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Zur spezifischen Leistung von Bildern in Kommunikation anhand eines multikodalen Textes

Title: Zur spezifischen Leistung von Bildern in Kommunikation anhand eines multikodalen Textes

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nelli Schulz (Author)

German Studies - Linguistics
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Schon 30 000 Jahre alte Zeugnisse paläolithischer Kunst belegen ein sich in Malerei und Gravur ausdrückendes, symbolisches Darstellungsvermögen des Menschen, das

„keineswegs auf eine primitive Repräsentation der Welt, sondern auf die hoch abstrakte Komposition mythologischer, in mündliche Sprechhandlungskontexte eingebettete Symbolordnungen zielte“ (Jäger 2002, 28).

Sinn konstituierte sich, indem verschiedene Symbolsysteme in transkriptive Beziehung gebracht wurden (vgl. ebd., 28ff.). Seit dem 20. Jahrhundert geht man auch in der Philosophie davon aus, dass das menschliche Verhältnis zur Welt ein durch Zeichen vermitteltes Verhältnis ist. Der Mensch ist nach Cassirer ein animal symbolicum. Um erkennen zu können, müssen wir Zeichensysteme entwickelt haben (vgl. Sachs-Hombach 2006, 41). Bilder entstanden noch vor der Schrift, die menschliche Bilderpraxis ist eine der ältesten Kulturtechniken. Es gibt keine eindeutige Erklärung für die Entstehung von Bildern, man vermutet, dass Höhlenbilder und Körperbemalungen in kultischen und magischen Zusammenhängen stehen (vgl. ebd., 31).

Was leisten Bilder aufgrund ihrer Wahrnehmungsnähe? Und was leisten sie speziell im Gegensatz zu Sprache; was müssen sie kompensieren? Ich werde neben diesen zentralen Fragestellungen auf den Begriff der Audiovisualität eingehen und die Begrifflichkeit der Bilder als Zeichen erläutern. Es folgt ein kurzer Exkurs zu Ludwig Jägers Transkriptivität. Ich untersuche, wie sich der Text-Bild-Bezug in Nachrichtensendungen äußert – dazu folgt im letzten Kapitel eine Analyse zweier Nachrichtensendungen zum selben Thema. Es kommt mir darauf an, zu zeigen, wie sich die Auswahl und Beschreibung der Bilder unterscheidet.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Audiovisualität

2.1 Begriff

2.2 Die Text-Bild-Schere

2.3 Die Korrespondenz von Sprache und Bild

3. Bilder als Zeichen

4. Transkriptivität

5. Der multikodale Text: Nachrichten

6. Sprache vs. Bild

6.1. Funktionen von Sprache und Bild

6.2 Für die Herrschaft des Bildes

6.3 Gegen die Herrschaft des Bildes

6.4 Die Komplementarität von Sprache und Bild

7. Analyse

7.1 Bericht der CNN

7.2 Bericht der ARD

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die spezifische Leistung und Funktion von Bildern in der Kommunikation innerhalb von multikodalen Texten, mit einem besonderen Fokus auf die Fernsehberichterstattung. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie sich die Auswahl und Beschreibung von Bildern in Nachrichtensendungen unterscheidet und wie Sprache und Bild bei der Informationsvermittlung interagieren.

  • Grundlagen der Audiovisualität und Medientheorie
  • Semiotik des Bildes als Zeichen
  • Transkriptivität und mediale Bedeutungskonstitution
  • Funktionsweise multikodaler Nachrichtenformate
  • Komparative Analyse von Text-Bild-Beziehungen am Beispiel von CNN und ARD

Auszug aus dem Buch

6.2 Für die Herrschaft des Bildes

Scholz begründet die Herrschaft des Bildes mit der Ähnlichkeitstheorie. Diese geht davon aus, dass Ähnlichkeit ein besonderes Merkmal von Bildern ist, das es beispielsweise von Sprache unterscheidet. Bildliche Darstellung funktioniert auf einer natürlichen Beziehung der Ähnlichkeit, dagegen sind sprachliche Ausdrücke arbiträr und konventionell. Die Kompetenz, Bilder zu erwerben, muss erlernt werden, aber die Zusammenhänge beim Lernen mit Bildern sind stärker ausgeprägt. Das hängt aber nicht von der Ähnlichkeit zwischen Zeichen und Bezeichnetem ab, sondern von den Beziehungen zwischen den Zeichen: Kann man von der Kenntnis weniger Fälle auf viele, noch nicht gelernte, schließen, geht das Lernen schnell (vgl. Scholz 2004, 19f.).

Sprachzeichen sind beliebig, denn die gleiche Sache wird in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich bezeichnet (z.B. Igel – hérisson – hedgehog). Darin besteht der grundlegende Unterschied zwischen Sprach- und Bildzeichen, denn Motiviertheit ist bei Bildern die Regel. Deshalb sind Piktogramme für Benutzer unterschiedlicher Herkunft verständlicher als Wortzeichen, was deren Bevorzugung an internationalen Schauplätzen wie Flughäfen oder Bahnhöfen bestätigt (vgl. Doelker 1997, 51f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der Bildlichkeit und Hinführung zur Fragestellung der Audiovisualität in der modernen Kommunikation.

2. Audiovisualität: Erläuterung des Begriffs der Audiovisualität, der Text-Bild-Schere und der verschiedenen Korrespondenzformen zwischen Sprache und Bild.

3. Bilder als Zeichen: Theoretische Einordnung des Bildes als semiotisches Objekt, das in einem pragmatischen Kontext Bedeutung generiert.

4. Transkriptivität: Untersuchung des Konzepts der intermedialen Kopplung von Symbolsystemen nach Ludwig Jäger.

5. Der multikodale Text: Nachrichten: Analyse der Rolle von Bildern in Nachrichten, deren zunehmende Ikonisierung und deren Einfluss auf die Nachrichtenauswahl.

6. Sprache vs. Bild: Gegenüberstellung der Funktionen von Sprache und Bild sowie Diskussion der Machtverhältnisse zwischen beiden Codes.

7. Analyse: Konkrete Untersuchung der Urteilsverkündung im Michael-Jackson-Prozess anhand von Berichten von CNN und ARD.

8. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der wechselseitigen Unterstützung von Bild und Sprache sowie der Feststellung, dass keine Hierarchie zwischen den Medien besteht.

Schlüsselwörter

Audiovisualität, Text-Bild-Schere, Transkriptivität, Multikodalität, Fernsehnachrichten, Bildzeichen, Mediensprache, Semiotik, Ikonisierung, Nachrichtenanalyse, Komplementarität, Kommunikation, Michael-Jackson-Prozess, Authentizität, Bildüberlegenheitseffekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Sprache und Bild in audiovisuellen Medien, insbesondere am Beispiel von Fernsehnachrichten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen Medientheorie, Semiotik (Bilder als Zeichen), das Konzept der Transkriptivität sowie die praktische Analyse von Nachrichtenformaten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die spezifische Leistung von Bildern in der Kommunikation zu ergründen und aufzuzeigen, wie Sprache und Bild in einem multikodalen Kontext gemeinsam Sinn konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch medienwissenschaftliche Literatur und einer komparativen Text-Bild-Analyse zweier Nachrichtensendungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zur Audiovisualität und Bildsemiotik sowie eine empirische Untersuchung von CNN- und ARD-Berichten zum Michael-Jackson-Prozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Audiovisualität, Transkriptivität, Multikodalität, Bildsemiotik und Fernsehnachrichten.

Wie unterscheidet sich die Nachrichtenberichterstattung von CNN und ARD im analysierten Beispiel?

Die Analyse zeigt, dass CNN stärker auf emotionale Nähe und persönliche Einzelschicksale setzt, während die ARD einen klassisch sachlich-neutralen Berichtsstil pflegt.

Was bedeutet der Begriff „Text-Bild-Schere“ in der Arbeit?

Der Begriff beschreibt den Fall, dass Bild- und Textinformationen nicht miteinander korrespondieren oder sich sogar widersprechen, was zu Interpretationsschwierigkeiten beim Rezipienten führen kann.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Verhältnis von Sprache und Bild?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Sprache und Bild komplementär wirken und keine eindeutige Hierarchie zwischen ihnen feststellbar ist; sie unterstützen sich gegenseitig wie in einem Pas de deux.

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Details

Title
Zur spezifischen Leistung von Bildern in Kommunikation anhand eines multikodalen Textes
College
Technical University of Chemnitz  (Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Kulturelle Semantik und Audiovisualität
Grade
2,0
Author
Nelli Schulz (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V91764
ISBN (eBook)
9783638058544
ISBN (Book)
9783640204694
Language
German
Tags
Kommunikation Audiovisualität Bilder Kulturelle Semantik multikodaler Text Text-Bild-Schere Transkriptivität Sprachwissenschaft Linguistik Holly Mode bimodal Divergenz Sachs-Hombach Transkribieren Monitoring ikonisch CNN Ludwig Jäger Nachrichten Text Bild Redundanz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nelli Schulz (Author), 2007, Zur spezifischen Leistung von Bildern in Kommunikation anhand eines multikodalen Textes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91764
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