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Die deutsche Automobilindustrie in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft - Opel, Daimler-Benz und Volkswagen

Title: Die deutsche Automobilindustrie in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft - Opel, Daimler-Benz und Volkswagen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Jens Weis (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges fiel es der deutschen Automobilindustrie schwer, die Entwicklungsdefizite gegenüber der ausländischen Konkurrenz aufzuholen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich diese Situation. Die verschleierten Aufrüstungspläne begünstigten den weiteren Ausbau der Automobilfirmen. Hitlers Ziel war es, die Massen nicht nur politisch zu mobilisieren, sondern ihnen auch mit Hilfe von Automobilien den Aufbruch in eine neue Zeit zu signalisieren. Der Bau der Autobahnen, wenngleich er in Wirklichkeit recht bescheiden ausfiel, wurde propagandistisch ausgenutzt, um die Massenmobilisierung zu verkünden. Damit dieses Ziel in allen Bereichen der Gesellschaft Anklang finden sollte, initiierte Hitler das Volkswagenprojekt. Ein billiger Kleinwagen sollte für jedermann erschwinglich sein und das Gefühl der Volksgemeinschaft manifestieren.
Doch wie stark ließ sich die deutsche Automobilindustrie in die Rüstungswirtschaft einbinden? Welche Ziele und Probleme charakterisierten die Unternehmen während des Krieges? Und wie lang hielt das Arrangement mit dem NS-Regime tatsächlich an? In dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, einige ausgewählte Unternehmen, wie die Adam Opel AG, die Daimler Benz AG und das Volkswagenwerk in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches zu skizzieren und aufzuzeigen, wie stark die Wirtschaft an das Regime gebunden wurde. Im Rahmen dieser Arbeit kann keine umfassende Darstellung aller Ereignisse erfolgen, so kann die Einbindung der sowjetischen Kriegsgefangenen und der enormen Anzahl der Fremd- und Zwangsarbeiter nicht umfassend behandelt werden. Anhand ausgewählter Verwaltungsstrukturen, wie dem Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz und dem Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrzeugwesen sowie dem Reichsministerium für Bewaffnung und Munition soll die Wirtschaftspolitik und deren Probleme dargestellt werden. Die Automobilindustrie wurde maßgeblich von diesen drei Organen behindert bzw. gefördert. Diese Betrachtung muss vorangestellt werden, um die Schwierigkeiten der einzelnen Unternehmen in die Rahmenbedingungen einzuordnen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Institutionen

2.1 Vierjahresplanbehörde

2.2 Generalbevollmächtigter für das Kraftfahrzeugwesen

2.3 Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz

2.4 Reichsministerium für Bewaffnung und Munition

3. Adam Opel AG

4. Daimler Benz AG

5. Volkswagen

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Einbindung der deutschen Automobilindustrie in die Kriegswirtschaft des Dritten Reiches am Beispiel der Unternehmen Adam Opel AG, Daimler Benz AG und Volkswagenwerk. Dabei wird analysiert, inwieweit die Unternehmen an das NS-Regime gebunden waren, welche Ziele und Probleme ihre Produktion während des Krieges charakterisierten und wie das Arrangement mit der Rüstungswirtschaft gestaltet war.

  • Analyse der Rolle zentraler Verwaltungsinstanzen wie der Vierjahresplanbehörde und des Reichsministeriums für Bewaffnung und Munition.
  • Untersuchung der unternehmensspezifischen Transformationsprozesse von der zivilen PKW-Produktion hin zur Rüstungsfertigung.
  • Bewertung des Einflusses von Zwangsarbeit und ausländischen Arbeitskräften auf die Produktionsabläufe.
  • Beurteilung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die industrielle Kapazitätsauslastung.

Auszug aus dem Buch

3. Adam Opel AG

Die Umwandlung der Adam Opel KG zur Aktiengesellschaft im Dezember 1928 ermöglichte dem amerikanischen Konzern General Motors (GM) den Aufkauf der Aktienanteile des bis dahin modernsten Automobilherstellers Deutschlands. In zwei Schritten übernahm GM 1929 zunächst 80 Prozent der Aktien und 1931 wurden die verbliebenen 20 Prozent ebenso aufgekauft. Insgesamt lag der Wert bei 33,352 Millionen US-$. Die amerikanische Beteiligung an der Adam Opel AG war der Grund, warum Opel 1935 keine Pläne für den Bau des Volkswagens erhielt. 1936 wurde der Konzern sogar gänzlich von den Gesprächen darüber ausgeschlossen, denn dieser sollte keinesfalls mit amerikanischen Firmen produziert werden. Wie weit allerdings die Verbindungen des Konzerns - der seit 1942 unter der Leitung eines Feindvermögenverwalters stand - und dessen amerikanischen Aufsichtsratsmitgliedern mit dem NS-Regime tatsächlich reichten, ist nicht eindeutig erforscht.

Nach dem Kriegsbeginn 1939 brach die PKW-Fertigung zusammen. Lediglich eine kleine Anzahl wurde für Exportzwecke weiterproduziert. Der Großteil der Arbeiter musste in anderen Unternehmen vorübergehend weiter beschäftigt werden. Die Kapazitäten des Werkes in Rüsselsheim sollten schließlich auf die Flugzeugteilefertigung umgestellt werden, wohingegen in Brandenburg die LKW-Produktion weiter bestehen blieb. Zwei Einschränkungen mussten dennoch auch dort hingenommen werden. Zum einen verringerten sich die LKW-Exporte immer stärker und ab 1944 beanspruchte die Wehrmacht sogar den gesamten Produktionsumfang. Das zweite Problem blieb bis 1942 existent, denn die Lastwagenfertigung wurde erst ab diesem Jahr in eine erhöhte Dringlichkeit eingestuft und war vorher folglich keiner Rohstoffe oder Arbeitskräfte ernsthaft sicher.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten der deutschen Automobilindustrie nach dem Ersten Weltkrieg und formuliert die Forschungsfrage zur Einbindung der Unternehmen in die nationalsozialistische Rüstungswirtschaft.

2. Institutionen: Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen staatlichen Lenkungsinstanzen und Kompetenzbereiche, die die deutsche Kriegswirtschaft steuerten und die Unternehmen beeinflussten.

2.1 Vierjahresplanbehörde: Hier werden die Ziele der Vierjahresplanbehörde zur Autarkie und Kontrolle der zivilen Wirtschaft unter Berücksichtigung nationalsozialistischer Rüstungsnotwendigkeiten analysiert.

2.2 Generalbevollmächtigter für das Kraftfahrzeugwesen: Das Kapitel erläutert die organisatorischen Aufgaben der Behörde unter Oberst von Schell bei der Koordination der PKW- und LKW-Produktion und der militärischen Umstellung.

2.3 Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz: Die Problematik des Arbeitskräftemangels im Krieg und die Mechanismen der Zwangsrekrutierung, insbesondere unter Fritz Sauckel, stehen hier im Mittelpunkt.

2.4 Reichsministerium für Bewaffnung und Munition: Der Fokus liegt auf der Rolle von Fritz Todt und Albert Speer bei der Zentralisierung der Rüstungsproduktion und der Einführung von Ausschüssen und Ringen.

3. Adam Opel AG: Es wird die Transformation des Werkes vom amerikanischen Tochterunternehmen zur Rüstungsfabrik und die damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich der Rohstoff- und Arbeitskräfteversorgung dargestellt.

4. Daimler Benz AG: Das Kapitel untersucht die frühzeitige Einbindung von Daimler-Benz in die Rüstung, die strategische Diversifizierung der Produktion und den Umgang mit dem Regime.

5. Volkswagen: Es wird die Entstehungsgeschichte des Volkswagenwerkes als Prestigeprojekt sowie die gescheiterte Umstellung auf militärische Varianten thematisiert.

7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die kriegswirtschaftliche Ausrichtung der Industrie, den Einfluss des NS-Regimes und die Modernisierungseffekte durch die Rüstung.

Schlüsselwörter

Automobilindustrie, Nationalsozialismus, Kriegswirtschaft, Rüstungsproduktion, Adam Opel AG, Daimler Benz AG, Volkswagen, Vierjahresplan, Zwangsarbeit, Albert Speer, Generalbevollmächtigter, Mechanisierung, Massenfertigung, Rüstungsgüter, Kriegswirtschaftspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Einbindung führender deutscher Automobilkonzerne in die staatliche Kriegswirtschaft zwischen 1939 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die staatliche Lenkung der Rüstungsproduktion, die Umstellung ziviler Fertigungslinien auf Militärbedarf und der Einsatz von Zwangsarbeitern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie stark die Unternehmen Adam Opel, Daimler-Benz und Volkswagen in die Strukturen des NS-Regimes eingebunden waren und wie sie versuchten, mit kriegswirtschaftlichen Zwängen umzugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und Sekundärquellen zu den Unternehmen basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die zentralen Verwaltungsinstanzen der Rüstungspolitik als auch die spezifische Unternehmensgeschichte und die Produktionsumstellung der drei gewählten Automobilhersteller detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rüstungsproduktion, Kriegswirtschaft, Vierjahresplan, Zwangsarbeit sowie die drei untersuchten Automobilkonzerne.

Welche Rolle spielte Jakob Werlin bei der Opel AG?

Jakob Werlin versuchte durch Initiativen zur Kooperation mit der SS und der Nutzung von KZ-Häftlingen, die Produktion bei Opel kriegswirtschaftlich zu steigern und strategischen Einfluss auszuüben.

Warum konnte das Volkswagenwerk seine Kapazitäten während des Krieges kaum effektiv nutzen?

Das Werk war auf eine Ein-Produkt-Fabrikation für den zivilen PKW ausgelegt, was die Umstellung auf komplexe militärische Kriegsgeräte aufgrund von Mängeln in der Maschinenausstattung und ständigen Auftragsstornierungen erheblich erschwerte.

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Details

Title
Die deutsche Automobilindustrie in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft - Opel, Daimler-Benz und Volkswagen
College
Technical University of Chemnitz
Course
Automobilindustrie und Massenmobilisierung im 20. Jh. Deutschland und Europa
Grade
1,0
Author
Magister Artium Jens Weis (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V91775
ISBN (eBook)
9783638058810
ISBN (Book)
9783638948876
Language
German
Tags
Automobilindustrie Kriegswirtschaft Opel Daimler-Benz Volkswagen Automobilindustrie Massenmobilisierung Deutschland Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Jens Weis (Author), 2004, Die deutsche Automobilindustrie in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft - Opel, Daimler-Benz und Volkswagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91775
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