Die vorliegende Arbeit definiert Begriffe der Corporate-Governance. Hierbei werden Theorien wie die Stewardship- und Stakeholder-Theorie genau erklärt und der allgemeine Bedeutungsgewinn der Corporate Governance in der jüngeren Vergangenheit begründet. Im Mittelpunkt dieser Analyse stehen außerdem der UN-Global-Compact sowie der Begriff der Compliance, der in den letzten Jahren ebenfalls an Bedeutung zugenommen hat.
Da der Begriff der Compliance, als Konsequenz des VW-Abgas-Skandal, auch in der Automobilbranche immer wichtiger wird, geht die vorliegende Arbeit auch darauf ein, wie der bayerische Automobilhersteller BMW versucht, solche Skandale vorzubeugen.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Corporate Governance bei der BMW AG zu verschaffen und diese zuvor zu definieren. So folgen zu Beginn der Arbeit eine reine Begriffsdefinition der Corporate Governance sowie einige Theorien, aus denen sich die Corporate Governance ableitet. Anschließend wird auf die Entwicklung eingegangen, die es in den letzten Jahren in Bezug auf die Corporate Governance gab und die genaueren Bausteine dieser in einem Unternehmen wie BMW erläutert. Daraufhin folgt ein Kapitel zur Compliance und abschließend ein Fa-zit zur gesamten Thematik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
2.1 Definition der Corporate Governance
2.2 Weitere Theorien der Corporate Governance
2.2.1 Stewardship-Theorie
2.2.2 Stakeholder-Theorie
3 Entwicklung
3.1 Bedeutungsgewinn der Corporate Governance
3.2 UN-Global-Compact als Teil der Corporate Governance bei BMW
4 Komplexität und Bausteine der Corporate Governance
5 Compliance
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit zielt darauf ab, einen fundierten Überblick über die Corporate Governance bei der BMW AG zu geben. Dabei werden zunächst theoretische Grundlagen definiert, die historische Entwicklung sowie die organisatorischen Bausteine der Unternehmensführung analysiert und der Stellenwert von Compliance-Maßnahmen innerhalb des Konzerns kritisch beleuchtet.
- Theoretische Fundierung der Corporate Governance (Prinzipal-Agent-Theorie, Stewardship-Theorie, Stakeholder-Ansatz)
- Entwicklung und Bedeutung von Corporate Governance in der Automobilbranche
- Implementierung von UN-Global-Compact-Prinzipien bei BMW
- Strukturelle Analyse der Corporate Governance-Bausteine (Vorstand, Aufsichtsrat)
- Praktische Umsetzung von Compliance-Management-Systemen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition der Corporate Governance
Folgt man dem ersten Satz auf Seite 198 des Geschäftsberichts der BMW Group 2017, so umfasst Corporate Governance das Handeln nach den Prinzipien verantwortungsvoller, an nachhaltiger Wertschöpfung orientierter Unternehmensführung. Allgemein und branchenübergreifend lässt sich der Begriff Corporate Governance aber nicht einstimmig definieren. Benz etwa definiert die Corporate Governance wie folgt:
„Allgemein steht Corporate Governance für alle Formen und Mechanismen der Koordinierung zwischen mehr oder weniger autonomen Akteuren, deren Handlungen interdependent sind, sich also wechselseitig beeinträchtigen oder unterstützen (können)“4
Aufgrund verschiedener Betrachtungsweisen und Schwerpunktsetzungen in der Thematik sowie den unterschiedlichen Erwartungen an Verantwortung und Aufgaben von Unternehmen, gibt es jedoch etliche weitere, international unterschiedliche Definitionen. Teil dieser Vielzahl an Definitionen sind auch einige Theorien, die den Ansatz und die Bedeutung der Corporate Governance genauer erläutern sollen. Der dominanteste5 aller Erklärungsansätze ist dabei die sogenannte „Prinzipal-Agent-Theorie“. Hauptbestandteil dieser Theorie ist die Informationsasymmetrie zwischen dem Prinzipal (=Auftraggeber) und dem Agenten (=Beauftragter). Arbeitet der Agent nach eigener Nutzenmaximierung, so ist die Gefahr groß, dass er die vom Prinzipal zur Verfügung gestellten Ressourcen nicht zielgerichtet einsetzt und dessen Ziele somit gefährdet. Durch die hohe Zahl an Anspruchsgruppen und deren unterschiedliche Interessen ist die Prinzipal-Agent-Theorie vor allem für Aktiengesellschaften (z.B. BMW) von hoher Bedeutung.6 Hierbei kann man beispielsweise die Aktionäre als Prinzipal und den Vorstand oder Aufsichtsrat als Agenten sehen, weshalb es für die Aktionäre wichtig ist, im Corporate Governance-Teil des Geschäftsberichts über das Handeln der Agenten informiert zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik mangelnder Corporate Governance ein und erläutert anhand des VW-Dieselskandals die Relevanz verantwortungsvoller Unternehmensführung für die BMW AG.
2 Begriffserklärung: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Corporate Governance sowie theoretische Erklärungsansätze wie die Prinzipal-Agent-, Stewardship- und Stakeholder-Theorie vorgestellt.
3 Entwicklung: Hier wird der wachsende Stellenwert der Corporate Governance beleuchtet und die Einbindung der BMW AG in den UN Global Compact als Beispiel für verantwortungsbewusstes Handeln analysiert.
4 Komplexität und Bausteine der Corporate Governance: Dieses Kapitel veranschaulicht das komplexe Zusammenspiel verschiedener Unternehmensorgane wie Vorstand und Aufsichtsrat und erklärt die Rahmenbedingungen der Unternehmensführung.
5 Compliance: Hier wird die Bedeutung von Compliance-Management-Systemen als Teil der Corporate Governance bei BMW erläutert, insbesondere zur Vermeidung von Rechtsverstößen und zur Wahrung der Integrität.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nachhaltige Unternehmensführung auch zukünftig ein kritischer Erfolgsfaktor für BMW bleibt, insbesondere im Hinblick auf den Wandel zur Elektromobilität.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, BMW, Prinzipal-Agent-Theorie, Stakeholder-Theorie, Compliance, Vorstand, Aufsichtsrat, UN Global Compact, Nachhaltigkeit, Unternehmensführung, Transparenz, Geschäftsbericht, Risikomanagement, Automobilindustrie, Aktiengesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das System der Corporate Governance bei der BMW AG, definiert die zugrunde liegenden Konzepte und analysiert, wie diese in der Unternehmenspraxis umgesetzt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die theoretischen Ansätze der Corporate Governance, die Rolle der Unternehmensführung bei BMW sowie die Implementierung von Compliance-Strukturen und ethischen Leitlinien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Notwendigkeit verantwortungsvoller Unternehmensführung zu schaffen und aufzuzeigen, wie BMW durch organisatorische Bausteine Vertrauen bei Stakeholdern sichert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei primär Geschäftsberichte der BMW AG sowie wissenschaftliche Standardwerke zur Unternehmensführung herangezogen wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse der historischen Entwicklung, eine Darstellung der internen Unternehmensstrukturen bei BMW sowie die Erläuterung des Compliance-Managements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Corporate Governance, Compliance, BMW, Prinzipal-Agent-Theorie, Stakeholder-Theorie, Nachhaltigkeit und Unternehmensführung sind die prägenden Begriffe dieser Ausarbeitung.
Warum spielt die Prinzipal-Agent-Theorie für BMW eine besondere Rolle?
Als börsennotierte Aktiengesellschaft mit einer Vielzahl von Aktionären ist die Informationstransparenz über das Handeln von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidend, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
Wie unterscheidet sich die Stewardship-Theorie vom Stakeholder-Ansatz?
Während die Stewardship-Theorie davon ausgeht, dass Manager intrinsisch motiviert im Sinne des Unternehmens handeln, fokussiert der Stakeholder-Ansatz den Ausgleich der Interessen verschiedenster Anspruchsgruppen wie Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter.
Welche Funktion hat das BMW Group Compliance Committee?
Dieses Gremium überwacht die Einhaltung interner Richtlinien, untersucht Verstöße und sorgt durch jährliche Berichterstattung an den Vorstand für die Transparenz und Wirksamkeit des Compliance-Systems.
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- Niklas Fahrngruber (Author), 2019, Corporate Governance am Fallbeispiel BMW, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918648