Das Ziel der Arbeit ist es, die wichtigsten Grundlagen für eine professionelle Betreuung und Begleitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Rahmen der Schulsozialarbeit herauszuarbeiten und zu überprüfen.
Dazu wurde vorab die Rolle und die Ziele der Schulsozialarbeit dargestellt und überprüft, inwiefern sich diese mithilfe von speziellen Handlungsprinzipien für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge umsetzen lassen kann. Die Ergebnisse der vorgelegten Arbeit zeigen deutlich, dass geflüchtete Kinder und Jugendliche neben der praktischen Grundversorgung auch pädagogische Angebote benötigen, um ihren Anspruch auf Persönlichkeitsentfaltung gerecht zu werden und um ihnen Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu ermöglichen und so ihre Inklusion befördern. Dazu müssen die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge als eigene Individuen, mit eigenen Wünschen und Entscheidungen angesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1. Flüchtling
2.2. Schulsozialarbeit
3. Hauptteil
3.1. Rolle und Ziele der Schulsozialarbeit
3.2. Handlungsprinzipien
3.3. Probleme im Schulalltag
4. Praxisgestaltung
4.1. Erlebnispädagogische Angebote
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine professionelle Betreuung und Begleitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Kontext der Schulsozialarbeit gestaltet werden kann, um deren soziale Integration und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
- Grundlagen und Begriffsdefinitionen im Kontext von Flucht und Schulsozialarbeit
- Rolle, Ziele und Handlungsprinzipien der Schulsozialarbeit
- Herausforderungen für geflüchtete Jugendliche im deutschen Schulalltag
- Erlebnispädagogik als wirksame Methode der Praxisgestaltung
- Bedeutung der Partizipation und Ressourcenorientierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Rolle und Ziele der Schulsozialarbeit
Für unbegleitete minderjährige Geflüchteten beginnt in Deutschland ein neues Leben. Sie haben viel hinter sich und wissen kaum, was noch kommt. Eine fremde Sprache, neue Menschen, eine andere Kultur. Die jungen Flüchtlinge treffen auf schwierige und unsichere Lebensumstände – und auf neue Chancen.
An diesem Punkt kann die Schulsozialarbeit eine wichtige Rolle bei der Bewältigung alltäglicher, sowie psychischer Probleme übernehmen. Laut Baier (2011) unterscheide sich die Schulsozialarbeit strukturell von anderen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit, aber sei dennoch als ein Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe – und somit Sozialer Arbeit – zu verstehen und könne sich somit auf die Rollenklärungen und fachliche Überlegungen beziehen, die bereits übergreifend für das Gesamtspektrum Sozialer Arbeit entworfen würden (Baier, 2011, S. 86). Mit dieser Aussage bezieht sich Baier auf bereits existierende Methoden-, Konzept- und Theoriespektrum der Sozialen Arbeit, wie z.B. Soziale Arbeit als „Menschenrechtsprofession“ nach Staub-Bernasconi, sowie als „Anwalt sozialer Gerechtigkeit“ im Rahmen der Lebensweltorientierung nach Thiersch (Baier, 2011, S. 87). Diese Annahme ist besonders wichtig, wenn es darum geht, die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Schulalltag gegen Diskriminierungen jeglicher Art zu unterstützen. Denn das Bildungssystem habe die Aufgabe, xenophoben Tendenzen entgegenzuwirken“ (Ott, 2016, S. 66).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle globale Flüchtlingssituation, die spezifische Schutzbedürftigkeit unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und legt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Flüchtling“ sowie „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ und erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und das Verständnis von Schulsozialarbeit.
3. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Rolle der Schulsozialarbeit, erarbeitet die notwendigen Handlungsprinzipien für eine professionelle Begleitung und beleuchtet die spezifischen Probleme im Schulalltag.
4. Praxisgestaltung: Hier wird anhand des Ansatzes der Erlebnispädagogik aufgezeigt, wie konkrete methodische Angebote zur psychischen Stabilisierung und sozialen Integration beitragen können.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer ressourcenorientierten Schulsozialarbeit zur Stärkung der Handlungsfähigkeit junger Geflüchteter.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Flucht, Integration, Persönlichkeitsentwicklung, Handlungsprinzipien, Jugendhilfe, Erlebnispädagogik, soziale Teilhabe, Kindeswohl, Bildungszugang, Lebensweltorientierung, Psychische Stabilität, Empowerment, Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen an eine professionelle Betreuung und Begleitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen durch die Schulsozialarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen, die Rolle und Ziele der Schulsozialarbeit, die Bewältigung von Fluchterfahrungen im Schulalltag sowie erlebnispädagogische Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Handlungskompetenzen und Prinzipien herauszuarbeiten, die Schulsozialarbeiter nutzen können, um eine professionelle Unterstützung der Jugendlichen zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der theoretischen Einbettung in Konzepte der Sozialen Arbeit, insbesondere der Lebensweltorientierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Rollen und Ziele der Schulsozialarbeit, Handlungsprinzipien (wie Prävention und Partizipation) sowie die psychischen und schulischen Herausforderungen für die Zielgruppe analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Schulsozialarbeit, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Integration, Handlungsprinzipien und Erlebnispädagogik.
Warum spielt die Erlebnispädagogik eine besondere Rolle?
Sie bietet einen handlungsorientierten Rahmen, der hilft, Vertrauen aufzubauen, Gruppendynamik zu fördern und korrigierende Erfahrungen zu den traumatischen Fluchterlebnissen zu schaffen.
Welche Herausforderungen im Schulalltag werden besonders betont?
Thematisiert werden unter anderem Konzentrationsstörungen, Aggressionen oder Passivität bei Schülern aufgrund von Traumata sowie die strukturelle Problematik der Trennung in Vorbereitungsklassen.
- Citation du texte
- Dilan Demir (Auteur), 2017, Schulsozialarbeit für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Betreuung und Begleitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915399