Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Worin bestand John Lockes besondere Leistung? Die Verbindung von Naturrecht und Ökonomie

Titel: Worin bestand John Lockes besondere Leistung? Die Verbindung von Naturrecht und Ökonomie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Enis Cem Güzeller (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses Werk beschäftigt sich mit der Verbindung von Naturrecht und Ökonomie bei John Locke. Insbesondere werden die Eigentumstheorie und damit wichtige ökonomische Überlegungen auf Grundlage des Naturrechts im Folgenden näher betrachtet.

Zu den bedeutenden Leistungen von Locke zählen seine modernen bürgerlichen Ideen, in welchen er freiheitliche Zustände in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft forderte. So basiert die klassische ökonomische Theorie wesentlich auf den Fundamenten eines Gesellschaftsverständnisses, das sich an Locke orientiert und sich zur Grundlage der politischen Ökonomie des Bürgertums schlechthin entwickelte.

In dieser Seminarbeit soll die Verbindung der Ökonomie mit dem Naturrecht bei Locke dargestellt werden. Zu einer solchen Verbindung kommt es in der „Zweiten Abhandlung über die Regierung“. In diesem Werk versucht Locke als Theoretiker der Emanzipation des Bürgertums, dessen Interessen gegen absolutistische Vorstellungen zu verteidigen. Zunächst werde ich auf den Naturzustand und auf die allgemeinen naturrechtlichen Überlegungen Lockes eingehen. Danach soll die Eigentumstheorie von Locke dargestellt werden, indem die naturrechtlichen Regelungen des Privateigentums, die Eigentumsschranken und die Wirtschaftsstruktur vor und nach der Einführung des Geldes betrachtet werden. Da das Eigentum das zentrale Motiv für die Gründung des Staates ist, sollen schließlich der Gesellschaftsvertrag, der Staatszweck und die Grenzen der staatlichen Macht aufgezeigt werden. Zum Schluss fasst der Autor kurz seine Eigentumstheorie zusammenfassen um in Verbindung damit Lockes Leistung darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

B) Die Verbindung von Naturrecht und Ökonomie

I. Der Naturzustand

II. Die Eigentumstheorie

1. Naturrechtlicher Ausgangspunkt des Eigentums und die Phase vor der Geldeinführung

2. Die Phase nach der Geldeinführung

III. Die politische Gesellschaft

1. Gründe für die Staatsgründung

2. Aufgaben und Rechte des Staates

C) Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Verknüpfung von Naturrecht und Ökonomie im Denken von John Locke. Dabei wird analysiert, wie Locke das Privateigentum als grundlegendes Recht legitimiert und dessen Entwicklung durch die Einführung des Geldes sowie die Notwendigkeit einer staatlichen Ordnung begründet.

  • Grundlagen des Naturzustands bei Locke
  • Entwicklung und Legitimation der Eigentumstheorie
  • Auswirkungen der Geldeinführung auf die Wirtschaftsstruktur
  • Der Übergang zur politischen Gesellschaft durch den Gesellschaftsvertrag
  • Staatliche Funktionen und Eigentumsschutz

Auszug aus dem Buch

1. Naturrechtlicher Ausgangspunkt des Eigentums und die Phase vor der Geldeinführung

Lockes Eigentumstheorie bildet „den Dreh- und Angelpunkt seiner gesamten politischen Philosophie, da sie eine elementare Begründung für die Menschen liefert, sich in einer bürgerlichen Gesellschaft zu organisieren“11. Das Eigentum betrachtet Locke als ein Grundrecht, denn „wenn er die natürliche Rechtmäßigkeit von Privateigentum zeigen kann, kann er auch zeigen, dass Eigentum vor jeglicher politischer Herrschaft bestand und folglich Vorrang vor Herrschaft genießt“12.

Der Eigentumsbegriff wird bei Locke unterschiedlich verwendet. Der weitgefasste Eigentumsbegriff umfasst „Leben [...], Freiheit und [...] Besitz“13 und bezieht sich auf die politischen Freiheiten in einer Gesellschaft, während der enge Eigentumsbegriff den materiellen Besitz meint und in Verbindung mit ökonomischen Abläufen in Erscheinung tritt. 14 Doch an den entscheidenden Stellen meiner Meinung nach, wie in Kapitel 5 „Das Eigentum“ und bei den Staatszielbestimmungen und den Grenzen staatlicher Macht, bezieht er sich auf den engen Eigentumsbegriff, also auf den materiellen Besitz. So „verdunkelt“ nach Macpherson der weite Eigentumsbegriff Lockes wahre Überzeugung, das Eigentum als eigentlichen Zweck der Staatsgründung und des Staates zu bestimmen.15

Zunächst geht Locke von der Annahme aus, dass die Erde und all ihre Früchte und Tiere von Gott „den Menschen [...] zum Unterhalt und zum Genuß ihres Daseins gegeben“16 worden sind. Zwar gehören sie der gesamten Menschheit, gleichsam wie ein öffentliches Gut ohne Ausschließbarkeit und Rivalität, „doch da die Früchte für den Gebrauch der Menschen verliehen wurden, muß es notwendigerweise Mittel und Wege geben, sich irgendwie anzueignen, bevor sie dem einzelnen Menschen von irgendwelchem Wert oder überhaupt nützlich sein können“.17 Der göttliche Auftrag der Selbsterhaltung als eines zentralen Handlungsmotive des Menschen stellt somit die Basis der Lockeschen Eigentumstheorie dar18 und benötigt folglich auch keine weitere moralische oder rechtliche Begründung.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Verknüpfung von Naturrecht und Ökonomie bei John Locke ein und legt die methodische Vorgehensweise sowie das Erkenntnisziel der Hausarbeit fest.

B) Die Verbindung von Naturrecht und Ökonomie: In diesem Hauptteil wird der Naturzustand als Ausgangspunkt für Lockes politische Philosophie sowie die Herleitung des Privateigentums und dessen ökonomische Bedeutung analysiert.

I. Der Naturzustand: Der Abschnitt beschreibt den Zustand der vollkommenen Freiheit und Gleichheit, in dem der Mensch bereits natürlichen Rechten und Pflichten zur Selbsterhaltung unterliegt.

II. Die Eigentumstheorie: Die Eigentumstheorie wird als zentrales Element der Lockeschen Philosophie dargestellt, wobei zwischen einer Frühphase vor und einer Phase nach der Geldeinführung unterschieden wird.

1. Naturrechtlicher Ausgangspunkt des Eigentums und die Phase vor der Geldeinführung: Hier wird die Legitimation des Privateigentums durch Arbeit und die moralische Begründung der Selbsterhaltung im Kontext der Aneignungsschranken diskutiert.

2. Die Phase nach der Geldeinführung: Dieser Teil beleuchtet, wie durch die Einführung des Geldes die natürlichen Aneignungsschranken umgangen werden, was eine unbegrenzte Akkumulation und ökonomische Entwicklung ermöglicht.

III. Die politische Gesellschaft: Der Übergang vom Naturzustand in die staatliche Ordnung wird als notwendige Konsequenz zur Sicherung des Privateigentums und zur Vermeidung von Konflikten begründet.

1. Gründe für die Staatsgründung: Der Fokus liegt auf der wachsenden Unsicherheit und den sozialen Spannungen, die den Abschluss eines Gesellschaftsvertrags zur Sicherung von Leben und Eigentum unumgänglich machen.

2. Aufgaben und Rechte des Staates: Dieser Teil definiert die Rolle des Staates als Schützer des Eigentums und beschreibt die Grenzen staatlicher Macht sowie das Widerstandsrecht des Volkes.

C) Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Lockes Theorie eine Rechtfertigung für die bürgerliche Eigentumsgesellschaft bietet.

Schlüsselwörter

John Locke, Naturrecht, Eigentumstheorie, Gesellschaftsvertrag, Selbsterhaltung, Politische Ökonomie, Privateigentum, Naturzustand, Geldeinführung, Akkumulation, Arbeit, Staatsgründung, Freiheit, Klassische politische Ökonomie, Liberalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, wie John Locke das Verhältnis von politischer Theorie und Ökonomie konzipiert und das Privateigentum auf naturrechtlicher Basis rechtfertigt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Die zentralen Themen sind der Naturzustand bei Locke, die Herleitung des Privateigentums, die Folgen der Einführung von Geld sowie die Begründung des Staates als Schutzmacht des Eigentums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lockes Eigentumstheorie die Grundlage für seine politische Philosophie bildet und inwiefern diese zur Rechtfertigung bürgerlicher Wirtschaftsstrukturen beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe philosophische und politikwissenschaftliche Analyse der „Zweiten Abhandlung über die Regierung“ sowie weiterführender Fachliteratur zur Lockeschen Staatstheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Naturzustands, die detaillierte Darstellung der Eigentumstheorie vor und nach der Erfindung des Geldes sowie die institutionelle Begründung der politischen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind John Locke, Naturrecht, Eigentum, Gesellschaftsvertrag, Arbeitsteilung und Selbsterhaltung.

Welche Rolle spielt die Arbeit des Individuums in Lockes Eigentumstheorie?

Arbeit ist bei Locke die Grundlage für die Aneignung von Eigentum; durch die Bearbeitung der Natur wird ein Allgemeingut zum privaten Eigentum des Individuums, was zugleich seine Autonomie begründet.

Wie verändert die Einführung des Geldes laut Locke den Naturzustand?

Durch die Einführung des Geldes werden die natürlichen Aneignungsschranken (z.B. Verderblichkeit von Gütern) überwunden, was eine dauerhafte Akkumulation von Kapital und damit einen wirtschaftlichen Fortschritt ermöglicht.

Warum ist laut Locke die Gründung eines Staates notwendig?

Da der Naturzustand keine unparteiische Schiedsinstanz bietet und Eigentum durch wachsende Ungleichheit und Ressourcenknappheit bedroht wird, schließen sich Menschen zusammen, um ihre Rechte institutionell zu sichern.

Wie definiert Locke die Grenze staatlicher Macht?

Die Macht des Staates ist begrenzt, da er nur zu dem Zweck gegründet wurde, das Eigentum und die Freiheit der Bürger zu schützen; bei einem Bruch dieses Zwecks verliert der Staat seine Legitimität.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Worin bestand John Lockes besondere Leistung? Die Verbindung von Naturrecht und Ökonomie
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,3
Autor
Enis Cem Güzeller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V920170
ISBN (eBook)
9783346240477
ISBN (Buch)
9783346240484
Sprache
Deutsch
Schlagworte
worin john locke´s leistung verbindung naturrecht ökonomie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Enis Cem Güzeller (Autor:in), 2014, Worin bestand John Lockes besondere Leistung? Die Verbindung von Naturrecht und Ökonomie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920170
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum