Die folgende Diplomarbeit beschäftigt sich dem Thema Mädchenliteratur im 19. Jahrhundert, mit besonderer Berücksichtigung des Buches "Der Trotzkopf", von Emmy von Roden.
Das erste Kapitel widmet sich den Familien im 19. Jahrhundert und den allgemeinen Vorstellungen, die zur damaligen Zeit allgegenwärtig waren. Es wird dargestellt, wie eine typische Familie funktioniert hat und, welche Pflichten jedes Mitglied tragen musste, wobei der Fokus vor allem auf den Tagesablauf der Kinder und den Unterschieden zwischen der Erziehung der Söhne und der Töchter gelegt wird. Im weiteren Verlauf wird gezeigt, welche Eigenschaften und Tugenden ein junges Mädchen besitzen musste, um als eine gute Partie für den zukünftigen Ehemann zu sein.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Mädchenliteratur. Am Anfang wird beschrieben, welche Art von Büchern als typische Literatur für Mädchen im 19. Jahrhundert anerkannt werden konnten. Dabei ist besonders die Backfischliteratur wichtig, in deren Rahmen zahlreiche Bücher, speziell für junge Mädchen veröffentlicht wurden. Es werden ein paar der bekanntesten Werke in der Backfischliteratur genannt und kurz beschrieben, um im dritten Kapitel vollständig zum Buch "Der Trotzkopf" überzugehen, wo zuerst Ilse und ihre Anfänge in der Pension dargestellt werden. Es wird beschrieben, mit welchen Problemen Ilse am Anfang zu kämpfen hatte und wie groß die Umstellung für das Mädchen war. Am Schluss des Kapitels wird Ilses Vorstellung der Liebe und ihre Verwirklichung in der Ehe gezeigt. Anhand der Bücher "Trotzkopfs Brautzeit" und "Aus Trotzkopfs Ehe", wird gezeigt, wie das Leben der Ilse nach der Ehe aussah und, in wie weit ihre ursprünglichen Vorstellungen von Liebe und Ehe sich von der Realität unterschieden haben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Allgemeine Situation der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert
1.1 Erziehung, Kinderstube und Ausbildung
1.2 Ideal des Mädchens
1.3 Ehe und Eheschließung
1.4 Rolle der Frau und des Mannes
2. Mädchenliteratur
2.1 Der Trotzkopf
3. Ilse und ihre Anfänge in der Pension
3.1 Ilses Wendepunkte
3.2 Personen, die zur Ilses Entwicklung beigetragen haben
3.3 Ilse nach ihrem Aufenthalt in der Pension
3.4 Ilses Vorstellung der Liebe und ihre Verwirklichung in der Ehe
Zusammenfassung
Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht den Roman „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden, um anhand der Hauptprotagonistin Ilse Macket das Mädchenideal des 19. Jahrhunderts zu analysieren. Dabei wird der Fokus auf die Entwicklung der Figur im Kontext gesellschaftlicher Erwartungen und der damals vorherrschenden Mädchenliteratur gelegt.
- Die allgemeine Lebenssituation bürgerlicher Familien im 19. Jahrhundert.
- Die Entwicklung und Konventionen der sogenannten Backfischliteratur.
- Die psychologische Entwicklung und Reifung der Protagonistin Ilse Macket.
- Einflussfaktoren und Rollenbilder hinsichtlich Erziehung, Ehe und Geschlechterrollen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Ilses Wendepunkte
Zu einem der Wendepunkte im Denken von Ilse gehört die Geschichte, die ihr von Fräulein Güssow erzählt wird. Sie bittet Ilse sich neben sie zu setzten und sagt:
»Komm, setze dich zu mir,« fuhr sie ruhiger fort, »ich will dir eine wahre Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen Mädchenherzen erzählen, das sein Lebensglück einer kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch sagen wirst: ›Ich kann nicht,‹ dann gehe hin und folge deinem harten Kopfe, – ich werde nie wieder den Versuch machen, ihn zu beugen ...78
Mit leichtem Zögern beginnt die Lehrerin von der sechszehnjährigen Lucie zu erzählen. Als Waise von ihrer Großmutter aufgezogen, hatte das Mädchen nie gelernt zu gehorchen oder sich zu benehmen. Der Trotz war ihre schlechteste Angewohnheit und die Großmutter war zu Nachsichtig um Lucies Verhalten zu bessern. Eines Tages traf das Mädchen Curt, einen jungen Herren, der im Park malte. Dieser machte ihr ein Kompliment, doch Lucie reagierte nicht, war über die aufdringliche Art des Mannes verärgert. Auf der anderen Seite gefiel er ihr, denn er war sehr schön. Von seiner Klugheit und Gutmütigkeit wurde Lucie später überzeugt, als der Maler sie unter irgend einem Vorwand bei der Großmutter besuchte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Literatur als Kulturvermittlung und Zielsetzung der Arbeit, das Mädchenideal anhand von Ilse Macket zu präsentieren.
1. Allgemeine Situation der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert: Untersuchung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Erziehungspraktiken und Rollenzuweisungen innerhalb des Bürgertums im 19. Jahrhundert.
2. Mädchenliteratur: Analyse der zeitgenössischen Mädchenliteratur, insbesondere der Backfischliteratur, und Einordnung des Werkes „Der Trotzkopf“.
3. Ilse und ihre Anfänge in der Pension: Detaillierte Betrachtung der Entwicklung der Protagonistin Ilse Macket, ihrer Wendepunkte sowie ihrer späteren Ehevorstellungen.
Zusammenfassung: Kurze Vorstellung der gesamten Arbeit und ihrer zentralen Kapitel.
Bibliographie: Auflistung der verwendeten primären und sekundären Literaturquellen.
Schlüsselwörter
Der Trotzkopf, Emmy von Rhoden, Mädchenliteratur, 19. Jahrhundert, Ilse Macket, bürgerliche Familie, Backfischliteratur, Erziehung, Frauenrolle, Adoleszenz, Rollenbild, gesellschaftliche Normen, Ehe, Sozialgeschichte, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Ideal des Mädchens im 19. Jahrhundert am Beispiel des Romans „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die allgemeine familiäre Situation im 19. Jahrhundert, die Charakteristika der damaligen Mädchenliteratur sowie die individuelle Entwicklung der Hauptfigur Ilse Macket.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, anhand der Protagonistin Ilse Macket das damalige Idealbild eines Mädchens aufzuzeigen und zu untersuchen, wie sich dieses Ideal in der Literatur und Gesellschaft widerspiegelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und sozialgeschichtliche Analyse, die sowohl den Romantext als auch historisches Fachwissen über das 19. Jahrhundert und die Mädchenerziehung integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, dann die literarische Gattung der Mädchenliteratur und schließlich intensiv der Roman selbst sowie die Entwicklung der Protagonistin Ilse analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem „Der Trotzkopf“, Mädchenliteratur, Backfischliteratur, Erziehung und bürgerliche Familie.
Welche Rolle spielt der Vater für die Entwicklung von Ilse Macket?
Der Vater idealisiert Ilse zunächst als Erinnerung an seine verstorbene Frau und verzichtet auf Strenge, was Ilses Trotz und Ungehorsam begünstigt, bevor sie später in der Pension Disziplin lernen muss.
Wie verändert sich Ilses Einstellung zur Stiefmutter während des Pensionatsaufenthalts?
Durch den tragischen Tod ihrer Freundin Lilli und tröstende Briefe der Stiefmutter beginnt Ilse, ihre Stiefmutter objektiver zu betrachten und bereut ihre frühere ablehnende Haltung ihr gegenüber.
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- Monika Krotoszynska (Autor), 2017, Das ideale Mädchen in Emmy von Rhodens “Der Trotzkopf”, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920281