Die Deutschen in Tiflis im 19. Jahrhundert

Die Entstehung einer Diaspora-Gemeinschaft in einem friedlichen multikulturellen Kontext


Bachelorarbeit, 2020

52 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Thematische Hinführung
1.2 Entwicklung der Problemstellung
1.3 Quellen- und Forschungslage

2. Tiflis und die deutsche Minderheit
2.1 Tiflis - Zeit des Umbruchs
2.2 Überblick über die deutsche Minderheit in Georgien

3. Auswanderung der württembergischen Kolonisten nach Tiflis
3.1 Politischer Bezugsrahmen in Württemberg
3.2 Kolonialisierungspolitik der Zaren
3.3 Auswanderungsgründe der württembergischen Siedler
3.4 Entstehung der deutschen Gemeinden um Tiflis

4. Die Entwicklung von Neu-Tiflis
4.1 Die Anfangsjahre
4.2 Die teilweise Integration

5. Die deutsche Unternehmerschaft von Tiflis
5.1 Ortsansassige Entrepreneure
5.2 Auslandische deutsche Firmen

6. Das evangelisch-lutherische Kirchenwesen
6.1 Geschichte der Kirchengemeinde
6.2 Funktionen der Glaubensgemeinschaft
6.2.1 Kirchenrat
6.2.2 Schulwesen
6.2.3 Wohltatigkeit

7. Die deutsche Diaspora und der Erste Weltkrieg

8. Quellenverzeichnis

9. Internetquellenverzeichnis

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thematische Hinführung

Tbilisi1, in der Vergangenheit auch Tiflis genannt, ist eine ganz und gar auBergewöhn- liche Stadt mit extravaganter Architektur und einer noch interessanteren Geschichte. Wenige europaische Stadte haben ein solches Wechselbad der Ereignisse durchlebt und sind sich dabei in derart besonderer Form treu geblieben. Im Spannungsfeld zweier Kontinente gefangen und seit der Antike durch das erste globale Handelsnetz, die SeidenstraBe, mit der bekannten Welt verbunden, ermöglichte dies im speziellen die Entstehung eines erstaunlichen multikulturellen Fluidums. Tiflis ist weltweit die einzige Ansiedelung von Menschen, die weder einen Pogrom gegen ihre jüdische Be- völkerung erlebt hat, noch Feindseligkeiten zwischen Schiiten und Sunniten kennt. Im Gegenteil, denn nach dem Ende der wechselnden muslimischen Herrschaft der Anrai- nermachte Persien und dem Osmanischen Reich im 18. Jahrhundert, setzte sich an- fangs aus politischen Gründen, heute liebgewordene Tradition, die friedvolle Koexis- tenz beider Konfessionen und die gemeinschaftliche Nutzung der bis in die Gegenwart einzigen Moschee der Hauptstadt fest.2

Ferner lassen sich, versteckt in der architektonischen Handschrift der Stadtteile Didube und Tschugureti, den ehemaligen württembergischen Kolonien Neu-Tiflis und Ale- xandersdorf, immer noch deutsche Einflüsse finden, die auf die Existenz einer vergan- genen, einflussreichen Diaspora-Gemeinschaft verweisen. Der Transfer von Wissen und Arbeitskraft aus dem westlichem, vor allem deutschsprachigem, Ausland war für Russland über lange Zeit der Motor des Fortschritts, ebenso wie für die georgische Metropole und der Grund für die Entstehungsgeschichte der dortigen deutschen Min- derheit.

1.2 Entwicklung der Problemstellung

Der Begriff „Russlanddeutsche“ suggeriert eine nicht vorhandene Homogenitat der Gesamtheit der Deutschen im Russischen Reich. Seit langerem ist in der Forschung jedoch bekannt, dass die verschiedenen Siedlungsgruppen individuelle lokalgepragte Diaspora-Identitaten herausbildeten. Die Entstehung und Entwicklung der deutschen Diaspora im toleranten multiethnischen Tiflis, vom Zeitpunkt der Auswanderung der württembergischen Siedler in den Kaukasus 1817 bis zum Vorabend des Ersten Welt- krieges, bildet den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden wissenschaftlichen Ar­beit. Der abrupte Ausbruch und die Folgen des Weltkrieges bewirkten einen Abriss der bisherigen Blütezeit. Dabei soll anhand der von Alois Moosmüller zusammenge- fassten zehn Diaspora-Kriterien untersucht werden, inwiefern sich die ethnische Min- derheit der Deutschen in Tiflis unter Einfluss bestimmter Faktoren zu einer autonomen Diasporia-Gesellschaft mit eigener Identitat entwickelten konnte. Dabei wird auch, um auf die aufgeworfene Fragestellung eine fundierte Antwort geben zu können, auf das Wesen und die Funktionen der Unternehmerschaft und des evangelisch-lutherischen Kirchenwesens eingegangen.

Im Folgenden werden die in Moosmüllers Publikation „Interkulturelle Kommunika- tion in der Diaspora“ aufgeführten Entstehungsgründe einer Diaspora genannt:

1. Das Bestehen eminenter Beweggründe für das Verlassen des Heimatlandes. In der neueren Forschung ist man vom alleinigen Grund der Vertreibung, der nach der lang geltenden Definition nur die jüdische Religionsgemeinschaft als Diaspora zu- lieB, abgerückt und lasst auch Bedingungen zu, die den Wunsch nach einem bes- seren Leben in den Menschen weckte.
2. Die Existenz von Organisationen und Plattformen, die eine soziale Kohasion fes- tigen und eine gewisse Autonomie zur Mehrheitsgesellschaft garantieren.
3. Ein besonderes, von einer eigenen Elite vertretendes, Interesse am Fortbestand der Koloniegemeinschaft.
4. Unterscheidbarkeit von der umlagernden Mehrheitskultur mittels entstandener Werte, Normen und Praktiken.
5. Verklarung der Heimat und bestandiger Wunsch der Heimkehr.
6. Das Verspüren einer vorherrschenden Abneigung.
7. Die Problematik der doppelten Loyalitatsbekundung gegenüber dem Herkunfts- und Residenzlandes.
8. Das Eintreten für die Interesse der heimischen Politik im regionalen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Gefüge.
9. Die Solidaritat für Vertreter ihrer Ethnie über Landergrenzen hinweg.
10. Die sichtbare Sicherung der dauerhalten physischen Existenz der Gemeinschaft.3 4 5

Das zur weiteren thematischen Hinführung dienende zweite Kapitel verordnet Tiflis im geopolitischen Gefüge des Kaukasus des 18. Jahrhunderts und veranschaulicht zu- gleich den spürbaren Wandel der Stadt und gib Einblicke in die damalige Lebenswelt zwischen Europa und Asien. Eine Übersicht, der deutschstammigen Bewohner Tiflis vor der württembergischen Besiedelung zeigt die Ausgangslage der Minoritat auf. Das nachstehende dritte Kapitel stellt die Rahmenbedingungen und Entscheidungsgründe der Kolonisation des Kaukasus klar. Die Ausführungen enden mit der Entstehung der neuen Siedlung. Dies bietet die Gelegenheit im vierten Abschnitt die charakteristische Entwicklung der Kolonie im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu behandeln. An- hand der Unternehmerschicht und der Kirchengemeinde der evangelisch-lutherischen Glaubensgemeinschaft sollen abschlieBend die letzten Kriterien Moosmüllers unter- sucht werden. Beides sind zentrale, gut greifbaren, Bestandteilen der Gesellschaft, die gut das Leben der Diaspora ausführlich dokumentieren.

Die prasentierte Arbeit ist den Veröffentlichungen über Migrationsbewegungen, inter- kulturelle Kommunikation, Identitatsausbildung bei Minoritaten-Gruppen und Diasporaforschung zuzuordnen. Ziel soll es dabei sein, die auf friedlicher Koexistenz in einer interkulturellen Gesellschaft fuBende und für die Allgemeinheit einen Mehr- wert bringende Entwicklung einer Minderheit in der kulturellen und geografischen Fremde aufzuzeigen und einen authentischen, soliden Einstieg für die weitere Erfor- schung dieses, bisher nur am Rande des wissenschaftlichen Interesses gelegenen, ge- schichtlichen Forschungsgebietes geben.

1.3 Quellen- und Forschungslage

Anders als die Hauptsiedlungsgebiete der „Russlanddeutschen“ an der Wolga und den urbanen Zentren St. Petersburg und Moskau ist die transkaukasische Region noch am wenigsten untersucht. Die Hinterlassenschaften der Unternehmer und der Kirchenver- waltung sind, dank des hohen Grades an Verschriftlichung von geistigen und ökono- mischen Angelegenheiten, die greifbarsten Quellen jener Zeit. Im Georgischen Natio- nalarchiv, welches aufgrund einer Recherchereise besucht werden konnte, befindet sich eine Masse an unausgewerteten Quellenbestanden in deutscher und russischer Sprache. So manche Akte hat die Ereignisse der letzten Einhundert Jahre ohne gröBere Schaden überstanden. Sie konnten im Kleinen aufbereitet werden und die daraus ge- wonnenen Erkenntnisse fanden ihre Einbeziehung in diese Abhandlung. Es stellte sich heraus, dass neben den Sprachproblemen, den fehlenden Russischkenntnissen des Au- tors geschuldet, die eine zwangsweise Beschrankung auf die deutschsprachigen Quel- len vorschrieb, die kirchlichen Nachlasse den bedeutendsten Teil der Archivalien aus- machten. Etliche Firmen- und Privatunterlagen haben die Sowjetisierung und die spa- tere Deportation in die Ferne Sibiriens nicht überstanden, bzw. befinden sich bis heute im schwer auffindbar zu machenden Privatbesitz. Daneben wurden die übersetzten, in der jüngeren Forschungsliteratur publizierten, Gesetzestexte der Zaren verwendet. Ebenso weisen für die Erforschung der Geschichte Georgiens die Schriften auslandi- scher Forschungsautoren, seit den Reisen Marco Polos, eine gewisse Bedeutung auf. Sie bieten einen guten Zugang, denn man kann dank ihnen, wenn man sie mit den heimischen Quellen in Vergleich setzt, ein realitatsnahes Bild erzeugen.

Eine ausgedehnte Literaturrecherche trug eine breite Vielfalt an Fachliteratur zusam- men. Die verwendete Sekundarliteratur füllt zu einem Teil sehr spezifisch spartenartig die Lücken in der Forschung, zu einem anderen ist sie in einem allgemeinen Kontext gehalten oder behandelt die anderen Siedlungsgebiete der Deutschen, deswegen konn- ten ausgewahlte Befunde übernommen werden. Zu den erwahnenswertesten Titeln zahlen die Beitrage und Monografien von Eva-Maria Auch, die in besonderer Aus- führlichkeit die deutsche Geschichte Tiflis veranschaulichen. Dittmar Dahlmanns Sammelband zur Geschaftswelt Russland vor dem Ersten Weltkrieg, bot ebenso wie die Texte georgischer und deutschsprachiger Kollegen ihre Berechtigung zum Wis- senserwerb dar.

Ferner musste wegen der Corona-Pandemie, die zur SchlieBung der Universitatsbibli- otheken führte, bei Regierungsdaten, Fachbegriffen und den Jahreszahlen der genann- ten Kriege auf Online-Lexika zurückgegriffen werde. Bei den Regierungszahlen der Zaren konnte, das mittels Universitatskursen erlangte Wissen zur Anwendung gelan- gen. Oftmals weisen die überlieferten Daten in der Literatur, die die Siedlungsge- schichte Neu-Tiflis betreffen, eine gewisse Uneinigkeit auf, daher wurden die am sinn- vollsten erscheinenden Angaben angewandt.

2. Tiflis und die deutsche Minderheit

2.1 Tiflis - Zeit des Umbruchs

Georgien, entstanden aus den altehrwürdigen Königreichen Kolchis und Iberien, hatte seit jeher eine bedeutende geostrategische Lage. Die Hauptstadt Tiflis im Besonderen. Ihr alter Name, Tbilis-Kalaki, bedeutet übersetzt „Warmstadt“.6 Er ist ein Verweis auf die weit über die Grenzen hin bekannten heilenden Thermalquellen der Stadt. Im Kau- kasus zwischen Europa und Asien beheimatet, mit Zugang zum Schwarzem Meer so- wie Anbindung ans Kaspische Meer war Georgien dank seiner antiken Karawanen- wege Teil des globalen Handelsnetzes der alten SeidenstraBe. So kam dem, an einer Gabelung der historischen Fernhandelsroute gelegenen, Herrschaftssitz Tiflis bereits früh militarische und wirtschaftliche Relevanz zu. Das kleine, oft in einzelne Herr- schaftsbereiche aufgeteilte Land, war einer andauernden Umklammerung durch seine machtigen Nachbarn unterworfen. Es musste eine wiederkehrende Zerstörung und Be- satzung durch die Osmanen und Perser hinnehmen. Doch trotz der langanhaltenden Fremdherrschaften, die ihre architektonischen Spuren in der Stadt hinterlieBen, konn- ten sich die Bevölkerung ihre kulturelle Identitat erhalten. Mitte des 18. Jahrhunderts gelang ihnen die Rückeroberung ihrer Hauptstadt. Um einer erneuten Eroberung durch die südlichen Nachbarn zu entgehen, ging man ein Bündnis mit Russland ein.7 In der Periode des letzten ostgeorgischen Königs Erekle II. (1744-1798) konnte das Land, vor allem Tiflis, nachhaltig gedeihen. Dies war seiner gut 50-jahrigen Herrschaftszeit geschuldet, die wiederum war gepragt von Frieden und den schönen Dingen jener Zeit, farbenprachtige elegante Kleider, feiner Poesie und freudigen Festen. In vielen Berich­ten von Durchreisenden stellte die unbeschwerte Lebensfreude, welche durch die schmalen Gassen jener Stadt floss, ein wiederkehrendes Motiv dar.8

Mit dem Übergang ins 19. Jahrhundert wurde Georgien markanten Veranderungen un- terworfen. Zugleich veranschaulichen sie das ambivalente Verhaltnis zu seinen Anrai- nern. Seit dem 17. Jahrhundert, mit dem Erstarken der Russen, Osmanen und Persern, rückte Georgien ins Zentrum machtpolitischer Interessen. Die Plünderung 1795 durch den persischen Schah Aga Mohammed (1742 - 1797)9 markiert den abrupten Beginn des Endes der Unabhangigkeit Georgiens. Infolge der Brandschatzung blieb die Stadt geschwacht und zerstört zurück. Nach dem Tod des Königs besetzten russische Trup- pen 1799 die Gebiete des Königreichs und annektierten es schlieBlich 1801 unter Paul I. (1796 - 1801) als Gouvernement Tiflis. Schon wahrend des fünften Russisch-Tür- kischen Krieges (1768-1774)10 konnte man den steigenden Einfluss Russlands spüren. Es errichtete, entlang der bisher unbefestigten Karawanenwege, die heute noch erhal- tene georgische HeerstraBe. Sie sollte sich schnell als wichtigste VerbindungsstraBe von Russland in den Kaukasus etablieren.11 12 Das Zarenreich grenzte nun an die Reiche der Osmanen und Perser. Der Kaukasus war eine von der Natur gemachte Grenzlinie, die es zu kontrollieren und befrieden galt, wollte man seine südliche Peripherie schüt- Das Antlitz der Stadt wandelte sich in Folge dessen in das einer Trutzburg. Als neuer Ausgangspunkt Russlands für Operationen gegen seine Feinde pragten fortan vermehrt russische Soldatenregimenter und Versorgungstracks das Bild der Stadt. Zugleich wa­ren die Zeichen der neuen Zeit nicht mehr zu übersehen. Die jungen georgischen Ade- ligen, nunmehr Offiziere in der russischen Armee, lieBen die georgische Tradition der Dichtung wiederaufleben. Mit ihren Weisen, die nunmehr deutliche europaische Ein- flüsse aufwiesen, waren sie gewissermaBen deren Vorbote. Die fernöstliche Eleganz und Poesie blieb der Stadt erhalten, hinzu kamen europaische Lebensweise und Be- flissenheit.13 Tiflis wurde mit der Verlegung aller Verwaltungsbehörden und des kau- kasischen Statthaltersitzes zum Mittelpunkt der südlichen Peripherie. Dies machte sich in der ethnischen Zusammensetzung der Stadtbevölkerung bemerkbar. Diese wies schon immer, durch den regen Handel zwischen Ost und West, ein einzigartiges mul- tikulturelles Gemisch verschiedenster Nationalitaten und Volkszugehörigkeiten auf.14 „Jeder Volksstamm des Kaukasus hat ein Detachement in die Hauptstadt entsandt, und die lebenden Warenproben wirken in Tiflis auf die verschiedenste Weise.“15 Georgier, Armenier und Tartaren stellten hierbei traditionell den Hauptteil, hinzu kamen vor al- lem Osseten und Perser. Mit der Eingliederung ins russische Imperium und dem Auf- bau einer Verwaltung kamen mittels den zaristischen Beamten, den Handwerkern und Kaufleuten vermehrt Russen, aber auch Polen, Esten, Letten, Griechen und Türken in die Stadt. Deutsche Siedler kamen in Folge der Kolonialisierungspolitik des Zaren Alexanders I. (1801 - 1825) in das Gouvernement. Ihre gröBte Siedlung gründeten sie am Rande der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt lebten bereits Deutsche innerhalb der Stadt- grenzen, hauptsachlich Militars in russischem Dienst und einige Handwerkerfami- lien.16 Die rasanten Veranderungen wurden von Moritz von Kotzebue in seinen Auf- zeichnungen 1819 festgehalten:

„[...] wer Tiflis vor einem Jahr verlassen [hat], kennt es jetzt nicht wieder. [...] [Es] ergriff sie ploetzlich eine solche Bauwuth, dab man keinen Arbeiter mehr in Tiflis fand. [.] Das ehemalige Haus des Hauptcommandeurs, das eine laecherliche Vermischung von europaeischer und asiati- scher Architektur darstellte, ist jetzt herunter gerissen, und auf dessen Stelle steht ein Gebaeude im neuesten Geschmacke mit einer schoenen Colonade.“17

Insgesamt war Tiflis im 19. Jahrhundert eine schnell wachsende Stadt. Die Bevölke- rung erreichte Mitte des Jahrhunderts die 100.000er Grenze. Die Stadt erblühte zum kulturellen Zentrum im Südkaukasus. Es entstanden Theater, Musikschulen und Künstlervereinigungen. Der Zuzug an Menschen verursachte die Entstehung neuer Viertel. Rund um den alten orientalischen Stadtkern sprossen neue Gebaude aus dem Boden. Das gesellschaftliche Leben begann sich, mit dem Aufbau der russischen Quar- tiere, auf das rechte Kura Ufer zu fokussieren. Die europaischen Siedler lieBen sich unweit davon in der Nahe des neu erbauten Bahnhofes nieder. Die Neuankömmlinge pragten die neuen Stadtteile mit der ihnen bekannten heimischen Architektur, die der Stadt ihre heute unverkennbare Erscheinung verleihen.18

Als Max von Thielmanns 1875 Tiflis bereiste, hatte sich die Bipolaritat der Stadt ar- chitektonisch verfestigt:

„Tiflis ist die Stadt der Contraste.19 |.| die alten Quartiere wurden aufgebaut, neue Stadttheile im Stile russischer Provinzialstadte schlossen sich daran an, eine Colonie strebsamer Deutscher gründete eine freundliche Vorstadt. |.| [I]m russischen Stadtteil |.| sieht man breite Strassen mit stattlichen Hausern und eleganten Laden.20 |.| Mit dem Platze am Theater schliesst Europa ab; wenige Schritte davon stehen wir mitten in Asien; hier ist der Bazar der Brennpunkt des orientalischen Lebens.21 |.| Die Stadt ist in ihrem orientalischen Theile nur bei Tage malerisch, wenn das bunte Gewühl der Völker und Stamme die Gassen belebt; [...]22 [Folgt man der] rus- sischen Strasse nach dem oberen Ende der Stadt, |.| steht man wieder vor einem ganzlich ver- andertem Bilde; eine breite Allee mit freundlichen kleinen Hausern und sauber gehaltenen Gar­ten zieht sich fast eine halbe Stunde weit hinaus. Es ist die deutsche Colonie, in den zwanziger Jahren von ausgewanderten Würtembergern gegründet;“23

Auch Werner von Siemens widmet dieser Besonderheit einen Vermerk in seinem Rei- sebericht über den Kaukasus (1892):

„Eigentlich besteht Tiflis aus zwei verschiedenen Stadten, der oberen, europaischen und der un- teren, asiatischen Stadt, die beide durch scharfe Grenzen voneinander geschieden sind. Das eu- ropaische Tiflis nennt sich gern und mit Stolz „das asiatische Paris“ [.].24

Zum Zeitpunkt der württembergischen Einwanderung lebte langst eine kleine Gruppe von Deutschen in Tiflis. Die deutsche Stadtbevölkerung kann zum Zeitpunkt der würt- tembergischen Einwanderung 1817/18 nach der von Eva-Maria Auch verwendeten Definition einer ethnischen Gruppe, die eine gemeinsame historische Erfahrung, kol- lektive Identitat und ein Solidaritatsbewusstsein erfordert, nicht als solche gesehen werden, sondern als mehr oder minder miteinander verbundene Personen gleicher Eth- nie. Beweis hierfür ist das Unterlassen einer Gemeindebildung, für die die Gründung eines eigenen Kirchenwesens als Zeichen einer gemeinsamen religiösen Identitat ihrer ethnischen Minderheit beispielhaft gewesen ware. Die Kolonisten vollzogen diese in- nerhalb ihrer ersten zehn Jahre.25 Die Herausbildung einer ethnischen Gemeinschaft der gesamten deutschen Minderheit in Tiflis muss demzufolge im 19. Jahrhunderts stattgefunden haben und der weiteren Entwicklungen der beiden Gemeinden geschul- det sein. Das lasst darauf aufbauend vermuten, dass die Deutschen in Georgien anfangs differenzierter zu betrachten sind als gedacht. Deswegen folgt nun ein kurzer Über- blick über die unterschiedlichen Gruppen innerhalb der deutschen Minderheit.

2.2 Überblick über die deutsche Minderheit in Georgien

Erik Amburger teilte die „RuBlanddeutschen“ in der Vergangenheit nach dem Zeit- punkt ihrer Einwanderung und ihren Aufgaben ein. Die „baltischen Deutschen“, die „stadtischen Deutschen“, in manchen russischen Stadten seit dem 12 Jahrhundert an- gesiedelt, und die „Kolonisten“ des 18/19. Jahrhunderts.26 Der Verfasser unterscheidet die verschiedenen Bevölkerungsgruppen anhand der Befristung des Aufenthalts in Ge- orgien. Mittels dieser Unterscheidung lassen sich zum einen die permanent Ausgewan- derten zum anderen diejenigen mit zeitlich begrenztem Aufenthalt differenzieren. Zu den dauerhaft Eingewanderten zahlen die Kolonisten des 19. Jahrhunderts und der handwerkliche Bevölkerungsteil der deutschen Stadtbevölkerung, deren Familien teil- weise bereits seit Generationen dort ansassig waren. Diese werden ab dem dritten Ka- pitel behandelt. Die Diasporaforschung vernachlassigt dabei oft den Teil der im Auf- trag auf Zeit entsandten Personen.27 Daher soll diese Gruppe zuvor untersucht werden.

Auslandische Fachkrafte wurden aufgrund ihrer Expertise, die nach der Annexion für den Aufbau und die ErschlieBung des Landes benötigt wurden, nach Tiflis geholt und verlieBen es nach Vollendung ihres Auftrages wieder. Sie waren trotz gleicher ethni- scher Herkunft nicht auf einer sozialen Stufe mit der immigrierten Minderheitengruppe ihrer Ethnie gestellt. Sie zahlten sowohl im Heimatland wie im Residenzland zu einer gehobenen Schicht, oftmals war die Annahme des Auftrages mit einem Aufstieg in- nerhalb der sozialen Hierarchien und besserer Vergütung verbunden. Demzufolge un- terschieden sich die Ausgangssituationen der beiden Teile der deutschen Minderheit deutlich. Eine unterschiedliche Pragung des diasporischen Bewusstseins, welche sich vor der Ankunft der württembergischen Siedler feststellen lasst, war das Resultat. Ge- meinsame Schnittstelle war meist nur das Leben in der Fremde, in der sie tagtaglich auf Gewohntes keinen Zugriff hatten und folglich zwangsweise neue Erfahrungen ma­chen mussten. Allerdings gingen sie jeweils verschieden damit um. Die temporare Gruppe verfolgte, auch wegen ihrer begrenzten Anwesenheit, ein Ethos der weitestge- henden Anpassung an die Gastkultur und deren kulturellen Praktiken. Die sozialen Unterschiede und der Unwille der „Experten“, einer engen Kontaktknüpfung mit der sozial tiefgestellten Minderheit einzugehen, verhinderten die Herausbildung einer ho­mogenen Minderheitengemeinschaft.28

Für Russland war der Wissenstransfer aus dem Ausland über weite Teile seiner Ge- schichte immer wieder Bestandteil der Bemühungen der Zaren. Ein Beispiel ist die von Peter dem GroBen gegründete Sankt Petersburger Akademie der Wissenschaften, die einen steten Wissensfluss sichern sollte. Die Anwerbung auslandischer Expertisen sollte unter anderem die Entwicklung der russischen Ökonomie fördern. Deutsche bil- deten stets die Mehrheit unter den Angeworbenen. Mit steigendem politischem Inte­resse am Kaukasus nahm auch das Wissenschaftliche merklich zu. Die akademische ErschlieBung war das Fundament für jeden weiteren Schritt Richtung Kolonialisie- rung. Nicht ausschlieBlich Gelehrte waren landeskundlich tatig, sondern auch Militars und Beamte. Zum Teil waren sie schon seit Anfang des Jahrhunderts am Aufbau der Verwaltung des Gouvernements beteiligt.29 Die umfassende Erforschung der Kauka- susregion konnte erst in der zweiten Halfte des 18. Jahrhunderts beginnen, da die Kon- flikte mit den Osmanen und Persern dies zuvor unmöglich gemacht hatten. An den deutschen Universitaten gab es kaum Angebot für praxisorientierte Forschungsreisen, so kam vielen die Einladung in den Kaukasus, als Möglichkeit der eigenen Profilie- rung, sehr gelegen.30

Die Kaukasusreisenden lassen sich in aus Eigeninteresse Reisende, Hobbyforscher und im staatlichen Auftrag handelnde Forschungsexpeditionen unterteilen.31 Durch die Erfüllung ihrer Auftrage, deren Bandbreite von der Erforschung von Fauna und Flora, über die Verbesserung der Handelsbeziehungen zu Persien, bis hin zur Erkundung der Geografie nach militarischen Standpunkten reichte, erfüllten sie für Russland die wichtige Funktion der Durchsetzung handfester politischer und wirtschaftlicher Inte­ressen, sowie die allmahliche Einbindung der Kaukasusregion in das russische Zaren- reich.32

Eine neue Generation von Kaukasusforschern reprasentiert Gustav Radde, der im Ge- gensatz zu seinen Vorgangern des 17. und 18. Jahrhunderts, die im Laufe ihrer Karrieren mehrere Kaukasusreisen unternahmen, Tiflis als seinen Wohnort (1863­1903) bestimmte. Durch die Eröffnung des Kaukasischen Museums schuf er ein Zent- rum der Kaukasusforschung und förderte die Entstehung einer einheimischen Bil- dungselite. Daneben begründeten seine Bildungsreisen in Deutschland mit zahlreichen Vortragen die Inspiration für Studien nachfolgender Forscher, sodass die Tradition der deutschen Kaukasusforschung nicht abriss. Die Reisen in der alten Heimat dienten da- neben der Bewerbung eigener Publikationen. In Deutschland konnte man sie einfacher einem breiten Publikum zuganglich machen. Allgemein wurden viele wissenschaftli- che Veröffentlichungen deutscher Georgienauswanderer im deutschsprachigen Raum verlegt, nicht in Tiflis. Die Forscher trugen mit ihrem akademischen Austausch und der Ausstrahlung auf andere Bevölkerungsteile maBgeblich zur Aufrechterhaltung des Kontaktes zwischen der Aussiedlergemeinschaft und der Heimat bei. Vor allem die Unternehmer begannen sich zunehmend für die Schatze der Region zu interessieren, erganzend zu möglichen Investitionen. Darüber hinaus boten die landeskundlichen und ethnologischen Berichte der heutigen Forschung eine gute Möglichkeit, einen Ein- blick in die damalige Lebens- und Arbeitswelt zu erhaschen,33 wie sie beispielsweise von Max von Thielmann beschrieben wurde: „im Gegensatz zu den im Lande zerstreuten deutschen Dörfern, deren Bewohner ausschliesslich das Land bebauen, findet man hier in Deutsch-Tiflis nur Handwerker, welche dank ihrem Ge­schick und ihrem Fleiss durchweg auf einen grünen Zweig gekommen sind; ihre Anzahl belief sich 1865 auf 600 Seelen. Dass der Colonie eine Bierbrauerei nicht fehlt, ist selbstverstandlich, und ihr Erzeugnis erfreut sich gleichen Lobes bei Deutschen, Russen und Grusinern34. [...] Auch wir verlebten hier in Gesellschaft von Landsleuten gemüthliche Stunden, und hatten uns wohl in die Heimath zurückdenken können, wenn nicht die ungewohnten Klange grusinischer Musik uns an den Orient gemahnt hatten.“35

Moritz Wagner führt in seinen Erzahlungen über seine Reise zu den Kolonien die Ab- kehr der Siedler von Deutschland an, was insofern verwunderlich ist, da ein Verlangen nach einer Rückkehr in die Heimat bestandig ein zentraler Bestandteil der Diaspora Diskussion bleibt.36

„Vom Vaterland wurde selten gesprochen und stets nur in sofern es die persönlichen Verhaltnisse des Einzelnen betraf. [.] Erst im Gesprach mit solchen Leuten, welche an den Fortschritten des Volks- und Staatslebens daheim keinen Antheil genommen, merkt man, welch eine umwandelnde und bewegende Gewalt ein Zeitraum von 30 Jahren hat, und welchen Einfluss derselbe auf geistige Kultur, Sitten und Denkweise eines Volkes übt .“37

3. Auswanderung der württembergischen Kolonisten nach Tiflis

Die deutschen Kolonisten Transkaukasiens stammten fast ausschlieBlich aus Württem- berg.38 Das folgende Kapitel zeigt die Gründe für den sprunghaften Anstieg der Aus- wanderungszahlen von 1817/18 aus dem jungen Königreich auf. Des Weiteren wird ihre Reise in die Fremde bis zur Siedlungsgründung am Rande von Tiflis thematisiert.

3.1 Politischer Bezugsrahmen in Württemberg

Der Beginn des Jahrhunderts war für Württemberg von tiefgreifenden inneren und au- Beren Umbrüchen bestimmt. Die Napoleonischen Kriege erzwangen territoriale und innerstaatliche Veranderungen. Mit der Neuordnung Mitteleuropas erhob Napoleon unter anderen Württemberg im Frieden von PreBburg vom 26.12.1805 zum König- reich, welches 1806 dem Rheinbund beitrat.39 Im weiteren Verlauf der bis 1815 an- haltenden Kriege in Europa wurde der neu entstandene Staat auf eine harte Probe ge- stellt. Die Folgen waren für die einfache Bevölkerung immer schwerer zu tragen. Die für die Armee Napoleons zu stellenden Truppenkontingente musste im Zeitraum von 1804-1815 dreimal komplett neu ausgehoben werden. War dies noch nicht Last genug, so forderten Einquartierungen, Abgaben an Vorraten und eine überhöhte Grundsteuer ihr Restliches. Aufgrund der zu zahlenden Kontributionen erhöhte sie sich derart, dass 1815 nur ein Fünftel dem ursprünglichem Besitzer verblieben sein soll.40 Dazu kam die Hungersnot von 1815-1817, die auf den Ausbruch des Vulkans Tambora in Indo- nesien 1815 zurückzuführen ist. Das daraus resultierende durchgangig schlechte Wet­ter verursachte in Zentraleuropa Missernten. Die sich wirkten auf die verarmte Land- bevölkerung aufgrund vorhergehender schlechter Ertrage 1809, 1810 und 1812 - 1815 besonders stark aus. Viele konnten ihre Familien mit ihrem, meist durch Erbteilung verkleinertem, Besitz nicht mehr versorgen, sodass sie ihr Heil in der Ferne zu suchen begannen.41

Eine andere zu betrachtende GröBe ist König Friedrich II. (1797-1816)42. Der auffal- lige Umstand der unmittelbaren Auswanderungsflut kurz nach seinem Tode 1816 ver­dient eine genauere Untersuchung. Waren die Lebensumstande der einfachen Bürger wahrend seiner Regierungszeit schon mehr als förderlich für die Entstehung einer Massenauswanderung, so tat sein politisches Vorgehen ihr übriges. Er versuchte die dringend benötigte Reformierung des Staatswesens auf drastische Weise in kürzester Zeit durchzusetzen. Seine gewohnt strenge militarische Herangehensweise übertrug er dabei auf die anderen Bereiche des politischen Lebens und lieB jede Rücksicht auf seine Untergebenen auBer Acht. Die alte Ordnung wurde zugunsten eines verstarkten Eingriffs des Staates in traditionelle Strukturen abgeschafft. Daraus leiteten sich deut- liche Auswirkungen auf den Alltag des Volkes ab in einer Zeit, in der man sich mehr denn je nach Stabilitat sehnte. Er forderte die unbedingte Einhaltung seiner neuen Bestimmungen. Die Starkung der Polizei zu ihrer Durchsetzung erhöhte seine Unpo- pularitat nur. Um das ganze abzurunden, betrieb Friedrich II. einen übertriebenen hö- fischen Reprasentationsaufwand, der in keinem Verhaltnis zu den staatlichen Finanzen stand.43

„Zum Glück durchzogen damals die russischen Agenten, welche den Strom der deut- schen Emigration nach SüBrussland leiten sollten, Württemberg. Ihren goldenen Ver- heiBungen von einem gelobten Land jenseits des Meeres [.. ,]“44 folgten die Leute nur gerne. Sie trafen auf fruchtbaren Boden und lösten eine wahre Auswanderungswut aus. Dem König lief diese deutlich zuwider, da ein Gros der Auswanderungswilligen starke junge Manner waren, die er für seine Truppen dringend benötigte, was sich 1805 in einem Ausreise- und Anwerbungsverbot manifestierte.45 An dieser Stelle sei festge- halten, dass es unter der Wirkung des Auswanderungsverbotes Bestrebungen der Re­gierung gab, sozial unerwünschte Bevölkerungsteile auszusiedeln. Auf jene Weise wollte man den innergesellschaftlichen Druck verringern. Nach einem Kirchenstreit erfolgte die Abspaltung einzelner Gemeinden. Die verschiedenen chiliastischen und pietistischen Bewegungen werden oft unter den Sammelbegriff Separatisten46 zusam- mengefasst. Erst sein Nachfolger Wilhelm I. (1816-1864)47 hob dieses Verbot 1817 offiziell auf.48 Es liegt daher nahe, dass sich die Bildung der ersten Auswanderungs- gemeinschaft Ende 1816 noch unter dem Verbot vollzog und von den Ausreiseerleich- terungen für Separatisten betroffen war.

3.2 Kolonisationspolitik der Zaren

Mit Katharina der GroBen (1762-1796) beginnend, die eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst war, verband das Reich der Romanows im Laufe der Zeit eine Reihe von politischen Ehen mit mehreren der deutschen Kleinstfürstentümern. Alle nachfol- genden Monarchen ehelichten in eines der kleinen, politisch unbedeutenden Fürsten- tümer ein. So blieb das empfindliche europaische Machtgleichgewicht unberührt, bei gleichzeitiger Sicherstellung der StandesgemaBheit der Brautkandidatin. Ein ebenfalls geschickter Winkelzug in der Politik der Zarin war die Initiierung einer weiteren Tra- ditionslinie der russischen Geschichte.49

[...]


1 Der Verfasser gebraucht in der vorliegenden Arbeit für Tbilisi, die Hauptstadt Georgiens, die für den Zeitraum der russischen und sowjetischen Fremdherrschaft übliche russische Bezeichnung Tiflis.

2 Vgl. Eigenstandige Notizen zu einer besuchten Stadtführung in Tbilisi: Free Walking Tours - Main Tour Tbi­lisi & Hidden Tbilisi Tour; Tourguide: Eka (Datum: 03.12.2019).

3 Moosmüller, Alois: Diaspora - zwischen Reproduktion von „Heimat“, Assimilation und transnationaler Identi- tat, in: ders. (Hg.): Interkulturelle Kommunikation in der Diaspora. Die kulturelle Gestaltung von Lebens- und Arbeitswelten in der Fremde, Münster 2002, S.11-28, S.13

4 Besonderheit einen Vermerk in seinem Rei- sebericht über den Kaukasus (1892)

5 Streifzüge im Kaukasus, Persien und der Asiatischen Türkei, Leipzig 1875, S.182.

6 Vgl. Thielmann, Max von: Streifzüge im Kaukasus, Persien und der Asiatischen Türkei, Leipzig 1875, S.182.

7 Vgl. Springhorn, Daphne: Deutsche in Georgien, Tbilisi 2004, S.18; Kotzebue, Moritz von: Aufenthalt in Tiflis, in: Breuste, Jürgen, Malich, Burkhard (Hg.): Reisen im Kaukasus. Berichte aus dem 19. Jahr- hundert, Leipzig 1987, S.50-59, S.50; Morchiladze, Aka: Tbilisis (p)revisited. Skizzen einer Stadtge- schichte, in: Osteuropa 7 (2018), S.5-22, S.7.

8 Vgl. Morchiladze, Stadtgeschichte, S.8, 10.

9 Siehe: https://www.britannica.com/biography/Agha-Mohammad-Khan; (zuletzt aufgerufen 17.04.2020).

10 Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-T%C3%BCrkischer Krieg (1768%E2%80%931774); (zuletzt aufgerufen 17.04.2020).

11 Vgl. Ebd., S.8-10; Auch, Eva-Maria: Die Einladung deutscher Funktionseliten, Handwerker und Bauern im Kontext russischer Kolonialpolitik am Beispiel Südkaukasiens, in: Vogt, Matthias Theodor, Sokol, Jan, Neyer, Jürgen (Hg.): Die Fremde als Bereicherung, Berlin 2010, S.151-182, S.158.

12 Vgl. Springhorn, Deutsche in Georgien, S.24.

13 Vgl. Morchiladze, Stadtgeschichte, S.12; Thielmann; Streifzüge im Kaukasus, S.175.

14 Vgl Ebd., S.176; Kisch, Egon Erwin: Zaren, Popen, Bolschewiken, Berlin 1961, S.69.

15 Ebd., S.69.

16 Vgl. Fischer, Karl August: Die Deutschen im Kaukasus, insbesondere in Transkaukasien, Berlin 1919, S.2; Morchiladze, Stadtgeschichte, S.12; Georgisches National Archiv, Fond 1727, Nr. 54, S.3 (im Fol- genden wie folgt abgekürzt: GNA, F. , Nr. , S.).

17 Kotzebue, Aufenthalt in Tiflis, S.50.

18 Vgl. Morchiladze, Stadtgeschichte, S.17; Thielmann, Streifzüge im Kaukasus, S. 176; Nawroth, Manf­red: Deutsche im Kaukasus bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, in: Lewykin, Alexander (Hg.): Russen und Deutsche. 1000 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur. Essays, St. Petersburg 2012, S.272-279, S.276.

19 Thielmann, Streifzüge im Kaukasus, S.175.

20 Ebd., S.176.

21 Ebd., S.179.

22 Ebd., S.175.

23 Ebd., S.183

24 Siemens, Werner von, in: Fleischhack, Kurt (Hg.): Kaukasusreisen, Zeulenroda 1943, S.14f.

25 Vgl. GNA, F. 1727, Nr. 54, S.3f; Auch, Einladung deutscher Funktionseliten, S.152.

26 Vgl. Ebd., S.152f.

27 Vgl. Moosmüller, Diaspora, S.20.

28 Vgl. Ebd., S.20-22.

29 Vgl. Springhorn, Deutsche in Georgien, S. 18f.

30 Vgl. Auch, Einladung deutscher Funktionseliten, S.162f.

31 Vgl. Gelaschwili, Gia: Deutsche Reisende in Georgien im 18. Und 19. Jahrhundert, S.2, 5 (Online-Pub- likation, siehe: http://armazi.uni-frankfurt.de/georgienreisende.pdf; (zuletzt aufgerufen 16.04.2020).

32 Vgl. Springhorn, Deutsche in Georgien, S.19; Auch, Einladung deutscher Funktionseliten, S.167.

33 Vgl. Ebd., S.168.

34 Alte Bezeichnung für eine/n/r GeorgierIn.

35 Thielmann, Streifzüge im Kaukasus, S.183.

36 Vgl. Moosmüller, Diaspora, S.18.

37 Wagner, Moritz: Reise nach Kolchis und nach den deutschen Colonien jenseits des Kaukasus, Leipzig 1850, S.58f.

38 Vgl. Hoffmann, Paul: Die deutschen Kolonien in Transkaukasien, Berlin 1905, S.1.

39 Vgl. Becker, Heinz: Die Auswanderung aus Württemberg nach Südrussland 1816-1830, Diss. (Masch.), Tübingen 1962, S.5, 120.

40 Vgl. Hoffmann, Kolonien in Transkaukasien, S.3; Auch, Eva-Maria, Nawroth, Manfred: Entgrenzung. Deutsche auf Heimatsuche zwischen Württemberg und Kaukasien, Berlin 2017, S.10.

41 Vgl. Reitenbach, Edgar: Auswanderung aus Deutschland nach Russland im 18. Jahrhundert und insbe- sondere in den Kaukasus ab Anfang des 19. Jahrhunderts, in: Hertsch, M. Floria, Er, Mutlu (Hg.): Deut­sche im Kaukasus, Hamburg 2017, S.23-32, S.27; Theis, Stefanie: Religiositat von Russlanddeutschen, Stuttgart 2006, S.185; Haigis, Peter: Georgier deutscher Herkunft?! Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien und ihre Wurzeln, in: Schröder, Bernd (Hg.): Georgien. Gesellschaft und Religion an der Schwelle Europas, St. Ingbert 2005, S.89-101, S.90.

42 Siehe: https://www.deutsche-biograDhie.de/sfz56995.html; (zuletzt aufgerufen 17.04.2020).

43 Vgl. Auch, Entgrenzung, S.10; Hoffmann, Kolonien in Transkaukasien, S.2-5; Neuwatz, Dietmar: Pro- testantische Kolonisten aus dem deutschen Südwesten im Russischen Reich. Zur Frage religiöser Aspekte der Migration, in: Absmeier, Christine, Asche, Matthias, u.a. (Hg.): Religiös motivierte Migration zwi- schen dem östlichen Europa und dem deutschen Südwesten vom 16. bis zum 19.Jahrhundert, Stuttgart 2018, S.179-199, S.183.

44 Schrott, Ludwig: Bayerische Weltfahrer. Erlebnisberichte aus neun Jahrhunderten, München 1964, S.241.

45 Vgl. Stumpp, Karl: Ostwanderung. Akten über die Auswanderung der Württemberger nach RuBland 1816-1822, Leipzig 1941, S.5f.

46 Im Folgenden der Einfachheitshalber ebenfalls unter dem Begriff zusammengefasst, sind alle religiösen Bewegungen gemeint, die antagonistisch zur Landeskirche stehen.

47 Siehe: https://www.deutsche-biograDhie.de/sfz60661.html; (zuletzt aufgerufen 17.04.2020).

48 Vgl. Hoffmann, Kolonien in Transkaukasien, S.23f.

49 Vgl. Klötzel, Lydia: Die RuBlanddeutschen zwischen Autonomie und Auswanderung. Die Geschicke einer nationalen Minderheit vor dem Hintergrund des wechselhaften deutsch-sowjetischen/russischen Verhaltnisses, Münster 1999, S.27; Auch: Einladung deutscher Funktionseliten, S. 158.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Die Deutschen in Tiflis im 19. Jahrhundert
Untertitel
Die Entstehung einer Diaspora-Gemeinschaft in einem friedlichen multikulturellen Kontext
Hochschule
Universität Regensburg  (Geschichte)
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
52
Katalognummer
V918870
ISBN (eBook)
9783346225689
ISBN (Buch)
9783346225696
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Georgien, Deutsche Minderheit, mobile Diaspora, Auswanderung, Einwanderung, Emigration, Immigration, 19. Jahrhundert, Tiflis, Tiblisi
Arbeit zitieren
Felix Lodermeier (Autor:in), 2020, Die Deutschen in Tiflis im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918870

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