Es gibt nur 3 spanische Kreolsprachen. Das Papiamento was auf den ABC-Insel in der südlichen Karibik gesprochen wird, dann das Palenquero, welches in der kleinen Gemeinde San Basilio de Palenque in Nordkolumbien gesprochen wird, aber auch in seiner Existenz das am gefährdeten von den spanischen Kreolsprachen und die dritte spanische Kreolsprache, ist die mit den meisten Sprechern und dessen Varietäten unter dem Sammelbegriff Chabacano zusammengefasst werden. Sie ist in Südostasien zu Hause oder besser gesagt auf den Philippinen. Eine Vermutung für die geringe Anzahl an Kreolsprachen ist, dass die Spanier lange vom Menschenhandel ausgeschlossen war, denn es ist schon sehr unverständlich, dass es so wenige spanische Kreole gibt, da Spanien lange Vorherrscher in der Neuen Welt war. Das Sklavenhandelmonopol hatten lange Zeit die Portugiesen und danach lag es in englischer, französischer und holländischer Hand erst nach den Portugiesen fassten die Spanier Fuß in Afrika. Was vielleicht eine Erklärung dafür ist.
Eine dieser Variationen soll Thema dieser Arbeit sein, das spanisch-basierte Kreol Palenquero.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SPANISCH-BASIERTE KREOLSPRACHEN
2.1. Begriffsbestimmung Kreolsprachen
Kreolsprachen mit französisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit portugiesisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit spanisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit niederländisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit deutsch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit dänisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit afrikanisch-basiertem Wortschatz
Kreolsprachen mit heterogenem Wortschatz
2.2. Die Entstehung des Palenqueros
2.2.1. Die Cimarrones
2.2.2. Die Geschichte des Palenqueros
3. DIE KREOLSPRACHE PALENQUERO
3.1. Phonologie
3.2. Morphosyntax
3.2.1. Verbalsystem
3.3. Lexikon
4. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das spanisch-basierte Kreol "Palenquero" in San Basilio de Palenque (Kolumbien), wobei ein besonderer Fokus auf dessen sprachlichen Besonderheiten, der historischen Entstehung durch die Cimarrones und der aktuellen Diglossiesituation liegt.
- Grundlagen und Definition von Kreolsprachen
- Historischer Kontext der Cimarrones und Entstehung von Palenquero
- Strukturanalyse: Phonologie, Morphosyntax und Verbalsystem
- Lexikalische Herkunft und afrikanische Einflüsse
- Soziolinguistische Situation und Code-Switching
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Die Cimarrones
Die Maroons (englisch für Ausgesetzte; spanische Bezeichnung: Cimarrón) sind Nachfahren geflohener schwarzafrikanischer Sklaven in Westindien, Mittel-, Süd- und Nordamerika. Es bezeichnet auch im lateinamerikanischen Spanisch ein wildes Tier oder ein entlaufenes Haustier. Zur Zeit der Sklaverei wurde der Begriff aber auch für entlaufene Negersklaven angewandt. Eine Erklärung dafür ist, dass sie rechtlich den Haustieren gleich gestellt waren. Um die Cimarrones ranken sich viele Legenden und Mythen vor allem auf Kuba. Wollte ein Sklave fliehen wurde dies mit fürchterlichen Strafen belegt und im Wiederholungsfall in der Regel mit öffentlicher Hinrichtung durch Folter zur Abschreckung für die anderen Sklaven vollzogen. Es gab zu der Zeit auch ausgebildete Suchtrupps mit dressierten Hunden, die die Cimarrones verfolgten und für die Ergreifung hohe Belohnungen bekamen, die den "materiellen Wert" der Sklaven bei weitem überstiegen. Schafft ein Sklave die Flucht, war es ihm noch lange nicht gesichert, dass er überlebte, denn sie durften Siedlungen nicht zu nahe kommen, da auf ihre Ergreifung hohe Belohnungen ausgesetzt waren. So konnten sie nur in den dichten Urwäldern sich verstecken und auf das Überleben hoffen. Aber um dieses Überleben zu sichern, mussten sie sich an Siedlungen heranwagen, um von dort Lebensmittel und andere Notwendigkeiten zu stehlen. Für die weiße Bevölkerung Kubas waren Cimarrones eine "dunkle" Gefahr, mit der ungehorsame Kinder erschreckt wurden und für die schwarze Bevölkerung verkörperten und symbolisierten sie die Hoffnung, doch noch der Sklaverei entfliehen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der spanischen Sprachvariationen in Lateinamerika und Definition der Forschungsabsicht bezüglich des Palenquero.
2. SPANISCH-BASIERTE KREOLSPRACHEN: Theoretische Einordnung von Kreolsprachen und Darstellung der historischen Hintergründe der Cimarrones als Basis für die Entstehung des Palenqueros.
3. DIE KREOLSPRACHE PALENQUERO: Detaillierte linguistische Analyse der phonologischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Besonderheiten der Sprache.
4. ZUSAMMENFASSUNG: Reflexion über die Zukunft des Palenqueros im Kontext von Globalisierung und die Bedeutung aktiver Sprecher für den Erhalt der Sprache.
Schlüsselwörter
Palenquero, Kreolsprachen, San Basilio de Palenque, Cimarrones, Kolumbien, Diglossie, Code-Switching, Phonologie, Morphosyntax, Verbalsystem, Sprachwandel, Bantusprachen, Sprachkontakt, Linguistik, Minderheitensprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kreolsprache Palenquero, die in der kolumbianischen Gemeinde San Basilio de Palenque gesprochen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Definition von Kreolsprachen, die Geschichte der Cimarrones, die linguistische Struktur des Palenquero sowie die aktuelle soziolinguistische Situation im Dorf.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Ursprung, die grammatikalischen Besonderheiten und die aktuelle Überlebensfähigkeit des Palenquero als gefährdete Sprache darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der linguistischen Analyse vorhandener Sprachdaten, ergänzt durch soziolinguistische Kontextualisierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Kreolsprachen, die historischen Entstehungsbedingungen des Palenqueros und die spezifische Analyse von Phonologie, Morphosyntax und Lexikon.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Palenquero, Kreolisierung, Code-Switching, Cimarrones und Sprachkontakt charakterisiert.
Was unterscheidet das Palenquero-Verbalsystem vom Spanischen?
Das Verbalsystem des Palenquero verwendet spezifische Marker (präverbal für Aspekte wie Progressiv oder Habitualis, postverbal für Anterior), die sich vom spanischen Tempussystem unterscheiden.
Warum spielt die soziale Isolation eine Rolle für die Sprache?
Die jahrzehntelange Isolation durch fehlende Infrastruktur ermöglichte es dem Palenquero, sich als eigenständige Sprachinsel zu bewahren, da der Kontakt zum spanischen Superstrat begrenzt war.
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- Patricia Detto (Author), 2007, Das Palenquero - Ein Einblick in die Kreolsprache Palenquero, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91947