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Stadtentwicklung in Ostdeutschland - Vom 2. Weltkrieg bis zur Wende

Title: Stadtentwicklung in Ostdeutschland - Vom 2. Weltkrieg bis zur Wende

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Kuhne (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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[...] Die Aufteilung Deutschlands unter den Besatzungsmächten beeinflusste die folgende Städtebau- und Stadtentwicklungspolitik maßgeblich, Ostdeutschland wurde sowjetische Besatzungszone. Entsprechend den grundlegend dem westlichen Kapitalismus entgegen gesetzten Vorstellungen sollte dieses Gebiet völlig neu gestaltet werden, um dem in ihm herrschenden Sozialismus Ausdruck zu verleihen. Die Charakteristik der deutschen sozialistischen Städte liegt dabei in ihrem kapitalistischen Fundament, auf welchem sie entstanden. Ausnahmen bilden einige wenige Neugründungen wie Eisenhüttenstadt (ehem. Stalin-Stadt), Hoyerswerda oder Schwedt, die als sozialistische „Idealstädte“ geplant und gebaut wurden.
Wie diese Entwicklung ihren Lauf nahm soll in dieser Arbeit erläutert werden. Dazu soll zunächst auf die entstehenden Grundsätze des sozialistischen Städtebaus eingegangen werden, welche Aufschluss über die Ziele einer solchen Stadtplanung geben.
Im Folgenden wird die Entwicklung der Städte Ostdeutschlands anhand von drei Phasen chronologisch nachvollzogen, wobei die Eckdaten nur Orientierungspunkte darstellen, die auch anders gewählt werden können. Hierbei werden immer wieder konkrete Beispiele, in denen die Städtebaupolitik umbesetzt wurde, zur Veranschaulichung herangezogen werden.
Zum Schluss soll noch ein kurzer Blick auf die Entstehung des Plattenbaus und seine Bedeutung für die DDR geworfen werden, da diese Bauweise fast symbolisch für dieses Land geworden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung (Ost)Deutschland nach dem Krieg

2. Grundsätze des Städtebaus

3. Drei Phasen des Städtebaus

3.1. 1945 – 1960

3.2. 1960 – 1975

3.3. 1975 – 1989

4. Entstehung des Plattenbaus

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die städtebauliche Entwicklung in Ostdeutschland im Zeitraum vom Zweiten Weltkrieg bis zur politischen Wende 1989. Dabei wird analysiert, wie die staatliche Lenkung und die sozialistische Ideologie die Gestaltung von Städten, die Wohnungsbaupolitik und die Herausbildung spezifischer architektonischer Charakteristika wie des Plattenbaus beeinflusst haben.

  • Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die deutsche Stadtstruktur.
  • Die Implementierung der "16 Grundsätze des Städtebaus" in der DDR.
  • Die Phasen des industriellen Wohnungsbaus und der städtebaulichen Planung.
  • Die soziologische und politische Bedeutung des Plattenbaus als sozialistisches Ideal.
  • Der Wandel in der Einstellung zur Altbausanierung und Stadterhaltung.

Auszug aus dem Buch

2. Grundsätze des Städtebaus

Nach dem Systemwechsel in Ostdeutschland und der Gründung der DDR wurden die „16 Grundsätze des Städtebaus“ fixiert, welche dann als Grundlage für das „Aufbaugesetz“ von 1950 dienten. Als Ziel formulieren diese, dass der Städtebau „der gesellschaftlichen Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik, den fortschrittlichen Traditionen unseres deutschen Volkes sowie den großen Zielen, die dem Aufbau ganz Deutschlands gestellt sind, Ausdruck verleihen“ soll. Insgesamt kann man diese Grundsätze auf drei Prinzipien zusammenfassen, die sich daraus ergeben: Ganzheitlichkeit, Zentralität und Dominanz.

Laut den 16 Grundsätzen diente der Städtebau der „harmonische Befriedigung des menschlichen Anspruchs auf Arbeit, Wohnung, Kultur und Erholung“, wobei die Städte selber „von der Industrie und für die Industrie“ gebaut werden. Die Stadt sollte ein einheitliches und stabiles Ganzes bilden, wobei die Einheit von Funktion, Struktur und Gestalt gewahrt werden sollte, also ganzheitlich sein. Auch sollte sie in ihrem Wachstum begrenzt werden, bestimmt durch die Zweckmäßigkeit. Flierl weist allerdings darauf hin, dass diese Einheit nur auf der niedrigeren Ebene der städtebaulichen Ensembles, also städtischen Teilbereichen, umgesetzt wurde. In diesen Ensembles sollte dann auch das Kollektiv der Menschen erkennbar werden, sowohl innen erlebbar als auch äußerlich ablesbar.

Das zweite Prinzip bezieht sich auf das Stadtzentrum. Die Mitte der Stadt sollte auch Mitte des gesellschaftlichen Lebens sein. Die Städte sollten von „innen heraus“ erneuert werden und die Mitte der Stadt wurde als kommunikativer Ort dem kapitalistischen kommerziellen Stadtkern gegenübergestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung (Ost)Deutschland nach dem Krieg: Dieses Kapitel skizziert die Ausgangslage zerstörter Städte nach 1945 und führt in die politisch motivierte städtebauliche Neugestaltung Ostdeutschlands unter sowjetischem Einfluss ein.

2. Grundsätze des Städtebaus: Hier werden die „16 Grundsätze des Städtebaus“ analysiert, die auf den Prinzipien Ganzheitlichkeit, Zentralität und Dominanz basierten und den Städtebau zum Instrument der sozialistischen Gesellschaftsgestaltung machten.

3. Drei Phasen des Städtebaus: Dieses Kapitel unterteilt die städtebauliche Entwicklung in drei chronologische Etappen von 1945 bis 1989, die vom Wiederaufbau über die Industrialisierung des Bauens bis hin zur Entstehung großer randstädtischer Wohnkomplexe reichen.

4. Entstehung des Plattenbaus: Das Kapitel beleuchtet den historischen Ursprung der Tafelbauweise, die durch eine Übertragung tayloristischer Effizienzprinzipien auf den Wohnungsbau zum dominierenden Bauprinzip der DDR wurde.

5. Schluss: Abschließend wird resümiert, wie sich die sozialistische Planwirtschaft in einer monotonen, aber staatlich gesteuerten Stadtstruktur niederschlug, die den Wohnungsbedarf deckte, jedoch die Altbausubstanz vernachlässigte.

Schlüsselwörter

Städtebau, DDR, Sozialismus, Planwirtschaft, Plattenbau, Wohnungsbau, industrielle Bauweise, Stadtzentrum, WBS 70, Städtebaupolitik, Nachkriegszeit, Sozialistische Idealstadt, Kollektiv, Altbausanierung, Stadtplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den städtebaulichen Wandel in Ostdeutschland in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Wende 1989, mit einem Fokus auf die ideologische Beeinflussung der Stadtgestaltung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die staatliche Steuerung des Wohnungsbaus, die Entwicklung sozialistischer Stadtzentren und die Einführung standardisierter Bauweisen wie des Plattenbaus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie politisch-ideologische Vorgaben den Städtebau prägten und wie diese zum Aufbau einer "sozialistischen Stadt" genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historisch-chronologische Untersuchung, die städtebauliche Entwicklung in drei Phasen einteilt und anhand von Architekturprinzipien sowie Fachliteratur analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des sozialistischen Städtebaus (die 16 Grundsätze), die drei chronologischen Entwicklungsphasen und eine vertiefende Analyse der Entstehung und Bedeutung des industriellen Plattenbaus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Städtebaupolitik, DDR, industrielle Bauweise, Kollektiv und Planwirtschaft beschreiben.

Welche Rolle spielten die "16 Grundsätze des Städtebaus"?

Sie dienten als ideologisches Fundament für die staatliche Stadtplanung, um den Sozialismus architektonisch sichtbar zu machen und den Aufbau der DDR-Städte zentral zu steuern.

Wie wirkte sich die Verstaatlichung auf die Stadtzentren aus?

Da private Konkurrenz und Bodenspekulation entfielen, wandelten sich Stadtzentren von kommerziellen Kernen zu Orten für administrative und gesellschaftliche Repräsentation sowie Wohnfunktionen.

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Details

Title
Stadtentwicklung in Ostdeutschland - Vom 2. Weltkrieg bis zur Wende
College
University of Münster
Grade
2,0
Author
Julia Kuhne (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V91708
ISBN (eBook)
9783638041157
Language
German
Tags
Stadtentwicklung Ostdeutschland Weltkrieg Wende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kuhne (Author), 2007, Stadtentwicklung in Ostdeutschland - Vom 2. Weltkrieg bis zur Wende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91708
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