Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?

Das Beispiel "Am Himmel kein Licht" von Gulwali Passarlay als Quelle für Weltbeobachtung und Selbsterfahrung


Hausarbeit, 2017

27 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Reisen von der Aufklärung bis heute

2. Die Flüchtlingskrise

3. Die Gattung des Reiseberichts
3.1. Die Motivation des Reisens
3.2. Die Authentizität des Reiseberichts
3.3. Selbst-und Fremdwahrnehmung im Reisebericht
3.4. Exkurs: Die Reise in den Fernen Osten

4. Reiseberichte von Flüchtlingen - Am Himmel kein Licht
4.1. Der Verlauf der Reise
4.2. Begegnungen mit der Fremde
4.3. Die Machtdynamik
4.4. Das Frauenbild

5. Orte und Nicht-Orte

6. Fazit:Eine neue Definition des Reiseberichts?

7. Literaturverzeichnis

1. Reisen von der Aufklärung bis heute

Die Tradition des Reisens reicht laut historischen Überlieferungen weit in die Vergangenheit zurück. Mythen und Sagen - wie das Gilgamesch-Epos, die Odysee und der Artus-Sagenkreis - erzählen vom Reisen und auch in frühgeschichtlichen Zeiten finden sich bereits Nachweise darüber.1 Gerade in der Zeit der Aufklärung und des Rationalismus spielte das Reisen eine besonders wichtige Rolle. Diese Epoche, geprägt vom Säkularisierungsprozess, welcher die Entwicklung der neuen Welt in die Wege leitet, fand ihre Anfänge in England. Wichtigstes und zentrales Element der Aufklärung war der Verstand, mit dessen Hilfe der Mensch als Individuum nun fähig war „den Gesamtbereich menschlicher Weltsicht wie Natur, Staat und Kirche zu erkennen“.2 Nun war dem Einzelnen eine freie Gestaltung seines Lebens gegeben, womit jeder befugt war, seine Ansprüche über die der Gesellschaft zu stellen.

Das 18. Jahrhundert wird als das Goldene Zeitalter des Reisens und der Reiseliteratur bezeichnet. Insbesondere im viktorianischen England hatte das Reisen die Funktion, das Wissen zu erweitern und Bildung zu erlangen. Nun war es nicht mehr nur noch Angehörigen des Adels vorbehalten, sondern auch zunehmend Söhne des gehobenen Bürgertums konnten Erfahrungen in der Welt sammeln.3 Die Aufklärung gilt somit als Blütezeit der europäischen Reisekultur. Aufgrund verbesserter Transportmittel und einer höheren Sicherheit während der Fahrten, konnte das Reisen erheblich erleichtert und beschleunigt werden. Für die Gebildeten der Aufklärungszeit stellte es „das Mittel der Aufklärung schlechthin“ dar.4

„Was ihm an architektonischen Wundern und Naturereignissen, an Brauchtum in Stadt und Land begegnet, notiert der Reisende, und nicht selten wird das Notierte nach der Rückkehr ausgearbeitet und veröffentlicht“, schreibt Hans-Wolf Jäger in seinem Beitrag zum Thema Reisefacetten der Aufklärungszeit.5 Dementsprechend wurden in diesem Jahrhundert um die 10.000 deutsche Reisewerke veröffentlicht, welche die unterschiedlichsten Formen annehmen konnten. Um ihre Erlebnisse zu Papier zu bringen, nutzen die Reisenden viele Formen, wie zum Beispiel Tagebücher, Erzählungen, Stationenchroniken oder aber Reisebriefe bzw. Reiseberichte. Für die schnelle und weite Verbreitung sorgte die junge Kunst des Buchdrucks.6

Der Vorgang des Reisens ist stets mit einer Raumbewegung verbunden, denn der Reisende verlässt seine vertraute Umgebung und begibt sich in unbekannte Sphären. Somit wird die Konfrontation mit der Fremde beziehungsweise dem Fremden zur Grundkonstante des Reisens.7 Derzeit, im Jahr 2016, befinden sich - nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks - weltweit etwa 21,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Ihnen wird gemäß internationaler Abkommen Schutz gewährt. 3,2 Millionen sind Asylsuchende beziehungsweise Flüchtlinge, die noch auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten müssen.8. Jeder einzelne der Flüchtigen trat mit seiner Flucht eine Reise in das ungewisse Exil an.9

Doch genauso wie die Reisenden im 18. Jahrhundert, halten in der heutigen Zeit einige Flüchtlinge ihre Reise und die Begegnung mit der Fremde in einem Reisetagebuch fest oder schreiben ihre Geschichte im Nachhinein auf. Doch können diese Reiseprotokolle mit dem englischen Reisebericht aus der Zeit der Aufklärung verglichen werden? Denn während die Reisenden der Romantik eher wohlhabend waren, so ist heute eher von einer Armutsmobilität zu sprechen. Kann es also sein, dass sich die Definition des Reiseberichts aufgrund der aktuellen Geschehnisse in Bezug auf die Flüchtlinge verändert hat?

In der vorliegenden Arbeit soll die Gattung des Reiseberichts näher untersucht werden. Dabei soll auf die Motivation des Reisens, sowie auf seine Authentizität und die Darstellung der Selbst- und Fremdwahrnehmung eingegangen werden. Anschließend sollen die Eigenschaften des traditionellen Reiseberichts auf Gulwali Passarlays Reisebericht Am Himmel kein Licht angewendet werden und die Frage beantwortet werden, ob Flüchtlingsprotokolle als moderner Reisebericht gesehen werden können.

2. Die Flüchtlingskrise

Im Jahr 2015 versuchten mehr als eine Million Personen über das Mittelmeer in die EU einzuwandern. Tausende Flüchtlinge starben bei der Überfahrt.10 Und das ist nur eine der Gefahren, denn die Flucht ist bereits in den Heimatländern riskant. Dort transportieren Menschenschmuggler die Flüchtigen für viel Geld über die ersten Grenzen. Zwischenstationen mit unmenschlichen Bedingungen und lange Fußmärsche über Festlandgrenzen sind hier Bestandteil des Fluchtweges.11

Vergleicht man nun den typischen Reisebericht aus dem 18. Jahrhundert mit den heutigen Geschehnissen, dann wird deutlich, dass sich nicht nur die Bedingungen der Reise verändert haben, sondern auch die Definition des Reisenden muss erneuert werden. Denn während das Reisen in der Zeit der Aufklärung und des Rationalismus den Reichen und Adeligen vorbehalten war, sind es nun die Armen, die sich gezwungenermaßen auf den Weg ins Unbekannte machen müssen.

Laut Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling eine [...] Person, die sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz hat, und die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren kann.12

Als Flüchtling gilt nach Auffassung des UNHCR - des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen - ein jeder, der vor Krieg oder Kriegsfolgen sowie vor Hungersnot oder ethnischer Gewalt flieht.13 „Diese Faktoren bestimmen sowohl die Anzahl wie auch den Anteil der Flüchtlinge aus einzelnen Herkunftsländern, denn ethnische, soziale, politische oder ökonomische Fluchtursachen überlagern und verstärken sich; für jedes Fluchtgeschehen gibt es ein ganzes Verursachungsgeflecht.“14 Im Jahr 2015 waren 71 Prozent der Asylbewerber in Deutschland unter 30 Jahre alt. Etwa jeder vierte Antrag kam von einem Kind zwischen null bis 15 Jahren. Generell machten Minderjährige rund 31 Prozent - beziehungsweise ein Drittel - der Asylbewerber aus. Zehn Prozent davon sind unbegleitet.15 Als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling gilt, „[...] wer von beiden Elternteilen getrennt ist und für dessen Betreuung niemand gefunden werden kann, dem durch Gesetz oder Gewohnheit diese Verantwortung zufällt".16

3. Die Gattung des Reiseberichts

„Als eine erzählende Darstellung einer realen Reise gehört der Reisebericht zu den ältesten Gattungen der abendländischen Literatur und reicht bis in die griechische Antike zurück.“14 Im deutschsprachigen Raum beginnt seine Tradition erst im 14. Jahrhundert mit den Pilgerreiseberichten. Jedoch wird er in vielen Nachschlagewerken der Reiseliteratur untergeordnet. Denn aufgrund der vielen Mischformen ist die genaue Einordnung des Reiseberichts als ernstzunehmende literarische Gattung in der germanistischen Literaturwissenschaft stark umstritten. Sogar Reise-, Staats-, Abenteuer- und Lügenromane werden zur Reiseliteratur gezählt, wie zum Beispiel Eichendorffs Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“, da „der Held ja schließlich Reiselust und Reiseabenteuer wiederspiegele.“15

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts macht die Gattung Reisebericht entscheidende Fortschritte. Ursache für die wachsende Popularität war sicherlich das zunehmende Verlangen der Bürgerschicht nach anregendem Lesestoff. Ebenso zog die Verbreitung einen Vorteil aus den ersten Schritten des Journalismus.16

In den Reiseberichten wurden nicht nur Flora und Fauna thematisiert, sondern auch die besuchten Völker der neuen Welten. Dies führte zu einer Unterteilung der Menschen in unterschiedliche evolutionistische Stufen, wobei sich der weiße Europäer stets an der Spitze befand und die afrikanischen Völker - nach der damaligen Wissenschaftsauffassung - als primitiv eingestuft wurden.17

3.1. Die Motivation des Reisens

„The extreme experience derived from the conditions of travel is the impression of vastly increased possibilities which leads to the feelings of both pleasure and anxiety - the specific emotional state depending on the personality of the traveler.”18 19 Die Reisenden verließen ihre Sitten und Gewohnheiten, um den neuen Raum erschließen zu können. Gleichzeitig war dieses Gefühl mit Neugierde und der Anziehungskraft des Unbekannten 22 gepaart.

Neben dem Verlangen den heimatlichen Boden zu verlassen und sich in unbekannte Gegenden zu begeben, waren auch das Sammeln neuer Erfahrungen und Informationen ein Grund für die langen Reisen. Nach Sir Francis Bacon galt die Erfahrung als Grundprinzip und diente als Hilfsmittel der modernen Naturwissenschaft.20 21 Besonders die „Royal Society“ spielte dabei eine wichtige Rolle: „Sie ermunterte die Reisenden, auf ihren Exkursionen die Augen offen zu halten [...]. Als sorgfältiger Beobachter sollte der Reisende die Naturgesetze So wurden im Jahr 1666 beispielsweise die „Directions for Seamen bound on far Voyages“ herausgegeben, die den Seeleuten erklärten bei welchen Gesichtspunkten sie besonders aufmerksam sein sollten. Ein Musterbeispiel dieser Hilfswissenschaftler ist William Dampier, der die Erfahrungen auf seinen Reisen mit größter Genauigkeit festhielt und anschließend in Form eines Reiseberichtes veröffentlichte.25 Auch Bildungsreisen bewegten vermehrt junge Aristokraten zu einem langen Auslandsaufenthalt. Diese „gezielte und gut vorbereitete“26 Reise wurde schon von Sir Francis Bacon in seinem Essay „Of Travel“ aus dem Jahr 1625 empfohlen. Junge Leute sollten insbesondere politische, gesellschaftliche und kulturelle Erfahrungen in den fremden Ländern machen und sich dort mit führenden Persönlichkeiten treffen. Zudem empfahl Bacon ein Tagebuch über diese Beobachtungen zu führen.27 Im Laufe der Zeit wurde diese sogenannte „Grand Tour“ zum „obligatorischen Höhepunkt und Abschluß der Erziehung eines jungen ,gentleman‘.“28

3.2. Die Authentizität des Reiseberichts

Der Reisebericht bezieht sich lediglich per definitionem auf wirkliche Reisen, während tatsächlich aber zwischen Authentizität und Fiktionalität dem jeweiligen Verfasser ein breiter Spielraum zur Verfügung steht, der individuell, aber auch epochenspezifisch ganz unterschiedlich ausgefüllt wird.22

Die Berichte der Reisenden wurden meist kritisch betrachtet. Ihr Umgang mit der Wahrheit in ihren Texten und Erzählungen wurde stets infrage gestellt; schließlich beschäftigen sie sich hauptsächlich mit Unbekanntem und damit für die Daheimgebliebenen Unwahrscheinlichem und Phantastischem. Diese Ansicht wurde über die Jahre hinweg aufrechterhalten, denn „die Geschichte der Gattung hat immer wieder genügend Belege für die Berechtigung dieses Mißtrauens geliefert.“23 Die Frage nach der Authentizität ist zweifelsohne ein zentrales Problem für das Genre der Reiseliteratur.24

Auffallend ist, dass die Reiseberichte derer bereisten Länder, die am entferntesten lagen, die meisten Falschangaben enthielten. Durch Voreingenommenheit und Missverständnisse seitens der Autoren kam es dazu, dass nicht korrekte Informationen den Anschein erweckten, glaubhafte Begebenheiten zu sein.25 Typisch für den Reisebericht ist ebenso der Versuch des Autors seine Glaubhaftigkeit zu betonen. Bereits im Vorwort und auch im weiteren Erzählverlauf der Reise wird immer wieder die Aufrichtigkeit der erlebten Begebenheiten betont.26

Diese Wahrhaftigkeitsbekundungen sind ein festes Element der Erzähltechniken eines Reiseberichts. Insbesondere reisende Europäerinnen wurden beschuldigt, mit ihren Texten und Erzählungen Lügen zu verbreiten, da in der westlichen Gesellschaft „gemäß gängiger geschlechtsspezifischer Charakterzuweisungen Frauen im Allgemeinen und ihre Sprache im Besonderen mit Falschheit und Lügenhaftigkeit assoziiert wurden.“27 28

Für die Wissenschaft der Zeit wurde jener Streit um die Glaubwürdigkeit der Reiseberichte zu einer großen Herausforderung. Um diese zu belegen beziehungsweise zu widerlegen, mussten neue Forschungsreisen unternommen werden. Durch die zahlreichen Debatten wurde das breite Publikum jedoch nicht seiner Leselust beraubt; im Gegenteil, für die Leser schien die Wahrhaftigkeit der Reiseberichte eine nebensächliche Angelegenheit 35 gewesen zu sein.29 30 31 32 33 34 35

3.3. Selbst- und Fremdwahrnehmung im Reisebericht

In einem Reisebericht geht es hauptsächlich um die Darstellung der Fremde und des Fremden und wie sich der Reisende selbst neu entfaltet, d.h. es wird aufgezeigt, wie der Reisende das Fremde „durch die Brille seiner eigenen Kultur“ wahrnimmt.36 Für den Reisenden bringt eine Reise hohe Anforderungen mit sich. Er muss sich zum einen Strategien überlegen, um mit den fremden Völkern in einen ersten Kontakt treten zu können. Zum anderen werden seine Vorstellungen vom Fremden stark von den Auffassungen seiner eigenen Kultur geprägt, welche es jedoch zu überwinden gilt. So gibt der Reisebericht nicht nur Auskunft über das bereiste Land, sondern auch, wie bereits erwähnt, Auskunft über die Ausgangs- beziehungsweise die Heimatkultur.37

Auch die Biographie des Reisenden spielt bei der Darstellung der Fremde eine wichtige Rolle. Denn die Art und Weise wie er etwas darstellt wird hängt stark von der Charakteristik des Schreibers ab. So fließen unbewusst seine soziale Lage, seine politischen und religiösen Ansichten sowie seine Bildung und Erziehung in seinen Schreibstil mit ein.38

Da der Reisende täglich mit dem Unbekannten konfrontiert wird und stets dazulernt, ist auch die Grenze zwischen dem Vertrauten und dem Fremden in ständiger Bewegung, was zu Neudefinitionen führen kann.39 Ihre neu erlangten Erfahrungen verarbeiteten die Reisenden letztendlich mithilfe des Schreibens, denn der „Prozeß des Verschriftlichens ist [...] eine Strategie des Reisenden, die Vielzahl der Impressionen und Beobachtungen zu systematisieren [,..]“40

„Als Vertreter einer Nation sind die Reisenden stets bestrebt, Zeichen ihrer nationalen Präsenz in der von ihnen bereisten Region aufzulisten.“41 Typisch für den Reisebericht sind die gleichzeitig zahlreichen Vergleiche, mit denen der Reisende zwischen seinem Heimatland und der fremden Kultur seine Parallelen zieht.42 Mit dem Reisebericht versucht der meist europäische Beobachter die neu bereiste Welt verständlich zu machen, indem er seine Eindrücke schriftlich für sich selbst und die Nachwelt fixiert.43

Nach längeren Aufenthalten in der Fremde - die vor allem von neuen Erkenntnissen und einer persönlichen Weiterentwicklung geprägt sind -, fühlte sich der Reisende bei seiner Rückkehr ins Heimatland oft einem „Gefühl der Fremdheit und Unangepasstheit“44 ausgesetzt.45 Zudem wird die Reiseliteratur zum großen Teil auch „zum Forum einer direkten und reflektierten Sozialkritik“46, denn in ihren Beschreibungen unterdrücken die Reisenden ihre Kritik sowohl an der fremden als auch an der eigenen Kultur nicht. Beispielsweise wurde im 19. Jahrhundert eine zu große Nähe zu den Menschen der fremden Kultur nicht selten sogar als negativ beschrieben.47

3.4. Exkurs: Die Reise in den Fernen Osten

Bevor man sich nun mit der Frage beschäftigt, ob die heutigen Reiseprotokolle der Flüchtlinge mit den englischen Reiseberichten aus der Zeit der Aufklärung verglichen werden können, soll der Aspekt des Orientalismus näher beleuchtet werden. Das Reisen im viktorianischen England, das vor allem die Funktion hatte, das Wissen zu erweitern und Bildung zu erlangen, war zunächst nur den Angehörigen des Adels und des gehobenen Bürgertums vorbehalten. Ein besonders beliebtes Reiseziel war derzeit der Osten. Aber wodurch löste der Orient eine solche Faszination aus?

Gabriele Habinger beschreibt den Orient wie folgt:

Eine Verknüpfung eines märchenhaft verklärten Orients mit Vorstellungen einer von Geheimnissen, Wundern, ungeahnten Reichtümern, überbordender Pracht (und vielem mehr) getränkten idealisierten und letztlich auch „heilen“ Welt, die sich zum Teil bereits aus den Erzählungen der Kindheit speisen, findet sich bei zahlreichen europäischen Reisenden auch noch an der Wende zum 20. Jahrhundert.48

[...]


1 Vgl. Boris I. Krasnobaev, Gert Robel, Herbert Zeman (Hrsg.): Reisen und Reisebeschreibungen im 18. und 19. Jahrhundert; Berlin 1980, S. 9.

2 Ebd., S. 16.

3 Vgl. Waltraud Kokot: Pionierinnen der Ethnologie; Trier 2006, S. 7f.

4 Vgl. Gabriele Habinger: Frauen reisen in die Fremde — Diskurse und Repräsentationen von reisenden Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert; Wien 2006, S. 36f.

5 Peter J. Brenner: Der Reisebericht; Frankfurt am Main 1989, S. 261.

6 Vgl. Brenner: Der Reisebericht, S. 261f.

7 Vgl. Tanja Hemme: Streifzüge durch eine fremde Welt — Untersuchun ausgewählter schriftlicher Zeugnisse deutscher Reisender im südlichen Afrika im 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der kulturellen Fremderfahrung — Eine literaturwissenschaftliche Untersuchung; Stuttgart 2000, S. 46.

8 Vgl. UNHCR: Global Trends - Forced Displacement in 2015; URL: https://s3.amazonaws. com/unhcrsharedmedia/2016/2016-06-20-global-trends/2016-06-14-Global-Trends-2015.pdf; 2016, S. 2f.

9 Vgl. Studienkreis Deutscher Widerstand: Informationen - wissenschaftliche Zeitschrift des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945: Exil, politische3 Widerstand, Flüchtlinge, Überleben, Fluchthilfen, Biografien, Fluchtgründe, Rückkehr; Frankfurt am Main 2014, S. 2.

10 Vgl. Ostsee-Zeitung: Mehr als eine Million Flüchtlinge über Mittelmeer gekommen; URL: http://t.ostsee- zeitung.de/Nachrichten/Politik/Mehr-als-eine-Million-Fluechtlinge-uebers-Mittelmeer-gekommen, 2015.

11 Vgl. Süddeutsche Zeitung: Europäische Flüchtlingspolitik — Routen der Hoffnung, Wege der Verzweifelten; URL: http://www.sueddeutsche.de/politik/europaeische-fluechtlingspolitik-routen-der- hoffnung-wege-der-verzweifelten-1.2259006, 2015.

12 UNHCR: Fragen & Antworten: Flüchtling; URL: http://www.unhcr.de/questions-und- answers/fluechtling.html. 4

13 Vgl. Ebd.

14 Ebd., S. 17.

15 Ebd., S. 15.

16 Vgl. Scheitler: Gattung und Geschlecht : Reisebeschreibungen deutscher Frauen 1780-1850; Tübingen 1999, S. 85f.

17 Vgl. Hemme: Streifzüge durch eine fremde Welt, S. 51.

18 Dennison Nash: The Ethnologist as a Stranger: An Essay in the Sociology of Knowledge. In: Tanja Hemme: Streifzüge durch eine fremde Welt, S. 54.

19 Vgl. Hemme: Streifzüge durch eine fremde Welt, S. 54.

20 Vgl. Gertrud Kalb: Bildungsreise und literarischer Reisebericht - Studien zur englischen Reiseliteratur

21 (1700-1850); Nürnberg 1981, S. 5.

22 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 13

23 Brenner: Der Reisebericht, S. 14.

24 Vgl. Ebd., S. 14f.

25 Vgl. Krasnobaev, Robel, Zeman: Reisen und Reisebeschreibungen, S. 17.

26 Vgl. Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 34.

27 Sara Mills: Discourses of Difference. An Analysis of Women's Travel Writing; London/New York 1991, S. 112. f 8 )

28 Vgl. Krasnobaev, Robel, Zeman: Reisen undReisebfischreibungen, S. 17.

29 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 20f.

30 Vgl. Brenner: Der Reisebericht, S. 14f.

31 Vgl. Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 34.

32 Vgl. Ebd., S. 22f.

33 Hemme: Streifzüge durch eine fremde Welt, S. 47.

34 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

35 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

36 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

37 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

38 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

39 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

40 Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11.

41 Vgl. Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11f.

42 Vgl. Calikbasi: Das Osmanische Reich, S. 11f.

43 Vgl. Hemme: Streifzüge durch eine fremde Welt, S. 47.

44 Habinger: Frauen reisen in die Fremde, S. 243.

45 Vgl. Ebd., S. 243f.

46 Brenner: Der Reisebericht, S.272.

47 Vgl. Ebd., S. 60f.

48 Habinger: Frauen reisen in die Fremde, S. 230. 10

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?
Untertitel
Das Beispiel "Am Himmel kein Licht" von Gulwali Passarlay als Quelle für Weltbeobachtung und Selbsterfahrung
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V918617
ISBN (eBook)
9783346227706
ISBN (Buch)
9783346227713
Sprache
Deutsch
Schlagworte
flüchtlingsprotokolle, reiseberichts, beispiel, himmel, licht, gulwali, passarlay, quelle, weltbeobachtung, selbsterfahrung
Arbeit zitieren
Christine Pensenstadler (Autor:in), 2017, Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918617

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