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Druckmittel der Unternehmen oder Ausdruck von Demokratie? Lobbyarbeit in Deutschland

Titre: Druckmittel der Unternehmen oder Ausdruck von Demokratie? Lobbyarbeit in Deutschland

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 16 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Moritz Brückmann (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Lobbyismus ist in Deutschland weit verbreitet und existiert nicht erst seit Gründung der Bundesrepublik. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im deutschen Kaiserreich ein reiches und vielfältiges Assoziationswesen aus freiwilligen Vereinigungen und Verbänden wie dem Bund deutscher Industrieller (BdI) und dem Bund deutscher Landwirte (vgl. Leif/ Speth 2006: 19). Lobbyismus gilt als Glied, das politische Interessen nicht nur mit den wirtschaftlichen, sondern auch mit den Interessen des Volkes direkt verbinden kann. Im politischen Alltag wird Lobbyismus in verschiedenen Formen praktiziert. Basis einer erfolgreichen Lobbyarbeit ist jedoch, das beide Seiten vom "Geschäft mit der Information" profitieren. Politiker holen sich Fachinformationen und Ratschläge bei Firmen und Verbänden, welche im Gegenzug durch ihre Meinung Einfluss auf die Politik nehmen können. Oftmals gehen solche "Tauschprozesse" (Leif/ Speth 2006: 16) aber auch mit Geschenken an Politiker, zusätzlichen Gehältern, oder mit, im Anschluss an die Amtsperiode versprochenen, lukrativen Posten in Aufsichtsräten einher. Hier beginnt eine Grauzone, in der sich Korruption und Lobbyismus überschneiden (vgl. Leif/ Speth 2006: 27). Dies ist auch der Grund, warum das Phänomen Lobbyismus so Medien- und Öffentlichkeitsscheu ist, was zu weiteren Vorurteilen in der Bevölkerung führt. Es bildet sich ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit der theoretischen Fundierung, sowie den Zielen, der Struktur, den Akteuren, den Vor- und Nachtteilen und der Europäisierung von Lobbyismus widmen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Ein erster Blick hinter die Kulissen – Lobbyismus in Deutschland

2. Pluralismus statt Korporatismus – Mittel zur Partizipation oder Rechtfertigung für Machtmonopole?

3. Lobbyismus als Herzschrittmacher oder Sand im Getriebe? Struktur und Ziele, sowie Prozesse und Möglichkeiten der unternehmerischen Interessenpolitik

4. Parasit oder Blüte der Demokratie? Licht- und Schattenseiten des Lobbyismus

5. Ausblick: Brüssel oder Berlin? Entwicklung des Lobbyismus in Richtung EU

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Lobbyismus in Deutschland im Spannungsfeld zwischen der Ausübung von Druck durch Unternehmen und seiner Funktion als Ausdruck demokratischer Partizipation. Das zentrale Ziel ist die Analyse der theoretischen Fundierung sowie der praktischen Strukturen und Akteure des Lobbyismus, um dessen Rolle im demokratischen System kritisch zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen: Pluralismus versus Korporatismus
  • Strukturen und Methoden der unternehmerischen Interessenvertretung
  • Licht- und Schattenseiten: Einflussnahme, Transparenz und Korruptionsrisiken
  • Interessenvertretung im Wandel: Nationale Ebene versus EU-Ebene
  • Rolle des Lobbyismus als „Brückenbauer“ in der repräsentativen Demokratie

Auszug aus dem Buch

3. Lobbyismus als Herzschrittmacher oder Sand im Getriebe? Struktur und Ziele, sowie Prozesse und Möglichkeiten der unternehmerischen Interessenpolitik

Bevor wir uns mit Prozessen, Strukturen oder Vorgehensweisen auseinandersetzten können, müssen wir zunächst einmal Lobbyismus klar definieren und ihn von anderen Begriffen wie der Interessenvertretung abgrenzen. Für Leif und Speth ist Lobbying „ die Beeinflussung der Regierung durch bestimmte Methoden, mit dem Ziel, die Anliegen von Interessengruppen möglichst umfassend bei politischen Entscheidungen durchzusetzen. Lobbying wird von Personen betrieben, die selbst am Entscheidungsprozess nicht beteiligt sind“ (Leif/ Speth 2006: 12). Adressaten des Lobbying sind alle Art von Personen die politische Entscheidungen fällen oder beeinflussen können. Betroffen sind vom europäischen Parlament bis zu den Länderparlamenten Oppositionsfraktionen sowie Regierungen. Zudem werden Ministerien angesprochen sowie Ausschüsse und Fachgremien. Es wird also gleichermaßen Entscheidungsmacht sowie Verhinderungsmacht genutzt. Traditionell gibt es ein großes Ungleichgewicht zwischen den so genannten „private interest groups“ (private Interessengruppen) wie Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und den „public interest groups“ die sich z.B. für Verbraucher, Kinder, Rentner und die Umwelt einsetzten (vgl. Leif/ Speth 2006: 13). Im Gegensatz zur Interessenvertretung richtet sich das Lobbying nicht an die Öffentlichkeit. Es stellt keine konstante Beeinflussung sondern das konkrete Durchsetzen von Einzelinteressen. Es versucht konkrete Gesetzesvorhaben zu verhindern, voranzutreiben oder zu beeinflussen. Das Lobbying hat daher einen unverkennbaren Projektcharakter. Es agiert vor allem im informellen Bereich, was bedeutet, dass es „keine Verfahren und keine Regeln gibt und Lobbyisten den Handlungsspielraum nutzen, den Politiker und Beamte bei ihren Entscheidungen haben“ (Leif/ Speth 2006: 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ein erster Blick hinter die Kulissen – Lobbyismus in Deutschland: Dieses Kapitel führt in das Phänomen des Lobbyismus ein, beleuchtet historische Aspekte und verdeutlicht anhand der Energiepolitik das Spannungsfeld zwischen notwendiger Information und informeller Einflussnahme.

2. Pluralismus statt Korporatismus – Mittel zur Partizipation oder Rechtfertigung für Machtmonopole?: Hier werden die theoretischen Ansätze des Pluralismus und des Korporatismus gegenübergestellt, um die legitimatorischen Grundlagen und systemischen Probleme der Interessenvertretung zu diskutieren.

3. Lobbyismus als Herzschrittmacher oder Sand im Getriebe? Struktur und Ziele, sowie Prozesse und Möglichkeiten der unternehmerischen Interessenpolitik: Das Kapitel definiert den Begriff Lobbying, unterscheidet ihn von allgemeiner Interessenvertretung und analysiert die Methoden sowie den Policy-Zyklus der Einflussnahme.

4. Parasit oder Blüte der Demokratie? Licht- und Schattenseiten des Lobbyismus: Es erfolgt eine differenzierte Abwägung der Vor- und Nachteile, wobei insbesondere die Rolle als Politikberatung gegen das Risiko der selektiven Partikularinteressen gestellt wird.

5. Ausblick: Brüssel oder Berlin? Entwicklung des Lobbyismus in Richtung EU: Der Fokus liegt auf der Professionalisierung und dem Wandel des Lobbyismus durch die europäische Integration sowie der wachsenden Bedeutung supranationaler Institutionen für Interessenvertreter.

Schlüsselwörter

Lobbyismus, Interessenvertretung, Pluralismus, Korporatismus, Politikberatung, Demokratie, Interessenverbände, Policy-Zyklus, Einflussnahme, Public Affairs, private interest groups, public interest groups, Partizipation, Korruption, EU-Lobbying.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Lobbyismus in Deutschland und beleuchtet dessen Doppelrolle als Instrument zur Interessenartikulation und als potenzielles Druckmittel einflussreicher Akteure im politischen System.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Verortung im Pluralismus/Korporatismus, die methodischen Ansätze der Einflussnahme, die Transparenzproblematik und der Wandel der Interessenpolitik durch die Europäisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Strukturen und Akteure des Lobbyismus transparent zu machen und zu bewerten, inwieweit Lobbyarbeit als Ausdruck demokratischer Partizipation oder als Gefahr für das Gemeinwohl zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse politikwissenschaftlicher Systemtheorien sowie einer Auswertung von Fachliteratur, um die Mechanismen der Interessenvermittlung aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Pluralismus/Korporatismus), die konkreten Arbeitsweisen von Lobbyisten im Policy-Zyklus und die Vor- sowie Nachteile der Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lobbyismus, Pluralismus, Interessenvertretung, politische Partizipation, Politikberatung und demokratische Legitimation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Lobbying von allgemeiner Interessenvertretung laut Text?

Lobbying zielt im Gegensatz zur generellen Interessenvertretung auf die konkrete Beeinflussung bestimmter Gesetzesvorhaben ab, ist projektorientiert und agiert häufig im informellen Bereich ohne feste Regeln.

Welche Rolle spielt die EU bei der Entwicklung des Lobbyismus?

Die EU-Ebene hat durch ihre Kompetenzerweiterung zu einer drastischen Zunahme an Lobbyisten und einer Professionalisierung der Interessenvertretung geführt, wobei die Kommission aufgrund ihres Initiativrechts besonders im Fokus steht.

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Résumé des informations

Titre
Druckmittel der Unternehmen oder Ausdruck von Demokratie? Lobbyarbeit in Deutschland
Université
University of Kaiserslautern  (FG Sozialwissenschaften)
Cours
Vergleichende Regierungslehre/ Innenpolitik: Einführung in den Vergleich politischer Systeme
Note
2,0
Auteur
Moritz Brückmann (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
16
N° de catalogue
V91490
ISBN (ebook)
9783638057905
ISBN (Livre)
9783638948395
Langue
allemand
mots-clé
Druckmittel Unternehmen Ausdruck Demokratie Lobbyarbeit Deutschland Vergleichende Regierungslehre/ Innenpolitik Einführung Vergleich Systeme
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Moritz Brückmann (Auteur), 2008, Druckmittel der Unternehmen oder Ausdruck von Demokratie? Lobbyarbeit in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91490
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Extrait de  16  pages
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