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Der Zusammenhang zwischen mütterlicher Feinfühligkeit und kindlichem Bindungsmuster

Am Beispiel von Unfeinfühligkeit und desorganisierter Bindungsqualität

Titre: Der Zusammenhang zwischen mütterlicher Feinfühligkeit und kindlichem Bindungsmuster

Dossier / Travail , 2008 , 24 Pages

Autor:in: Anja Neugebauer (Auteur)

Pédagogie - Sociologie pédagogique
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Bindung begegnet uns im Alltag überall. Im weiteren Sinne ist Bindung die beständige und enge Beziehung zweier Menschen zueinander, das Verlangen des Menschen, eine feste und von intensiven Gefühlen und Sicherheit geprägte Beziehung zu anderen aufzubauen. Die Bin-dungstheorie jedoch versteht unter dem Begriff der Bindung zunächst die sich im Laufe des ersten Lebensjahres entwickelnde Beziehung des Kindes zu seiner Mutter bzw. Bezugsperson. Bindung ist ein emotionales Band zwischen dem Kind und der Mutter, welches über Raum und Zeit hinweg bestehen bleibt. Das heißt, sobald eine emotionale Beziehung aufgebaut ist, kann diese über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten werden, auch wenn die Bezugsper-son nicht immer unmittelbar erreichbar ist und auch bei kleinen Kindern existiert die Bindung weiter, wenn die Mutter den Raum, in dem das Kind sich befindet, verlässt. Diese Bindung soll den Säugling dazu veranlassen, bei erlebter Angst, Bedrohung und Gefahr, Schutz, Trost und Beruhigung bei der Mutter zu suchen und einzufordern. Das Verhalten der Mutter spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie verhält sie sich, wenn ihr Kind weint oder schreit? Wird sie ihren Aufgaben als fürsorgliche Mutter gerecht und bewältigt sie den Stress, den die Zeit der ersten Monate nach der Geburt mit sich bringt oder reagiert sie auf viele Signale des Kindes genervt und unangemessen?
Im Laufe der Interaktionen zwischen Mutter und Kind entwickeln sich Bindungsmuster bei dem Kind, die Mary Ainsworth und andere Forscher durch die Laboruntersuchung die „Frem-de Situation“ und zahlreiche andere Studien beobachtet und definiert haben.
Nun stellt sich die Frage, welchen Zusammenhang die empirische Bindungsforschung zwi-schen mütterlicher Feinfühligkeit und dem kindlichen Bindungsmuster belegt hat. Das Haupt-augenmerk soll dabei auf dem Zusammenhang zwischen mütterlicher Unfeinfühligkeit und kindlichem desorganisierten Bindungsverhalten gelegt werden.
Um diese Frage adäquat bearbeiten und beantworten zu können, werde ich zunächst einen kurzen Überblick über die Entstehung und Entwicklung der Bindungstheorie geben. Danach betrachte ich das Konzept der Feinfühligkeit, indem ich zunächst die Definition und Merkma-le nach Mary Ainsworth, die Ermittlung von Feinfühligkeit und die daraus gewonnenen Gra-de von Feinfühligkeit erläutere. Anschließend werde ich auf die Entdeckung der organisierten Bindungsmuster unter besonderer Beachtung der Untersuchung die „Fremden Situation“ von Ainsworth und Wittig, welche eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf der Arbeit einnimmt, eingehen. Anknüpfend daran wird die desorganisierte bzw. desorientierte Verhaltensweise mit Berücksichtigung der „Clown-Situation“ von Main und Weston betrachtet, um abschließend den Zusammenhang zwischen Feinfühligkeit und Desorganisation unter anderem mit Hilfe des Adult Attachment Interviews zu ermitteln.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Bindungstheorie

3. Mütterliche Feinfühligkeit

3.1. Definition und Merkmale von Feinfühligkeit

3.2. Ermittlung von Feinfühligkeit

3.3. Feinfühligkeitsgrade

4. Entdeckung der organisierten Bindungsmuster

4.1. Die „Fremde Situation“

4.1.1. Ursprung und Ziel der Untersuchung

4.1.2. Versuchsdurchführung

4.1.3. Ergebnisse der Untersuchung

4.2. Die ersten drei Bindungsmuster

4.2.1. Das sichere Bindungsmuster

4.2.2. Das unsicher-vermeidende Bindungsmuster

4.2.3. Das unsicher-ambivalente Bindungsmuster

5. Die desorganisierte bzw. desorientierte Bindungsqualität

6. Der Zusammenhang zwischen unfeinfühligem Verhalten der Bindungsperson und Desorganisation des Kindes

6.1. Frühe Annahmen von Bowlby, Ainsworth und Mitarbeitern

6.2. Das Adult Attachment Interview

6.3. Unfeinfühlige Verhaltensweisen von Eltern und deren Folgen

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht den empirisch belegten Zusammenhang zwischen der mütterlichen Feinfühligkeit bzw. Unfeinfühligkeit und der Entwicklung kindlicher Bindungsmuster. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entstehung desorganisierter Bindungsqualitäten, die als Reaktion auf traumatische oder unbeständige Fürsorgeerfahrungen entstehen können.

  • Entwicklung und Geschichte der Bindungstheorie
  • Konzepte mütterlicher Feinfühligkeit nach Mary Ainsworth
  • Analyse der „Fremden Situation“ und organisierter Bindungsmuster
  • Merkmale und Entstehungsbedingungen der desorganisierten Bindungsqualität
  • Einfluss des Adult Attachment Interviews auf die Bindungsforschung

Auszug aus dem Buch

3.1. Definition und Merkmale von Feinfühligkeit

Mary Ainsworth definiert Feinfühligkeit als die „Fähigkeit der Mutter, die Signale und Mitteilungen, die im Verhalten ihres Kindes enthalten sind, wahrzunehmen und richtig zu interpretieren und diese (...) prompt und angemessen zu beantworten.“ (Ainsworth 1974, S. 414) Sie beschreibt die vier Hauptmerkmale wie folgt:

1. Die Mutter ist für das Befinden des Kindes offen, d.h. sie ist geistig präsent, hat alles im Blick und keine zu hohe Wahrnehmungsschwelle.

2. Sie interpretiert die Äußerungen des Säuglings aus Sicht des Kindes, welche nicht durch eigene Bedürfnisse übergangen werden, indem sie z.B. nicht versucht weiter mit ihm zu spielen, wenn es hungrig ist.

3. Wichtig ist weiterhin ein promptes Reagieren auf die Signale des Kindes, denn somit sieht der Säugling einen wirksamen Zusammenhang zwischen seinem eigenen Verhalten und der mütterlichen Reaktion. Wird dies nicht beachtet, fühlt sich der Säugling hilflos und merkt, dass seine Signale nutzlos sind und stellt diese im schlimmsten Fall ein.

4. Die Angemessenheit der Reaktion bei Bedürfnisbefriedigung meint, dem Baby das geben, was es zu einem bestimmten Moment braucht. Eine Mutter sollte beispielsweise erkennen, ob ihr Baby im Moment Anregung oder Beruhigung benötigt und daraufhin die richtige Antwort gegenüber dem Kind finden; z.B. wenn das Kind weint, sollte es eher in den Arm genommen werden als dass versucht wird, es mit einer lauten Rassel zu beruhigen. Diese Reaktionen ändert sich mit der Entwicklung des Kindes. (vgl. Grossmann und Grossmann 2004, S. 119f.; Ainsworth 1974, S. 414ff.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Konzept der Bindung als essenzielle emotionale Beziehung und führt in die Fragestellung zur Bedeutung mütterlicher (Un-)Feinfühligkeit für die Bindungsentwicklung ein.

2. Die Geschichte der Bindungstheorie: Dieses Kapitel skizziert die Ursprünge der Bindungstheorie durch John Bowlby und die Einflüsse der Verhaltensforschung sowie späterer Forschungsbeiträge von Mary Ainsworth.

3. Mütterliche Feinfühligkeit: Es wird das zentrale Konzept der Feinfühligkeit detailliert erläutert, inklusive seiner Definition, Messmethoden und der verschiedenen Ausprägungsgrade.

4. Entdeckung der organisierten Bindungsmuster: Dieses Kapitel stellt die „Fremde Situation“ als wissenschaftliches Instrument zur Klassifizierung von Bindungstypen vor und beschreibt die ersten drei Bindungsmuster.

5. Die desorganisierte bzw. desorientierte Bindungsqualität: Hier wird das vierte Bindungsmuster (Typ D) thematisiert, das insbesondere bei traumatisierten Kindern oder in belasteten Familiensituationen auftritt.

6. Der Zusammenhang zwischen unfeinfühligem Verhalten der Bindungsperson und Desorganisation des Kindes: Das Kapitel verknüpft theoretische Annahmen mit dem Adult Attachment Interview und analysiert die Folgen unfeinfühligen Verhaltens für die kindliche Entwicklung.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einem Resümee über die Bedeutung zuverlässiger Fürsorge für die seelische Gesundheit und die Bindungsqualität des Kindes.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, mütterliche Feinfühligkeit, Unfeinfühligkeit, desorganisierte Bindung, Fremde Situation, Bindungsmuster, Mary Ainsworth, John Bowlby, Adult Attachment Interview, Kindesentwicklung, Bindungsforschung, Bindungsqualität, Verhaltensbeobachtung, Fürsorgeverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bindungstheorie und analysiert den Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Mutter (Feinfühligkeit) und der Entwicklung kindlicher Bindungsmuster.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Bindungstheorie, die Definition von Feinfühligkeit, die Klassifizierung von Bindungsmustern sowie die Ursachen für Bindungsdesorganisation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unfeinfühliges Verhalten einer Bezugsperson das Risiko für die Entwicklung einer desorganisierten Bindungsqualität bei Kindern erhöht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse empirischer Studien, insbesondere die Beobachtungsmethode „Fremde Situation“ und das „Adult Attachment Interview“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Feinfühligkeit, die Vorstellung organisierter Bindungsmuster, die spezifische Analyse des desorganisierten Typs und die Diskussion von Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Bindungstheorie, mütterliche Feinfühligkeit, Desorganisation, Fremde Situation und Adult Attachment Interview.

Was unterscheidet eine „unsicher-vermeidende“ von einer „desorganisierten“ Bindung?

Während bei einer unsicher-vermeidenden Bindung noch eine klare, wenn auch vermeidende Strategie erkennbar ist, fehlt dem desorganisierten Kind eine kongruente Strategie, was oft mit Angst vor der Bezugsperson einhergeht.

Warum ist die „Fremde Situation“ für die Forschung so bedeutend?

Sie ermöglicht es, durch standardisierte Trennungs- und Wiedervereinigungsszenarien das Bindungsverhalten eines einjährigen Kindes objektiv beobachtbar und messbar zu machen.

Welche Rolle spielt das „Adult Attachment Interview“ in dieser Hausarbeit?

Es dient dazu, die generationsübergreifende Perspektive zu beleuchten, indem es aufzeigt, wie Bindungserfahrungen der Eltern deren feinfühliges Verhalten und damit die Bindungssicherheit des Kindes beeinflussen.

Wie kann eine „Rollenumkehr“ zwischen Kind und Mutter entstehen?

Wenn Eltern aufgrund von Krankheiten oder psychischen Belastungen ihre elterliche Rolle nicht ausfüllen können, versucht das Kind oft durch hohe Sensibilität, die Bedürfnisse der Bezugsperson zu stillen, was dessen eigene Entwicklung beeinträchtigt.

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Résumé des informations

Titre
Der Zusammenhang zwischen mütterlicher Feinfühligkeit und kindlichem Bindungsmuster
Sous-titre
Am Beispiel von Unfeinfühligkeit und desorganisierter Bindungsqualität
Université
University of Frankfurt (Main)
Cours
Bindungtheorie und Bindungsforschung
Auteur
Anja Neugebauer (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
24
N° de catalogue
V91818
ISBN (ebook)
9783638057868
ISBN (Livre)
9783640543663
Langue
allemand
mots-clé
Zusammenhang Feinfühligkeit Bindungsmuster Beispiel Unfeinfühligkeit Bindungsqualität Beachtung Befunde Bindungsforschung Bindungtheorie Bindungsforschung
Sécurité des produits
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Citation du texte
Anja Neugebauer (Auteur), 2008, Der Zusammenhang zwischen mütterlicher Feinfühligkeit und kindlichem Bindungsmuster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91818
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Extrait de  24  pages
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