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Erörterung der Liebesbeziehung in Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“

Title: Erörterung der Liebesbeziehung in Richard Wagners Oper  „Tristan und Isolde“

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anna Perlina (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Inhalt dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Richard Wagners musikalischer Neugestaltung der ergreifenden Liebesgeschichte von Tristan und Isolde. Die Grundlage für sein Opernlibretto schöpfte Wagner aus einer Überlieferung von dem mittelalterli-chen Dichter Gottfried von Strassburg, der seinerseits aus einer keltischen Volkssage die eigene Legende formte.
Bei Gottfried von Strassburg ist die berühmt gewordene Liebesgeschichte das Produkt eines Trankes, den die beiden Königskinder Isolde und Tristan irrtümlich zu sich neh-men. Jenes sexuell anregende Getränk braut die im zaubern kundige Mutter von Isolde, damit ihn die Tochter und ihr alternder Gemahl in ihrer Hochzeitsnacht einnehmen.
Richard Wagner lässt sich von dieser Geschichte inspirieren. Er übernimmt vieles, aber gestaltet im Grunde doch alles neu, legt zudem eine bedeutende philosophische und psychologische Basis seinem Entwurf zugrunde.
Diese Arbeit wird sich daher mit besonderer Aufmerksamkeit jener Tiefe, die der Be-ziehung zwischen Isolde und Tristan zu Grunde liegt, zuwenden. Welche vom Wagner neu eingeführten Elemente finden wir vor? Welche zusätzlichen Einflüsse wirkten sich auf die Opernkomposition aus? Diese und weitere Fragen sind im Folgenden zu beant-worten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

TEIL 1: FREMDE STIMMEN IN WAGNERS WERK

1.1 PLATON: SYMPOSION

1.2 WAGNERS BUDDHISMUS

1.3 SCHOPENHAUER

TEIL 2: POSTNATALE PRÄGUNG TRISTANS

2.1 FIGUR TRISTAN IN ANLEHNUNG AN HEIDEGGERS IDEE DER GEWORFENHEIT

2.2 TRISTAN: POSTNATALE TRAUMAURSACHEN

2.3 „BEDINGUNG DES GESCHÄDIGTEN DRITTEN“ NACH PETER DETTMERING

TEIL 3: BEGEGNUNG UND ENTGLEITUNG DER EIGENKONTROLLE

3.1 BLICKKONTAKT

3.2 PROZESS DER KONTROLLAUFGABE IN ANLEHNUNG AN HOFMANN

3.3 TRISTANS UND ISOLDES EIGENE REALITÄTSEBENE

TEIL 4: LIEBESSEHNSUCHT UND TODESTRIEB

4.1 LIEBESMOTIV UND SEINE AUSPRÄGUNGEN

4.2 ZUSAMMENSPIEL VON LIEBE UND TOD

4.3 NOVALIS: NACHTMOTIV UND DAS SEHNEN

4.4 ENTSCHLÜSSELUNG DES TODESMOTIVS

4.5 FUNKTION DES ZAUBERTRANKS (MOTIV: TRANK)

ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und philosophischen Dimensionen der Liebesbeziehung zwischen Tristan und Isolde in Richard Wagners gleichnamiger Oper. Das primäre Ziel ist es, die tieferliegenden Motive für das Handeln der Protagonisten aufzudecken, die über die bloße Handlung hinausgehen und die Oper als bahnbrechendes Werk der Moderne kennzeichnen.

  • Einfluss philosophischer Strömungen wie Platonismus, Schopenhauers Willensphilosophie und Buddhismus auf das Tristan-Konzept.
  • Analyse der postnatalen Prägung Tristans unter Berücksichtigung psychoanalytischer Ansätze.
  • Untersuchung der Entgleitung der Eigenkontrolle durch Blickkontakt und den Einfluss des Zaubertranks.
  • Interpretation des Zusammenspiels von Liebessehnsucht und Todestrieb als zentrales existenzielles Konstrukt.
  • Bewertung der musikalischen Umsetzung als Ausdrucksmittel psychologischer Affekte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Blickkontakt

Das Motiv Blick nimmt eine zentrale Bedeutung in der Tristan-Isolde-Beziehung ein. Als Tristan zu Isolde kommt, um sie als Braut für seinen Stiefvater zu werben, reagiert jeder der beiden besonders empfindlich auf den Blick des anderen. So zwingt nichts anderes als Tristans Blick Isolde von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen, Tristan zu töten.

Von seinem Lager blickt’ er her – nicht auf das Schwert, nicht auf die Hand – er sah mir in die Augen. […] Das Schwert – ich ließ es fallen!“ (I. 3. S.47-49)

Um dem „spiegelgleichen“ Blick Tristans zu entgehen heilt Isolde die Morold-Wunde. Sie fühlt sich von Tristan durch und durch gesehen. Es gelingt aber auch Tristan ihre wahren Ängste und Wünsche zu spüren, so scheint es Isolde, sodass sie regelrecht Angst bekommt. Sie glaubt ihr Unterbewusstes vor ihm nicht sicher verstecken zu können, denn ihr Bewusstsein verbietet es ihr einem „Feind“ zu trauen, dem sie sich hier hilflos ausgeliefert fühlt. Die Versorgung der Morold-Wunde leistet vorerst die Aufrechterhaltung einer Fassade und somit die Beibehaltung ihrer Eigenkontrolle. Es verhindert für Isolde eine Entgleitung in die Nachtwelt.

Die Morold schlug, die Wunde, sie heilt’ ich, daß er gesunde und heim nach Hause kehre, mit dem Blick mich nicht mehr beschwere! (I. 3. S.49)

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung stellt Richard Wagners Neugestaltung der Liebesgeschichte von Tristan und Isolde vor und skizziert die philosophische und psychologische Basis der Untersuchung.

TEIL 1: FREMDE STIMMEN IN WAGNERS WERK: Dieses Kapitel untersucht die Einflüsse von Platon, buddhistischer Lehre und Schopenhauer auf die Konzeption des Werkes.

TEIL 2: POSTNATALE PRÄGUNG TRISTANS: Hier wird Tristans Charakter anhand von Heideggers Geworfenheit sowie psychoanalytischen Theorien über frühkindliche Traumata und das Fehlen einer Mutterfigur analysiert.

TEIL 3: BEGEGNUNG UND ENTGLEITUNG DER EIGENKONTROLLE: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung des Blickkontakts und dem psychologischen Prozess, durch den die Protagonisten ihre Kontrolle verlieren.

TEIL 4: LIEBESSEHNSUCHT UND TODESTRIEB: Hier werden das Liebes- und Todesmotiv, der Einfluss von Novalis sowie die Funktion des Zaubertranks im Kontext der Sehnsuchts-Thematik erörtert.

ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, wie Wagner verschiedene philosophische Konzepte und psychoanalytische Ansätze in ein emotionales Konstrukt überführt.

Schlüsselwörter

Richard Wagner, Tristan und Isolde, Liebessehnsucht, Todestrieb, Schopenhauer, Psychoanalyse, Blickkontakt, Zaubertrank, Geworfenheit, Nachtreich, Identitätsverlust, Erlösung, Mutter-Imago, Musikdrama, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Liebesbeziehung von Tristan und Isolde in Wagners Oper unter philosophischen und tiefenpsychologischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den philosophischen Einflüssen (Schopenhauer, Platon), den psychologischen Hintergründen (Traumata, ödipaler Konflikt) und der Symbolik von Liebe und Tod.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche neu eingeführten philosophischen Elemente und psychologischen Einflüsse sich auf die Gestaltung der Oper und die Tiefe der Liebesbeziehung der Protagonisten auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die philosophische Konzepte mit psychoanalytischen Ansätzen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophischen Vorbilder, die psychologische Prägung Tristans, die Dynamik der Begegnung und die Rolle von Liebes- und Todessehnsucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liebessehnsucht, Todestrieb, Schopenhauer, Psychoanalyse, Symbolik und die Identitätsauflösung der Protagonisten.

Wie interpretiert die Autorin den "Zaubertrank"?

Der Trank wird nicht als rein magisches Element gesehen, das die Liebe erzwingt, sondern als Katalysator, der die bestehende Leidenschaft freisetzt und die Kontrolle der Protagonisten aufhebt.

Welche Rolle spielt der Tod für Tristan und Isolde?

Der Tod wird als notwendige Voraussetzung für die Liebeserfüllung verstanden, da eine Verwirklichung ihrer Liebe in der "Tagwelt" als unmöglich erachtet wird.

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Details

Title
Erörterung der Liebesbeziehung in Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“
College
University of Bonn
Course
Wagners Opern als Beginn der Massenmedien
Grade
1,7
Author
Anna Perlina (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V91972
ISBN (eBook)
9783638053563
ISBN (Book)
9783638946056
Language
German
Tags
Erörterung Liebesbeziehung Richard Wagners Oper Isolde“ Wagners Opern Beginn Massenmedien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Perlina (Author), 2004, Erörterung der Liebesbeziehung in Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91972
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