Bulgarische Migrationsströme von den 1990ern bis heute - Ein Vergleich der Immigrantengesellschaften in Deutschland und Griechenland


Diplomarbeit, 2007

110 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die bulgarische Emigration nach
2.1. Gruppen der potenziellen Auswanderer
2.2. Ursachen der Emigration und Ziele der Emigranten
2.3. Demographische Charakteristik der potenziellen Emigranten
2.4. Wege der potenziellen Außenmigration
2.5. Profil / Fazit des potenziellen bulgarischen Emigranten
2.6. Allgemeine Auswirkung der Migration auf Bulgarien

3. Bulgarische Auswanderung nach Deutschland. Die Situation Anfang der 1990er Jahren
3.1. Organisation der Auswanderung Mitte / Ende der 1990er Jahre und heute
3.2. Fallbeispiele
3.3. Die Situation heute
3.4. Profil
3.5. Fazit

4. Bulgarische Migration nach Griechenland. Ein Leben in Angst als illegaler Einwanderer
4.1. Die Immigrantensituation in den 1990er
4.2. Legalisierungsprogramme und Lebenssituation der Immigranten Ende der 1990er Jahren
4.3. Fallbeispiele
4.4. Profil
4.5. Fazit

5. Vergleich der Immigrantengesellschaften und deren Entwicklung
5.1. Beginn der Auswanderung
5.2. Organisation der Auswanderung
5.3. Der neue Lebensort
5.4. Der Aufenthaltsstaus
5.5. Die sozialpsychologische Entwicklung der Immigranten
5.6. Auswirkung der Emigration auf die Immigranten und deren Einfluss auf Bulgarien
5.7. Situation nach dem EU-Beitritt

6. Schlussfolgerungen und Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit werden die bulgarischen Migrationsströme von den 1990er Jahren bis heute verfolgt. Der erste Teil stellt eine theoretische Übersicht über das Problem dar. Es werden die Gründe der Auswanderung bulgarischer Staatsbürger und die Merkmale der Emigrantentypen untersucht, was zur Bereitstellung eines Emigrantenprofils führen wird.

Hierzu werden mehrere statistische Forschungen aus bulgarischen Zeitungen, Zeitschriften, Universitätsstudien und Daten des bulgarischen Nationalstatistikinstitutes herangezogen, die die Emigrantengruppen untersucht haben: wie zum Beispiel - Altersgruppen, Emigrantentypen, beliebte Zielländer.

Es werden die in Europa meist bevorzugten Länder ausgewählt und verglichen, nämlich Deutschland und Griechenland. Der zweite Teil behandelt hauptsächlich die auf Deutschland und der dritte, die auf Griechenland gezielte Auswanderung. Es werden die Auswanderungsmotiven der bulgarischen Bürger und die Organisation der Migration nach Deutschland und Griechenland vorgestellt und verglichen. Als Immigrant in Deutschland zu leben weicht enorm von der Lebenssituation in Griechenland ab. Diese sind zwei Emigrantengesellschaften, die sich voneinander komplett unterscheiden. Lebensstandart, Lebensgefühl, Lebensführung, Beziehungen zum Heimatland werden untersucht und im letzten Teil der Arbeit die Profile von den in Deutschland und in Griechenland lebenden bulgarischen Immigranten verglichen.

Interessant ist die Frage was zu diesen Unterschieden geführt hat. In den beiden Ländern haben sich Immigrantengesellschaften gebildet. Aus welchem Grund haben einige Deutschland und andere Griechenland gewählt? Wie ist der Weg bis zu einer Niederlassung in dem einen und in dem anderen Land verlaufen? Aus welchem Grund leben die Bulgaren in Deutschland anders als die in Griechenland? Haben die Auswanderer selbst etwas dazu beigetragen, oder haben sie sich von den landesspezifischen Angeboten zur Ansiedlung abhängig gemacht und dadurch ein vom Land vorbestimmtes Leben geführt?

Als Antwort dieser leitenden Fragen werden die Ausländerpolitik und die Gesetze zur Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis in den beiden Ländern verglichen und zusammengefasst. Landesbezogen sind große Unterschiede zu bemerken und im Bezug auf die Migrationsströme, Ähnlichkeiten zu finden.

Es werden die Ergebnisse der obengenannten Fragen verfolgt, die Immigrantengesellschaften werden im letzten Teil erstmal aus einer landesbezogenen Sicht und anschließend danach aus der Sicht der Vereinigung der europäischen Staaten verglichen. Werden beim zweiten Fall dennoch Unterschiede festgestellt, trotz einheitlicher Gesetze innerhalb des europäischen Raums bezüglich der Personenfreibewegung und die Niederlassung in einem anderen Land der Union, muss man erneut zum Ursprung der Auswanderung zurückgreifen um feststellen zu können, ob die Entwicklung der Immigrantengesellschaften bereits bei der ersten Entscheidung auszuwandern doch „vorgeschrieben“ worden war. Haben die untersuchten Länder nur die Basis für diesen Prozess überlassen, oder hat deren Gesetzgebung es vorbestimmt?

Auf diesen Fragen basierend, sind diese Emigrantenstudien innerhalb der Europäischen Gemeinschaft sehr interessant. Um die Situation in den beiden Ländern zu beschreiben, werden eigene Erfahrungen und Beobachtungen, die sowohl in Deutschland als auch in Griechenland gemacht worden sind, benutzt. Selbstgeführte Interviews, Emigrantenpresse, Statistiken von den Bulgarischen Botschaften und Studien verschiedener Wissenschaftler werden die Thesen unterstützen und die leitenden Fragen beantworten.

Zum Schluss wird auch noch eine wichtige Frage untersucht, nämlich, was die Emigration zur Entwicklung des Heimatlandes der Auswanderer beigebracht hat. Habe sie eine positive Auswirkung auf die Immigranten selbst und auf Bulgarien gehabt?

2. Die bulgarische Emigration nach 1989

Nach den systematischen Wandlungen am Ende des letzen Jahrhunderts, in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL) ist eine riesige Migration zu bemerken. Bulgarien ist keine Ausnahme in dieser Hinsicht. Damit man eine klarere Vorstellung von der Außenmigration bekommt, ist es zu bemerken, dass Bulgarien mehr als 40 Jahre, vor 1989, an der Personenfreibewegung innerhalb Europas und überhaupt auf der ganzen Welt nicht teilgenommen hatte. Ende 1989 hat eine starke Außenmigration, die in den nächsten 5 Jahren leicht gesunken ist, begonnen, jedoch bis zum diesen Zeitpunkt ist größer als in den anderen ex-sozialistischen Ländern geblieben.

Zwischen den letzten 2 Bevölkerungszählungen in Bulgarien vom 1992 und 2001, ist diese um 6 % gesunken. Die Zahl der Emigranten in diesem Zeitabschnitt ist 196 000 Menschen, was ungefähr 22 000 Menschen jährlich beträgt.[1] Statistiken zeigen, dass aufgrund der Auswanderung und des niedrigen Zuwachses in den 90er Jahren, die Bevölkerung im Lande um ungefähr 823 000 Menschen sinkt.[2]

Trotz der Einschränkung der freien Bewegung bulgarischer Bürger in der Zeit des kalten Krieges, ist die Emigration kein neues Phänomen. Laut mehreren Auswertungen wandern vor 1945 über 900 000 Menschen aus, zwischen den beiden Weltkriegen 125 000. Nach 1945, nach dem Abkommen zwischen Bulgarien und der Türkei über die ethnischen Türken, verliert Bulgarien noch 680 000 Einwohner.[3] Dieser erste Außenmigrationsstrom hat einen politischen Grund gehabt und war auf ethnischer Ebene. Ende 1989, nachdem die Grenzen wieder geöffnet worden waren, haben das Land wieder über 220000 ethnische Türken verlassen.[4] Dies war eine Reaktion auf die obligatorische Namensänderung der bulgarischen Türken im Jahr 1985.

Die Quellen der empirischen Daten in Bulgarien sind: Bevölkerungszählung (1992 und 2001), Bevölkerungsregister, Grenzstatistiken und soziologische Forschungen. Bis jetzt sind keine offiziellen Gutachten und Auswertungen der Migranten nach Geschlecht, Alter und Zeitraum des Auslandsaufenthalts vorhanden, was dieses Forschungsgebiet sehr einschränkt. Viel mehr kann man Forschungen über die potenzielle Migration der jungen bulgarischen Bürger finden.

2.1. Gruppen der potenziellen Auswanderer

Man könnte im Allgemeinen fünf Emigrantengruppen bilden:

1. Potenzielle Auswanderer: Das sind diejenigen für die es möglich oder höchstwahrscheinlich wäre in einem anderen Land auf Dauer zu leben und komplett aus Bulgarien auszuwandern.
2. Arbeitsemigranten: Das sind die Personen, für die es möglich oder höchstwahrscheinlich wäre im Ausland zu arbeiten oder eine Ausbildung abzuschließen für mehr als ein Jahr.
3. Kurzzeitemigranten: Das wären diejenigen, für die es möglich oder höchstwahrscheinlich wäre im Ausland eine Tätigkeit auszuüben oder zu lernen für weniger als ein Jahr.
4. Touristen und Besucher: Personen, die längere Zeit bei Verwandten oder Freunde im Ausland zu verbringen beabsichtigen.
5. Nichtreisende: Das sind diejenigen, die eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen beabsichtigen, für die es aber aus irgendeinem Grund eine kleine oder keine Wahrscheinlichkeit gibt, in den nächsten Jahren zu verreisen.

Ein weiterer Begriff ist die Saisonmigration – das heißt, dass viele Bulgaren regelmäßig Saisontätigkeiten im Ausland ausüben. Diese Saisontätigkeiten sind meistens für die Dauer von drei bis sechs Monate, manchmal sogar ohne Arbeitsvertrag.

Für Bulgarien und überhaupt für das gesamte MOEL ist auch das „Innereuropäische Brain Drain“ Modell zutreffend – Migration von Wissenschaftlern, Hochqualifizierten und Studenten. Dieses Migrationsmerkmal ist einfach zu erklären – Wissenschaftler werden im Ausland besser bezahlt, sprechen meistens mindestens eine Fremdsprache, was den Auswanderungsweg erleichtert. Das gleiche gilt auch für junge Akademiker, die überzeugt sind, dass sie im Ausland bessere Berufseinstiegmöglichkeiten hätten. Die jungen Menschen erhoffen durch ein Studium im Ausland eine bessere Karriere.

Fast alle Emigranten unterstützen ihre Familien im Heimatland auf jegliche Art und Weise.

Man wird in diesem Teil der Arbeit hauptsächlich die ersten drei Gruppen untersuchen, die als Hauptgruppen bezeichnet werden können.

2.2. Ursachen für die Emigration und Ziele der Emigranten

Die Ursachen für die Auswanderung mancher Einwohner eines Landes sind meistens wirtschaftlicher Herkunft. Sie sind eng mit der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung und dem Lebensstandard in den EU-Ländern verbunden.

Die Auswanderungsursachen in Bulgarien sind meistens die negativen Lebensfaktoren. Im Jahr 2002 ist eine Studie durchgeführt worden, die deutlich ergeben hat, welche die wichtigsten Ursachen des potenziellen Emigranten sind.

Mit 77 % ist die Arbeitslosigkeit als wichtigster Grund für die Emigration, gefolgt von dem niedrigen Lebensstandard (63%), die Kriminalität und die soziale Unsicherheit (34%).

Die führenden positiven Faktoren im Zielland widerspiegeln die negativen in Bulgarien: Bessere Verdienstmöglichkeiten (73%), Leben bei höherem Lebensstandard (47%), Karriereaufstiegsmöglichkeiten (24%). Als weniger wichtig wurden ethnische (8%) und religiöse Probleme bewertet. Wichtiger Faktor war auch der Verstoß gegen die bürgerlichen Rechte (17%).[5]

Es ist festzustellen, dass die Ursachen der Migration einen wirtschaftlichen Charakter haben, dazu noch die soziale Desorganisation im Lande. Dies ist in Tabelle 1.1. deutlich zu erkennen.

Tabelle 1.1.[6], Welche Bedingungen würden Sie zwingen, aus Bulgarien auszuwandern?

Lebensschwierigkeiten in Bulgarien / in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1.2.[7]

Perspektiven im Ausland / in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1.2. zeigt uns die Motive der Emigranten im Allgemeinen. Das NSI hat auch die Ziele der Emigranten je nach einzelnen Gruppen untersucht.

Für die potenziellen Auswanderer ist das Hauptziel das Leben und Arbeiten in einem Land mit höherem Lebensstandard – 54 %. Für jeden fünften davon (20%) ist die Emigration mit der Lösung eigener und der der Familie finanziellen Schwierigkeiten verbunden. Über 9 % von diesen Emigrantentypen behaupten nie mehr in Bulgarien leben zu wollen.

Bei den Arbeitsemigranten sieht die Situation anders aus: Knapp die Hälfte (47%) glauben, ihre materiellen Probleme im Ausland lösen zu können. Die höheren Lebensstandardbedingungen sind wichtig für 35 % der Befragten.

Bei den Kurzzeitemigranten verbinden 42 % den Auslandsaufenthalt mit der Lösung finanzieller Schwierigkeiten. Höherer Lebensstandard ist wichtig für 35 % davon, für weitere 5 % ist das Hauptziel die Karriere, und für die letzten 4 % einen Ausbildungsabschluss.

Bei der Realisierung der vorgenommenen Ziele im Laufe des Auslandsaufenthalts sind am optimistischsten die potenziellen Auswanderer. Drei Viertel (74%) von dieser Gruppe sind sich sicher, dass sie vor Ort ihre Wünsche und Ziele verwirklichen werden. Ungefähr 20 %, wissen es nicht und nur 5 % sind demgegenüber skeptisch, was die Zukunft im Zielland betrifft.

Bei den Arbeitsemigranten glauben 63 % an die Verwirklichung der Ziele, 27 % wissen es nicht. Prozentuell sind hier mehr, die nicht davon überzeugt sind, dass sie im Ausland erfolgreich werden – 9 %.

Die Quote für die Realisierung der Ziele bei den Kurzzeitemigranten ist etwas niedriger als bei den anderen Gruppen – 60 %. Für weitere 30 % bringt die Zukunft Ungewissheit, die letzten 10 % glauben ans Versagen.[8]

Insgesamt sind die meisten in allen Gruppen, davon überzeugt, dass sie alle im Ausland eine Verwirklichung der Wünsche und Ziele erwartet. Unabhängig davon, dass alle Emigranten unterschiedliche Ziele und Erwartungen während des Auslandsaufenthalts haben, ist sich ein Teil davon überhaupt nicht sicher, ob das Emigrieren und das Leben im Ausland finanzieren kann.

39 Prozent von den Kurzzeitemigranten und 42 % von den Dauerbleibenden haben Ungewissheit in Bezug auf ihre künftige Beschäftigung im Ausland.

Zwölf Prozent von den Auswanderern beabsichtigen es, eine Beschäftigung im handwerklichen Bereich auszuüben, 7 % möchten in der Hotel- und Handelsbranche einsteigen. Weitere 6 % werden ihre Ausbildung fortsetzen.

Bei den Arbeitsemigranten sieht die Struktur folgendermaßen aus: 15 % - Handwerker, 9 % - Landwirtschaft, 5% - Handel und Hoteltätigkeiten, 6 % - Weiterbildung und zusätzliche Qualifikationen.

Die Mehrheit der Kurzzeitemigranten bevorzugt auch die handwerkliche Tätigkeiten – 14 %. Im landwirtschaftlichen Bereich werden 9 % beschäftigt sein, Handels- und Hotelbetriebe – 7 %. Die Produktionstätigkeiten sichern Arbeitsbeschäftigungen für 5 % von allen Emigrantenkategorien.[9]

Der gescheiterte Wirtschaftswandel am Anfang 1990 hat zu einer Massenmigration von jungen und arbeitsfähigen Menschen geführt. Der Übergang zur Personenfreibewegung hat das Auswandern der bulgarischen Bürger erleichtert. Einer der wichtigsten Gründe zum Auswandern war die Differenz der Lebensstandards zwischen Bulgarien und den anderen europäischen Ländern. In dieser Zeit war die Arbeitslosigkeit im Lande enorm, die Menschen haben nach Arbeitsstellen im Ausland gesucht. Diese haben meistens nichts mit der beruflichen Vorbereitung und der professionellen Ausbildung des Arbeitnehmers zu tun gehabt.

Im Jahr 1993 waren 47 % von den 15-24 Jährigen arbeitslos. Im Folgenden 1994 waren es 44 %.[10] Der schockierende Wirtschaftswandel und die De-Industrialisierung waren die wichtigsten negativen Faktoren, die verhindert haben, dass die Jugend ins Arbeitsleben einsteigt.

Anfang der 1990er Jahren hat die jährliche Zahl der Auswanderer zwischen 40 000 und 70000 geschwankt.[11] Die Statistiken zeigen, dass die Emigranten vom Jahr 1990 bis heute über 750000 sind, die Zahl enthält nicht die Studenten und die Illegalen nicht enthalten. Geschätzt, leben um 1,5 Millionen Bulgaren im Ausland, was ungefähr 15 % der Gesamtbevölkerung Bulgariens entspricht.

2.3. Demographische Charakteristik der potenziellen Emigranten

Von der folgenden Tabelle ist deutlich zu erkennen, dass potenzielle Emigranten in allen Altersgruppen vertreten sind. Wichtig zu bemerken ist, dass die Zahl immer circa 25 % ist. Dies bedeutet, dass ein Viertel der Gesamtbevölkerung bereit wäre, oder es für wahrscheinlich hält, das Land aus verschiedenen Gründen und für einen unterschiedlichen Zeitraum, zu verlassen.

Tabelle 2 [12] , Distribution of potential migrants by age, 1992-2001 * / in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- The percentages in parentheses are those figures listed by a sample NSI study carried out during the 2001

population census. See NSI (2001a), p. 102.

a) Based on the NSI study of those aged from 15 to 29.

Sources: NSI (2001a) and International Organisation for Migration (IOM) (2001) р. 43.

Der Auswanderungswunsch ist am stärksten bei den 20 – 29 Jährigen (37%), 29 – 40 Jährigen (circa 15 %) und 40 – 49 Jährigen (8%).

Bei den Arbeits- und Kurzzeitemigranten im Alter von 20-29 ist die Zahl jedoch niedriger (35%),29 – 40 Jährigen (22 %) und 40 -49 (8 %).

Von den Auswanderern sind 57 % Männer und 43 % Frauen. Bei den Arbeitsemigranten steigt die Zahl der Männer auf 65 % und bei den Kurzzeitemigranten auf 60 %.[13]

Bei allen Gruppen haben 18 % eine Hochschulausbildung, 56 % Abitur oder Realschulabschluss und circa 20 % Grundschulausbildung.

Tabelle 2[14], Struktur der potenziellen Emigranten nach Ausbildung, 1992-2001 / in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Unter Grundschule versteht sich in Bulgarien 1. bis 7. Klasse

Der größte Teil der Emigranten mit Hochschulabschluss – 21 %, ist in der Gruppe der Kurzzeitemigranten enthalten, am wenigsten findet man Hochschulausgebildete bei den Arbeitsemigranten. Die potenziellen Emigranten mit Realschulabschluss oder Abitur sind ungefähr 55 % in allen Emigrantengruppen. Mit Grundschulabschluss sind die Personen am stärksten in der Gruppe der Arbeitsemigranten zu finden – 28 %, in den anderen zwei Hauptgruppen ist deren Tel 24 %.[15]

Der ethnischen Struktur der Migration entspricht diese im Lande. Die Außenmigration enthält: 80 % Bulgaren; 12% Türken; 6% Roma und 2% andere.

Mit einem Auswanderungswunsch sind 81 % Bulgaren, 13 % Türken und 2% Roma.

Die Arbeitsmigration hat einen Umfang von: 77% Bulgaren, 12% Türken und 8 % Roma.

Die Kurzzeitmigration hätte den Anteil: 83% Bulgaren, 10% Türken und 4% Roma.

Von den potentiellen Migranten leben 60% in den Städten, 28% in den Dörfern und 12 % in der Hauptstadt.[16]

Aus diesen Statistiken kann man die Konsequenzen ziehen, dass eine endgültige Auswanderung bei den Türken zu beobachten ist; die Roma bevorzugen die Arbeitsmigration und die Bulgaren – die Kurzzeitmigration.[17]

Das Ziel des Auslandsaufenthaltes eines Bulgaren heutzutage ist meistens mit den beruflichen Engagements verbunden (um 60 %), folgt Tourismus (um 27 %), und für weitere 6 Prozent – Besuch.[18]

Tabelle 3[19], Struktur der ins Ausland reisenden Bulgaren, bezüglich des Ziels des Aufenthalts, 2002 – 2003 / in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Beinhaltet Ausbildung, Arbeit, Ärztliche Betreuung, Heirat und andere

- Zeitraum Januar - Dezember

2.4. Wege der potenziellen Außenmigration

Eine andere Studie zeigt prozentuelle Emigration bulgarischer Bürger je nach der Stellungnahme und dem Zielland.

Diejenigen die behaupten, sie blieben unbedingt im Lande sind am wenigstens (14 %). Dagegen steigt die Zahl derjenigen die sich unsicher sind, und die eventuell später auswandern werden. Die Personen die den Wunsch hätten nach Amerika auszuwandern sind doppelt so wenig im Vergleich zu 1997. Beibehalten bleibt der Priorität zur Auswanderung nach Westeuropa.

Tabelle 4 [20] , Potenzielle Emigration bulgarischer Bürger in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für diese Arbeit ist aber viel wichtiger, die Zielländer für die potenziellen bulgarischen Migranten innerhalb Europas festzustellen.

Tabelle 5[21], Which countries and their people, mentally, culture, climate etc. do you feel closest to you, countries you would feel most conveniently in?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- The indicator is limited to the countries in Europe. Only countries with 10 or more percents are listed in the table.

Es haben sich feste Migrationswege der bulgarischen Bevölkerung gebildet. Der größte Teil der Emigranten wählt Deutschland (23%). Knapp ein Fünftel der Migranten entscheidet sich für die Vereinigten Staaten aufgrund der zahlreichen Lotterien für die so genannten Green Cards. Gefolgt werden sie von Griechenland (8%), Spanien (7%), Großbritannien (6%), Italien (6%), Kanada (5%), Frankreich (4%) und andere.[22]

In den Kategorien potenzieller Emigranten gibt es verschiedene Länder, die man bevorzugt.

Die Auswanderer begeben sich an die USA (25%) und nach Deutschland (20%).

Wenn es um Karriere geht ist Deutschland Vorreiter mit 25 %, gefolgt von den USA mit 15 %.

Zur Lösung der finanziellen Notlage im Heimatland werden auch Griechenland (11%), Spanien (9%), Großbritannien (8%), Italien (5%) und andere gewählt.

Fünfundzwanzig Prozent organisieren das Auswandern selbst, und sind 22 % sind diejenigen, die mit Hilfe von Firmen und Organisationen emigrieren; oder einen Vertrag mit anderen im Zielland haben, 12 % gehen mit Einladungen von Freunden und Verwandte fort und 10 % beantragen eine Green Card oder nehmen an einer Lotterie teil.[23]

2.5. Profil / Fazit des potenziellen bulgarischen Emigranten

Das Profil des durchschnittlichen bulgarischen Emigranten lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

- Junge Erwachsene und erwachsene Personen im besten Arbeitsalter
- Ursachen – Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme
- Ziel – Verbesserung der finanziellen Notlage im Ausland / Kariere
- Wird im Bereich der Dienstleistungen im Ausland arbeiten
- Hat eine abgeschlossene Schulausbildung
- Nicht überzeugt davon im Ausland für immer bleiben zu wollen / Hängt von den Zukunftsmöglichkeiten im Ausland ab
- Häufigste Zielländer USA, Deutschland, Griechenland.
Die folgende Tabelle zeigt uns prozentuell die Merkmale der einzelnen Emigrantengruppen:

Tabelle 6 [24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Stimuli der Emigration sind folgendermaßen zusammenzufassen:

- auf politischer Ebene
- Die EU-Länder merken die Notwendigkeit der Legalisierung der internationalen Arbeits- und Emigrantenströme, damit die Bevölkerung in jedem Land nicht unter den ausländischen Arbeitskräften leidet, sondern die Vorteile des internationalen Arbeitsmarktes nutzen und genießen kann
- Die EU-Länder ergänzen, vereinfachen und vollenden ständig die länderbezogenen Immigrantenprozeduren
- Es werden Verbände und Organisationen gebildet, die die Migration- und Arbeitspolitik innerhalb der EU koordinieren.
All diese Punkte vereinfachen das Emigrieren und geben dem einzelnen Emigranten gewisse Sicherheit im neuen Lebensort.
- auf wirtschaftlicher Ebene
- Nach 1998 (der Zeitpunkt des Beginns der EU-Beitrittsverhandlungen für Bulgarien) bleiben oder steigen die Differenzen zwischen den Arbeitslöhnen; Anfang der 1990er Jahre ist das Monatsgehalt (umgerechnet in Euro) in Bulgarien 5,5 Mal niedriger als der in Griechenland und zum heutigen Tag sind es bereits 10. Die Dynamik der Beziehung zu Deutschland ist 22 zu 24 Mal für den gleichen Zeitraum[25]
- Das Niveau der Produktion in Bulgarien steigt ständig nach der Stabilisierung im Jahr 1997, ist jedoch niedriger als dasselbe in den anderen europäischen Ländern. Der Weg des Ausgleichs der wirtschaftlichen Lage ist lang und läuft sehr langsam ab.
- Der Ausgleich der Wirtschaftlichen Lage zwischen Bulgarien und den restlichen EU-Ländern wird voraussichtlich 55 Jahre lang dauern. Die Wirtschaftswachstumsdifferenzen zwischen Bulgarien und Griechenland /Deutschland als Beispiel, bleiben unverändert in dem Zeitraum 1997 – 2003.[26]
- Am stärksten ist eine Differenz in den Mindestlöhnen (die steuerfreien Beträge) in Bulgarien und den anderen Ländern. Oft leben und verdienen die Emigranten Gehälter in der Höhe bis zu dieser Grenze. Im Ausland ist es meistens ausreichend um normal leben zu können, in Bulgarien jedoch nicht.
- Das Ausrechnen der Renten- und Sozialversicherungen ist schwierig und hängt von den Abkommen zwischen den Ländern ab. In allen EU-Ländern gibt es Steuervergünstigungen, die nach der vom Gehalt abhängigen Personenzahl im Haushalt errechnet werden. Außerdem sind die Leistungen von den bezahlten Steuern besser als die in Bulgarien.

Es gibt immer noch kaum eine gute Gesetzgebung in Bulgarien, die darauf visiert, dieses Bild in Bulgarien zu verändern. Die einzige Kombination wäre die Lohnerhöhung und die Steuersenkung in den nächsten Jahren, damit Bulgarien den Ausgleich der jeglichen Differenzen zu den anderen EU-Ländern schneller ausgleichen kann. Dies hätte allerdings sowohl auch eine enorme Auswirkung auf die bulgarische Emigration haben, als auch zu einer positiven Geburtsquote führen.

2.6. Allgemeine Auswirkung der Migration auf Bulgarien

Seit dem Jahr 1990 ist ein negativer Wachstum der Population und auch eine „Veralterung der Gesellschaft“ in Bulgarien zu bemerken. Bulgarien ist Spitzenreiter unter den Ländern nicht nur innerhalb Europas, sondern auf der ganzen Welt.

Tabelle 7[27] Demographische Merkmale im Zeitraum 1989 - 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese schlechte demographische Situation folgt aus dem sich verschlechterten Lebensstandard und der Wirtschaftskrise in den 1990er Jahren. Die hohe Sterbequote und die negative Geburtenbilanz sind wiederum die Folgen der damaligen schlechten Situation im Land. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch das Emigrieren junger bulgarischer Bürger, die wie die gezeigten Tabellen gezeigt haben, am meisten motiviert sind, ins Ausland auszuwandern. Es ist nicht relevant anzunehmen, dass die meisten nach einem Auslandsaufenthalt wieder in Bulgarien tätig sein, leben und Familien gründen würden. Die Erfahrungen und die Beobachtungen der weltweiten Emigrationspraxis zeigen, dass die meisten Auswanderer, die beabsichtigt hatten, wieder in die Heimat zurückzukehren, bleiben doch im Ausland. Dies folgt auch von der Mobilität der Arbeitskräfte auf internationalem Niveau.

Es sind leider kaum Studien zu finden, die die Folgen der Migration einzeln untersuchen. Man kann nur grob die Situation schildern.

Die Sozialfolgen sind eher positiv gewesen, aus dem Grund, dass die Bulgaren vor 1989 in die westeuropäischen Länder nicht reisen durften und eine eingeschränkte Sicht gehabt haben, was das Leben außerhalb des eigenen Landes betroffen hat. Dank der Personenfreibewegung und der EU-Freizügigkeit, heutzutage steigen die Qualifikationen junger Bulgaren: das Wahrnehmungs-, Denk-, Studien- und Forschungshorizont erweitern sich. Das Kennenlernen anderer Kulturen, Sitten, politischer Systemen, Lebensführung anderer Nationen haben eher positive Einflüsse auf die Entwicklung des Landes. Es haben sich auch mehrere kulturelle Vereine und Lobbys im Ausland gebildet, die Bulgarien von dort aus, auf jeglicher Art und Weise unterstützen.

Ein weiteres Problem taucht bei den getrennten Familien auf, besonders bei den in Griechenland lebenden Ausländern. Nach einem längeren Zeitraum des Getrenntlebens verstärkt sich das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit bei beiden Partnern. Dies führt zu Schwierigkeiten, wenn das Paar zu einem späteren Zeitpunkt wieder zusammen ist, oder oft sogar zu einer Trennung. Der eine Partner verlässt das Heimatland und taucht in einer neuen Lebenssituation ein. Im fremden Ort baut er sein Leben neu auf. Für den Daheimgebliebenen ist es auch nicht einfach die Rolle der beiden Elternteile zu übernehmen. Konfrontiert mit den neuen Anpassungssituationen im Ausland ist auch der Auswanderer sehr beeinflusst von jeglichen Problemen. Dies führt zur Entfremdung der beiden Personen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen.

In dieser Situation, wenn die Kinder im Heimatland bei dem einen Elternteil geblieben sind, sind auch mehrere Folgen zu bemerken. Einerseits positive – die Kinder werden besser versorgt und finanziell unterstützt und haben als Vorbild Eltern, die aktiv gewesen sind und etwas gegen die schwierige finanzielle Situation unternommen haben. Meistens ziehen diese Kinder später zum ausgewanderten Elternteil um, um eine bessere Schul- oder Universitätsausbildung bekommen zu können. Auch wenn es sich um eine kurzfristige Auslandserfahrung (einige Jahre) handeln sollte, lernen die Kinder eine Fremdsprache und Kultur, was nur als Vorteil für das weitere Leben angesehen werden kann. Andererseits, kann es auch negative Folgen geben, wenn der Sorgepartner nicht genug auf die neue Situation vorbereitet wäre – die Kinder würden dann ohne ausreichende Geborgenheit und Kontrolle der Eltern aufwachsen.

Die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland hat auch eine enorme Auswirkung auf Bulgarien. Die Bilanz der Überweisungen steigt mehr als das dreifache vom 1998 bis 2003.[28]

- Das Verhältnis zwischen dem Geldtransfer aus dem Ausland und dem Brutto Inlands Produkt (BIP) sind positiv: 1,5 bis 3,5 vom BIP nach 1998.[29] Das heißt - das Land ist nicht abhängig von den internationalen Überweisungen ins Heimatland.
- Die makroökonomischen Effekte sind auch positiv – mehr ausländischen Währungen in den Staatskassen, Verbesserung des Lebensstandards, mehr zur Verfügung stehendes Geld für die Unterstützen und dadurch mehr Verbrauch.
- Nach den oben genannten Emigrantengruppen wird klar, dass die meisten Emigranten ohne Hochschulabschluss sind und ein niedrigeres Einkommen in der Heimat hatten. Das heißt, dass sich deren Familien sich in der gleichen Gesellschaftsschicht befinden und eine Unterstützung aus dem Ausland wäre notwendig und kommt auch zugute der Wirtschaft. „Im Jahr 2003 kann man die Überweisungen aus dem Ausland mit 340000 bulgarischen Durchschnittsmonatslöhnen vergleichen.“[30]

Die wirtschaftliche Migration innerhalb der Europäischen Gemeinschaft ist kein neues Phänomen. Jedoch unterscheidet sich die Situation der Immigranten in jedem Auswanderungsland.

Im nächsten Teil der Arbeit werden die zwei meist bevorzugten Länder innerhalb Europas untersucht: Deutschland und Griechenland. Beide Länder haben verschiedene Einwanderungssysteme und verschiedene Ausländergesetze. Dies hat zu den Unterschieden sowohl in den Migrationsströmen, als auch in den bulgarischen Immigrantengesellschaften in den beiden Ländern geführt. Es werden sowohl die Ausländergesetze, als auch das Leben der Immigranten verglichen. Zum Schluss werden auch die pro und kontra Ergebnisse für die Auswirkung auf Bulgarien zusammengefasst.

3. Bulgarische Auswanderung nach Deutschland. Die Situation Anfang der 1990er Jahren

Im zweiten Teil dieser Arbeit wird die Auswanderung bulgarischer Bürger nach Deutschland verfolgt. Seit 1989 ist die Zahl der Osteuropäer in Deutschland stark gestiegen. Die Bulgaren sind keine Ausnahme in diesem Fall. Wie es im ersten Teil bereits festgestellt wurde, ist Deutschland Spitzenreiter unter den Zielländern der bulgarischen Migrationsströme.

Bulgaren haben in den 1990er Jahren ein Visum gebraucht um nach Deutschland einreisen zu können. Diese Visumspflicht wurde erst im Jahr 2001 abgeschafft. Jedoch hat diese sie nicht davon abgehalten in den Westen auszuwandern. Nach dem Regimewechsel im Jahr 1989 haben mehrere Bulgaren in Deutschland Asyl beantragt. Politisch verfolgt, müssten Sie Bulgarien verlassen um sich zu schützen. Nach einer langdauernden Überprüfung wurden die meisten Anträge genehmigt. Es gab aber auch unter denen, solche, die das Asylantenprogramm missbraucht haben. Das waren Personen, die die Anträge gestellt haben, ohne politisch verfolgt gewesen zu sein. Sie wussten bereits über diese Möglichkeit und haben es versucht auf diese Art und Weise eine Aufenthaltsgenehmigung zu erwerben. Diejenigen sind später abgeschoben worden. „Die Wanderungsbewegungen zwischen Bulgarien und Deutschland sind von einer starken Ausreisewelle 1992/1993 dominiert […]. Die Zuwanderer waren hauptsächlich Asylbewerber, die nach Ablehnung des Antrags wieder zurückwanderten; 1992 wurden 31.540 und 1993 22.547 Asylanträge gestellt […]. Nach 1993 erhöhte sich die Zahl der Zu- und Fortzüge wieder, indem temporäre Arbeitsverhältnisse für Saisonarbeitnehmer an Bedeutung gewannen.“[31]

Es gab aber auch solche, die Scheinehen eingegangen sind um sich vor einer Abschiebung schützen zu können. Vermutlich halten sich diese Personen weiterhin im Bundesgebiet auf. Dies war ein kleiner, aber ein wichtiger Migrationsstrom und zwar der erste zwischen Bulgarien und Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt gab es nicht so viele in Deutschland lebende Bulgaren, man bekam schwer Informationen, es war nicht klar was man vor Ort erwarten wird. Dieser Auswanderungsweg war unsicher und hat sich aus diesem Grund nicht weiter als ein Auswanderungsweg- und Modell etabliert. Ein langfristiges Migrationsmodell und das typische für Osteuropa Auswanderung – Brain –Drain –Modell war erst später zwischen den Jahren 1995 und 2000 zu bemerken. Die folgende Tabelle geht ein wenig zurück in die Vergangenheit von dem Zeitraum der in dieser Arbeit untersucht wird, zeigt uns jedoch die Wanderungsströme zwischen Bulgarien und Deutschland in dem letzten Jahrzehnt. Sie bestätigt auch die These, dass die größte Auswanderung bulgarischer Bürger erst im Jahr 1990 begonnen hat.

Tabelle 7[32] , Wanderungen zwischen Bulgarien und Deutschland 1985-2002

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachdem der Asyl-Migrationsstrom gesunken war und sich als eher gescheiterte Methode zur langfristigen Auswanderung für die Bulgaren erwiesen hatte, ist aber eine andere stabile Migration entstanden. Solange an der ersten Migrationswelle eher Männer als Frauen beteiligt waren, wurde Zeit dass die Frauen die Initiative ergriffen. Zu diesem Zeitpunkt war „die jetzt in den Transformationsstaaten für die Frauen vorgesehene Rolle ist die, der aufopferungsvollen Mutter“[33]. Diese Aussage ist eher typisch für die Frauen, die andere Länder wie zum Beispiel Griechenland als Auswanderungsziel gewählt haben und zeigt dennoch die Motivation junger Frauen, die nach Deutschland auswandern wollten um ein neues Leben anfangen zu können - das Leben einer modernen motivierten und ehrgeizigen Frau. „Zurück in der Familie haben die Frauen nicht nur einen wichtigen Teil ihrer außerhäuslichen beruflichen Identität, sondern auch ihre relative finanzielle Unabhängigkeit verloren. In der Familie treffen Sie zudem auf das Problem, dass sie gefordert sind, die Härten des Transformationsprozesses abzufangen. Sie müssen die Familienmitglieder versorgen und das meist äußerst geringe Familienbudget verwalten. Hyperinflation und Preissteigerungen sind dabei die größten Schwierigkeiten, die ihnen ausgebürgert werden.“[34]

[...]


[1] Nach Minchev, V., Boshnakov, V., Kalchev, J., Dr., Goev, V., Dr.; „Bulgarskata Emigracia v nachaloto na XXI vek: ocenka na naglasite i profila na potencialnite emigranti“ in Ikonomitscheska Misul, 2004, S. 3

[2] Doncheva, M.; „Efekti ot emigraciata varhu trudovia Pazar v transformirashtata se bulgarska ikonomika“ in Ikonomika, 2004, S. 59

[3] Minchev, V., Boshnakov, V., Kalchev, J., Dr., Goev, V., Dr., 2004, S. 4

[4] Nach Rangelova, R.; „Gender Izmenenia na emigraciata ot Bulgaria“, 2004

[5] Nach Rangelova, R.; 2004

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] Nach NSI, Nationales Statistik Institut, die Studie umfasst den Zeitraum 1992 – 2001; durchgeführt bei 25000 Personen im Alter 15-60; ausgewertet am 1.03.2001 in Sofia

[9] Ebd.

[10] Dochneva, M.; „Efekti ot emigraciata varhu trudovia Pazar v transformirashatat se bulgarska ikonomika“, 2004, S. 59

[11] Ebd.

[12] Rangelova, R.; „Health and Morbitidy in the accession countries. Country Report –Bulgaria“, 2006

[13] Nach NSI, 2001

[14] Nach Rangelova, R.; 2004

[15] Nach NSI, 2001

[16] Nach NSI, 2001

[17] Ebd.

[18] Ebd.

[19] Nach Rangelova, R.; 2004

[20] Mitev, P.-E., „Bulgarian Youth an European Perspective“, 2005, S. 66

[21] Ebd., S. 368

[22] Nach NSI, 2001

[23] Ebd.

[24] Haug, S.; „Emigration aus Mittel- und Osteuropa – das Beispiel Bulgarien“, 2004, S. 144

[25] „Stimuli i vlijania na emigraciata v navecherieto i v konteksta na prisuedunjavaneto kum ES“, 2005

[26] Ebd.

[27] Nach Rangelova, R.; 2004

[28] Nach „Stimuli i vlijania na emigraciata v navecherieto i v konteksta na prisuedunjavaneto kum ES“, 2005

[29] Ebd.

[30] Ebd.

[31] Haug, S.; Migration aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland, 2005, S. 141

[32] Ebd., S. 142

[33] Deimel, J.; Bewegte Zeiten – Frauen in Bulgarien gestern und heute, 1998, S. 144

[34] Ebd., S. 144f

Ende der Leseprobe aus 110 Seiten

Details

Titel
Bulgarische Migrationsströme von den 1990ern bis heute - Ein Vergleich der Immigrantengesellschaften in Deutschland und Griechenland
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
110
Katalognummer
V91944
ISBN (eBook)
9783640099825
ISBN (Buch)
9783640113354
Dateigröße
960 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bulgarische, Migrationsströme, Vergleich, Immigrantengesellschaften, Deutschland, Griechenland
Arbeit zitieren
Teodor Kazakov (Autor:in), 2007, Bulgarische Migrationsströme von den 1990ern bis heute - Ein Vergleich der Immigrantengesellschaften in Deutschland und Griechenland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91944

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