, Fleiß, Treue, Gehorsam, Disziplin, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Ordnungsliebe, Sauberkeit und Harmonie wichtig. Außerdem betonen sie eher Selbstdisziplinierung als Selbstentfaltung (vgl. Calmbach et. al. 2016, 39 f.).
Abweichend von den anderen Milieus beschreiben sich diese Jugendliche als ruhig, unauffällig, sozial und gesellig, was von vielen anderen Jugendlichen als langweilig eingeschätzt wird. Überdies gehen die Jugendlichen innerhalb dieses Milieus sparsam, bedacht sowie kontrolliert mit ihrem Geld um und können auch auf das ein oder andere verzichten.
Sie verbringen gerne Zeit mit ihrer Familie und sehen ihre Eltern häufig als Vorbilder (vgl. Calmbach et. al. 2016, 41-43).
Zudem machen sich Konservativ-bürgerliche Jugendlichen schon früh Gedanken über die Zukunft und wünschen sie sich einen sicheren Arbeitsplatz, ein anständiges Leben ohne Not sowie eine eigene Familie für ihre Zukunft. „[Doch e]ine Familie zu gründen begreifen Konservativ-Bürgerliche nicht nur als einen Wunsch und ein Zukunftsziel, sondern auch als eine Leistung, die sie erreichen wollen.“ (Calmbach et. al. 2016, 48)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, skizziert die Bedeutung der Sinus-Jugendstudie sowie des Konzepts der Lebensweltorientierung und legt den Aufbau der Arbeit dar.
2 Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Lebenswelt“ und „Alltag“ aus pädagogischer Perspektive, insbesondere unter Bezugnahme auf Hans Thiersch.
3 Lebenswelten von Jugendlichen: Es werden die theoretischen Grundlagen sozialer Milieus erörtert und die spezifischen Sinus-Milieus der 14- bis 17-jährigen Jugendlichen detailliert differenziert dargestellt.
4 Das Konzept der Lebensweltorientierung: Das Kapitel erläutert den theoretischen und methodischen Kern der Lebensweltorientierung nach Thiersch als handlungsleitendes Prinzip für die Soziale Arbeit.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Milieuanalyse für die pädagogische Praxis zusammen und unterstreicht den Nutzen einer lebensweltorientierten Herangehensweise bei der Arbeit mit Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Lebenswelt, Alltag, Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Sinus-Jugendstudie, soziale Milieus, Sinus-Milieus, Jugendliche, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Alltäglichkeit, Werte, Bewältigungsmuster, Lebenslage, Jugendhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren und untersucht, wie das Konzept der Lebensweltorientierung genutzt werden kann, um diesen Jugendlichen in der Sozialen Arbeit gerecht zu werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Milieuforschung, der Beschreibung spezifischer jugendlicher Lebenswelten nach dem Sinus-Modell und der theoretischen Einbettung des Konzepts der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Hintergründe und Werthaltungen junger Menschen zu schaffen, um daraus fundierte Ansätze für ein sozialpädagogisches Handeln abzuleiten, das den individuellen Lebensalltag der Adressaten ernst nimmt.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse, die existierende sozialwissenschaftliche Studien (insbesondere die Sinus-Jugendstudie) und pädagogische Fachkonzepte (Lebensweltorientierung) zusammenführt und vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe wie „Lebenswelt“ und „Alltag“ definiert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung der verschiedenen jugendlichen Milieus, von den Konservativ-Bürgerlichen bis hin zu den Expeditiven, und einer Erläuterung des Modells der Lebensweltorientierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Lebensweltorientierung, Sinus-Milieus, soziale Benachteiligung, Jugendphase, Alltäglichkeit und Sozialpädagogik charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Lebenswelt der „Prekären“ von anderen Milieus?
Die „Prekären“ zeichnen sich durch schwierige Startvoraussetzungen und eine bewusste Auseinandersetzung mit sozialer Benachteiligung aus, wobei sie oft in einem Widerspruch zwischen Wunsch und gesellschaftlicher Wirklichkeit stehen.
Warum ist das Verständnis der Lebenswelt für Sozialarbeiter entscheidend?
Laut Hans Thiersch ist das Verständnis der Lebenswelt die Grundvoraussetzung, um Adressaten in ihrem Eigensinn zu begegnen, statt sie aus der Distanz „retten“ zu wollen; es geht darum, Unterstützung zur Alltagsbewältigung zu leisten.
Welchen Stellenwert nimmt die Familie in den unterschiedlichen Milieus ein?
Die Bedeutung der Familie variiert stark: Während sie für „Konservativ-Bürgerliche“ oder „Adaptiv-Pragmatische“ einen hohen Stellenwert als Zukunftsziel einnimmt, spielt sie bei „Expeditiven“ eine untergeordnete Rolle, bleibt aber für viele dennoch ein wichtiger „sicherer Hafen“.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Nubukpo (Autor:in), 2020, Lebensweltorientierung in Bezug auf das Sinus-Modell für jugendliche Lebenswelten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/914896