Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, welcher Leistungsbegriff in der Grundschulpädagogik angemessen ist und wie Leistung sinnvoll gemessen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
VORBEMERKUNGEN
BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
BESTIMMUNGSGRÖBEN DER SCHULLEISTUNG (NACH RÜDIGER)
PERSONALE FAKTOREN
AUBERSCHULISCHE FAKTOREN
SCHULISCHE FAKTOREN
LEISTUNG IN DER SCHULE: BEGRÜNDUNGEN, MOTIVE UND NOTWENDIGKEIT
ANTHROPOLOGISCHE GRÜNDE
LERNPSYCHOLOGISCHE BEGRÜNDUNG
GESELLSCHAFTLICHE GRUNDSCHULPÄDAGOGISCHE / SOZIALISATIONSTHEORETISCHE BEGRÜNDUNG
PÄDAGOGISCHE BEGRÜNDUNG
DIE LEISTUNGSPROBLEMATIK IN DER SCHULE
PROBLEME
GRÜNDE
PÄDAGOGISCHE KONSEQUENZEN
PRINZIPIEN DES PÄDAGOGISCHEN LEISTUNGSBEGRIFFS (NACH JÜRGENS)
GRUNDSÄTZE EINER PÄDAGOGISCHEN LEISTUNGSERZIEHUNG (NACH LICHTENSTEIN-ROTHER)
AKTUELLE BESTIMMUNGEN IN BAYERN ZUM THEMA LEISTUNG
SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch das Verständnis des Leistungsbegriffs im Kontext der Grundschule. Ziel ist es, den einseitigen, ergebnisorientierten Leistungsbegriff durch ein ganzheitliches pädagogisches Verständnis zu ersetzen, das Anstrengung, Prozessorientierung und die Förderung der Selbstbestimmung des Kindes in den Mittelpunkt stellt.
- Differenzierung zwischen statischem und dynamischem Leistungsbegriff
- Einflussfaktoren auf die Schulleistung (personal, familiär, schulisch)
- Begründung der Notwendigkeit von Leistungserziehung in der Schule
- Problematik der Selektionsfunktion und des Leistungsdrucks
- Pädagogische Konsequenzen für eine schülerorientierte Leistungserziehung
Auszug aus dem Buch
Begriffsbestimmungen
RÜDIGER: „Wenn bestimmte Aufgaben innerhalb vorgegebener Gütemaßstäbe und Zeitgrenzen bewältigt werden, dann spricht man von Leistung.“
Legt man diesen Leistungsbegriff zugrunde, so ist Horst Werner hoch überlegen. Im Mittelpunkt steht das Ergebnis der Bemühungen. Unser Sportlehrer würde in diesem Fall sagen: „Streng dich an, Werner! Schau, Horst hat es dir vorgemacht!“
Aber Werner gibt sich redlich Mühe, viel mehr Mühe als Horst. Er ist von der Reckhöhe allerdings überfordert. Es bedarf einer pädagogisch verantwortungsbewussten Sehweise, um vom reinen Ergebnisdenken wegzukommen und um auch die Anstrengungsbereitschaft, den Prozess zu würdigen. Dieser pädagogische Leistungsbegriff wird definiert:
KLAFKI: „Versteht man Leistung als Ergebnis und Vollzug einer zielgerichteten Tätigkeit, die mit Anstrengung verbunden ist und für die Gütemaßstäbe anerkannt werden, die also beurteilt wird, so erfordern die genannten Zielsetzungen ein hohes Maß an Anstrengung und spezifischen Können.“
KLAFKI lässt dabei unberücksichtigt, dass Leistung durchaus Freude bereiten kann, trotz großer Mühe (v.a. in der GS!)
Zusammenfassung der Kapitel
VORBEMERKUNGEN: Einführung in die Problematik des Leistungsbegriffs anhand eines anschaulichen Beispiels aus der Sportstunde.
BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Gegenüberstellung eines traditionellen, ergebnisorientierten Leistungsbegriffs mit einem pädagogischen, prozessorientierten Ansatz.
BESTIMMUNGSGRÖBEN DER SCHULLEISTUNG (NACH RÜDIGER): Analyse der verschiedenen personalen, außerschulischen und schulischen Faktoren, die das Leistungsergebnis beeinflussen.
LEISTUNG IN DER SCHULE: BEGRÜNDUNGEN, MOTIVE UND NOTWENDIGKEIT: Darstellung der anthropologischen, lernpsychologischen und sozialisationstheoretischen Gründe für die Bedeutung von Leistung.
DIE LEISTUNGSPROBLEMATIK IN DER SCHULE: Reflexion über die negativen Auswirkungen von Leistungsdruck und die einseitige Fokussierung auf kognitive Ergebnisse.
PÄDAGOGISCHE KONSEQUENZEN: Formulierung von Prinzipien und Grundsätzen für eine pädagogisch fundierte Leistungserziehung.
AKTUELLE BESTIMMUNGEN IN BAYERN ZUM THEMA LEISTUNG: Einordnung der pädagogischen Thesen in die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen wie Bayerische Verfassung und Lehrplan.
SCHLUSSBEMERKUNG: Zusammenfassendes Plädoyer für eine ermutigende Erziehung anstelle reiner Leistungsselektion.
Schlüsselwörter
Leistung, Leistungsbegriff, Grundschule, Leistungserziehung, Prozessorientierung, Produktorientierung, Leistungsmotivation, pädagogischer Erziehungsauftrag, Selektion, Individualisierung, Anstrengungsbereitschaft, Selbstbestimmung, Chancengerechtigkeit, Lernprozess, Schulleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis von „Leistung“ in der Grundschule und hinterfragt kritisch, wie Leistungsanforderungen pädagogisch sinnvoll gestaltet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung verschiedener Leistungsbegriffe, die vielfältigen Faktoren, die schulische Leistungen beeinflussen, sowie die notwendige pädagogische Relativierung des gesellschaftlichen Leistungsprinzips.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Begründung einer pädagogischen Leistungserziehung, die nicht auf Selektion, sondern auf der Förderung der individuellen Leistungsfähigkeit und Selbstbestimmung des Kindes basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die pädagogische Fachliteratur, lerntheoretische Ansätze und aktuelle bildungspolitische Vorgaben (Lehrplan, Verfassung) analysiert und synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Analyse der Einflussfaktoren auf Schulleistung, die Reflexion der Problematik von Leistungsdruck sowie die Ableitung von konkreten Konsequenzen für den Schulalltag.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Prozessorientierung“, „pädagogische Leistungsschule“, „Differenzierung“, „Leistungsmotivation“ und „Mündigkeitserziehung“ geprägt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen statischem und dynamischem Leistungsbegriff so wichtig?
Ein statischer Begriff ist allein produktorientiert und belastet schwächere Kinder, während ein dynamischer Begriff den Lernprozess und die individuelle Entwicklung würdigt, was motivierender und förderlicher ist.
Welche Rolle spielt die „Sozialbindung“ bei der Leistungserbringung laut Autor?
Leistung ist kein rein individueller Akt; der Mensch ist auf die Leistungen anderer angewiesen und soll durch seine eigene Leistung einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten, was Erziehung zu Solidarität erfordert.
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- Matthias Altmannsberger (Author), 2000, Der Leistungsbegriff in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9156