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Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt

Eine vergleichende Analyse von Repräsentationsindikatoren

Titre: Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt

Thèse de Bachelor , 2020 , 65 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Isabel Irene Wolframm (Auteur)

Politique - Fondements et Généralités
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Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt auf der Basis einer vergleichenden Analyse von Repräsentationsindikatoren. Dabei wird auf die theoretische Einbettung, die Konzeptionalisierung der Repräsentationsindikatoren und die Entwicklung und Herausforderung des deutschen Parteiensystems eingegangen.

Das Forschungsinteresse entstand durch den Wahlerfolg der Alternative für Deutschland (AfD), welche im Jahre 2017 drittstärkste Kraft im deutschen Bundesparlament wurde. Den Wahlerfolg einer mittlerweile eindeutig klassifizierbaren rechtspopulistischen Partei, wird als Herausforderung für die Demokratie Deutschlands gesehen. In der Literatur ist das Aufkommen der AfD des Öfteren aufgrund einer "Repräsentationslücke" beschrieben. Diese Erscheinung weckte mein Interesse.

Während der Recherche haben sich weitere Faktoren der deutschen Demokratie offenbart, die schon seit langem das Parteiensystem herausfordern. Beispielsweise wird ein Rückgang der Volksparteien verzeichnet, eine allgemein sinkende Wahlbeteiligung und eine sinkende Parteienidentifikation, etc. die in ihrer Summe eine sinkende Repräsentationskraft von Parteien zum Ausdruck bringen können. Einige Autoren, wie zum Beispiel Frank Decker (2016) sprechen sogar von einer "Krise der Demokratie".

Es entwickelte sich das Interesse, die repräsentative Demokratie genauer zu untersuchen. Der Fokus soll dabei nicht auf einer politischen Partei beschränkt sein. Stattdessen soll das Parteiensystem in seiner Gesamtheit analysiert werden. Um Aufschluss darüber zu entwickeln, seit wann Repräsentationslücken im deutschen Parteiensystem bestehen, wird eine Längsschnittuntersuchung vollzogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Einbettung

2.1 Parteien und Parteiensysteme

2.2 Kernbestandteile repräsentativer Demokratien

2.3 Krisen und Herausforderungen

3 Konzeptionalisierung der Repräsentationsindikatoren

3.1 Wahlbeteiligung

3.2 Cleavage-Modell

4 Entwicklung und Herausforderung des deutschen Parteiensystems

4.1 1953 bis 1976

4.2 1976 bis 1998

4.3 1998 bis 2005

4.4 2005 bis 2017

5 Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt, um zu ermitteln, seit wann Anzeichen einer „Repräsentationslücke“ bestehen und wie politische Parteien auf die Herausforderungen der repräsentativen Demokratie reagieren. Dabei wird analysiert, inwieweit das Parteiensystem in seiner Gesamtheit ein pluralistisches Gemeinwohl und ein pluralistisches Gesellschaftsbild widerspiegeln kann.

  • Analyse der Repräsentationskraft deutscher Parteien seit 1953.
  • Einsatz der Indikatoren „Wahlbeteiligung“ und „Cleavage-Modell“.
  • Untersuchung der Entwicklung des Parteiensystems in vier Phasen (Konzentration, Transformation, Aufbruch, Fragmentierung).
  • Diskussion von Krisenphänomenen und der Rolle des Parteienwettbewerbs.
  • Einordnung des Aufstiegs rechtspopulistischer Kräfte wie der AfD.

Auszug aus dem Buch

2.1 Parteien und Parteiensysteme

Parteien haben, in der Herrschaft des Volkes, unter Anbetracht der hohen Bevölkerungszahl in Deutschland, eine strukturierende Funktion in der Volksherrschaft (vgl. Rudzio 2019: 85). Sie tragen die zentrale Funktion der institutionalisierten Repräsentation. „In modernen Demokratien sind Parteien das Bindeglied zwischen Wählern, Parlamenten und Regierungen (vgl. Merkel 2015: 34).“

Politische Parteien können nach Macht streben (vgl. Weber 1956: 176), um soziale, wirtschaftliche und kulturelle Konflikte im politischen Geschehen (auf Landes- oder Bundesebene) langfristig zu beeinflussen. Hierfür greifen Parteien die Interessen der Bevölkerung in öffentlichen Diskursen auf, bündeln sie und verschaffen ihnen im Parlament und Regierung politisches Gleichgewicht. Politische Parteien dienen der nationalen Integration der Bürger und der Repräsentation der territorialen Diversität (vgl. Detterbeck 2019: 101). Sie wirken an der politischen Willensbildung mit (vgl. Art. 21 (1) GG). Ihnen kommt eine zentrale Vermittlerrolle zwischen Staat und Gesellschaft zu (vgl. Mielke 2013: 175). „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt (Art. 20 GG).“ Im Grundgesetz sind zudem demokratische Prinzipien verankert, wobei politischen Parteien ein spezifisches Parteiengesetz zukommt (Art. 21 (2) GG; PartG). Gewissermaßen stehen sie im verfassungsrechtlichen Auftrag, um die Demokratie in Deutschland zu wahren (vgl. Mielke 2013: 175). Das Grundgesetz legt fest, wie politische Parteien aufgebaut sein müssen, also welche Strukturbedingungen sie haben sollten, um der repräsentativen Form gerecht zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Forschungsinteresse ein, welches durch den Erfolg der AfD und die Diskussion um eine „Repräsentationslücke“ im deutschen Parteiensystem motiviert ist.

2 Theoretische Einbettung: Dieses Kapitel erläutert die Funktionen politischer Parteien, die Kernbestandteile repräsentativer Demokratien und die begriffliche Unterscheidung zwischen Herausforderungen und Krisen.

3 Konzeptionalisierung der Repräsentationsindikatoren: Hier werden die Wahlbeteiligung und das Cleavage-Modell als methodische Instrumente eingeführt, um die Repräsentationsfähigkeit empirisch greifbar zu machen.

4 Entwicklung und Herausforderung des deutschen Parteiensystems: Der Hauptteil analysiert die Entwicklung des Parteiensystems in vier Phasen von 1953 bis 2017 anhand der gewählten Indikatoren.

5 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Längsschnittanalyse zusammen und diskutiert mögliche Wege zur Stärkung der Repräsentation in einer latenten Krise der Demokratie.

Schlüsselwörter

Repräsentationsfähigkeit, deutsches Parteiensystem, Wahlbeteiligung, Cleavage-Modell, repräsentative Demokratie, Repräsentationslücke, Volksparteien, politische Parteien, Wahlanalyse, Transformation, Fragmentierung, Parteienwettbewerb, AfD, politisches System, Demokratiekrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Repräsentationskraft des deutschen Parteiensystems über einen Zeitraum von 1953 bis 2017, um Anzeichen für Repräsentationslücken aufzudecken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Funktion von Parteien, die Auswirkungen von sozio-kulturellen Konflikten auf das Wahlverhalten und die Dynamik von Parteien bei der Repräsentation gesellschaftlicher Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, mittels einer Längsschnittuntersuchung zu klären, seit wann Repräsentationslücken im Parteiensystem erkennbar sind und wie Parteien mit diesen Herausforderungen umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine vergleichende Analyse, basierend auf den Indikatoren der Wahlbeteiligung und der Anwendung des Cleavage-Modells von Lipset und Rokkan auf das deutsche Parteiensystem.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert das Parteiensystem in vier historische Entwicklungsphasen: die Konzentrations-, Transformations-, Aufbruchs- und Fragmentierungsphase.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Repräsentationsfähigkeit, Wahlbeteiligung, das Cleavage-Modell sowie die Analyse von Herausforderungen der deutschen Demokratie im Wandel.

Warum wird das Cleavage-Modell zur Analyse verwendet?

Es dient dazu, zu visualisieren, ob soziale Gruppen in ihrer Vielfalt durch Parteien politisch repräsentiert werden oder ob bestimmte Konflikträume unbesetzt bleiben.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der „Repräsentationslücke“?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass seit den 1980er Jahren ein „links-autoritärer“ Konfliktraum im Cleavage-Modell unbesetzt bleibt, was als Hinweis auf eine existierende Repräsentationslücke gedeutet wird.

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Résumé des informations

Titre
Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt
Sous-titre
Eine vergleichende Analyse von Repräsentationsindikatoren
Université
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Note
2,0
Auteur
Isabel Irene Wolframm (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
65
N° de catalogue
V916964
ISBN (ebook)
9783346236708
ISBN (Livre)
9783346236715
Langue
allemand
mots-clé
Wahlbeteiligung Cleavage Modell Repräsentationslücke latente Krise des Parteiensystems
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Isabel Irene Wolframm (Auteur), 2020, Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916964
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