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Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?

Das Beispiel "Am Himmel kein Licht" von Gulwali Passarlay als Quelle für Weltbeobachtung und Selbsterfahrung

Titre: Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?

Dossier / Travail , 2017 , 27 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Christine Pensenstadler (Auteur)

Lettres - Littérature comparée
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In der Arbeit soll die Gattung des Reiseberichts näher untersucht werden. Dabei soll auf die Motivation des Reisens, sowie auf seine Authentizität und die Darstellung der Selbst- und Fremdwahrnehmung eingegangen werden. Anschließend sollen die Eigenschaften des traditionellen Reiseberichts auf Gulwali Passarlays Reisebericht "Am Himmel kein Licht" angewendet werden und die Frage beantwortet werden, ob Flüchtlingsprotokolle als moderner Reisebericht gesehen werden können.

Die Tradition des Reisens reicht laut historischen Überlieferungen weit in die Vergangenheit zurück. Mythen und Sagen – wie das Gilgamesch-Epos, die Odyssee und der Artus-Sagenkreis – erzählen vom Reisen und auch in frühgeschichtlichen Zeiten finden sich bereits Nachweise darüber. Doch genauso wie die Reisenden früher, halten in der heutigen Zeit einige Flüchtlinge ihre Reise und die Begegnung mit der Fremde in einem Reisetagebuch fest oder schreiben ihre Geschichte im Nachhinein auf. Doch können diese Reiseprotokolle mit dem englischen Reisebericht aus der Zeit der Aufklärung verglichen werden?

Denn während die Reisenden der Romantik eher wohlhabend waren, so ist heute eher von einer Armutsmobilität zu sprechen. Kann es also sein, dass sich die Definition des Reiseberichts aufgrund der aktuellen Geschehnisse in Bezug auf die Flüchtlinge verändert hat?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Reisen von der Aufklärung bis heute

2. Die Flüchtlingskrise

3. Die Gattung des Reiseberichts

3.1. Die Motivation des Reisens

3.2. Die Authentizität des Reiseberichts

3.3. Selbst- und Fremdwahrnehmung im Reisebericht

3.4. Exkurs: Die Reise in den Fernen Osten

4. Reiseberichte von Flüchtlingen – Am Himmel kein Licht

4.1. Der Verlauf der Reise

4.2. Begegnungen mit der Fremde

4.3. Die Machtdynamik

4.4. Das Frauenbild

5. Orte und Nicht-Orte

6. Fazit: Eine neue Definition des Reiseberichts?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern moderne Flüchtlingsprotokolle – exemplarisch analysiert anhand von Gulwali Passarlays „Am Himmel kein Licht“ – als eine zeitgenössische Form der Gattung „Reisebericht“ verstanden werden können. Dabei wird ein Vergleich zur europäischen Reiseliteratur der Aufklärung gezogen, um strukturelle Parallelen und kontextuelle Unterschiede in Bezug auf Motivation, Fremdwahrnehmung und Authentizität herauszuarbeiten.

  • Historische Entwicklung der Gattung „Reisebericht“ seit der Aufklärung.
  • Analyse der aktuellen Flüchtlingskrise als Kontext für moderne Migrationserzählungen.
  • Vergleichende Untersuchung der Konzepte „Selbst- und Fremdwahrnehmung“.
  • Theoretische Einordnung von „Orten und Nicht-Orten“ in Fluchtgeschichten.
  • Kritische Reflexion von Machtverhältnissen und dem Frauenbild in Reiseberichten.

Auszug aus dem Buch

4.1. Der Verlauf der Reise

Bis heute weiß Gulwali Passarlay nicht genau auf welchen Routen er auf seiner Reise nach Europa unterwegs war. Dazu schreibt er: „In meiner Erinnerung verwischen sich Gesichter, Landschaften und Gedanken. Einige Momente haben sich jedoch für immer in mein Gedächtnis gebrannt.“ Allein der Verlauf der Reise sowie die Bedingungen während der Reise weichen in Passarlays Reiseprotokoll Am Himmel kein Licht vom traditionellen Reisebericht ab.

Obwohl auch Lady Mary Montagu von einigen wenigen Unannehmlichkeiten auf ihrer Route erzählt, verlief diese Größtenteils jedoch entspannt. Passarlays Reisebericht erzählt hingegen von einer gefährlichen Reise: „Ja, der alte Mann hatte uns die Lastwagen geschickt, und wir kamen endlich vom Fleck. Aber es ist schwer, dieses Gefühl der Beklemmung und der Angst zu beschreiben, das einen befällt, wenn man in einen Lastwagen gepackt und von wildfremden Menschen eingesperrt wird – hungrig, durstig und ohne die geringste Ahnung, wohin die Reise gehen und wie lange sie dauern wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Reisen von der Aufklärung bis heute: Überblick über die historische Entwicklung der Reiseliteratur als Mittel zur Wissensbildung und Bildung des Bürgertums im 18. Jahrhundert.

2. Die Flüchtlingskrise: Darstellung der aktuellen globalen Fluchtsituation und notwendige Anpassung der Definition des Reisenden von wohlhabenden Bürgern hin zu Schutzsuchenden.

3. Die Gattung des Reiseberichts: Literaturwissenschaftliche Einordnung des Reiseberichts und Diskussion seiner Authentizität sowie der Rolle der Selbst- und Fremdwahrnehmung.

4. Reiseberichte von Flüchtlingen – Am Himmel kein Licht: Konkrete Anwendung der Gattungsmerkmale auf das Werk von Gulwali Passarlay unter Berücksichtigung von Fluchtverlauf, Machtdynamiken und Frauenbild.

5. Orte und Nicht-Orte: Theoretische Auseinandersetzung mit der räumlichen Identität von Flüchtlingen anhand des Konzepts von Marc Augé.

6. Fazit: Eine neue Definition des Reiseberichts?: Zusammenfassende Bewertung, dass Flüchtlingsprotokolle trotz fundamentaler Unterschiede in den Rahmenbedingungen als moderne Fortführung der Gattung Reisebericht gesehen werden können.

Schlüsselwörter

Reisebericht, Aufklärung, Flüchtlingsprotokoll, Am Himmel kein Licht, Gulwali Passarlay, Flucht, Migration, Authentizität, Fremdwahrnehmung, Orientalismus, Nicht-Orte, Identität, Menschenwürde, Machtdynamik, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob zeitgenössische Flüchtlingsberichte literaturwissenschaftlich als neue Form des klassischen Reiseberichts betrachtet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit der Historie des Reisens, der Gattungstheorie des Reiseberichts, der aktuellen Flüchtlingskrise und soziologischen Konzepten von Ort und Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob sich die Definition des Reiseberichts aufgrund moderner Fluchterfahrungen gewandelt hat und inwiefern Passarlays Werk „Am Himmel kein Licht“ diese Gattung repräsentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die Gattungsmerkmale klassischer Reiseberichte auf ein modernes Flüchtlingsprotokoll anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Motivation des Reisens, die Authentizitätsfrage, die Darstellung der Fremde, Machtverhältnisse, das Frauenbild sowie das Konzept der Nicht-Orte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Reisebericht, Flucht, Authentizität, Selbstwahrnehmung, Orientalismus und Nicht-Orte.

Wie unterscheidet sich die Fluchtreise von einer Reise im 18. Jahrhundert?

Während die Aufklärungsreise bildungs- oder wohlstandsorientiert war, ist die Flucht durch Armutsmobilität, Fremdbestimmung durch Schlepper und den Verlust der Sicherheit geprägt.

Was besagt die Theorie der „Nicht-Orte“ in diesem Kontext?

Die Theorie besagt, dass Orte der Durchreise (wie Flughäfen oder Transitwege) dem Reisenden ihre Identität rauben, bis er sie sich durch soziale Bindungen als neuen „anthropologischen Ort“ wieder aneignet.

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Résumé des informations

Titre
Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?
Sous-titre
Das Beispiel "Am Himmel kein Licht" von Gulwali Passarlay als Quelle für Weltbeobachtung und Selbsterfahrung
Université
University of Bamberg
Note
1,7
Auteur
Christine Pensenstadler (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
27
N° de catalogue
V918617
ISBN (ebook)
9783346227706
ISBN (Livre)
9783346227713
Langue
allemand
mots-clé
flüchtlingsprotokolle reiseberichts beispiel himmel licht gulwali passarlay quelle weltbeobachtung selbsterfahrung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christine Pensenstadler (Auteur), 2017, Flüchtlingsprotokolle als neue Art des Reiseberichts?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918617
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Extrait de  27  pages
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