„Wie wirkt sich die Kommunikationsweise des Protagonisten auf den Verlauf seiner Adoleszenz aus?“ Diese Fragestellung möchte ich am Beispiel des klassischen Adoleszenzromans „Unterm Rad“ (1906) von Hermann Hesse und an J. D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ (1951) untersuchen. Der letztgenannte Roman lässt sich der Gattung des modernen Adoleszenzromans zuordnen. Die beiden Romane beschäftigen sich vor allem mit den negativen Auswirkungen mangelhafter Kommunikationsweisen.
Im ersten Teil meiner Arbeit möchte ich einen allgemeinen Überblick über das Themengebiet schaffen. Dazu werde ich den Begriff der Adoleszenz definieren und mich anschließend näher mit den oben genannten Gattungsausprägungen auseinandersetzen. Im zweiten Teil stehen die ausgewählten Romane im Vordergrund. Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich, da es für das Verständnis dieser Arbeit zwingend notwendig ist, sich bereits im Vorfeld eingehend mit den Romanen auseinandergesetzt zu haben. Ich fange mit der Beschreibung der Hauptperson an. Darauffolgend stelle ich dessen soziale Beziehungen näher dar, um mich schließlich mit der Kommunikation auseinanderzusetzen. Dieses Vorgehen wende ich bei beiden Romanen an, damit der nachfolgende Vergleich übersichtlicher ist. Dieser Vergleich ist von besonderer Bedeutung, da durch ihn das Thema im Schluss allgemeingültiger beschrieben werden kann und so auch auf unser alltägliches Leben übertragbar ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition Adoleszenz
3. Adoleszenz in der Literatur
3.1 Klassische Adoleszenzromane
3.2 Moderne Adoleszenzromane
3.3 Postmoderne Adoleszenzromane
4. Betrachtung der zwei Romanbeispiele
4.1 Hermann Hesses „Unterm Rad“
4.1.1 Zur Person Hans Giebenrath
4.1.2 Soziale Kontakte
4.1.3 Kommunikation
4.2 J. D. Salingers „Der Fänger im Roggen“
4.2.1 Zur Person Holden Caulfield
4.2.2 Soziale Kontakte
4.2.3 Kommunikation
5. Vergleich der zwei Romanbeispiele
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich die spezifischen Kommunikationsweisen der Protagonisten in „Unterm Rad“ von Hermann Hesse und „Der Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger auf den Verlauf ihrer jeweiligen Adoleszenzphase auswirken, um negative Auswirkungen mangelhafter Kommunikation aufzuzeigen.
- Adoleszenz als Entwicklungsphase und deren literarische Abbildung
- Unterschiede zwischen klassischen und modernen Adoleszenzromanen
- Analyse der Protagonisten Hans Giebenrath und Holden Caulfield
- Bedeutung sozialer Kontakte und familiärer Erziehungseinflüsse
- Die Rolle der Kommunikation bei der Identitätsfindung
Auszug aus dem Buch
4.1.3 Kommunikation
Hermann Heilner übt sehr offen Kritik an dem Schulsystem. Er meint, dass die Schule die Schüler stark unter Druck setze, sie aber trotz der umfangreichen Bildung sehr lebensfern erzöge. Er wird wegen dieser offenen Art von vielen verachtet, aber von Hans bewundert. Er beobachtet auch, dass Hermann viel „wärmer und freier“ lebe als er selbst. Hans ist, zumindest am Anfang, sehr fleißig und ordnet sich stets unter. Er widersetzt sich niemandem und widerspricht nicht, selbst als es ihm seelisch immer schlechter geht. Das liegt meiner Meinung nach auch an seiner Erziehung. Sein Vater hat ihn streng autoritär erzogen und ist selbst ausgestattet mit einer „blinde[n] Unterwürfigkeit gegen die ehernen Gebote der bürgerlichen Wohlanständigkeit“.
Diese erwartet er gleichermaßen von seinem Sohn. Von seiner Mutter konnte Hans weder intensive Kommunikation noch tieferen Gefühlsaustausch lernen. Er schreckt auch vor „allem äußerlich Enthusiastischen“ zurück, ist von Natur aus eher schüchtern und flüchtet in seine Traumwelten. Er wartet darauf, dass sich jemand mit ihm anfreundet. Jedoch kann er auch von seinem Freund Hermann nicht lernen wie man richtig kommuniziert, da der selbst ein Außenseiter ist und sich mit seiner Kommunikationsweise unbeliebt macht. Das kommt für den Musterschüler Hans nicht in Frage. Auch als es Hans schlecht geht, teilt er das weder seinem Vater noch seinen Lehrern mit. Einerseits schämt er sich zu stark für sein vermeintliches Versagen, andererseits denkt er, dass er in der Schuld der anderen steht, da sie so viel geopfert haben, um ihn zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit, der Fokus auf Kommunikation als zentrales Element der Adoleszenz sowie die Auswahl der beiden Romane begründet.
2. Begriffsdefinition Adoleszenz: Dieses Kapitel erläutert den Entwicklungszeitraum zwischen Kindheit und Erwachsenenalter und die damit verbundenen psychologischen sowie sozialen Herausforderungen.
3. Adoleszenz in der Literatur: Hier erfolgt eine Einordnung der Entwicklung des Adoleszenzromans in die Gattungen der klassischen, modernen und postmodernen Literatur.
4. Betrachtung der zwei Romanbeispiele: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Protagonisten Hans Giebenrath und Holden Caulfield hinsichtlich ihrer Persönlichkeit, ihrer sozialen Kontakte und ihres Kommunikationsverhaltens.
5. Vergleich der zwei Romanbeispiele: Hier werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Charaktere gegenübergestellt, wobei der Einfluss der jeweiligen Erziehungsstile auf die Identitätsentwicklung herausgearbeitet wird.
6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass offene Kommunikation ein wesentlicher Baustein für die psychische Stabilität während der Adoleszenz ist und Einflüsse von Familie und Umfeld die Persönlichkeitsbildung maßgeblich prägen.
Schlüsselwörter
Adoleszenz, Kommunikation, Identitätskrise, Hermann Hesse, J. D. Salinger, Unterm Rad, Der Fänger im Roggen, Sozialisation, Erziehung, Generationenkonflikt, Adoleszenzroman, Hans Giebenrath, Holden Caulfield, Psychologie, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit analysiert das Kommunikationsverhalten von jugendlichen Protagonisten in der Literatur und dessen Auswirkungen auf ihre persönliche Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Adoleszenz als Lebensphase, den Einflüssen von Erziehung und Umfeld sowie der Bedeutung von Kommunikation für die Identitätsfindung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie sich die Kommunikationsweise der Hauptfiguren auf den Verlauf ihrer Adoleszenz und deren Krisen auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse sowie den Vergleich zweier ausgewählter Romanbeispiele unter Einbeziehung psychologischer Aspekte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Gattung des Adoleszenzromans und eine detaillierte Einzelbetrachtung der Romane von Hesse und Salinger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Adoleszenz, Kommunikation, Identitätskrise, Erziehung und literarische Charakteranalyse.
Inwiefern unterscheidet sich Hesses Hans von Salingers Holden hinsichtlich ihrer Kommunikation?
Während Hans aufgrund streng autoritärer Erziehung in Unterwürfigkeit und Schweigen verfällt, nutzt Holden eine negative, teils aggressive Kommunikation, um sich von einer als verlogen empfundenen Erwachsenenwelt abzugrenzen.
Welche Rolle spielt die Familie für die Protagonisten?
Die Familie fungiert oft als Quelle für Erwartungsdruck; das Fehlen einfühlsamer Bezugspersonen erschwert den Protagonisten die Identitätsbildung und führt in die Krise.
Warum wird im Schluss die Notwendigkeit offener Kommunikation betont?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass offene Kommunikation bei der Bewältigung von Krisen als Stärke fungiert und der Einsamkeit sowie psychischen Erkrankungen entgegenwirken kann.
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- Anonym (Autor), 2020, Kommunikation in klassischer und moderner Adoleszenzliteratur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916458