Thema dieser Arbeit ist die „montagegerechte Produktgestaltung“ als ein Aspekt des Produktgestaltungsprozesses. Dabei soll der Begriff zunächst fachlich eingeordnet und entsprechende grundlegende Zusammenhänge dargestellt werden. Im weiteren Verlauf werden die allgemeingültigen Anforderungen, welche heutzutage an die Produktgestaltung gestellt werden aufgezeigt. Anschließend wird die Eignung der montagegerechten Produktgestaltung als Rationalisierungsstrategie dargestellt bevor der Zusammenhang zu modernen CAD-Programmen hergestellt wird und kurz dargestellt wird, inwieweit diese den Konstruktionsprozess unterstützen können. Zum Ende sollen grundlegende Gestaltungsrichtlinien, die im Fokus der montagegerechten Produktgestaltung der Erfüllung konstruktiver Präventionsmaßnahmen zur Kostensenkung dienen. Die kurze Zusammenfassung zum Ende schließt diese Arbeit mit einem kurzen Ausblick in die Zukunft ab. Die schnelllebige Gesellschaft und das daraus resultierende Kundenverhalten der heutigen Zeit nehmen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklungen in der Industrie, vor allem im Bereich der Produktplanung und Herstellung. Unternehmen, die sich heutzutage am Markt behaupten wollen, müssen nicht nur immer öfter neue Produkte auf den Markt bringen, son-dern sie auch den individuellen Wünschen der Kunden anpassen können. Innovative und wirt-schaftliche Produktionsbetriebe sollten stets in der Lage sein, kurzfristig auf den sich ständig ändernden Markt zu reagieren (vgl. PRIT-04, S.26). Aus diesem Zusammenhang „[...] ent-steht die Notwendigkeit dramatischer Verkürzungen der Durchlaufzeit, beispielsweise durch Prozesskettenverkürzung.“ (PRIT-04, S.26) Dabei gilt auch die Produktentstehungszeit als ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. „Ein Unternehmen, das sich mit einem innovativen Produkt zuerst am Markt positioniert, besitzt erhebliche Vorteile gegenüber Mitbewerbern.“ (HOFF-00, S.1). Dies bedeutet, dass Unternehmen innerhalb kürzester Zeit auf neue Produk-te der Konkurrenz reagieren müssen, um sich entsprechende Marktanteile zu sichern. “Die Zielgröße „Zeit“ im Sinne von „Time-to-market“ gewinnt deswegen als entscheidender Wett-bewerbsfaktor [...] ständig an Bedeutung.“ (EHM-92, S.2).
Inhaltsverzeichnis
1. Produktgestaltungsprozess als wichtiger Wettbewerbsfaktor
2. Anforderungen an die Produktgestaltung
3. Montagegerechte Produktgestaltung als wichtige Rationalisierungsstragtegie
4. Unterstützung durch CAD- und CAM-Systeme
5. Maßnahmen und Richtlinien zur montagegerechten Produktgestaltung
6. Zusammenfassung
8. Abbildungen:
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Belegarbeit analysiert die montagegerechte Produktgestaltung als entscheidenden Faktor für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Dabei wird untersucht, wie eine frühzeitige Berücksichtigung von Montageanforderungen im Konstruktionsprozess dazu beiträgt, Durchlaufzeiten zu verkürzen, Kosten zu senken und die Qualität in automatisierten Produktionsumgebungen nachhaltig zu steigern.
- Bedeutung des Produktgestaltungsprozesses als Wettbewerbsfaktor
- Anforderungen an moderne Konstruktionsprozesse
- Rationalisierung durch montagegerechte Gestaltung
- Einsatz von CAD- und CAM-Systemen zur Prozessoptimierung
- Gestaltungsrichtlinien für effiziente Montage und Demontage
Auszug aus dem Buch
5. Maßnahmen und Richtlinien zur montagegerechten Produktgestaltung
Für die Umsetzung der Ziele, die bei der montagegerechten Produktgestaltung verfolgt werden, gilt es für die Konstrukteure entsprechende Richtlinien zu beachten, wobei festzuhalten ist, dass es verschiedene Meinungen darüber gibt, wie diese Richtlinien im Einzelnen definiert sind. Wesentliches Ziel ist es, den Zusammenbau von Produkten mit möglichst geringem Aufwand zu ermöglichen.
Grundsätzlich sollte ein Produkt aus so wenig Teilen wie möglich bestehen. Je weniger Teile zu montieren sind, umso geringer ist das Risiko, dass es durch etwaige Fehler bei der Montage zu Unterbrechungen in der Produktion kommt. Der Fügevorgang, bei dem während der Montage die verschiedenen Einzelteile bzw. Baugruppen miteinander verbunden werden, nimmt beachtlichen Einfluss auf die Gestaltungsrichtlinien eines Produktes, denn “Ein zentrales Problem der montagegerechten Produktgestaltung ist das Fügen der zu montierenden Teile sowie die hierbei angewandten Fügetechnologien / Verbindungstechniken. Befragungen ergaben, dass derzeit 41% der befragten Firmen Vorgabezeitverkürzungen erwarten durch einfachere Fügeverbindungen [...].“ ( BLR-88, S.61). Bei den Fügebewegungen gehen die Ingenieure davon aus, dass im Idealfall ein Teil durch eine einzige senkrechte Bewegung gefügt werden kann. Alle davon abweichenden Montageelemente und Verbindungsnotwendigkeiten stellen eine Verschlechterung gegenüber dem Idealzustand dar (vgl. EBA-92).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Produktgestaltungsprozess als wichtiger Wettbewerbsfaktor: Das Kapitel erläutert den Einfluss des Kundenverhaltens und den Zeitdruck am Markt, der Unternehmen zu effizienteren, automatisierten Montageprozessen zwingt.
2. Anforderungen an die Produktgestaltung: Es wird dargelegt, dass Konstrukteure ein breites Spektrum an Anforderungen, von der Umweltgerechtheit bis zur Montagegerechtheit, in der Produktentwicklung berücksichtigen müssen.
3. Montagegerechte Produktgestaltung als wichtige Rationalisierungsstragtegie: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass eine montagegerechte Gestaltung ein zentrales Hemmnis für Automatisierung beseitigen kann und hohes Rationalisierungspotenzial birgt.
4. Unterstützung durch CAD- und CAM-Systeme: Hier wird die Rolle moderner Softwarewerkzeuge hervorgehoben, die Konstrukteure bei der Umsetzung montagegerechter Anforderungen unterstützen und Prozesse beschleunigen.
5. Maßnahmen und Richtlinien zur montagegerechten Produktgestaltung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über konkrete Gestaltungsprinzipien, wie die Reduzierung von Bauteilen und die Vereinfachung von Fügevorgängen.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass montagegerechte Produktgestaltung eine unverzichtbare und zeitlose Anforderung für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit bleibt.
8. Abbildungen: Darstellung der Hemmnisse bei der Automatisierung aufgrund mangelnder montagegerechter Produktgestaltung.
Schlüsselwörter
Montagegerechte Produktgestaltung, Wettbewerbsfaktor, Rationalisierungsstrategie, Konstruktionsprozess, Automatisierung, CAD-Systeme, CAM-Systeme, Fügetechnik, Produktentwicklung, Prozessoptimierung, Kostenreduktion, Fertigungstechnik, Zeitvorteil, Wettbewerbsfähigkeit, Montagezeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der montagegerechten Produktgestaltung und deren Bedeutung für Unternehmen in einem globalisierten, wettbewerbsintensiven Marktumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Produktgestaltung, die Automatisierung von Montageprozessen, das Kostenmanagement in der Konstruktionsphase und die Anwendung technischer Richtlinien zur Effizienzsteigerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine montagegerechte Gestaltung der Produktentwicklung Durchlaufzeiten und Kosten gesenkt sowie die Prozesssicherheit erhöht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Umfrageergebnissen und technischen Standards im Bereich der Produktgestaltung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit von Automatisierung, die Anforderungen an Konstrukteure, die Unterstützung durch CAD/CAM-Systeme und spezifische Richtlinien für Füge- und Montageprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Montagegerechtheit, Rationalisierung, Zeitvorteil, Konstruktionsphase und Automatisierungsgrad.
Warum spielt die Konstruktionsphase eine so entscheidende Rolle für die Kosten?
Etwa 75 % der späteren Herstellungskosten werden bereits während der Konstruktionsphase festgelegt, weshalb Fehler in diesem Stadium hohe finanzielle Auswirkungen haben.
Wie kann die Montagezeit laut Arbeit durch Design beeinflusst werden?
Durch die Reduzierung der Teileanzahl, die Vereinfachung von Fügebewegungen und die Verwendung von Baugruppen lässt sich die Montagezeit signifikant verkürzen.
Welche Rolle spielen CAD- und CAM-Systeme bei der Produktgestaltung?
Diese Systeme unterstützen den Konstrukteur dabei, komplexe Baugruppen effizienter zu bearbeiten und Montageanforderungen bereits digital frühzeitig zu simulieren und zu optimieren.
- Citation du texte
- Martin Harras (Auteur), 2004, Aspekte montagegerechter Produktgestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91898