Das Palenquero - Ein Einblick in die Kreolsprache Palenquero


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Spanisch-basierte Kreolsprachen
2.1. Begriffsbestimmung Kreolsprachen
Kreolsprachen mit französisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit portugiesisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit spanisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit niederländisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit deutsch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit dänisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit afrikanisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit heterogenem Wortschatz
2.2. Die Entstehung des Palenqueros
2.2.1. Die Cimarrones
2.2.2. Die Geschichte des Palenqueros

3. Die Kreolsprache Palenquero
3.1. Phonologie
3.2. Morphosyntax
3.2.1. Verbalsystem
3.3. Lexikon

4. Zusammenfassung

1. Einleitung

In dem Seminar „Variationen des Spanischen in Lateinamerika“ wurde sich, wie es der Name schon sagt, mit den unterschiedlichen Variationen und der damit verbundenen Vielseitigkeit der spanischen Sprache in Lateinamerika auseinandergesetzt und die Einflüsse auf und durch die spanische Sprache auf sehr unterschiedliche Art und Weise aufgezeigt. Eine dieser Variationen soll Thema dieser Hausarbeit sein, das spanisch-basierte Kreol Palenquero.

Es gibt nur 3 spanische Kreolsprachen. Das Papiamento was auf den ABC-Insel in der südlichen Karibik gesprochen wird, dann das Palenquero, welches in der kleinen Gemeinde San Basilio de Palenque in Nordkolumbien gesprochen wird, aber auch in seiner Existenz das am gefährdeten von den spanischen Kreolsprachen und die dritte spanische Kreolsprache, ist die mit den meisten Sprechern und dessen Varietäten unter dem Sammelbegriff Chabacano zusammengefasst werden. Sie ist in Südostasien zu Hause oder besser gesagt auf den Philippinen. Eine Vermutung für die geringe Anzahl an Kreolsprachen ist, dass die Spanier lange vom Menschenhandel ausgeschlossen war, denn es ist schon sehr unverständlich, dass es so wenige spanische Kreole gibt, da Spanien lange Vorherrscher in der Neuen Welt war. Das Sklavenhandelmonopol hatten lange Zeit die Portugiesen und danach lag es in englischer, französischer und holländischer Hand erst nach den Portugiesen fassten die Spanier Fuß in Afrika. Was vielleicht eine Erklärung dafür ist.

Diese Hausarbeit soll in erster Linie aufzeigen, was das Palenquero ist und was seine Besonderheiten in Sprache, Grammatik und Lautsystem sind. Natürlich soll auch auf die besonderen Begebenheiten bei der Entstehung dieser Sprache eingegangen werden. Aber vorerst muss geklärt werden, was ein Kreol ist. Somit sieht der Aufbau dieser Hausarbeit wie folgt aus. Im ersten Kapitel soll erläutert werden, was ein Kreol ist, um dann auf die Entstehung und Geschichte des Palenqueros einzugehen. Im 3. Kapitel wird die Sprache an sich näher betrachtet und ihre Besonderheiten herausgestellt. Um abschließend noch einmal die zentralen Gedanken und Erkenntnisse hervorzuheben.

2. Spanisch-basierte Kreolsprachen

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es nur 3 Kreolsprachen, von denen vermutet wird, dass sie auf dem Spanischen basieren, aber auch das ist nicht eindeutig geklärt, weil beispielsweise bei dem Papiamento nicht sicher ist, ob es auf der Grundlage des Spanischen oder Portugiesischen entstanden ist. Jedoch beim Palenquero nimmt man als Grundlage das Spanisch an. Aber zunächst einmal soll geklärt werden, was unter einem Kreol zu verstehen ist.

2.1. Begriffsbestimmung Kreolsprachen

„ Die Verschleppung abertausender Afrikaner als Arbeitssklaven auf die Plantagen in Amerika bedingte das Zusammentreffen unterschiedlicher Sprachen auf engstem Raum, was wiederum die Herausbildung eines kleinsten gemeinsamen sprachlichen Nenners mit sich brachte.“[1] Eine Definition nach Angela Bartens lautet: „En la literatura especializada se admite generalmente que las lenguas criollas se caracterizan por la combinación de ciertas estructuras linüísticas, por ejemplo un sistema de marcadores TMA, y las circunstancias sociohistóricas especiales de su génesis, sobre todo la trata negrera y la economía de plantaciones en el caso de las lenguas criollas atlánticas. Pero pensamos que hay que añadir un tercer componente a la definición de una lengua criolla, que de todas formas no puede ser sino aproximativa: el identidad de sus hablantes.“[2] Eine andere Defintion versucht Holm: „A creole has a jargon or a pidgin in its ancestry; it is spoken natively by an entire speech community, often one whose ancestors were displaced geographically so that their ties with their original language and socialcultural identity were partly broken.”[3] Jedoch ist es schwierig eine allgemein gültige Definition von Kreolen zu finden bzw. zu geben, da es schwer ist alle unterschiedlichen Facetten der unterschiedlichen Sprachen in einer Definition zu vereinen, denn auch in der Sprachwissenschaft herrscht ein heftiger Streit, darüber was Kreolsprachen und Kreolgesellschaften sind. Kreolisierung wird auch oft mit Mischung in einen Topf geworfen. Kreolsprachen bestehen zu 80-90 % aus einer Kolonialsprache und einer klar strukturierten Grammatik meist aus einer anderen Sprache. Die Kolonialsprache nennt man auch Superstratsprache und die andere verdrängte Sprache die Substratsprache. Wo die Kreolsprachen meist genau herkommen, bleibt ungewiss und lässt nur vermuten, sich aber nicht 100 %ig belegen. Der Begriff stammt aus dem Portugiesischen von creare (im Hause des Herrn) und entsteht dann aus dem Spanischen creado (erzogen im Hause des Herrn). Alle Kreols weisen gewisse Gemeinsamkeiten auf und es gibt viele Kreolsprachen auf der Welt und mit ganz unterschiedlichen Ursprungssprachen, zum Beispiel basierend auf dem Englischen, dem Portugiesischem oder dem Spanischen. Die ich nur kurz auflisten und anhand einer Karte auch geografisch zeigen möchte:

„Kreolsprachen mit englisch-basiertem Wortschatz

- Aku (* Dialekt des Krio) (Gambia)
- Jamaika-Kreolisch
- Krio (Sierra Leone)
- Gullah (Süden der USA)
- Antillen-Kreol-Englisch
- Kru Englisch (Liberia)
- Kamtok (Kamerun)
- Bislama (Vanuatu)
- Pijin (Salomonen)
- Tok Pisin (Papua-Neuguinea)
- Torres Creole (Torres Strait, Australien)
- Pitcairn-Englisch (Pitcairn)

Kreolsprachen mit französisch-basiertem Wortschatz

- Haitianisch (Haiti)
- Grenada-Kreolisch (Grenada)
- Louisiana-Kreolisch
- Seselwa (Seychellen-Kreolisch)
- Morisyen (Mauritius-Kreolisch)
- Réunion-Kreolisch - stark entkreolisiert
- Antillen-Kreolisch
- Trinidad-French-Kreolisch
- Französisch-Kreolisch (Äquatorialguinea)
- Lanc-Patuá (Brasilien - Amapá)

Kreolsprachen mit portugiesisch-basiertem Wortschatz

- Kapverdisches Kreol (Kap Verde)
- Sotavento-Kreol (Santiago (Badiu), Maio, Fogo, Brava)
- Barlovento-Kreol (São Vicente, São Nicolau, Sal, Boavista, Santo Antão)
- Angolar - Bantusprachen (São Tomé und Príncipe)
- Principense - Bantusprachen (São Tomé und Príncipe)
- Santomense - Bantusprachen (São Tomé und Príncipe)
- Portugiesisch-Afrikanische Kreolsprachen (Guinea-Bissau, Kap Verde)
- Portugiesisch-Asiatische Kreolsprachen (Indien, Malaysia, Macau)
- Portugiesisch-Amerikanische Kreolsprachen (Karibik, Suriname)

Kreolsprachen mit spanisch-basiertem Wortschatz

- Palenquero (Kolumbien)
- Chabacano (Philippinen)

Kreolsprachen mit niederländisch-basiertem Wortschatz

- Negerhollands (†) (Karibik)
- Berbice Dutch Creole (†) (Guyana)
- Afrikaans (*) (Südafrika)

Kreolsprachen mit deutsch-basiertem Wortschatz

- Unserdeutsch (fast †) (Papua-Neuguinea)

Kreolsprachen mit dänisch-basiertem Wortschatz

- Kreoldänisch (bis 1917 †) (Dänisch Westindien)

Kreolsprachen mit afrikanisch-basiertem Wortschatz

- Sangho (Zentralafrikanische Republik)

Kreolsprachen mit heterogenem Wortschatz

- Afro-Seminole Creole (USA und Mexiko)
- Aukaans (Suriname)
- Saramaccaans (Suriname)
- Sranan-Tongo (Suriname)
- Papiamentu (Niederländische Antillen)
- Hawaii Creole English (Hawaii)[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5]

In den meisten Kreolsprachen gibt es Ähnlichkeiten, z. B. folgt die Satzstellung fast immer dem Schema Subjekt-Verb-Objekt oder sie haben keinen flexivischen Plural der Nomina und kein grammatisches Genus, um nur einmal einige Charakteristika von Kreolsprachen herauszunehmen. Was man aber an beiden Grafiken erkennen kann, ist dass sie sich in den Zahlen der Kreolsprachen weit unterscheiden, denn bei der freien Enzyklopädie Wikipedia gibt es nur circa die Hälfte an Sprachen als man auf der Weltkarte sieht. Holm hat in seinem Buch ungefähr die selbe Anzahl an Sprachen wie oben auf der Karte, aber listet Pidgins und Kreols gemeinsam auf und unterscheidet sich auch des Öfteren von der obigen Grafik[6], z. B. ist Nahuatl für ihn weder Pidgin noch Kreol, dem ich voll und ganz zustimme, somit sind beide hier abgebildeten Auflistungen auch kritisch zu betrachten und nicht als gegeben anzunehmen.

[...]


[1] Bachmann, Iris „Die Sprachwerdung des Kreolischen/ Eine diskursanalytische Untersuchung am Beispiel des Papiamentu“, Gunter Narr Verlag, Tübingen, 2005, S. 12

[2] Bartens, Angela „Glosónimos, etnónimos e identidad: el glosónimo lengua en palenquero y otras lenguas acriollizadas.” S. 13 In: Moñino, Yves; Schwegler, Armin (ed.) „Palenque,...“, Niemeyer, Tübingen, 2002

[3] Holm, John “An introduction to pidgin san creoles”, Cambridge University Press, 2000, S. 6

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Kreolsprachen -> Zugriff 10.07.2007

[5] http://www.proel.org/mundo/palenquero.htm -> 10.12.2007

[6] vgl. Holm S. xviii f. 1988

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Palenquero - Ein Einblick in die Kreolsprache Palenquero
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V91947
ISBN (eBook)
9783638052955
ISBN (Buch)
9783638945455
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Palenquero, Einblick, Kreolsprache
Arbeit zitieren
Patricia Detto (Autor), 2007, Das Palenquero - Ein Einblick in die Kreolsprache Palenquero, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91947

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